Kennedy-Berater mischen sich in aktuelle US-Politik ein
Elmar Getto - Die beiden Präsidentenberater von Kennedy, Arthur M. Schlesinger jr. und Theodore Sorensen, haben in einem Artikel in der New York Times vom 4. Dezember einen dreiteiligen Abzugsplan vorgeschlagen, um die USA aus dem Engagement im Irak freizubekommen.
In dem Artikel wird der Überfall auf den Irak kritisiert, aber nur, weil er nicht professionell genug durchgeführt wurde. Es wird gesagt, daß das Ziel militärisch und politisch nur vage definiert war, daß die Kosten des Krieges selbst für eine so größe Ökonomie wie die der USA auf die Dauer nicht mehr zu tragen sind, daß der Einsatz einer großen Zahl von Truppen zu lange dauert - im Frühjahr werden es drei Jahre - und daß für das angestrebte Ziel zu wenig Truppen eingesetzt wurden.
Andererseits kritisiert der Artikel aber auch die „unverzeihliche Mißhandlung von Gefangenen" und das völligen Fehlen eines Planes für eine zeitliche Begrenzung des Engagements.
Der Artikel enthält auch den Versuch, ihren damaligen Chef, den Präsidenten Kennedy, reinzuwaschen von dem Vorwurf, daß er es im wesentlichen gewesen ist, der damals das US-Engagement in Vietnam begann. Er habe bestehende Verbindungen mit der südvietnamesischen Diktatur von seinem Vorgänger Eisenhower übernommen und habe im Jahr seiner Ermordung bereits den Abzug vorbereitet. Diese Weißwaschmanöver können aber unbeachtet bleiben, denn sie gelten wohl vor allem der eigenen Rolle als wesentliche Präsidentenberater.
Beachtenswerter ist wohl der Abzugsplan, den sie dem jetzigen Präsidenten nahelegen.
Er beinhaltet drei Stufen:
- Klarmachen, daß man abziehen wird.
- Eine förmliche Bitte zum Abzug von der irakischen Regierung verlangen.
- Zurückziehen der Truppen in Stufen, mit sofortigem Beginn und einer Umstellung der „Unterstützung" des Regimes auf Luftunterstützung und eventuell Luftlandetruppen, die in der Nähe stationiert bleiben können.
Dadurch, daß sie offiziell gebeten werden, das Land zu verlassen, könnten die US-Truppen das Gesicht wahren. Auf die Aussage von Präsident Bush, daß ein Abzug zu einer Katastrophe führen würde, antworten sie, daß bereits eine im Land herrscht. Sie sagen, daß gesetzestreue Iraker nach einem Abzug mehr Clan-Gewalt, einer ‚Balkanisierung’ und ausländischer Eingriffe ausgesetzt sein könnten, aber das gleiche wäre auch möglich, wenn man bliebe.
Dieser ‚Schlesinger-Plan’ gibt allerdings keine Antwort auf die Frage, wie man dann das Hauptziel erreichen soll, dessentwegen der US-Imperialismus den Irak versucht, in eine Kolonie zu verwandeln: Die Kontrolle der ganzen Region durch die US-Regierung. Damit dürfte er keine Chance haben, verwirklicht zu werden und muß wohl mehr im Sinne eines Entlastungsangriffs der Seite der Demokraten durch die beiden alten Haudegen verstanden werden.
In dem Artikel wird der Überfall auf den Irak kritisiert, aber nur, weil er nicht professionell genug durchgeführt wurde. Es wird gesagt, daß das Ziel militärisch und politisch nur vage definiert war, daß die Kosten des Krieges selbst für eine so größe Ökonomie wie die der USA auf die Dauer nicht mehr zu tragen sind, daß der Einsatz einer großen Zahl von Truppen zu lange dauert - im Frühjahr werden es drei Jahre - und daß für das angestrebte Ziel zu wenig Truppen eingesetzt wurden.
Andererseits kritisiert der Artikel aber auch die „unverzeihliche Mißhandlung von Gefangenen" und das völligen Fehlen eines Planes für eine zeitliche Begrenzung des Engagements.
Der Artikel enthält auch den Versuch, ihren damaligen Chef, den Präsidenten Kennedy, reinzuwaschen von dem Vorwurf, daß er es im wesentlichen gewesen ist, der damals das US-Engagement in Vietnam begann. Er habe bestehende Verbindungen mit der südvietnamesischen Diktatur von seinem Vorgänger Eisenhower übernommen und habe im Jahr seiner Ermordung bereits den Abzug vorbereitet. Diese Weißwaschmanöver können aber unbeachtet bleiben, denn sie gelten wohl vor allem der eigenen Rolle als wesentliche Präsidentenberater.
Beachtenswerter ist wohl der Abzugsplan, den sie dem jetzigen Präsidenten nahelegen.
Er beinhaltet drei Stufen:
- Klarmachen, daß man abziehen wird.
- Eine förmliche Bitte zum Abzug von der irakischen Regierung verlangen.
- Zurückziehen der Truppen in Stufen, mit sofortigem Beginn und einer Umstellung der „Unterstützung" des Regimes auf Luftunterstützung und eventuell Luftlandetruppen, die in der Nähe stationiert bleiben können.
Dadurch, daß sie offiziell gebeten werden, das Land zu verlassen, könnten die US-Truppen das Gesicht wahren. Auf die Aussage von Präsident Bush, daß ein Abzug zu einer Katastrophe führen würde, antworten sie, daß bereits eine im Land herrscht. Sie sagen, daß gesetzestreue Iraker nach einem Abzug mehr Clan-Gewalt, einer ‚Balkanisierung’ und ausländischer Eingriffe ausgesetzt sein könnten, aber das gleiche wäre auch möglich, wenn man bliebe.
Dieser ‚Schlesinger-Plan’ gibt allerdings keine Antwort auf die Frage, wie man dann das Hauptziel erreichen soll, dessentwegen der US-Imperialismus den Irak versucht, in eine Kolonie zu verwandeln: Die Kontrolle der ganzen Region durch die US-Regierung. Damit dürfte er keine Chance haben, verwirklicht zu werden und muß wohl mehr im Sinne eines Entlastungsangriffs der Seite der Demokraten durch die beiden alten Haudegen verstanden werden.
sfux - 13. Dez, 08:16 Article 1611x read