Das Chaos war gewollt!
Elmar Getto - Zu welchen unerhörten Folgen in der Praxis Hartz IV führt, kann man wöchentlich auf den Montagsdemos am „offenen Mikrophon" hören. Aber auch die Medien kommen nicht darum herum, zumindest gelegentlich die extremen Folgen der „Reform" aufzuzeigen, die eigentlich die Arbeitslosigkeit bekämpfen sollte, aber doch nur die Arbeitslosen bekämpft und Niedriglohnbereiche schafft - und zudem zu keinerlei Einsparungen geführt hat.

Das Chaos war gewollt! Wie immer, muß dafür niemand gerade stehen. Im Gegenteil, die Bundeskanzlerin lobt ihren Vorgänger ausdrücklich hierfür
So berichtete „Report München" unter dem Titel „Hartz IV absurd" darüber, was einer Münchener Hartz-IV-Geschädigten zugestoßen ist. Die alleinerziehende Frau arbeitete 20 Stunden in der Woche und bekam vom Sozialamt, später von der Münchener ARGE ihre kärgliche Entlohnung mit Sozialhilfe aufgebessert. Doch im Oktober 2003 fand sie eine Arbeit mit 30 Stunden in der Woche und einem verbesserten Einkommen.
Wie vorgeschrieben, teilte sie sofort ihre neue Arbeit und das Einkommen der Behörde mit und erwartete einen neuen Bescheid. Nur mit diesem, voraussichtlichen ablehnenden, Bescheid kann sie nämlich eventuell Wohngeld und Kinderzulage beantragen. Und damit begann ihre Odysse.
Statt eines neuen Bescheids kam nämlich nichts vom Amt und es wurde weiter Sozialhilfe überwiesen. Wochen und Monate versuchte sie, das Sozialamt und später die ARGE dazu zu bringen, ihren Fall zu bearbeiten, mit Telefonaten und Besuchen. Wiederholt wurde ihr zugesagt, daß dies geschähe - aber es tat sich nichts.
Auf die wiederholte Vorhaltung, es sei doch sinnvoll, daß das Geld nicht mehr überwiesen würde, kam schließlich die pampige Antwort, was sie zuviel erhalten habe, müsse sie sowieso zurückzahlen. So ging es Woche für Woche, Monat für Monat. Im Juni 2004 schließlich, 9 Monate nach ihrer Arbeitsaufnahme, schrieb sie eine Beschwerde an den Amtsleiter. Keine Antwort!
Die Erklärungen, die ‚Report’ von der Behörde bekommt, lauten auf „Überlastung". Man stelle sich vor, wie unsere beliebten Politiker, die sich mit Zapfenstreichen der Bundeswehr feiern lassen, die eigenen Behörden haben hängen lassen: Überlastung führt zu mehr als 1 Jahr Bearbeitungszeit! Selbst der Amtsleiter ist so überlastet, daß er nicht reagieren kann.
Nun hatten ja bereits vor Einführung von Hartz IV im Herbst 2003 verschiedene Persönlichkeiten davor gewarnt, diese Rückwärts-Reform auf der Basis eines komplizierten und nicht erprobten Softwaresystems sofort einzuführen und für Verschiebung plädiert.
Doch unsere Politiker-Kaste wußte es besser: Es war ja klar, es geht hauptsächlich darum, Angst und Schrecken zu verbreiten und so das Klima zu schaffen, in dem massiver Lohnabbau und Niedriglohnbereiche akzeptiert würden. Dafür kamen ihnen überforderte Bedienstete gerade recht. So wurde Hartz IV nicht nur auf dem Rücken der Arbeitslosen, sondern auch auf dem der Beschäftigten der früheren Sozial- und Arbeitsämter ausgetragen. Das Chaos war gewollt! Wie immer, muß dafür niemand gerade stehen. Im Gegenteil, die Bundeskanzlerin lobt ihren Vorgänger ausdrücklich hierfür.
Im August 2004 wurde die Sache noch absurder [Warum kann man nur keinen einzigen Artikel über Hartz IV schreiben, ohne das Wort ‚absurd’ gebrauchen zu müssen? Und da gibt es doch Kräfte in der Linkspartei, die nicht für die vollständige Abschaffung von Hartz IV plädieren, sondern es für ‚verbesserungsfähig’ halten]: Das Amt hatte zwar keine Zeit für die Bearbeitung des Falles der Münchnerin, aber dafür, ihr eine Aufforderung zu einem Gespräch bezüglich ‚langer Arbeitslosigkeit’ zu schicken - und das 10 Monate, nachdem sie Arbeit gefunden hatte.
Doch die hervorragende ‚Arbeitsmarktreform’, den Politikern von Huren-Hartz von VW in die Feder diktiert, kann, wie schon vorher bewiesen, die Absurdiditäten noch steigern: Im Oktober 2004, inzwischen schon ein Jahr wieder in Arbeit und ohne Bearbeitung ihres Vorgangs, erhält die Münchnerin einen erneuten Brief von der ARGE. Wiederum nicht den Bescheid. Diesmal soll sie am 31.Oktober vorsprechen bezüglich ihres ‚Bewerberangebots’. Nun konnte auch die Geplagte, von ‚Report’ befragt, das A-Wort nicht mehr vermeiden: „Es war so ein absurder Brief, daß ich schallend gelacht habe."
Als sich dann aber ‚Report’ einschaltete und Fragen stellte, bekam die Münchnerin schließlich - nach mehr als einem Jahr - ihren Bescheid. Wie lange sie wohl ohne ‚Report’ hätte warten müssen?
5 Millionen Arbeitslose einstellen
Absurd, absurder, am absurdesten

Das Chaos war gewollt! Wie immer, muß dafür niemand gerade stehen. Im Gegenteil, die Bundeskanzlerin lobt ihren Vorgänger ausdrücklich hierfür
So berichtete „Report München" unter dem Titel „Hartz IV absurd" darüber, was einer Münchener Hartz-IV-Geschädigten zugestoßen ist. Die alleinerziehende Frau arbeitete 20 Stunden in der Woche und bekam vom Sozialamt, später von der Münchener ARGE ihre kärgliche Entlohnung mit Sozialhilfe aufgebessert. Doch im Oktober 2003 fand sie eine Arbeit mit 30 Stunden in der Woche und einem verbesserten Einkommen.
Wie vorgeschrieben, teilte sie sofort ihre neue Arbeit und das Einkommen der Behörde mit und erwartete einen neuen Bescheid. Nur mit diesem, voraussichtlichen ablehnenden, Bescheid kann sie nämlich eventuell Wohngeld und Kinderzulage beantragen. Und damit begann ihre Odysse.
Statt eines neuen Bescheids kam nämlich nichts vom Amt und es wurde weiter Sozialhilfe überwiesen. Wochen und Monate versuchte sie, das Sozialamt und später die ARGE dazu zu bringen, ihren Fall zu bearbeiten, mit Telefonaten und Besuchen. Wiederholt wurde ihr zugesagt, daß dies geschähe - aber es tat sich nichts.
Auf die wiederholte Vorhaltung, es sei doch sinnvoll, daß das Geld nicht mehr überwiesen würde, kam schließlich die pampige Antwort, was sie zuviel erhalten habe, müsse sie sowieso zurückzahlen. So ging es Woche für Woche, Monat für Monat. Im Juni 2004 schließlich, 9 Monate nach ihrer Arbeitsaufnahme, schrieb sie eine Beschwerde an den Amtsleiter. Keine Antwort!
Die Erklärungen, die ‚Report’ von der Behörde bekommt, lauten auf „Überlastung". Man stelle sich vor, wie unsere beliebten Politiker, die sich mit Zapfenstreichen der Bundeswehr feiern lassen, die eigenen Behörden haben hängen lassen: Überlastung führt zu mehr als 1 Jahr Bearbeitungszeit! Selbst der Amtsleiter ist so überlastet, daß er nicht reagieren kann.
Nun hatten ja bereits vor Einführung von Hartz IV im Herbst 2003 verschiedene Persönlichkeiten davor gewarnt, diese Rückwärts-Reform auf der Basis eines komplizierten und nicht erprobten Softwaresystems sofort einzuführen und für Verschiebung plädiert.
Doch unsere Politiker-Kaste wußte es besser: Es war ja klar, es geht hauptsächlich darum, Angst und Schrecken zu verbreiten und so das Klima zu schaffen, in dem massiver Lohnabbau und Niedriglohnbereiche akzeptiert würden. Dafür kamen ihnen überforderte Bedienstete gerade recht. So wurde Hartz IV nicht nur auf dem Rücken der Arbeitslosen, sondern auch auf dem der Beschäftigten der früheren Sozial- und Arbeitsämter ausgetragen. Das Chaos war gewollt! Wie immer, muß dafür niemand gerade stehen. Im Gegenteil, die Bundeskanzlerin lobt ihren Vorgänger ausdrücklich hierfür.
Im August 2004 wurde die Sache noch absurder [Warum kann man nur keinen einzigen Artikel über Hartz IV schreiben, ohne das Wort ‚absurd’ gebrauchen zu müssen? Und da gibt es doch Kräfte in der Linkspartei, die nicht für die vollständige Abschaffung von Hartz IV plädieren, sondern es für ‚verbesserungsfähig’ halten]: Das Amt hatte zwar keine Zeit für die Bearbeitung des Falles der Münchnerin, aber dafür, ihr eine Aufforderung zu einem Gespräch bezüglich ‚langer Arbeitslosigkeit’ zu schicken - und das 10 Monate, nachdem sie Arbeit gefunden hatte.
Doch die hervorragende ‚Arbeitsmarktreform’, den Politikern von Huren-Hartz von VW in die Feder diktiert, kann, wie schon vorher bewiesen, die Absurdiditäten noch steigern: Im Oktober 2004, inzwischen schon ein Jahr wieder in Arbeit und ohne Bearbeitung ihres Vorgangs, erhält die Münchnerin einen erneuten Brief von der ARGE. Wiederum nicht den Bescheid. Diesmal soll sie am 31.Oktober vorsprechen bezüglich ihres ‚Bewerberangebots’. Nun konnte auch die Geplagte, von ‚Report’ befragt, das A-Wort nicht mehr vermeiden: „Es war so ein absurder Brief, daß ich schallend gelacht habe."
Als sich dann aber ‚Report’ einschaltete und Fragen stellte, bekam die Münchnerin schließlich - nach mehr als einem Jahr - ihren Bescheid. Wie lange sie wohl ohne ‚Report’ hätte warten müssen?


sfux - 8. Dez, 08:02 Article 2087x read