Hubbles Abschiedsfoto?
Harald Haack – Nicht weit von der Erde entfernt, in „nur“ 1.500 Lichtjahren Entfernung, in Nachbarschaft zur Galaxie, in der sich unser Sonnensystem befindet, existiert ein unheimlich schönes Sternenentstehungsgebiet. Mit bloßem Auge kann man es erkennen: Ein verschwommener heller Fleck im Sternbild Orion.

Alte Sternbildkarte (aus „Schlag nach“)
Die meisten von uns haben in der Schule gelernt, dass dieser verschwommene Fleck kein Stern, sondern ein „Nebel“ ist. Der Orion-Nebel. Wer schon älter ist, wird sich vielleicht erinnern, dass dieser Orion-Nebel als heller, unregelmäßiger Gas- und Staubnebel beschrieben wurde. In dem 1953 im VEB Leipziger Druckhaus erschienenden „Schlag nach“ findet sich folgender, aus heutiger Sicht lustiger Hinweis: „Der von Rigel angeleuchtete Orionnebel ist mit bloßem Auge sichtbar. Seine, im Fernrohr erkennbare, chaotische Form deutet darauf hin, dass ihn weitere lichtschwächere Massen umgeben. Diese dehnen sich über 35 Vollmondflächen aus.“ Offenbar sahen die Autoren dieses ostzonalen Nachschlagewerkes gemäß den Vorgaben der Sozialistischen Einheitspartei (SED), der Sollerfüllung, mehr als tatsächlich am Himmel existierte. So ist bekannt, dass M42, wie der Orionnebel im Messier-Katalog gelistet wird, nicht vom Fixstern Rigel beleuchtet wird, sondern durch Gravitationskräfte und ultraviolettes Licht von heißen Sternen inmitten des Orionnebels, die die Gaswolken erhitzen und zum Glühen bringen. Auch dehnt sich M42 nicht über 35 Vollmondflächen (visuell) aus, wenn auch seine Ausdehnung tatsächlich gewaltig ist: etwa 30 Lichtjahre, was das mehr als das 20.000-fache des Durchmessers unseres Sonnensystems entspricht.

Orionnebel, historisches Foto von 1948 in der damals gebräuchlichen negativen Abbildungsart für Publikationen
Der Orionnebel war der erste erfolgreich fotografierte Nebel: 1880 belichtete Henry Draper mit einem 11-Zoll-Refraktor 51 Minuten lang. Nun hat das Weltraumteleskop Hubble erneut zugeschlagen und den Orionnebel in 105 Erdumrundungen fotografiert. Das auf diese Weise entstandene Foto kommt für Sternefreunde gerade rechtzeitig, denn am Winterhimmel ist der Orionnebel leicht zu finden, direkt unter den markanten Gürtelsternen des Orions. Es gibt es (abgesehen vom Mond) wohl kaum ein anderes Objekt, das für die Amateurbeobachtung mit kleineren Fernrohren besser geeignet wäre. Aber „Hubble“ und die damit arbeitenden Wissenschaftler ist es gelungen, uns den Orionnebel in seiner ganz Farbpracht und Umfang zu zeigen. Niemand muss sich draußen in die eisige Kälte stellen, um dem Orionnebel näher zu sein.

Hubbles Blick in den „Hexenkessel“ des Orionnebels
Hell leuchtende Gasfahnen werden im Hubbles Foto, dem Blick in den „Hexenkessel“ des Orionnebels, sichtbar, in einer Farbenpracht wie Astronomen in der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht einmal zu träumen wagten. Da sind Dunkelwolken aus Staub, der das Licht verschluckt, und dünne Bögen aus Gas, durch interstellare Stoßwellen aufgesammelt. Im Orionnebel gibt es mehrere hundert Sterne in allen Stadien ihrer Geburt. Ein großer Teil dieser jungen Sterne ist von Gas- und Staubscheiben umgeben. Sie könnten jener Gaswolke ähneln, aus der vor viereinhalb Milliarden Jahren unser eigenes Sonnensystem entstand.



Bildausschnitte aus Hubble Superfoto
Wer ganz genau hinsehen möchte, dem bietet die Esa das Foto in grandioser Größen an. Rund 394 MB (!) warten darauf als TIFF-Datei herunter geladen zu werden:
spacetelescope
Das Foto in dieser enormen Auflösung bietet die Möglichkeit visuell zu dem spektakulären Sternenentstehungsgebiet zu reisen. Seltsame Objekte und bislang unbekannte Sterne lassen sich dort entdecken. Für das an ein Füllhorn erinnernde Objekt gibt es möglicherweise noch keine wissenschaftliche Erklärung. Wir fanden es oberhalb der 5 hellen Sterne im Zentrum des Orionnebels, die in ihrer Anordnung die Form eines Trapezes bilden. Sehen wir da ein Schwarzes Loch von der Seite oder ein Wurmloch? Oder handelt es sich um Staub, der sich zu einer planetarischen Scheibe formen wird?

Kosmisches Füllhorn: Schwarzes Loch, Wurmloch oder sich bildende planetarische Scheibe?

Laut Esa handelt es sich bei diesem Objekt um Staub, der sich zu einer planetarischen Scheibe geformt hat und seinen Mittelpunkt, in dem die Kernfusion gezündet hat, rotiert.

Eines der geheimnisvollen Objekte im Orionnebel, von Hubble fotografiert.
Es ist eines der detailreichsten astronomischen Bilder aller Zeiten. Die spektakuläre Aufnahme zeigt Tausende bislang unentdeckter Sterne und Regionen infernalischer Energieausbrüche.
Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA hat das Weltraumteleskop "Hubble" den Orionnebel auf ein extrem hochauflösendes Foto gebannt, das aus Milliarden von Bildpunkten besteht. Tausende Sterne sind erstmals im Bereich des sichtbaren Lichts erkennbar, einige von ihnen besitzen nur ein Hundertstel der Leuchtkraft bisher bekannter Sterne in dem Nebel. Und ausgerechnet dieses leistungsstarke Weltraumtelekop will die NASA aufgeben und in der irdischen Lufthülle verglühen lassen.
Hubble’s sharpest view of the Orion Nebula

Alte Sternbildkarte (aus „Schlag nach“)
Die meisten von uns haben in der Schule gelernt, dass dieser verschwommene Fleck kein Stern, sondern ein „Nebel“ ist. Der Orion-Nebel. Wer schon älter ist, wird sich vielleicht erinnern, dass dieser Orion-Nebel als heller, unregelmäßiger Gas- und Staubnebel beschrieben wurde. In dem 1953 im VEB Leipziger Druckhaus erschienenden „Schlag nach“ findet sich folgender, aus heutiger Sicht lustiger Hinweis: „Der von Rigel angeleuchtete Orionnebel ist mit bloßem Auge sichtbar. Seine, im Fernrohr erkennbare, chaotische Form deutet darauf hin, dass ihn weitere lichtschwächere Massen umgeben. Diese dehnen sich über 35 Vollmondflächen aus.“ Offenbar sahen die Autoren dieses ostzonalen Nachschlagewerkes gemäß den Vorgaben der Sozialistischen Einheitspartei (SED), der Sollerfüllung, mehr als tatsächlich am Himmel existierte. So ist bekannt, dass M42, wie der Orionnebel im Messier-Katalog gelistet wird, nicht vom Fixstern Rigel beleuchtet wird, sondern durch Gravitationskräfte und ultraviolettes Licht von heißen Sternen inmitten des Orionnebels, die die Gaswolken erhitzen und zum Glühen bringen. Auch dehnt sich M42 nicht über 35 Vollmondflächen (visuell) aus, wenn auch seine Ausdehnung tatsächlich gewaltig ist: etwa 30 Lichtjahre, was das mehr als das 20.000-fache des Durchmessers unseres Sonnensystems entspricht.

Orionnebel, historisches Foto von 1948 in der damals gebräuchlichen negativen Abbildungsart für Publikationen
Der Orionnebel war der erste erfolgreich fotografierte Nebel: 1880 belichtete Henry Draper mit einem 11-Zoll-Refraktor 51 Minuten lang. Nun hat das Weltraumteleskop Hubble erneut zugeschlagen und den Orionnebel in 105 Erdumrundungen fotografiert. Das auf diese Weise entstandene Foto kommt für Sternefreunde gerade rechtzeitig, denn am Winterhimmel ist der Orionnebel leicht zu finden, direkt unter den markanten Gürtelsternen des Orions. Es gibt es (abgesehen vom Mond) wohl kaum ein anderes Objekt, das für die Amateurbeobachtung mit kleineren Fernrohren besser geeignet wäre. Aber „Hubble“ und die damit arbeitenden Wissenschaftler ist es gelungen, uns den Orionnebel in seiner ganz Farbpracht und Umfang zu zeigen. Niemand muss sich draußen in die eisige Kälte stellen, um dem Orionnebel näher zu sein.

Hubbles Blick in den „Hexenkessel“ des Orionnebels
Hell leuchtende Gasfahnen werden im Hubbles Foto, dem Blick in den „Hexenkessel“ des Orionnebels, sichtbar, in einer Farbenpracht wie Astronomen in der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht einmal zu träumen wagten. Da sind Dunkelwolken aus Staub, der das Licht verschluckt, und dünne Bögen aus Gas, durch interstellare Stoßwellen aufgesammelt. Im Orionnebel gibt es mehrere hundert Sterne in allen Stadien ihrer Geburt. Ein großer Teil dieser jungen Sterne ist von Gas- und Staubscheiben umgeben. Sie könnten jener Gaswolke ähneln, aus der vor viereinhalb Milliarden Jahren unser eigenes Sonnensystem entstand.



Bildausschnitte aus Hubble Superfoto
Wer ganz genau hinsehen möchte, dem bietet die Esa das Foto in grandioser Größen an. Rund 394 MB (!) warten darauf als TIFF-Datei herunter geladen zu werden:

Das Foto in dieser enormen Auflösung bietet die Möglichkeit visuell zu dem spektakulären Sternenentstehungsgebiet zu reisen. Seltsame Objekte und bislang unbekannte Sterne lassen sich dort entdecken. Für das an ein Füllhorn erinnernde Objekt gibt es möglicherweise noch keine wissenschaftliche Erklärung. Wir fanden es oberhalb der 5 hellen Sterne im Zentrum des Orionnebels, die in ihrer Anordnung die Form eines Trapezes bilden. Sehen wir da ein Schwarzes Loch von der Seite oder ein Wurmloch? Oder handelt es sich um Staub, der sich zu einer planetarischen Scheibe formen wird?

Kosmisches Füllhorn: Schwarzes Loch, Wurmloch oder sich bildende planetarische Scheibe?

Laut Esa handelt es sich bei diesem Objekt um Staub, der sich zu einer planetarischen Scheibe geformt hat und seinen Mittelpunkt, in dem die Kernfusion gezündet hat, rotiert.

Eines der geheimnisvollen Objekte im Orionnebel, von Hubble fotografiert.
Es ist eines der detailreichsten astronomischen Bilder aller Zeiten. Die spektakuläre Aufnahme zeigt Tausende bislang unentdeckter Sterne und Regionen infernalischer Energieausbrüche.
Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA hat das Weltraumteleskop "Hubble" den Orionnebel auf ein extrem hochauflösendes Foto gebannt, das aus Milliarden von Bildpunkten besteht. Tausende Sterne sind erstmals im Bereich des sichtbaren Lichts erkennbar, einige von ihnen besitzen nur ein Hundertstel der Leuchtkraft bisher bekannter Sterne in dem Nebel. Und ausgerechnet dieses leistungsstarke Weltraumtelekop will die NASA aufgeben und in der irdischen Lufthülle verglühen lassen.

sfux - 16. Jan, 15:03 Article 1920x read