Kultur der Korruption
Harald Haack – Es erinnert an damals, als die Mafia sich in Hollywood einkaufte, Drogen wie Kokain und LSD über „Lobbyisten“ unter die Stars verteilte und diese damit in den gesundheitlichen Ruin trieb und Präsident Nixon dergleichen u.a. zu vertuschen versuchte. Und man darf sich in der Tat fragen, was unter „andere Zuwendungen“ zu verstehen ist, die prominente US-Abgeordnete über ein verschachteltes Korruptionsnetz erhielten.
Einst war er in den USA als US-Lobbyist einflussreich: Jack Abramoff. Ihm wirft die Justiz nicht nur Betrug und Steuerhinterziehung vor. Er soll dafür gesorgt haben, dass etliche Abgeordnete von Regierung und Opposition Geld erhielten oder mit Golf-Ausflügen, Tickets für Sportveranstaltungen, Abendessen und „anderen Zuwendungen“ erhalten haben – zwecks Schmierung. Vor allem Abgeordnete der regierenden Republikaner, ganz weiß um die Nase, ängstigen sich nun vor weiteren Enthüllungen, die in dem Prozess an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Für die Partei von Präsident George W. Bush wäre dies eine schwere Bürde vor der im Herbst anstehenden Wahl, denn viele Abgeordnete der Regierung profitierten während des letzten Wahlkampfes von Abramoffs Unterstützungen. Ob sie sich mit einer Rückzahlung, die in den vergangenen Wochen erfolgte, von mehr als 200.000 Dollar reinwaschen können, ist fraglich. Zumindest wird man ihnen vorwerfen können, sich mit der Bestechungssumme des Lobbyisten über die Jahre hinweg gesund gestoßen zu haben und dies zinslos.

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“: US-Satire von „Independents For Kerry.org“
So soll in den Jahren 2001 bis 2004 ein enger politischer Freund von Präsident George W. Bushs, der frühere republikanische Fraktionsvorsitzenden im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, von Abramoffs Verbindungsmännern oder von ihm selbst mindestens 57.000 Dollar erhalten haben. Auch gegen ihn wird in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre ermittelt.
Abramoff drohen bis zu 30 Jahre Haft. Daher hatte er sich auf den Deal der Staatsanwaltschaft eingelassen und sich zur Zusammenarbeit erklärt, was ihm eine deutliche Reduzierung der Strafe einbringen könnte. Wenn man es genau nimmt, ist auch dies Korruption. Aber sie hilft den Ermittlern an Hintermänner heran zu kommen. Abramoff darf somit mit „nur“ elf Jahre Knast rechnen. Nach amerikanischem Recht könnte sich seine Strafe noch einmal reduzieren, wenn er vollständig mit dem Gericht zusammenarbeitet. Offensichtlich lässt es auch jetzt noch das weitere Schmieren durch Abramoffs zu. Vor Gericht sagte er, er bedauere seine Fehler, entschuldigte sich für den entstandenen Schaden und wolle mindestens 25 Millionen Dollar an Entschädigung zahlen.
Golfer nennen dies „putten“ (einlochen). Doch so gepflegt das Grün der amerikanischen Justiz auch wirken mag, es ist voller Tücken.
Einst war er in den USA als US-Lobbyist einflussreich: Jack Abramoff. Ihm wirft die Justiz nicht nur Betrug und Steuerhinterziehung vor. Er soll dafür gesorgt haben, dass etliche Abgeordnete von Regierung und Opposition Geld erhielten oder mit Golf-Ausflügen, Tickets für Sportveranstaltungen, Abendessen und „anderen Zuwendungen“ erhalten haben – zwecks Schmierung. Vor allem Abgeordnete der regierenden Republikaner, ganz weiß um die Nase, ängstigen sich nun vor weiteren Enthüllungen, die in dem Prozess an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Für die Partei von Präsident George W. Bush wäre dies eine schwere Bürde vor der im Herbst anstehenden Wahl, denn viele Abgeordnete der Regierung profitierten während des letzten Wahlkampfes von Abramoffs Unterstützungen. Ob sie sich mit einer Rückzahlung, die in den vergangenen Wochen erfolgte, von mehr als 200.000 Dollar reinwaschen können, ist fraglich. Zumindest wird man ihnen vorwerfen können, sich mit der Bestechungssumme des Lobbyisten über die Jahre hinweg gesund gestoßen zu haben und dies zinslos.

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So soll in den Jahren 2001 bis 2004 ein enger politischer Freund von Präsident George W. Bushs, der frühere republikanische Fraktionsvorsitzenden im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, von Abramoffs Verbindungsmännern oder von ihm selbst mindestens 57.000 Dollar erhalten haben. Auch gegen ihn wird in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre ermittelt.
Abramoff drohen bis zu 30 Jahre Haft. Daher hatte er sich auf den Deal der Staatsanwaltschaft eingelassen und sich zur Zusammenarbeit erklärt, was ihm eine deutliche Reduzierung der Strafe einbringen könnte. Wenn man es genau nimmt, ist auch dies Korruption. Aber sie hilft den Ermittlern an Hintermänner heran zu kommen. Abramoff darf somit mit „nur“ elf Jahre Knast rechnen. Nach amerikanischem Recht könnte sich seine Strafe noch einmal reduzieren, wenn er vollständig mit dem Gericht zusammenarbeitet. Offensichtlich lässt es auch jetzt noch das weitere Schmieren durch Abramoffs zu. Vor Gericht sagte er, er bedauere seine Fehler, entschuldigte sich für den entstandenen Schaden und wolle mindestens 25 Millionen Dollar an Entschädigung zahlen.
Golfer nennen dies „putten“ (einlochen). Doch so gepflegt das Grün der amerikanischen Justiz auch wirken mag, es ist voller Tücken.
sfux - 4. Jan, 08:56 Article 1974x read