Höchster Respekt für Ghana
Karl Weiss - Nun stehen also die Viertelfinalspiel-Paarungen der Fußball-WM fest: Deutschland-Argentinien, England - Portugal, Italien – Ukraine und Brasilien- Frankreich. Das liest sich mit einer Ausnahme wie eine Liste derer, die schon die Weltmeisterschaft gewonnen haben.
Da fehlt unter den Siegern nur Uruguay und noch nicht gewonnen haben die Ukraine und Portugal, denen das wohl auch diesmal verwehrt bleiben wird. Es läuft also alles so wie immer bei WMs – die Langeweile geht um. Allerdings wissen wir diesmal definitiv, wer Überraschungen verhindert hat: Die Schiedsrichter.

Zumindest die Elfenbeinküste hätte im Achtelfinale stehen müssen, wenn die Schiedsrichter nicht bei den Spielen gegen Holland und Argentinien gegen sie gepfiffen hätten. Und man kann fast eine Wette darauf abschließen, daß diese Mannschaft dann auch ins Viertelfinale gekommen wäre – jedenfalls wenn auch dann die Schiedsrichter unparteiisch gewesen wären.
Fünf der acht Mannschaften haben sich nur mit einem 1:0, 2:1 bzw. Elfmeterschiessen ins Viertelfinale gequält. England hatte seine Mühe mit Ecuador, Argentinien mit Mexiko und Italien mit Australien, ganz zu schweigen von der Ukraine, die als schwächste der 8 Mannschaften eingeschätzt werden muß. Wetten, daß Italien trotzdem auch mit ihr Schwierigkeiten haben wird? Schweigen wir still von Portugals Leistung, die nur als Desaster zu bezeichnen war. Trotzdem werden sie England Rätsel
aufgeben.
Nur Brasilien mit einem 3:0, Deutschland mit einem 2:0 und Frankreich mit einem 3:1 können ein besseres Ergebnis aufweisen. Ein Omen? Vielleicht.Dabei trifft ja Frankreich jetzt auf Brasilien und dürfte damit auch das Ende der Leiter erreicht haben. Brasilien scheint schon fast im Finale zu sein.
Sollte es Deutschland wirklich wieder ins Finale schaffen? Nun, wenn sie wirklich Argentinien und dann wahrscheinlich England abgeräumt haben sollten, dann wird Brasilien jedenfalls mehr Schwierigkeiten mit ihnen haben als beim letzten Mal.
Spanien hatte wieder in der Zwischenrunde einen Schwächanfall wie immer – es wird wirklich langsam langweilig im Fußball. Die WMs werden immer voraussagbarer.
Nach einer Umfrage seien 78% der Deutschen überzeugt, daß die Nationalelf sich gegen Argentinien durchsetzt. Woher kommt plötzlich all dieser Optimismus? Nur wegen 20 Weltklasse-Minuten gegen Schweden? Hat niemand Argentinien-Serbien gesehen? Aber 50:50 kann man die Chancen einschätzen. Eventuell wird hinterher England sogar leichter, wenn man es wirklich schaffen sollte. Dann hätte man auch im Finale gegen Brasilien 50:50-Chancen.
Beeindruckend das Spiel Brasilien – Ghana 3:0. Nicht, daß die Brasilianer beeindruckt hätten, aber die Ghanaer. Die Taktik, die sie anwandten, war reiner Selbstmord gegen ein Brasilien. Mit drei faktischen Angreifern, ganz nach vorne verschoben und mit einer Abseits-Linie 10 bis 20 Meter in der eigenen Hälfte. Das ist gegen einen gleich guten Gegner schon nur zu verantworten, wenn man extrem zielsichere Stürmer hat, die den Rückstand ausgleichen können, denn man sich damit einfängt. Genau das aber war es, was Ghana nicht hatte. Sechs klare Chancen und eine Menge Fernschüsse und Dida war fast gar nicht geprüft – das nennt man Zielwasser-Mangel.
So brauchte Brasilien nur immer wieder den Ball in den freien Raum vor einen startenden Stürmer spielen und dann tauchten andauernd Brasilianer frei vor dem Torwart auf. Daß es nur drei Tore wurden, war auch darauf zurückzuführen, daß die Brasilianer im Ganzen nicht ihren besten Tag hatten und speziell Ronaldinho und Kaká einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten.
Aber eins muß man sagen, Mut hat Ghana. Respekt! Das letzte Mal, daß jemand es wagte, gegen Brasilien mit einer offensiven Taktik zu spielen, war im Endspiel des Confederation-Cups Argentinien. Sie bekamen auch drei eingeschenkt.
Andererseits zeigen sich aber die eklatanten Abwehrschwächen der Brasilianer, wenn jemand mit offenem Visier gegen sie antritt. Wenn man es nicht übertreibt, wie Ghana, ist das eine überdenkenswerte Taktik, falls Deutschland wirklich wieder im Endspiel mit Brasilien stehen sollte. Und Deutschland hat Stürmer, die treffen (Wann war es das letzte Mal, daß man das sagen konnte?).
Und 93% hätten gesagt, Klinsmann solle bleiben. Na wartet mal, wie viele das noch sind, wenn Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien ausscheiden sollte.
Daß Ronaldo nun mit 15 Treffern die Allzeit-Torjäger-Marke von Müller übernommen hat, ist aus deutscher Sicht bedauernswert, aber die Marke für die höchste Zahl von Toren in zwei Weltmeisterschaften wird doch bei Gerd Müller bleiben.
Außerdem sind diese Art von Torjägerkanonen sowieso zweifelhaft, da ja die Torjäger „kleinerer" Nationen, die nicht bis unter die letzten Vier kommen, keine Chance haben, soviele Tore zu erzielen.
Da fehlt unter den Siegern nur Uruguay und noch nicht gewonnen haben die Ukraine und Portugal, denen das wohl auch diesmal verwehrt bleiben wird. Es läuft also alles so wie immer bei WMs – die Langeweile geht um. Allerdings wissen wir diesmal definitiv, wer Überraschungen verhindert hat: Die Schiedsrichter.

Zumindest die Elfenbeinküste hätte im Achtelfinale stehen müssen, wenn die Schiedsrichter nicht bei den Spielen gegen Holland und Argentinien gegen sie gepfiffen hätten. Und man kann fast eine Wette darauf abschließen, daß diese Mannschaft dann auch ins Viertelfinale gekommen wäre – jedenfalls wenn auch dann die Schiedsrichter unparteiisch gewesen wären.
Fünf der acht Mannschaften haben sich nur mit einem 1:0, 2:1 bzw. Elfmeterschiessen ins Viertelfinale gequält. England hatte seine Mühe mit Ecuador, Argentinien mit Mexiko und Italien mit Australien, ganz zu schweigen von der Ukraine, die als schwächste der 8 Mannschaften eingeschätzt werden muß. Wetten, daß Italien trotzdem auch mit ihr Schwierigkeiten haben wird? Schweigen wir still von Portugals Leistung, die nur als Desaster zu bezeichnen war. Trotzdem werden sie England Rätsel
aufgeben.
Nur Brasilien mit einem 3:0, Deutschland mit einem 2:0 und Frankreich mit einem 3:1 können ein besseres Ergebnis aufweisen. Ein Omen? Vielleicht.Dabei trifft ja Frankreich jetzt auf Brasilien und dürfte damit auch das Ende der Leiter erreicht haben. Brasilien scheint schon fast im Finale zu sein.
Sollte es Deutschland wirklich wieder ins Finale schaffen? Nun, wenn sie wirklich Argentinien und dann wahrscheinlich England abgeräumt haben sollten, dann wird Brasilien jedenfalls mehr Schwierigkeiten mit ihnen haben als beim letzten Mal.
Spanien hatte wieder in der Zwischenrunde einen Schwächanfall wie immer – es wird wirklich langsam langweilig im Fußball. Die WMs werden immer voraussagbarer.
Nach einer Umfrage seien 78% der Deutschen überzeugt, daß die Nationalelf sich gegen Argentinien durchsetzt. Woher kommt plötzlich all dieser Optimismus? Nur wegen 20 Weltklasse-Minuten gegen Schweden? Hat niemand Argentinien-Serbien gesehen? Aber 50:50 kann man die Chancen einschätzen. Eventuell wird hinterher England sogar leichter, wenn man es wirklich schaffen sollte. Dann hätte man auch im Finale gegen Brasilien 50:50-Chancen.
Beeindruckend das Spiel Brasilien – Ghana 3:0. Nicht, daß die Brasilianer beeindruckt hätten, aber die Ghanaer. Die Taktik, die sie anwandten, war reiner Selbstmord gegen ein Brasilien. Mit drei faktischen Angreifern, ganz nach vorne verschoben und mit einer Abseits-Linie 10 bis 20 Meter in der eigenen Hälfte. Das ist gegen einen gleich guten Gegner schon nur zu verantworten, wenn man extrem zielsichere Stürmer hat, die den Rückstand ausgleichen können, denn man sich damit einfängt. Genau das aber war es, was Ghana nicht hatte. Sechs klare Chancen und eine Menge Fernschüsse und Dida war fast gar nicht geprüft – das nennt man Zielwasser-Mangel.
So brauchte Brasilien nur immer wieder den Ball in den freien Raum vor einen startenden Stürmer spielen und dann tauchten andauernd Brasilianer frei vor dem Torwart auf. Daß es nur drei Tore wurden, war auch darauf zurückzuführen, daß die Brasilianer im Ganzen nicht ihren besten Tag hatten und speziell Ronaldinho und Kaká einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten.
Aber eins muß man sagen, Mut hat Ghana. Respekt! Das letzte Mal, daß jemand es wagte, gegen Brasilien mit einer offensiven Taktik zu spielen, war im Endspiel des Confederation-Cups Argentinien. Sie bekamen auch drei eingeschenkt.
Andererseits zeigen sich aber die eklatanten Abwehrschwächen der Brasilianer, wenn jemand mit offenem Visier gegen sie antritt. Wenn man es nicht übertreibt, wie Ghana, ist das eine überdenkenswerte Taktik, falls Deutschland wirklich wieder im Endspiel mit Brasilien stehen sollte. Und Deutschland hat Stürmer, die treffen (Wann war es das letzte Mal, daß man das sagen konnte?).
Und 93% hätten gesagt, Klinsmann solle bleiben. Na wartet mal, wie viele das noch sind, wenn Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien ausscheiden sollte.
Daß Ronaldo nun mit 15 Treffern die Allzeit-Torjäger-Marke von Müller übernommen hat, ist aus deutscher Sicht bedauernswert, aber die Marke für die höchste Zahl von Toren in zwei Weltmeisterschaften wird doch bei Gerd Müller bleiben.
Außerdem sind diese Art von Torjägerkanonen sowieso zweifelhaft, da ja die Torjäger „kleinerer" Nationen, die nicht bis unter die letzten Vier kommen, keine Chance haben, soviele Tore zu erzielen.
sfux - 28. Jun, 09:14 Article 1611x read