Tratschundlaber
Sonja Wenger - Was können wir froh sein, dass die Schweizer Politik die Doris Leuthard hat. Endlich mal eine Frau, die all die «Dorlis», «Bambis» und «Duschpäckli»- Etiketten mit einem breiten Lächeln abzuschmettern versteht. Immerhin macht sich der Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» Gedanken darüber, ob es nun ein Problem ist, eine Frau über Äusserlichkeiten zu definieren. Um die Frage gleich selbst zu beantworten, bringt die Zeitung dann eine Bildreportage über Doris’ Garten-, Koch- und Tischdekorationskünste.
Immer lustig für eine Schlagzeile
Auch eine andere Frau muss viel einstecken. Der «Blick» textete kürzlich zu einer Fotoserie von Madonna, die sie in Leder und mit viel nackter Haut zeigte: «Was für ein toller Hengst, diese Frau.» Doch auch andere werden nicht verschont. Im Zusammenhang mit der Schwangerschaft seiner Frau verkündete DJ Bobo in der SI: «Ich weiss halt, wie’s geht», und unser neuer Mister Schweiz, Miguel San Juan antwortete auf die Frage, was er gerne für ein Mister sein möchte mit: «Ich möchte unbedingt mein Bestes geben.»
Immer schön bieder die Miss Schweizerinnen
Immerhin: Er sieht auf jedem Foto genau gleich aus. Da ist sein weiblicher Gegenpart Lauriane Gilliéron in der «Coop-Zeitung» schon mutiger: «Mir ist Gesundheit wichtig.» Aber enorm überrascht natürlich, dass Ex-Mister Schweiz Sven Melig «noch immer verliebt ist in seine Freundin.»
Somit dümpelt die Schweizer Medienlandschaft seelig vor sich hin. Man muss schon über die Grenze schielen, um neue Dimensionen der Stupidität zu finden. Dazu wurde nun die Doku-Soap «Tatjana & Fof. » geboren. Ihre Hohlwohlgeborenen versprechen «ungeschminkte Einblicke» in das aufregende Privatleben des Starlets Tatjana Gsell und ihres doppelt so alten Prinzen Ferfried von Hohenzollern. Wobei das «ungeschminkt» zu bezweifeln ist. Apropos Kurioses. Da ist George Clooney auf dem Titelbild des «Vanitiy Fair - Green Issue» zu sehen, auf das er es dank seines Engagements für die Umwelt geschafft hat. Und dann macht der gute Mann Werbung für Nespresso. Kein Widerspruch zu klein, um noch lukrativ zu sein. Da bleibt eigentlich nur, sich wie der Psychiatrieprofessor Daniel Lang in der SI zu fragen:
«Welchen Sinn machen Depressionen?» Als Gegenmittel empfiehlt sich, bei «Pflücke Swarowski Steinchen von einem nackten Modell» mitzumachen. Zu . nden gibt’s diese Glanzleistung der Sinnlosigkeit unter www.millioncrystalbody..com. Bei der Käuferliste findet sich eine Weltkarte, auf der man sieht, wer in welchem Land bereits wie viele Steine für einen Euro pro Stück gekauft hat. Das ist dann ein bisschen wie beim Eurovision Song Contest: «Royaume-Uni, zero points.»
Tratschundlaber erscheint bei ensuite kulturmagazin
Immer lustig für eine Schlagzeile
Auch eine andere Frau muss viel einstecken. Der «Blick» textete kürzlich zu einer Fotoserie von Madonna, die sie in Leder und mit viel nackter Haut zeigte: «Was für ein toller Hengst, diese Frau.» Doch auch andere werden nicht verschont. Im Zusammenhang mit der Schwangerschaft seiner Frau verkündete DJ Bobo in der SI: «Ich weiss halt, wie’s geht», und unser neuer Mister Schweiz, Miguel San Juan antwortete auf die Frage, was er gerne für ein Mister sein möchte mit: «Ich möchte unbedingt mein Bestes geben.»
Immer schön bieder die Miss Schweizerinnen
Immerhin: Er sieht auf jedem Foto genau gleich aus. Da ist sein weiblicher Gegenpart Lauriane Gilliéron in der «Coop-Zeitung» schon mutiger: «Mir ist Gesundheit wichtig.» Aber enorm überrascht natürlich, dass Ex-Mister Schweiz Sven Melig «noch immer verliebt ist in seine Freundin.»
Somit dümpelt die Schweizer Medienlandschaft seelig vor sich hin. Man muss schon über die Grenze schielen, um neue Dimensionen der Stupidität zu finden. Dazu wurde nun die Doku-Soap «Tatjana & Fof. » geboren. Ihre Hohlwohlgeborenen versprechen «ungeschminkte Einblicke» in das aufregende Privatleben des Starlets Tatjana Gsell und ihres doppelt so alten Prinzen Ferfried von Hohenzollern. Wobei das «ungeschminkt» zu bezweifeln ist. Apropos Kurioses. Da ist George Clooney auf dem Titelbild des «Vanitiy Fair - Green Issue» zu sehen, auf das er es dank seines Engagements für die Umwelt geschafft hat. Und dann macht der gute Mann Werbung für Nespresso. Kein Widerspruch zu klein, um noch lukrativ zu sein. Da bleibt eigentlich nur, sich wie der Psychiatrieprofessor Daniel Lang in der SI zu fragen:
«Welchen Sinn machen Depressionen?» Als Gegenmittel empfiehlt sich, bei «Pflücke Swarowski Steinchen von einem nackten Modell» mitzumachen. Zu . nden gibt’s diese Glanzleistung der Sinnlosigkeit unter www.millioncrystalbody..com. Bei der Käuferliste findet sich eine Weltkarte, auf der man sieht, wer in welchem Land bereits wie viele Steine für einen Euro pro Stück gekauft hat. Das ist dann ein bisschen wie beim Eurovision Song Contest: «Royaume-Uni, zero points.»

sfux - 2. Jun, 09:17 Article 3341x read