Iran-Krieg: Das Schlimmste kommt erst noch

Dr. Alexander von Paleske -- 24.4.2026--
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran geht nun in die 9. Woche, kein Szenario, wie es sich der US Präsident Donald Trump vorgestellt hat, oder auszudenken vermochte, als er den Befehl zum völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Iran gab. Ihm schebte wohl ein Blitzkrieg vor Augen, ermutigt durch das völkerrechtswidrige Eingreifen in Venezuela. Deshalb will er raus aus diesem Krieg, und verlängert seine Ultimaten an den Iran, ganz im Gegensatz zur israelischen Regierung, die erst gestern wieder verkündet hat, man sei bereit, den Iran in die Steinzeit zurückzubomben

2008 lässt grüssen

Hier sollen jetzt aber mehr die wirtschaftlichen Folgen interessieren, denn die westlichen Länder sehen einer Finanz- und Wirtschaftskrise entgegen, die jene im Jahre 2008/2009 noch weit in den Schatten stellen dürfte, wobei der Krieg gegen den Iran als massiver Brandbeschleuniger - nicht aber als die Ursache - anzusehen sein dürfte.

Wie im Jahre 2008/2009 ist der Hintergrund der Finanzkrise eine massive Kreditvergabe an Kreditnehmer mit zweifelhafter Bonität, und diese potentiell faulen Kredite als Wertpapiere gebündelt auf dem Markt für Wertpapiere landen.
Anders als 2008/2009 sind die Banken an der Kreditvergabe nicht mehr unmittelbar beteiligt, denn die Banken sind nach der Finanz- und Wirtschaftskrise an eine strengere Regulierung für Kreditvergaben gebunden. Die Banken stellen vielmehr sogenannten Schattenbanken, also Kreditgebern, die Geld verleihen, aber keine Banklizenz haben, Geld zur Verfügung und bekommen, im Gegenzug Anteilsscheine in Form von hochverzinslichen Wertpapieren, in denen diese potentiell toxischen Kredite gebündelt sind. Bei den Banken tauchen dann diese mittelbaren Kredite als Wertpapiere auf, nicht aber als das, was sie de facto sind: ein spekulativer Hochzins Kredit.

Hohe und höchste Zinsen
Die Schattenbanken verlangen und bekommen von den Kreditnehmern, die nicht für derartige Kredite bei Banken qualifiziert sind, entsprechend hohe Kreditzinsen. Ein völlig unregulierter, unübersichtlicher und hochspekulativer Finanzmarkt ist so entstanden, mit Milliardensummen. Die Gesamtsumme soll sich bereits im Billionen-US- Dollar Bereich bewegen.

Nur ohne Pleiten
Die Folgen sind aber, wie schon im Jahre 2008/2009 die gleichen. Dieses Spielchen geht nur so lange gut, solange es keine Pleiten im grösseren Ausmass gibt, aber die gab es bereits: Die US-Firmen First Brands und Tricolor brachen zusammen, machten die Kreditforderungen der Schattenbanken nicht mehr eintrabbar, und die Wertpapiere auf die Kreditforderungen schnurstracks wertlos, sodass betroffene Banken,wie die schweizerische UBS, erhebliche Verluste zu verkraften hatten.

Und nun wieder die Massenvernichtungswaffen
Damit jedoch nicht genug, denn die Banken kamen jetzt auf die Idee - wie schon vor der Finanzkrise im Jahre 2008 - Kredite durch sog. Credit Default Swaps (CDS) abzusichern. Jene Credit Default Swaps, die schliesslich die Krise von 2008/2009 so richtig zu dem machten, was sie dann wurde. US Grossinvestor Warren Buffett bezeichnete die CDS bereits im Jahre 2002 als "finanzielle Massenvernichtungswaffen" .
Vor der Krise 2008/2009 hiess es über Credit Default Swaps hier in einem Artikel, in dem die Finanzkrise 2008 vorhergesagt wurde :

Es handelt sich bei diesen Finanzprodukten um eine Kombination aus traditionellem Bankgeschäft, nämlich dem Ausleihen von Geld, einer Versicherung, in diesem Fall eine Versicherung gegen den Ausfall des Kredits, und einem Wettbüro wie bei einem Pferderennen oder einem Hunderennen, wobei auf ein Ereignis gewettet wird, nämlich dass das Pferd A oder der Hund B gewinnt.

Das traditionelle Bankgeschäft
Das Gewähren von Krediten bzw die Vermarktung von Anleihen war bis dato ein Geschäft zwischen der Bank und dem Kunden. Der Wechsel des Gläubigers, also der Bank, konnte im Regelfall nicht ohne Zustimmung des Kunden stattfinden. Und selbst wenn das möglich war, wie z. B. bei Hypotheken, so konnten diese nicht wie Wertpapiere an der Börse gehandelt werden. Spekulation also ausgeschlossen.

Um sich gegen die Fäulnis von Krediten, die ja im Riskobereich der Bank lagen, abzusichern, unterhielten die Banken aufwändige Kreditabteilungen, die sich der Mühe unterziehen mussten, die Bonität der Kredit nachfragenden Kunden zu prüfen, um damit zweifelhafte Kunden auszuschliessen bzw. grosse Risiken so weit wie möglich zu mindern. Das war bei Kleinkunden recht einfach, mit Hilfe einer Auskunftei, Schufa genannt, bei Grosskunden musste schon ein genauer Blick in die Bücher geworfen werden, bis dann schliesslich die grüne oder rote Lampe aufleuchtete.

Offenbar war das war nun für viele Banken viel zu aufwändig, also weg damit. Die Abteilungen der Banken, die sich mit der Kreditwürdigkeit von Kunden beschäftigen, wurden bis zur Unkenntlichkeit verkleinert, stattdessen her mit einer Versicherung gegen die Fäulnis von Krediten. Und wie bei den Subprime Hypotheken wurden überhaupt keine bzw. völlig ungenügende Prüfungen der Objekte, der Zahlungsfähigkeit der Kunden etc. vorgenommen.

War ja alles – hoffentlich – versichert
Damit wurde der natürliche Teil des Bankgeschäfts völlig auf den Kopf gestellt, denn es ist ja gerade die Bank, welche die Risiken des Ausfalls eines Kredits als Teil ihres Geschäftsbetriebes tragen muss, genau so wie jede Firma das Risiko von Verlustgeschäften bis hin zum Konkurs trägt, und sich nicht dagegen versichern kann.

Für diese neuartige „Versicherung zur Kreditabsicherung“ in den 90er Jahren von den Banken erfunden und hochtrabend „Credit Default Swaps“ genannt, muss die Bank an eine „Versicherung“ zahlen, und zwar dauerhaft, halbjährlich oder vierteljährlich, und diese Versicherung war nicht etwa die Allianz, sondern wieder eine Bank.

Aber nicht wie bei der Allianz mit einem Versicherungsvertrag, sondern durch Ausstellung eines Wettscheins, der damit handelbar wurde. Die kreditgewährende Bank war das Kreditrisiko los, es hatte sich wie durch einen Zauberstab berührt in ein Zockerpapier verwandelt

Topp die Wette gilt
Ich, der Kreditgeber zahle die Prämien und Du, der Versicherer hoffst, dass das Ereignis, nämlich die Fäule des Kredits nicht eintritt. Und ich bekomme von Dir, falls das Ereignis eintritt, die Versicherungssumme.

Da diese Risiken von keiner normalen Versicherung übernommen worden wären, denn die Summen waren einfach nicht mehr versicherbar, geht die Sache nur so lange gut, wie sich die Schadensfälle, sprich Pleiten, in sehr geringem Rahmen bewegen. Sobald sich aber die Pleiten über einem gewissen Rahmen bewegen, bricht das ganze System zusammen und mit ihm die Banken. Und das droht offenbar in der nahen Zukunft.

Im normalen Versicherungsgeschäft schützen sich Versicherungen bei Massenschadensfällen durch eine Rückversicherung bei einer Rückversicherungsgesellschaft, z.B. Münchener Rück, die gibt es aber bei diesen Swaps nicht und kann es auch gar nicht geben, da es schon eine traditionelle Versicherung selbst nicht gibt.

Es geht ein Zockerpapier auf Reisen
Nun sind wir beim dritten Teil des Swapgeschäftes angekommen, nämlich der Zockerei.

Diese Swaps sind handelbar, und deren Bewertung ändert sich täglich, das wäre bei einer Lebensversicherung so, als hinge deren Bewertung davon ab, ob der Versicherte gerade in einer Lebenskrise sich befindet, das Rauchen angefangen, bzw. aufgegeben hat..... Insofern ähneln die Swaps wieder Aktienkursen, die sich ja auch täglich andern, nur dass hinter Aktien Gesellschaften stehen, die produzieren oder Dienstleistungen erbringen. Hinter den Swaps steht aber nur ein sogenanntes Risiko, sonst nichts.

Und weil heute das traditionelle Bankgeschäft ja angeblich nicht genug einbringt, sondern erst die Zockerei, feiner ausgedrückt als Investmentbanking, wird gezockt, was das Zeug hält.

Mittlerweile ist in der Swap-Abteilung des „Casinobetriebs“ Investmentbanking, die unvorstellbare Summe von 62.000 Milliarden Dollar angekommen (62.000.000.000.000,--), das ist, wie die ZEIT schreibt, doppelt so viel wie der Aktienwert von 2500 Unternehmen, die an der New Yorker Börse gelistet sind.

40% der von den Banken vergebenen Kredite gingen als Resultat an nicht kreditwürdige Kreditnehmer, wie die Ratingagentur Fitch ermittelte. Im Jahre 2002 waren es erst 8%.

Auf den Konkurs spekuliert
Diese Swap-Risikopapiere lassen sich beliebig vermehren, sodass im Endeffekt die Auszahlungssumme im Falle des Konkurses einer Firma massiv höher liegen kann, als der Konkurs selbst an Miesen mit sich bringt.

Im normalen Versicherungsgeschäft ist das als „Überversicherung“ verboten. Beim Swapsen gelten andere Gesetze, bzw. gar keine.

Als der US Auto-Zulieferer Delphi in Konkurs ging, da betrugen, wie die ZEIT berichtete, die Konkursausfallkredite rund 5 Milliarden Dollar, die versicherte Gesamtkreditsumme aber 25 Milliarden Dollar - Casinobetrieb pur.

Das Swaps Gebäude – Ein Tollhaus
So genannte Hedge Fonds, oftmals Käufer dieser Credit Default Swaps, haben nicht selten ein brennendes Interesse daran, arbeiten gelegentlich auch darauf hin, dass der „Versicherungsfall“ eintritt, also eine Firma z.B. bankrott geht, um dann die Versicherungssumme zu kassieren. Im normalen bürgerlichen Leben zieht das „Herbeiführen des Versicherungsfalls“ die Leistungsfreiheit des Versicherers z.B. gemäss Paragraph 81 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) nach sich, aber, wie gesagt, beim Swapsen gelten andere Gesetze.


Natürlich funktioniert das Geschäft mit Swaps nur, wenn nicht eine massenweise Pleitewelle anrollt, denn dann wirken die Swaps nicht nur als Brandbeschleuniger, sondern auch noch als Öl ins Feuer, viel Öl.

Jetzt auch noch ein Krieg ums Öl
Anders als im Jahre 2008/2009 kommt jetzt noch der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hinzu,ein weiterer massiver Brandbeschleuniger, denn nicht nur die Energiekosten werden global in die Höhe getrieben, sondern es gibt massive Versorgungsengpässe nicht nur von Erdgas und Erdöl, und damit Kraftstoffen, sondern auch von Düngemitteln für die Landwirtschaft, sodass auch hier eine Versorgungskrise mit Nahrungsmitteln, und folgend Hungersnöte, drohen.

Am schwersten betroffen, wie schon in der Vergangenheit, sind die Länder der Dritten Welt, die beim Verteilungskampf um das vorhandene Erdöl und andere Versorgungsgüter, mangels Devisen, nicht mitbieten können. Schon jetzt musste in den Philippinen der Nationale Notstand ausgerufen werden, andere arme Länder dürften folgen.

So bald nicht vorbei

Diese Versorgungskrise wird aber auch mit der Öffnung der Strasse von Hormuz nicht vorbei sein - ohnehin völlig unklar, wie lange das noch dauern wird - denn die Gas- und Öl -Förderanlagen samt der Verladeterminals sind durch die Vergeltungs-Angriffe Irans auf Katar, Oman, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zum Teil erheblich beschädigt worden, und deren Reparatur dürfte vielfach nicht Monate, sondern Jahre dauern. Bei einer Wiederaufnahme der Angriffe Israels und der USA ist zudem mit weiteren schweren Zerstörungen zu rechnen

Zusammengefasst:

Ähnlich wie im Jahre 2009 sind hohe Kredite an Kreditnehmer zweifelhafter Bonität geflossen, deren Bonität durch die Krise am Ölmarkt weiter abwärts gehen dürfte. Somit zunächst auf die Schattenbanken, aber dann folgend auf die traditionellen Banken, massivste Verluste zurollen dürften.

Eine Finanz- und Wirtschaftskrise droht als Folge, die jene im Jahre 2008/2009 in den Schatten stellen dürfte. Damals waren „nur“die Swaps der Brandbeschleuniger, heute ist es dazu der Krieg der USA und Israels gegen den Iran mit den dann folgenden Versorgungsengpässen.

Angesichts dieser Lage muten die Streitereien der Regierungsparteien in Berlin an - ganz zur Freude der AfD - als befände sich ein Ehepaar auf der Titanic und streite sich darüber, ob es sich scheiden lassen solle, während die Titanic auf einen Eisberg zusteuert.
onlinedienst - 24. Apr, 16:46 Article 28x read
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