Tratschundlaber
Sonja Wenger- Kürzlich war auf der Feuilleton Seite (!) der Süddeutschen Zeitung eine Lobeshymne auf Pinks neuen Song «Stupid Girl» zu lesen. Genüsslich wird dabei beschrieben, gegen wen und was die Pop-Sängerin eine Breitseite nach der anderen abfeuert. So wettert der Autor Tobias Kniebe denn wortgewandt gegen «die hochtourig hohldrehende, sinnentleerte Celebrity-Kultur, die nichts anderes mehr feiert als das Berühmtsein selbst».

Mager- und shoppingsüchtig - und trotzdem der volle Sex-Apeal: Die Paparazzi-Ikone Paris Hilton
Oder gegen «die mager- und shoppingsüchtigen, ostentativ hirnamputierten Paparazzi-Ikonen wie Paris Hilton», respektive gegen «einen Postfeminismus, der Hunger nach Aufmerksamkeit, Girl Power, sexuelle Befreiung, Porno-Chic, Selbstverleugnung und Regression (auf Deutsch Verminderung) zu einem mittlerweile fatalen Cocktail verquirlt hat». Toll, nicht? Aber so isses nun mal: Sex sells, mehr denn je.
Die Schweizer Medienlandschaft nimmt sich dagegen ja grausam harmlos aus. Mehr als Ringier gegen Tamedia liegt da nicht drin. Dass in der Sendung «Glanz & Gloria» genüsslich über die sofortige Einstellung der Konkurrenz-Sendung «People» berichtet wurde, nimmt eh kein arbeitender Mensch wahr. Ein böses Grinsen entlockt vielleicht noch die Meldung, dass sich Elisabeth Tessier getrennt haben soll. Ob das wohl in ihren Sternen stand? Hach, ist das ein billiger Witz. Ist das jetzt übrigens Selbstverleugnung oder sexuelle Befreiung von ihr?
Als Ablenkung von all diesen tiefschürfenden Fragen herrscht zum Glück im Moment ein nationales Panini-Fieber. Aber Vorsicht: man könnte ja von wichtigen Leuten wie Chefredaktoren «Verhöhnt!» werden. Für alle, die den «Hype» nicht für ein italienisches Brot halten, bietet der BLICK eine entsprechende Platzform, auf der sich die armen Verhöhnten(!) «wehren» können. So meint «Meteo»- Moderatorin Sandra Boner (31) mit ernstem BLICK: «Ich kenne viele Frauen, die Panini-Bilder sammeln.» Und Chris von Rohr hält dieselbigen für gar «menschlich wertvoll». Der muss es ja wissen. Apropos Porno-Chic und sinnentleert: Ist es eigentlich ein postfeministischer Fortschritt, wenn Seraina B. aus Thun in der SI erklären darf, weshalb sie Porno-Filme dreht?
«Porno ist ihr Weg, Porno ist ihr Ziel», steht da und ihr Produzent nennt sie nicht nur Kenia Gates, sondern will sie gross rausbringen: «Denn willige und begabte Frauen sind äusserst rar in der Schweiz» - steht da. Und es steht da auch, dass ihr Freund, ein Sportler (25), sich nicht öffentlich zu ihr bekennt, denn er will keine Sponsoren verlieren. Das ist wahre Liebe, postfeministisch.

Mager- und shoppingsüchtig - und trotzdem der volle Sex-Apeal: Die Paparazzi-Ikone Paris Hilton
Oder gegen «die mager- und shoppingsüchtigen, ostentativ hirnamputierten Paparazzi-Ikonen wie Paris Hilton», respektive gegen «einen Postfeminismus, der Hunger nach Aufmerksamkeit, Girl Power, sexuelle Befreiung, Porno-Chic, Selbstverleugnung und Regression (auf Deutsch Verminderung) zu einem mittlerweile fatalen Cocktail verquirlt hat». Toll, nicht? Aber so isses nun mal: Sex sells, mehr denn je.
Die Schweizer Medienlandschaft nimmt sich dagegen ja grausam harmlos aus. Mehr als Ringier gegen Tamedia liegt da nicht drin. Dass in der Sendung «Glanz & Gloria» genüsslich über die sofortige Einstellung der Konkurrenz-Sendung «People» berichtet wurde, nimmt eh kein arbeitender Mensch wahr. Ein böses Grinsen entlockt vielleicht noch die Meldung, dass sich Elisabeth Tessier getrennt haben soll. Ob das wohl in ihren Sternen stand? Hach, ist das ein billiger Witz. Ist das jetzt übrigens Selbstverleugnung oder sexuelle Befreiung von ihr?
Als Ablenkung von all diesen tiefschürfenden Fragen herrscht zum Glück im Moment ein nationales Panini-Fieber. Aber Vorsicht: man könnte ja von wichtigen Leuten wie Chefredaktoren «Verhöhnt!» werden. Für alle, die den «Hype» nicht für ein italienisches Brot halten, bietet der BLICK eine entsprechende Platzform, auf der sich die armen Verhöhnten(!) «wehren» können. So meint «Meteo»- Moderatorin Sandra Boner (31) mit ernstem BLICK: «Ich kenne viele Frauen, die Panini-Bilder sammeln.» Und Chris von Rohr hält dieselbigen für gar «menschlich wertvoll». Der muss es ja wissen. Apropos Porno-Chic und sinnentleert: Ist es eigentlich ein postfeministischer Fortschritt, wenn Seraina B. aus Thun in der SI erklären darf, weshalb sie Porno-Filme dreht?
«Porno ist ihr Weg, Porno ist ihr Ziel», steht da und ihr Produzent nennt sie nicht nur Kenia Gates, sondern will sie gross rausbringen: «Denn willige und begabte Frauen sind äusserst rar in der Schweiz» - steht da. Und es steht da auch, dass ihr Freund, ein Sportler (25), sich nicht öffentlich zu ihr bekennt, denn er will keine Sponsoren verlieren. Das ist wahre Liebe, postfeministisch.
sfux - 8. Mai, 08:10 Article 3909x read