Nazis schuld am Absturz des Wasserflugzeugs?
Harald Haack – Im Hamburger Freihafen war ein Wasserflugzeug abgestürzt. Jörg Steber, Pilot des abgestürzten Flugzeuges der Himmelsschreiber GmbH erlag leider seinen schweren Brandverletzungen im Krankenhaus Boberg, einer Spezialklinik für Brandverletzungen. Das Hamburger Abendblatt berichtet, er und sein Passagier Jürgen Z., der Vater des 12jährigen Jungen, der in dem Flugzeugwrack verbrannte und der an diesem Tag Geburtstag hatte, hätten es geschafft sich aus dem lichterloh brennendem Wrack zu befreien. Die Haut des Passagiers Z. soll zu 40 Prozent verbrannt gewesen sein, die des Piloten Steber zu 80 Prozent und damit gab es kaum Überlebenschance für ihn. Bevor er ins Koma fiel, sprach er noch mit den Rettern. Für die anderen Passagiere kam jede Hilfe zu spät.
Nach Zeugenaussagen soll Steber mit seinem Wasserflugzeug gegen 10.30 Uhr am Sonntag, den 2. Juli 2006 von seinem Stützpunkt am östlichen Ende des City-Sporthafens abgefahren sein. Es herrschte ein schwacher Südostwind der Stärke 3. Beste Voraussetzungen für den Start, denn seine Startbahn ist die Norderelbe, die hier genau südöstlich verläuft.
Der Start erfolgt immer gegen den Wind, weil Flugzeuge besonders beim Start die entgegenströmende Luft nutzen. Das erleichtert das Abheben. Und so drehte der Pilot auf der Elbe sein Flugzeug in Richtung der Freihafenbrücke, die seine Startbahn begrenzte.
Aber eine solche lange Strecke brauchte die De Havilland Beaver DHC-2 gewöhnlich nicht, denn sie hat sich besonders wegen seiner hervorragenden Kurzstart- und Landeeigenschaften als Buschflugzeug weltweit bewährt. Und damit gedieh es zum erfolgreichsten Flugzeug der Herstellerfirma Havilland Canada (DHC), das 1946 auf Ausschreibung der kanadischen Forstverwaltung als leichter Transportflieger entwickelt wurde.
Hamburger hatten sich längst an das über ihren Dächern kreisende Wasserflugzeug gewöhnt. Auch die Starts und die Landungen kannte man, aber es war dennoch immer wieder ein Erlebnis, weil das Flugzeug für diese Aktion eine verblüffend kurze Strecke benötigte. Dennoch sollen sich Skipper auf ihren Yachten gewundert haben, „dass er so schnell aus dem Wasser kommt.“

Das Wasserflugzeug in der Kurve über der Freihafenbrücke.
Foto: Thomas Kessler
Schematische Darstellung des Hamburger Hafens. Graphik: Harald Haack
Nach Angaben der Feuerwehr hob das Wasserflugzeug mit 150 Kilometern pro Stunde gegen 10.38 Uhr vom Wasser der Norderelbe ab. Schon um 10.40 Uhr erhielten Feuerwehr und Polizei erste Meldungen über den Absturz. Zeugen berichteten, das Flugzeug hatte noch in der Startphase einen Motor-Aussetzer. Wie auf unserem Foto von Thomas Kessler ersichtlich, der das Wasserflugzeug kurz nach dem Start fotografierte als es sich vor einigen Tagen über der Freihafenbrücke befand, flog der der Pilot bei südöstlichem Wind nach dem Start eine Rechtskurve und hätte die Gleisanlagen des Veddeler Güterbahnhofs überflogen, um dann über das langgestreckte Hafenbecken des Kaiser-Wilhelm-Hafens, das sich längst zu seiner Flugrichtung befunden hätte, zur Elbe zu fliegen, die er passiert hätte. Seine Passagiere hätten dann als erste Attraktion den Süllberg in Hamburg-Blankenese aus der Luft sehen können.
Aber dazu kam es leider nicht mehr. Offensichtlich versuchte der Pilot eine Notlandung, wollte möglicherweise auf dem Wasser des vor ihm liegenden Kaiser-Wilhelm-Hafens notlanden. Aber das Wasserflugzeug, nunmehr den Wind von hinten und damit negative Segelflugeigenschaften, sackte schon über den Gleisen des Güterbahnhofs ab. Mit dem linken Flügel soll es gegen einen stehenden Eisenbahnwaggon geprallt und fast horizontal um 180 Grad um die eigene Achse geschleudert sein. Es krachte dann auf ein Gleis, wo es sofort Feuer fing.
Die Absturzstelle einen Tag nach dem Unglück: Gut „versteckt“ zwischen den abgestellten Güterzügen (Bildmitte).
Der Rangierbahnhof Veddel „aus der Luft“. Gegenwärtig werden hier Gleise abtragen. Fotos: Harald Haack
Der Pilot Jörg Steber war nicht nur in Hamburg bekannt. Mehrere Fernsehsender hatten über ihn und seine Himmelsschreiber GmbH berichtet. Allen Berichten gemein war, dass Steber ein sehr veranwortungsbewußter Pilot war, der besonders gründlich sein Flugzeug vor jedem Start untersuchte und es ebenso gründlich pflegte. Immerhin forderte es das 62 Jahre alte Flugzeug auch von ihm und kleinere Mängel gab es somit immer wieder einmal, die Steber entdeckte und die erforderlichen Reparaturen veranlasste, wenn er nicht selbst an der Maschine herumschraubte. Er kannte sein Flugzeug wie kein Anderer.
Um so erstaunlicher ist nun, dass es Motoraussetzer gegeben hatte, die zum tragischen Absturz führten. Hatte da jemand nachgeholfen?
Neider gab es viele. Nur Steber hatte es nach langen Verhandlungen geschafft, die Genehmigung für seinen Flugbetrieb zu erhalten. Und er hatte sich nicht nur Freunde gemacht, sondern auch Feinde geschaffen, als er im September 2001 über Hamburg ein anderes Flugzeug verfolgte, das Bannerwerbung für die rechtsradikale DVU machte. An sein Flugzeug hatte er einen „Nazis raus“-Banner gehängt. Was viele Hamburger mit Schmunzeln gelassen hinnahmen, hatte die tonangebenden Gestalten der DVU aufbrausen lassen.
In nur wenigen Tagen sollen die ersten Ergebnisse der amtlichen Flugzeugexperten, die das Wrack untersuchen, vorliegen. Erste Erkenntnisse der Brandermittler beim Hamburger Landeskriminalamt lassen als Unfallursache einen technischen Defekt vermuten. Doch dergleichen kann durch Fremdverschulden verursacht worden sein – entweder durch Fahrlässigkeit oder mit Vorsatz. Falls letzteres zutreffen sollte, dann dürfen wir gespannt sein ob die Polizei „braunen Rächern“ auf die Spur kommt.
Fortsetzung demnächst:
Nazis - Jetzt drohen sie nicht mehr, jetzt machen sie Ernst
Geburtstag-Ticket in den Tod
Nach Zeugenaussagen soll Steber mit seinem Wasserflugzeug gegen 10.30 Uhr am Sonntag, den 2. Juli 2006 von seinem Stützpunkt am östlichen Ende des City-Sporthafens abgefahren sein. Es herrschte ein schwacher Südostwind der Stärke 3. Beste Voraussetzungen für den Start, denn seine Startbahn ist die Norderelbe, die hier genau südöstlich verläuft.
Der Start erfolgt immer gegen den Wind, weil Flugzeuge besonders beim Start die entgegenströmende Luft nutzen. Das erleichtert das Abheben. Und so drehte der Pilot auf der Elbe sein Flugzeug in Richtung der Freihafenbrücke, die seine Startbahn begrenzte.
Aber eine solche lange Strecke brauchte die De Havilland Beaver DHC-2 gewöhnlich nicht, denn sie hat sich besonders wegen seiner hervorragenden Kurzstart- und Landeeigenschaften als Buschflugzeug weltweit bewährt. Und damit gedieh es zum erfolgreichsten Flugzeug der Herstellerfirma Havilland Canada (DHC), das 1946 auf Ausschreibung der kanadischen Forstverwaltung als leichter Transportflieger entwickelt wurde.
Hamburger hatten sich längst an das über ihren Dächern kreisende Wasserflugzeug gewöhnt. Auch die Starts und die Landungen kannte man, aber es war dennoch immer wieder ein Erlebnis, weil das Flugzeug für diese Aktion eine verblüffend kurze Strecke benötigte. Dennoch sollen sich Skipper auf ihren Yachten gewundert haben, „dass er so schnell aus dem Wasser kommt.“

Das Wasserflugzeug in der Kurve über der Freihafenbrücke.
Foto: Thomas Kessler

Schematische Darstellung des Hamburger Hafens. Graphik: Harald Haack
Nach Angaben der Feuerwehr hob das Wasserflugzeug mit 150 Kilometern pro Stunde gegen 10.38 Uhr vom Wasser der Norderelbe ab. Schon um 10.40 Uhr erhielten Feuerwehr und Polizei erste Meldungen über den Absturz. Zeugen berichteten, das Flugzeug hatte noch in der Startphase einen Motor-Aussetzer. Wie auf unserem Foto von Thomas Kessler ersichtlich, der das Wasserflugzeug kurz nach dem Start fotografierte als es sich vor einigen Tagen über der Freihafenbrücke befand, flog der der Pilot bei südöstlichem Wind nach dem Start eine Rechtskurve und hätte die Gleisanlagen des Veddeler Güterbahnhofs überflogen, um dann über das langgestreckte Hafenbecken des Kaiser-Wilhelm-Hafens, das sich längst zu seiner Flugrichtung befunden hätte, zur Elbe zu fliegen, die er passiert hätte. Seine Passagiere hätten dann als erste Attraktion den Süllberg in Hamburg-Blankenese aus der Luft sehen können.
Aber dazu kam es leider nicht mehr. Offensichtlich versuchte der Pilot eine Notlandung, wollte möglicherweise auf dem Wasser des vor ihm liegenden Kaiser-Wilhelm-Hafens notlanden. Aber das Wasserflugzeug, nunmehr den Wind von hinten und damit negative Segelflugeigenschaften, sackte schon über den Gleisen des Güterbahnhofs ab. Mit dem linken Flügel soll es gegen einen stehenden Eisenbahnwaggon geprallt und fast horizontal um 180 Grad um die eigene Achse geschleudert sein. Es krachte dann auf ein Gleis, wo es sofort Feuer fing.
Die Absturzstelle einen Tag nach dem Unglück: Gut „versteckt“ zwischen den abgestellten Güterzügen (Bildmitte).
Der Rangierbahnhof Veddel „aus der Luft“. Gegenwärtig werden hier Gleise abtragen. Fotos: Harald Haack
Der Pilot Jörg Steber war nicht nur in Hamburg bekannt. Mehrere Fernsehsender hatten über ihn und seine Himmelsschreiber GmbH berichtet. Allen Berichten gemein war, dass Steber ein sehr veranwortungsbewußter Pilot war, der besonders gründlich sein Flugzeug vor jedem Start untersuchte und es ebenso gründlich pflegte. Immerhin forderte es das 62 Jahre alte Flugzeug auch von ihm und kleinere Mängel gab es somit immer wieder einmal, die Steber entdeckte und die erforderlichen Reparaturen veranlasste, wenn er nicht selbst an der Maschine herumschraubte. Er kannte sein Flugzeug wie kein Anderer.
Um so erstaunlicher ist nun, dass es Motoraussetzer gegeben hatte, die zum tragischen Absturz führten. Hatte da jemand nachgeholfen?
Neider gab es viele. Nur Steber hatte es nach langen Verhandlungen geschafft, die Genehmigung für seinen Flugbetrieb zu erhalten. Und er hatte sich nicht nur Freunde gemacht, sondern auch Feinde geschaffen, als er im September 2001 über Hamburg ein anderes Flugzeug verfolgte, das Bannerwerbung für die rechtsradikale DVU machte. An sein Flugzeug hatte er einen „Nazis raus“-Banner gehängt. Was viele Hamburger mit Schmunzeln gelassen hinnahmen, hatte die tonangebenden Gestalten der DVU aufbrausen lassen.
In nur wenigen Tagen sollen die ersten Ergebnisse der amtlichen Flugzeugexperten, die das Wrack untersuchen, vorliegen. Erste Erkenntnisse der Brandermittler beim Hamburger Landeskriminalamt lassen als Unfallursache einen technischen Defekt vermuten. Doch dergleichen kann durch Fremdverschulden verursacht worden sein – entweder durch Fahrlässigkeit oder mit Vorsatz. Falls letzteres zutreffen sollte, dann dürfen wir gespannt sein ob die Polizei „braunen Rächern“ auf die Spur kommt.

Nazis - Jetzt drohen sie nicht mehr, jetzt machen sie Ernst

sfux - 4. Jul, 08:11 Article 7337x read