Winter-Olympiade: Schweizer räumen ab
Harald Haack – Die Olympischen Spiele haben gerade begonnen, aber jetzt steht schon fest, dass die Schweizer mehr als 5 Goldmedaillen kassieren werden. Dank der eBund-Umfrage ist das möglich.
Es sieht so aus, als wollten 173 Leser innerhalb von nur 8 Minuten das klägliche Ergebnis, demnach die Schweizer keine Medaille erringen werden, nicht gelten lassen. Immerhin waren 105 von insgesamt 220 Lesern, also 47,73 Prozent, extrem pessimistisch. Was für eine Schmach!
Natürlich sind die Schweizer keine solchen Schlappschwänze. Sie werden mehr als 5 Medaillen holen. Und was nun wie die Meinung von 173 Lesern aussieht, wurde mit 346 Mausklicks einer einzigen Computermaus erreicht.

Kein Hacken, nur Klicken: Das manipulierte Ergebnis der eBund-Umfrage.
2x oben im Mozilla Firefox am Samstag;
1 x unten im MSIE am Sonntag.
Es ist nicht das erste Mal, dass Manipulationen der eBund-Umfragen möglich sind. Nach dem großen Erdbeben in Afghanistan, vor nicht ganz einem Jahr, wollte die Web-Redaktion der Berner Tageszeitung „Der Bund“ wissen, ob die Schweizer für Afghanistan spenden wollten. Nach einer anfangs sehr zögerlichen Beteiligung an der Umfrage mit einem zunächst zustimmenden Ergebnis schnellte die Beteiligung in die Höhe und das Ergebnis ergab, dass die Mehrheit eine Spendenhilfe für die afghanischen Erdbebenopfer ablehnte. Wollten die eBund-Leser damit ausdrücken, dass sie alle Afghanen für Terroristen halten?
Die Bund-Redaktion stellte auch die Frage, ob es für die Leser überraschend sei, dass der Kanton Bern gemäß der Pisa-Studie in Sachen Bildung unter dem Durchschnitt liegt. Die Antwort war ebenso negativ wie niederschmetternd: Um 21.47 Uhr des 3. Mai 2005 meinten 57 von 73 Leser, also 78,08 Prozent, dies sei nicht überraschend. Halten sich die Berner für so dumm?

eBund-Umfrage: Auch dieses Ergebnis wurde manipuliert.
Nein, keines der Umfrageergebnisse stimmte: Es waren Hacker im fernen Hamburg, Mitglieder eines Clubs, die die Sicherheitslücke vom eBund entdeckt hatten. Ohne spezielle Computerkenntnisse konnte im Prinzip jeder Besucher der eBund-WebSeite das Ergebnis der Umfragen manipulieren. Dazu brauchte er die Seite nur noch einmal besuchen, neu abstimmen und schon hieß es: „Vielen Dank für Ihre Stimme!“
Doch es gab auch Umfragen, bei denen dies nicht möglich war. Wer ein zweites Mal abstimmen wollte, erhielt zur Antwort er habe bereits abgestimmt.
Am vergangenen Samstag versuchte nun ich ausnahmsweise mein „Glück“ bei der Umfrage der Schweizer Tageszeitung. Und, oh Wunder, ich musste nicht einmal den Browser schließen und neu starten. Mit Hilfe der neuesten Version von Mozilla Firefox gelang es mir, das für die Schweizer niederschmetternde Ergebnis in ein positives und damit optimistisches Ergebnis umzuwandeln. Am darauf folgenden Sonntag fand ich um die Mittagszeit viele 298 pessimistische Stimmen vor. 298 waren für „keine“. Doch auch im Microsoft Internet Explorer (MSIE) war es leicht die Stimmen für „mehr als 5“ auf 456 Stimmen anzuheben. Der Optimismus war wieder hergestellt. Kriege ich dafür nun einen Schweizer Orden? Oder einen Job als Aufmunterer für die Eidgenossen?
Falls in Deutschland, der Schweiz oder anderswo Wahlen auf diese Weise stattfinden, wird es ein Klick-Fest geben! Derjenige gewinnt, der die Klickerei ohne Muskelkrämpfe, Sehnenscheidenentzündung und Hirnschaden übersteht – vorausgesetzt, der Server bricht nicht schon vorher wegen der hohen Wahlbeteiligung, weil alle das Ergebnis manipulieren wollen, zusammen. Die Wahl, die eBund-Umfrage oder was es sonst noch geben mag – zum hirnlosen Klickspiel verkommen, weil Web-Programmierer gepfuscht haben?
Es sieht so aus, als wollten 173 Leser innerhalb von nur 8 Minuten das klägliche Ergebnis, demnach die Schweizer keine Medaille erringen werden, nicht gelten lassen. Immerhin waren 105 von insgesamt 220 Lesern, also 47,73 Prozent, extrem pessimistisch. Was für eine Schmach!
Natürlich sind die Schweizer keine solchen Schlappschwänze. Sie werden mehr als 5 Medaillen holen. Und was nun wie die Meinung von 173 Lesern aussieht, wurde mit 346 Mausklicks einer einzigen Computermaus erreicht.

Kein Hacken, nur Klicken: Das manipulierte Ergebnis der eBund-Umfrage.
2x oben im Mozilla Firefox am Samstag;
1 x unten im MSIE am Sonntag.
Es ist nicht das erste Mal, dass Manipulationen der eBund-Umfragen möglich sind. Nach dem großen Erdbeben in Afghanistan, vor nicht ganz einem Jahr, wollte die Web-Redaktion der Berner Tageszeitung „Der Bund“ wissen, ob die Schweizer für Afghanistan spenden wollten. Nach einer anfangs sehr zögerlichen Beteiligung an der Umfrage mit einem zunächst zustimmenden Ergebnis schnellte die Beteiligung in die Höhe und das Ergebnis ergab, dass die Mehrheit eine Spendenhilfe für die afghanischen Erdbebenopfer ablehnte. Wollten die eBund-Leser damit ausdrücken, dass sie alle Afghanen für Terroristen halten?
Die Bund-Redaktion stellte auch die Frage, ob es für die Leser überraschend sei, dass der Kanton Bern gemäß der Pisa-Studie in Sachen Bildung unter dem Durchschnitt liegt. Die Antwort war ebenso negativ wie niederschmetternd: Um 21.47 Uhr des 3. Mai 2005 meinten 57 von 73 Leser, also 78,08 Prozent, dies sei nicht überraschend. Halten sich die Berner für so dumm?

eBund-Umfrage: Auch dieses Ergebnis wurde manipuliert.
Nein, keines der Umfrageergebnisse stimmte: Es waren Hacker im fernen Hamburg, Mitglieder eines Clubs, die die Sicherheitslücke vom eBund entdeckt hatten. Ohne spezielle Computerkenntnisse konnte im Prinzip jeder Besucher der eBund-WebSeite das Ergebnis der Umfragen manipulieren. Dazu brauchte er die Seite nur noch einmal besuchen, neu abstimmen und schon hieß es: „Vielen Dank für Ihre Stimme!“
Doch es gab auch Umfragen, bei denen dies nicht möglich war. Wer ein zweites Mal abstimmen wollte, erhielt zur Antwort er habe bereits abgestimmt.
Am vergangenen Samstag versuchte nun ich ausnahmsweise mein „Glück“ bei der Umfrage der Schweizer Tageszeitung. Und, oh Wunder, ich musste nicht einmal den Browser schließen und neu starten. Mit Hilfe der neuesten Version von Mozilla Firefox gelang es mir, das für die Schweizer niederschmetternde Ergebnis in ein positives und damit optimistisches Ergebnis umzuwandeln. Am darauf folgenden Sonntag fand ich um die Mittagszeit viele 298 pessimistische Stimmen vor. 298 waren für „keine“. Doch auch im Microsoft Internet Explorer (MSIE) war es leicht die Stimmen für „mehr als 5“ auf 456 Stimmen anzuheben. Der Optimismus war wieder hergestellt. Kriege ich dafür nun einen Schweizer Orden? Oder einen Job als Aufmunterer für die Eidgenossen?
Falls in Deutschland, der Schweiz oder anderswo Wahlen auf diese Weise stattfinden, wird es ein Klick-Fest geben! Derjenige gewinnt, der die Klickerei ohne Muskelkrämpfe, Sehnenscheidenentzündung und Hirnschaden übersteht – vorausgesetzt, der Server bricht nicht schon vorher wegen der hohen Wahlbeteiligung, weil alle das Ergebnis manipulieren wollen, zusammen. Die Wahl, die eBund-Umfrage oder was es sonst noch geben mag – zum hirnlosen Klickspiel verkommen, weil Web-Programmierer gepfuscht haben?
sfux - 13. Feb, 08:41 Article 1232x read