Im mexikanischen Guadalajara verlost die Bar
Sonja Wenger - Santo Cachorro – was soviel heisst wie Heiliger Welpe – einmal im Monat eine Brustvergrösserung. Dank der Tombola mit dem Titel «ohne grossen Busen kein Paradies» habe die Bar viele neue KundInnen gewonnen.
Apropos Busen: Bei Schwedens Königs hängt der Haussegen schief, das zumindest behaupten die einschlägigen Blätter. So weiss die «Bunte» zu berichten, wie gedemütigt Königin Silvia durch den Sexskandal ihres Mannes sei, und dass, «wenn man genau hinschaut, man ihr die Verbitterung an ihren rehbraunen Augen ablesen» könne. Abba nein, wie unsensibel von Gustav! Es folgt, wie schon so oft, ein halbherziger Abgesang auf die Monarchie, gleich neben der Berichterstattung über die nächste royale Hochzeit in Britannien, Monaco oder Hastenichtgesehn. Die wackelnden Krönchen halten nochmals fest – und alles bleibt wie gehabt.
Sexskandal? Pfff! Bitte, werte LeserInnen, liebe Staatsbürger und mündige Wählerinnen, über so etwas stolpert heute doch keiner mehr.
So ist es eben. Auf Regen folgt Sonnenschein, auf Massenspektakel der mediale Kater, und Grossmäuler bleiben im Amt, egal ob zuhause, in Italien oder anderswo. Sexskandal? Pfff! Bitte, werte LeserInnen, liebe Staatsbürger und mündige Wählerinnen, über so etwas stolpert heute doch keiner mehr. Vielleicht noch darüber, für andere Wahlzettel auszufüllen, aber sicher nicht über das Verwenden von falschen Zahlen und das Drehen von Informationen. Und erst recht bricht weder Korruption, Inhaltslosigkeit, Rassismus oder genuine Blödheit irgendeinem Volksvertreter den Hals.
Aber wie denn auch? Die Menschen sind viel zu sehr damit beschäftigt, Angstattacken abzuwehren, um noch genau Hinzusehen. Viel zu oft schlucken wir den parteipolitisch gefärbten, Prtechnisch vorgekauten und medial gesteuerten Quatsch, den uns die Lobbyisten der Welt vorsetzen – egal, wie hanebüchen, haarsträubend oder inhaltlich zerstückelt er ist, egal wie pinkrosagaga der Blick durch die Brille, egal wie wenig Witz noch im Wahn.
Man nehme nur den jüngsten Schlagabtausch um die Frage, ob der Feminismus zu weit gegangen ist – oder ob es ihn überhaupt noch braucht. Ganz zu schweigen vom lächerlichen Drohgebahren, der unsäglichen Polemik und dem grausigen Propagandabrecher im November, der so braun und schlammbeschmutzt dahergekommen ist, dass die wahren Probleme und stichhaltigen Argumente darunter erstickt sind. Fühlen Sie sich manchmal auch so unendlich müde?
Deshalb hier ein Aufruf zu mehr Radikalität. Es braucht noch mehr Proteste, viel mehr «WutbürgerInnen» und vor allem mehr freche Schnauze. In Deutschland machen sie es gerade vor. Denn wem es wirklich egal ist, dass unsere Schulen, unser Sozialnetz, unsere Würde gerade in Frage gestellt werden, kann immer noch in Guadalajara eins heben gehen. Vielleicht zieht er ja dort das grosse Los.
Apropos Busen: Bei Schwedens Königs hängt der Haussegen schief, das zumindest behaupten die einschlägigen Blätter. So weiss die «Bunte» zu berichten, wie gedemütigt Königin Silvia durch den Sexskandal ihres Mannes sei, und dass, «wenn man genau hinschaut, man ihr die Verbitterung an ihren rehbraunen Augen ablesen» könne. Abba nein, wie unsensibel von Gustav! Es folgt, wie schon so oft, ein halbherziger Abgesang auf die Monarchie, gleich neben der Berichterstattung über die nächste royale Hochzeit in Britannien, Monaco oder Hastenichtgesehn. Die wackelnden Krönchen halten nochmals fest – und alles bleibt wie gehabt.
Sexskandal? Pfff! Bitte, werte LeserInnen, liebe Staatsbürger und mündige Wählerinnen, über so etwas stolpert heute doch keiner mehr.
So ist es eben. Auf Regen folgt Sonnenschein, auf Massenspektakel der mediale Kater, und Grossmäuler bleiben im Amt, egal ob zuhause, in Italien oder anderswo. Sexskandal? Pfff! Bitte, werte LeserInnen, liebe Staatsbürger und mündige Wählerinnen, über so etwas stolpert heute doch keiner mehr. Vielleicht noch darüber, für andere Wahlzettel auszufüllen, aber sicher nicht über das Verwenden von falschen Zahlen und das Drehen von Informationen. Und erst recht bricht weder Korruption, Inhaltslosigkeit, Rassismus oder genuine Blödheit irgendeinem Volksvertreter den Hals.
Aber wie denn auch? Die Menschen sind viel zu sehr damit beschäftigt, Angstattacken abzuwehren, um noch genau Hinzusehen. Viel zu oft schlucken wir den parteipolitisch gefärbten, Prtechnisch vorgekauten und medial gesteuerten Quatsch, den uns die Lobbyisten der Welt vorsetzen – egal, wie hanebüchen, haarsträubend oder inhaltlich zerstückelt er ist, egal wie pinkrosagaga der Blick durch die Brille, egal wie wenig Witz noch im Wahn.
Man nehme nur den jüngsten Schlagabtausch um die Frage, ob der Feminismus zu weit gegangen ist – oder ob es ihn überhaupt noch braucht. Ganz zu schweigen vom lächerlichen Drohgebahren, der unsäglichen Polemik und dem grausigen Propagandabrecher im November, der so braun und schlammbeschmutzt dahergekommen ist, dass die wahren Probleme und stichhaltigen Argumente darunter erstickt sind. Fühlen Sie sich manchmal auch so unendlich müde?
Deshalb hier ein Aufruf zu mehr Radikalität. Es braucht noch mehr Proteste, viel mehr «WutbürgerInnen» und vor allem mehr freche Schnauze. In Deutschland machen sie es gerade vor. Denn wem es wirklich egal ist, dass unsere Schulen, unser Sozialnetz, unsere Würde gerade in Frage gestellt werden, kann immer noch in Guadalajara eins heben gehen. Vielleicht zieht er ja dort das grosse Los.
sfux - 5. Jan, 21:09 Article 1344x read