Montag, 28. Juli 2008

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Alle (Ab)wege führen nach Liechtenstein

Dr. Alexander von Paleske - Das Banken-Fürstentum Liechtenstein entpuppt sich offenbar immer mehr als Schwerpunkt für kriminelle Geldtransaktionen.
Angefangen hatte es mit den Steuerflüchtlingen, vorwiegend deutschen. Aber ein kleiner Bankangestellter, bei der Liechtensteinbank LGT, namens Heinrich Kieber, liess Hunderte von deutschen Steuerflüchtlingen hochgehen.
Kieber hatte mit den sechs-,sieben- und höherstelligen Bankeinlagen umzugehen aber bestenfalls vierstellige Bankeinlagen auf seinem eigenen Konto.. Das erzeugt natürlich Neid und Veränderungswünsche. Und da er offenbar keine Aufstiegschancen in den besser bezahlten Managerbereich hatte änderte er seine Einkommensverhältnisse durch den Verkauf einer CD mit Kundendaten an einen deutschen Geheimdienst. Kieber flüchtete anschliessend nach Australien. Nun hatte auch er einen siebenstelligen Betrag auf seinem Konto, natürlich nicht bei einer Liechtensteiner Bank.

Rauswurf der Hypo-Alpe-Liechtenstein
Erinnert sei weiterhin an die Hypo Alpe Liechtenstein AG, die deutschen und anderen Steuersündern empfahl, den Finanzplatz „optimal zu nutzen" im Klartext u.a. Steuerhinterziehung.

Aber man beliess es nicht bei der Empfehlung, denn weiter ging es dann mit Pennystock-Manipulationen. Offenbar wurden Penny Stocks in Vancouver/Kanada, der grössten Börse des Landes, künstlich über Spam E-Mails hochgepumpt und dann verkauft, bevor der Kurs der Aktien anschliessend ins Bodenlose fiel. Im Fachjargon auch „Pump and Dump“ genannt.

Das wollte die dortige Börsenaufsicht in Vancouver aber nicht hinnehmen sondern ergriff Massnahmen gegen diese Manipulateure , deren Geschäfte über die Hypo Alpe Adria Liechtenstein AG abgewickelt worden waren.
Aber die Hypo Alpe Liechtenstein wollte die Namen der Missetäter unter Berufung auf das Bankgeheimnis nicht preisgeben. Die Folge: Bank-Rauswurf in Vancouver am 27.5. 2008 – für immer- . Wir berichteten bereits Anfang Juni darüber. Nunmehr hat die österreichischen Zeitschrift „profil“ vergleichbar dem „Stern“ in Deutschland sich mit einiger Verspätung ebenfalls des Themas angenommen.
Die Bayerische Landesbank, zur Zeit mit 4 Milliarden Miesen aus US Hypothekengeschäften gesegnet, hatte diesen verdachtskriminellen Ableger zusammen mit der österreichischen Hypo Alpe Skandalbank (Skandalpe) , von Oesterreichs Rechtsaussen Haider in seiner Funktion als Landeshauptmann letztes Jahr gekauft.

UBS und globale Steuersparpläne
Aber das sind kleine Fische verglichen mit den angeblichen Aktionen der Vereinigten Bank der Schweiz, auch UBS genannt.
Die hatte das Wort „Globalisierung“ offenbar missverstanden und angeblich Modelle zur Steuererleichterung potentiellen Kunden in den USA und anderswo empfohlen, die offenbar etwas ausserhalb der Legalität lagen. 17.000 wohl eher betuchte US-Bürger sollen Gefallen an diesen schweizer Modellen gefunden haben und 20 Milliarden Dollar in das Alpenländle verbracht und der UBS anvertraut haben. Insgesamt, so wird geschätzt, sollen es 100 Milliarden US Dollar sein, die aus den USA in sogenannte Steuerparadiese transportiert wurden.

Bei der UBS war ein gewisser Bradley C. Birkenfeld für die aus den USA anvertrauten Gelder zuständig. Aber der konnte angeblich nicht genügend Steuerflüchtlinge in den USA gewinnen. Das „kleine Häwelmann-Syndrom“ machte sich offenbar bei der UBS breit: mehr mehr mehr.
Birkenfeld fiel bei der „Häwelmann-Prüfung“ durch und kündigte, um offenbar dem Rausschmiss zuvorzukommen.
Und da die USA mal wieder Krieg führen, zur Zeit im Irak, der ja auch irgendwie finanziert werden muss, verstehen die Finanzämter der USA keinen Spass mit Leuten, die zwar gerne in die Bibel aber ungern in die Steuergesetzbücher gucken.

Ein Milliardär namens Olenicoff oder: Brände in Kalifornien
Das wäre alles weiter so gut gelaufen, wenn nicht ein kalifornischer Milliardär namens Olenicoff im Surferparadies Kalifornien der Steuerbehörde wegen relativ geringer Steuerzahlungen trotz Wohlhabenheit aufgefallen wäre. Also Durchsuchung. Und nicht nur in den Wäldern Kaliforniens, sondern auch im Hause Olenicoffs brannte es daraufhin, steuerstrafrechtlich gesehen.
Und Olenicoff, um nicht ins Gefängnis zu wandern, gab eine korrekte Steuerklärung ab, zahlte nach und packte aus.

Aber wenn ein Dominostein fällt, dann fallen oftmals gleich mehrere. Denn auch Birkenfeld, der ebenfalls nicht ins Gefängnis wollte, packte nun aus, belastete schwer die UBS und bekannte sich schuldig, letzten Monat in Fort Lauderdale/Florida, dort, wo US- Pensionäre gerne ihren Lebensabend verbringen.
Und Birkenfeld belastete noch einen weiteren Mann, diesmal nicht in Genf resident, sondern im Fürstentum Liechtenstein. Sein Name: Mario Staggl. Der arbeitete als Investor in Liechtenstein.

Gut für die US-Steuerbehörde IRS und den Krieg im Irak, schlecht für UBS . Und dies, obgleich die UBS reichlichst marode Hypothekenkredite, also Schrottpapiere auch Subprimes genannt, in den USA gekauft und dabei rund 60 Milliarden Verluste eingfahren hatte. Auch für eine Grossbank wie UBS ein sicherlich schwer verdaulicher Brocken.

Mario Staggl
Aber zurück nach Liechtenstein. Dieser Herr Mario Staggl wollte nicht in die Fusstapfen der anderen Beschuldigten treten, sondern stritt ab. Das mögen die USA nicht so gerne, also wird wohl bald ein internationaler Haftbefehl kommen, dem Herr Staggl nur dadurch ausweichen kann, dass er Liechtenstein nicht nur zu seiner Heimat, sondern zu seinem permanenten Aufenthaltsort macht.
Und dies erinnert natürlich sofort an einen anderen angeblich kriminellen Banker, mittlerweile verstorben, mit dem Namen Paul Marcinkus, seinerzeit Vatikanbanker, noch dazu ein sehr frommer, auch Erzbischof. Aber der wurde in Italien wegen angeblich krimineller Aktivitäten im Vatikanbankbereich per Haftbefehl gesucht. Auch der musste dann seinen permanenten Aufenthaltsort iin einem recht kleinen Gebiet nehmen, der 1,5 Quadratkilometer grossen Vatikanstadt, was ihm bei seiner Frömmigkeit sicher nicht schwergefallen sein dürfte.

Mario Staggl und Banditen im Atombereich
Aber Mario Staggl kümmerte sich angeblich nicht nur rührend um US-Bürger. Er half auch dem Kollegen von der Konkurrenz, Birkenfeld, die 200 Millionen steuerflüchtigen US Dollar des Igor Olenicoff gut unterzubringen.
Und er kümmerte sich daneben noch um die lukrative Investierung der offenbar aus dem globalen Atomschmuggelnetzwerk geschöpften Gewinne. Staggl behauptete, total ahnungslos gewesen zu sein.
Und weil er so erfolgreich für Gotthard Lerch war, wurde er auch an einer seiner Firmen beteiligt.
Fünf Firmen in Liechtenstein managte er allein für diesen angeblichen Nuklearbanditen, der jetzt in Stuttgart vor Gericht steht. Zu Weihnachten tauschten beide gerne persönliche Weihnachtskarten aus, wie der investigative Journalist Wolfgang Frey berichtet. .
Ueber dieses Schmuggelnetzwerk hatten wir in dem Artikel „Prozess in Südafrika und Banditen im Nuklearbereich“ ausführlich berichtet..

Aber auch der Südafrikaner Wisser, der gestanden hat, Komponenten fuer das Nuklearweiterverbreitungs-Netzwerk auf Anforderung von Lerch geliefert zu haben, war offenbar schöner Kunde von Staggl. Auch dessen Gewinne investierte Staggl offenbar gerne, ohne natürlich zu wissen, woher das Geld stammte....oder?.

Im Zweifel: Sozialisierung der Verluste
Die Kunden der UBS können derweil gut schlafen. Die schweizer Regierung wird die UBS nicht pleite gehen lassen, komme was da wolle.
Das Sanierungskonzept steht, wie auch bei der Bayerischen Landesbank. Es heisst: Sozialisierung der Verluste.
Na denn.

linkNeues von den Finanzskandalen, BayernLB, Hypo Alpe, Meinl
linkProzess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug - auf den Spuren des Moshe Regev
linkDer Fall Hypo-Alpe-Adria- Bank (Skandalpe) - Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück.</

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