Dr. Maria Eder - Nachruf auf eine außergewöhnliche Ärztin
Dr. Alexander von Paleske --- 25.7. 2007 --- Maria Eder kam 1960 als Missionsärztin nach Simbabwe. Sie hatte nach dem Medizinstudium in München und Würzburg ihre Weiterbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe in Passau, Zwickau und Berlin absolviert und ihren Facharzt gemacht. Dort reifte auch ihr Entschluss, Missionsärztin zu werden.
Von 1961 an baute sie das katholische Missionskrankenhaus in Brunapeg im Süden Simbabwes auf. Als sie dort eintraf, gab es so gut wie nichts, die ersten Patienten wurden unter Bäumen versorgt. Mit großer Tatkraft ging sie daran, aus einem Provisorium ein ansehnliches Distriktkrankenhaus mit Schwesternschule zu errichten, größtenteils mit Spendengeldern über das Missions-ärztliche Institut in Würzburg.
Als einzige Ärztin war sie dort neben der Gynäkologie und Geburtshilfe für alle Fachbereiche der Medizin zuständig, einschließlich des Ziehens von Zähnen.
Während der Unabhängigkeitskrieges von 1972-1980 verließ sie das Krankenhaus nicht. Auch dann nicht, als eine andere Missionsärztin, Dr. Decker, im St. Pauls Krankenhaus einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Sie weigerte sich aber auch, eine von der weißen Regierung installierte Funkverbindung mit der Armee zu benutzen, wenn Freiheitskämpfer im Krankenhaus um Behandlung nachsuchten.
Da die Missionsstation eingezäunt war und Befreiungskämpfer oftmals aus Furcht nicht in das Krankenhaus wollten behandelte sie, soweit das ging, durch den Zaun. Nach der Unabhängigkeit wurde ihre Arbeit auch gerade in der Zeit des Krieges in einem Schreiben des damaligen Gesundheitsministers Herbert Ushewokunze gewürdigt.
1990, im Alter von 71 Jahren, gab sie die Leitung des Krankenhauses ab und arbeitete in dem kleinen Krankenhaus Antelope weiter. Als sie aus Gesundheitsgründen als Ärztin nicht mehr arbeiten konnte, kümmerte sie sie sich um die Versorgung von mehr als 4000 AIDS-Waisen in Bulawayo, sammelte Spendengelder in Deutschland, vorwiegend in ihrer Heimatstadt Altötting.
Außerdem begann sie damit, Solarkocher herstellen zu lassen. Dieses Thema hatte sie schon seit Jahren beschäftigt, weil es in der Umgebung von Brunapeg es kein Feuerholz mehr gab. Eine Firma in Bayern lieferte die Reflektoren. Binnen 20 Minuten konnten, 10 Liter Wasser zum Kochen gebracht werden, Sonneneinstrahlung vorausgesetzt,
Ich traf Dr. Eder zum ersten Mal 1987, als ich meine Arbeit am Mpilo Zentralkrankenhaus in Bulawayo aufnahm. Sie kam dort regelmäßig zu Weiterbildungsveranstaltungen und um Behandlungsprobleme zu diskutieren. Immer mit dabei waren Patienten die sie zur Weiterbehandlung brachte.
Beeindruckt hatten mich neben ihren profunden medizinischen Kenntnissen ihre menschliche Wärme und Bescheidenheit. Mehrmals drängte ich sie, ihre Erlebnisse aufzuschreiben und als Buch herauszubringen, Dafür habe sie keine Zeit erklärte sie mir, und das sei auch nicht so wichtig.
Dr. Eder starb am 2. Juli nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Bulawayo.
Von 1961 an baute sie das katholische Missionskrankenhaus in Brunapeg im Süden Simbabwes auf. Als sie dort eintraf, gab es so gut wie nichts, die ersten Patienten wurden unter Bäumen versorgt. Mit großer Tatkraft ging sie daran, aus einem Provisorium ein ansehnliches Distriktkrankenhaus mit Schwesternschule zu errichten, größtenteils mit Spendengeldern über das Missions-ärztliche Institut in Würzburg.
Als einzige Ärztin war sie dort neben der Gynäkologie und Geburtshilfe für alle Fachbereiche der Medizin zuständig, einschließlich des Ziehens von Zähnen.
Während der Unabhängigkeitskrieges von 1972-1980 verließ sie das Krankenhaus nicht. Auch dann nicht, als eine andere Missionsärztin, Dr. Decker, im St. Pauls Krankenhaus einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Sie weigerte sich aber auch, eine von der weißen Regierung installierte Funkverbindung mit der Armee zu benutzen, wenn Freiheitskämpfer im Krankenhaus um Behandlung nachsuchten.
Da die Missionsstation eingezäunt war und Befreiungskämpfer oftmals aus Furcht nicht in das Krankenhaus wollten behandelte sie, soweit das ging, durch den Zaun. Nach der Unabhängigkeit wurde ihre Arbeit auch gerade in der Zeit des Krieges in einem Schreiben des damaligen Gesundheitsministers Herbert Ushewokunze gewürdigt.
1990, im Alter von 71 Jahren, gab sie die Leitung des Krankenhauses ab und arbeitete in dem kleinen Krankenhaus Antelope weiter. Als sie aus Gesundheitsgründen als Ärztin nicht mehr arbeiten konnte, kümmerte sie sie sich um die Versorgung von mehr als 4000 AIDS-Waisen in Bulawayo, sammelte Spendengelder in Deutschland, vorwiegend in ihrer Heimatstadt Altötting.
Außerdem begann sie damit, Solarkocher herstellen zu lassen. Dieses Thema hatte sie schon seit Jahren beschäftigt, weil es in der Umgebung von Brunapeg es kein Feuerholz mehr gab. Eine Firma in Bayern lieferte die Reflektoren. Binnen 20 Minuten konnten, 10 Liter Wasser zum Kochen gebracht werden, Sonneneinstrahlung vorausgesetzt,
Ich traf Dr. Eder zum ersten Mal 1987, als ich meine Arbeit am Mpilo Zentralkrankenhaus in Bulawayo aufnahm. Sie kam dort regelmäßig zu Weiterbildungsveranstaltungen und um Behandlungsprobleme zu diskutieren. Immer mit dabei waren Patienten die sie zur Weiterbehandlung brachte.
Beeindruckt hatten mich neben ihren profunden medizinischen Kenntnissen ihre menschliche Wärme und Bescheidenheit. Mehrmals drängte ich sie, ihre Erlebnisse aufzuschreiben und als Buch herauszubringen, Dafür habe sie keine Zeit erklärte sie mir, und das sei auch nicht so wichtig.
Dr. Eder starb am 2. Juli nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Bulawayo.
sfux - 25. Jul, 08:02 Article 4452x read