Tau-Herkulid über Hamburg
Harald Haack – Das glaubt mir niemand, dachte ich in der Nacht vom 3. zum 4. Juli 2006 als ich auf meinen Fotos, die ich von unserer Loggia aus in Hamburg-Barmbek vom westlichen Nachthimmel gemacht hatte, die Leuchtspur einer Sternschnuppe entdeckte. Kurioserweise hatte ich auf demselben Foto auch einen grünen Laserlichtstrahl abbilden können: Eine zufällige Begegnung.
Auf vielen Hamburger Dächern stehen gegenwärtig, zur Zeit der Fussballweltmeisterschaft, Tore aus blauen Leuchtstoffröhren, „Blue Goals“ genannt, und illuminieren den Himmel. Besonders tiefhängende Wolken, in Hamburg eigentlich keine Seltenheit, schimmertern dann in blauem Licht. Die „Blue Goals“ leuchteten schon vor der WM von den Dächern. Doch mit dem ersten Spiel der WM ist der Himmel über Hamburg wolkenlos. Es gab zwar zwischenzeitlich für zwei Tage Regen, aber nun scheint wieder die Sonne über der Hansestadt und in der Nacht funkeln die Sterne, was für Hamburg relativ selten geworden ist. Es ist die Lichtverschmutzung, ausgehend von den vielen Lampen und Leuchten der Stadt, die die Sterne verblassen lassen. Nur die hellsten sind sichtbar, wenn der Himmel wolkenlos ist.

„Blue Goals“ illuminieren die Alster-Skyline von Hamburgs Innenstadt, gesehen vom Bootsanleger Schwanenwyk. Foto: Harald Haack
Als sinnlose Lichtverschmutzung und Energieverschwendung wurden die „Blue Goals“ bereits von Autoren der Hamburger Werbe-Postillen beschimpft. Doch der Philips-Konzern, der die Leuchtstoffröhren spendierte, versichert, der Energieverbrauch sei nicht höher „als jener in einem ganz normalen Theater während einer Abendvorstellung“. Wer weiß als Otto-Normal-Verbraucher schon, wie hoch der Stromverbrauch eines „normalen Theaters“ ist! Gering ist er jedenfalls nicht.
Aber Michael Batz, der Künstler, der sich das schöne Spektakel ausgedacht hat, versichert, dass besonders die Beamer, die ihre grünen Laserstrahlen jetzt in die blauen Tore feuern, am sparsamsten seien. Von Anbruch der Dunkelheit an bis in die Nacht hinein überraschen die grünen Laserstrahlen all jene, die unterwegs sind oder sich wie ich auf eine Loggia gesetzt haben, um bei einem Gläschen Bier die kühle Nachtluft zu genießen. Obwohl die Strahlen über mehr als einen Kilometer hinweg kräftig leuchten und gut zu sehen sind, soll die Leistung lediglich 5 Watt betragen.
Michael Batz: „Die Beleuchtung muss zum Ort passen. Mit der Symphonie der blauen Tore und Lasernetze am Himmel kann Hamburg in der Liga der Metropolen weit vorne mitspielen.“ Durch das Lenken der Laserstrahlen in die Tore verspricht er eine weltmeisterliche Darbietung: „Nirgendwo sonst werden mehr Tore als in Hamburg fallen.“
Nun gut, die Kunstaktion von Michael Batz hatte mich zum Fotografieren animiert. Wäre der grüne Lichtstrahl nicht am westlichen Nachthimmel, links von der Sichel des untergehenden Mondes aufgeflammt, hätte ich einfach nur zum Himmel geblickt und mein Bier getrunken. So aber sprang ich auf und holte rasch meine digitale Kamera aus der Wohnung. Es blieb nicht aus, dass ich dabei im Dunkeln über eine im Weg stehende schwere Kameratasche stolperte und mir die Zehen prellte. Da mein Kamerastativ im Auto lag, presste ich die Kamera mit dem Kameraboden an die seitliche Klinkersteinwand unserer Loggia und machte mehrere Belichtungen.
Während der Belichtungen blickte ich auf das Display der Kamera und bemühte mich, die Kamera völlig unbeweglich zu halten. Da der Laserstrahl bald verschwand, setzte ich mich wieder hin und nippte an meinem Bier. Doch schon nach wenigen Minuten flammte der Laserstrahl erneut auf und ich war sofort wieder auf den Beinen, presste die Kamera an die Wand und machte Fotos, jeweils mit der längsten Belichtungszeit, 4 Sekunden, die meine Olympus Camedia 4040 zustande bringt. Leider zeigt das Display bei Nachtaufnahmen ein helleres Bild an. Nachdem ich die Fotos auf den Computer überspielt hatte, stellte ich fest, dass die Fotos allesamt unterbelichtet waren – was nicht hieß, dass ich sie rettungslos verloren hätte abhaken können. Sie mussten lediglich digital „entwickelt“ werden, um das sichtbar zu machen, was meine Augen gesehen haben bzw. was sie nicht sahen. Da ich während der Belichtungen aufs Kamera-Display gestarrt hatte, sah ich das Himmelsobjekt erst später auf dem Computer-Monitor: Eine Sternschnuppe, vom Zenit des Himmels kommend.
„Tor, Tor, Tor!“ Tau-Herkulid trifft grünen Laserstrahl über Hamburg-Barmbek. Rechts unten, hinter der Dachkante eines Hauses, der Lichtschein des Mondes. Die von der Kamera erfasste Uhrzeit dieses Augenblicks: 23.42 Uhr MEZ. Foto: Harald Haack
Wahrscheinlich handelte es sich um einen Nachzügler der „Tau-Herkuliden“, wie mir ein Hamburger Astronom mitteilte. Er möchte namentlich nicht genannt werden, weil er sich mit seiner Vermutung nicht festlegen möchte. Tau-Herkuliden sind ein Meteorstrom. Sie treten zwischen Mitte Mai und Mitte Juni am intensivsten am nördlichen Nachthimmel auf. Ihren Ursprung sollen sie im Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann, der in mehrere Teile zerbrach und im Mai der Erde nahe kam, wie ich berichtete.
Was ich beim zwischenzeitlichen Warten auf die Wiederkehr des grünen Lichtstrahls mit bloßem Auge gesehen habe: Ein seltsames wolkiges Flimmern in der Luft – wie brodelndes Wasser. Es ist auch in diesem Foto zu sehen. Das sind die fleckigen Strukturen im Blau des Himmels. Ich bin mir nicht sicher was das ist.
Entweder es war tatsächlich da und die Kamera hat es auch gesehen und eingefangen im Foto. Oder aber es ist als Seh- und Bildrauschen zu erklären, denn auch unser Sehen ist verrauscht, wenn das Licht sehr schwach ist. Dann entsteht ein wolkiges Flimmern, wie es auch in Filmaufnahmen vorkommt, die mit hochempfindlichem, grobkörnigem Aufnahmematerial gemacht wurden.

Ausschnittvergrößerung: Wolkige Strukturen in der Luft.
In dem Foto dürften diese Strukturen aber eigentlich nicht zu sehen sein, wenn es sich nur um Bildrauschen handelt. Die Kamera war auf 100 ASA und die Belichtung auf -1.7 eingestellt - was eine gehörige Unterbelichtung ergibt, aber Bildrauschen verhindert. Zudem war der DeNoise-Modus der Kamera aktiv. Zum Aufhellen des Fotos habe ich es in Adobe Photoshop in drei Ebenen übereinander gelegt und diese Ebenen umgekehrt miteinander multipliziert. Das verhindert das Entstehen einer groben Körnigkeit des Fotos – im Gegensatz zur einfachen Tonwertkorrektur mittels Einengung der Tonwerte, bei der dann nicht nur die Körnigkeit, das Rauschen, verstärkt wird. Es entsteht auch eine Erhöhung der Farbsättigung und teilweise ein Ausbrechen der Farben.
Zusätzlich habe ich das Foto mit Hilfe der Software „Neat Image“ entrauscht. Die wolkigen Strukturen sind geblieben.
Wilhelm Reich, der legendäre Psychiater und Autor vieler Bücher, war ganz vernarrt in dieses Flimmern, was er "Orgon" nannte. Die Amerikaner zwangen ihn seine Theorie, demnach es sich um eine bislang unbekannte Strahlung oder Energieform handeln sollte, zu widerrufen. Zu offensichtlich war den amerikanischen Behördenvertretern, dass unsere Augen in Dunkelheit „rauschen“, und deshalb steckten sie ihn, da er nicht widerrief, in eine psychiatrische Anstalt.
Sterbender Komet besucht Erde
Kometen-Teile kommen der Erde näher als ursprünglich erwartet
Auf vielen Hamburger Dächern stehen gegenwärtig, zur Zeit der Fussballweltmeisterschaft, Tore aus blauen Leuchtstoffröhren, „Blue Goals“ genannt, und illuminieren den Himmel. Besonders tiefhängende Wolken, in Hamburg eigentlich keine Seltenheit, schimmertern dann in blauem Licht. Die „Blue Goals“ leuchteten schon vor der WM von den Dächern. Doch mit dem ersten Spiel der WM ist der Himmel über Hamburg wolkenlos. Es gab zwar zwischenzeitlich für zwei Tage Regen, aber nun scheint wieder die Sonne über der Hansestadt und in der Nacht funkeln die Sterne, was für Hamburg relativ selten geworden ist. Es ist die Lichtverschmutzung, ausgehend von den vielen Lampen und Leuchten der Stadt, die die Sterne verblassen lassen. Nur die hellsten sind sichtbar, wenn der Himmel wolkenlos ist.

„Blue Goals“ illuminieren die Alster-Skyline von Hamburgs Innenstadt, gesehen vom Bootsanleger Schwanenwyk. Foto: Harald Haack
Als sinnlose Lichtverschmutzung und Energieverschwendung wurden die „Blue Goals“ bereits von Autoren der Hamburger Werbe-Postillen beschimpft. Doch der Philips-Konzern, der die Leuchtstoffröhren spendierte, versichert, der Energieverbrauch sei nicht höher „als jener in einem ganz normalen Theater während einer Abendvorstellung“. Wer weiß als Otto-Normal-Verbraucher schon, wie hoch der Stromverbrauch eines „normalen Theaters“ ist! Gering ist er jedenfalls nicht.
Aber Michael Batz, der Künstler, der sich das schöne Spektakel ausgedacht hat, versichert, dass besonders die Beamer, die ihre grünen Laserstrahlen jetzt in die blauen Tore feuern, am sparsamsten seien. Von Anbruch der Dunkelheit an bis in die Nacht hinein überraschen die grünen Laserstrahlen all jene, die unterwegs sind oder sich wie ich auf eine Loggia gesetzt haben, um bei einem Gläschen Bier die kühle Nachtluft zu genießen. Obwohl die Strahlen über mehr als einen Kilometer hinweg kräftig leuchten und gut zu sehen sind, soll die Leistung lediglich 5 Watt betragen.
Michael Batz: „Die Beleuchtung muss zum Ort passen. Mit der Symphonie der blauen Tore und Lasernetze am Himmel kann Hamburg in der Liga der Metropolen weit vorne mitspielen.“ Durch das Lenken der Laserstrahlen in die Tore verspricht er eine weltmeisterliche Darbietung: „Nirgendwo sonst werden mehr Tore als in Hamburg fallen.“
Nun gut, die Kunstaktion von Michael Batz hatte mich zum Fotografieren animiert. Wäre der grüne Lichtstrahl nicht am westlichen Nachthimmel, links von der Sichel des untergehenden Mondes aufgeflammt, hätte ich einfach nur zum Himmel geblickt und mein Bier getrunken. So aber sprang ich auf und holte rasch meine digitale Kamera aus der Wohnung. Es blieb nicht aus, dass ich dabei im Dunkeln über eine im Weg stehende schwere Kameratasche stolperte und mir die Zehen prellte. Da mein Kamerastativ im Auto lag, presste ich die Kamera mit dem Kameraboden an die seitliche Klinkersteinwand unserer Loggia und machte mehrere Belichtungen.
Während der Belichtungen blickte ich auf das Display der Kamera und bemühte mich, die Kamera völlig unbeweglich zu halten. Da der Laserstrahl bald verschwand, setzte ich mich wieder hin und nippte an meinem Bier. Doch schon nach wenigen Minuten flammte der Laserstrahl erneut auf und ich war sofort wieder auf den Beinen, presste die Kamera an die Wand und machte Fotos, jeweils mit der längsten Belichtungszeit, 4 Sekunden, die meine Olympus Camedia 4040 zustande bringt. Leider zeigt das Display bei Nachtaufnahmen ein helleres Bild an. Nachdem ich die Fotos auf den Computer überspielt hatte, stellte ich fest, dass die Fotos allesamt unterbelichtet waren – was nicht hieß, dass ich sie rettungslos verloren hätte abhaken können. Sie mussten lediglich digital „entwickelt“ werden, um das sichtbar zu machen, was meine Augen gesehen haben bzw. was sie nicht sahen. Da ich während der Belichtungen aufs Kamera-Display gestarrt hatte, sah ich das Himmelsobjekt erst später auf dem Computer-Monitor: Eine Sternschnuppe, vom Zenit des Himmels kommend.
„Tor, Tor, Tor!“ Tau-Herkulid trifft grünen Laserstrahl über Hamburg-Barmbek. Rechts unten, hinter der Dachkante eines Hauses, der Lichtschein des Mondes. Die von der Kamera erfasste Uhrzeit dieses Augenblicks: 23.42 Uhr MEZ. Foto: Harald Haack
Wahrscheinlich handelte es sich um einen Nachzügler der „Tau-Herkuliden“, wie mir ein Hamburger Astronom mitteilte. Er möchte namentlich nicht genannt werden, weil er sich mit seiner Vermutung nicht festlegen möchte. Tau-Herkuliden sind ein Meteorstrom. Sie treten zwischen Mitte Mai und Mitte Juni am intensivsten am nördlichen Nachthimmel auf. Ihren Ursprung sollen sie im Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann, der in mehrere Teile zerbrach und im Mai der Erde nahe kam, wie ich berichtete.
Was ich beim zwischenzeitlichen Warten auf die Wiederkehr des grünen Lichtstrahls mit bloßem Auge gesehen habe: Ein seltsames wolkiges Flimmern in der Luft – wie brodelndes Wasser. Es ist auch in diesem Foto zu sehen. Das sind die fleckigen Strukturen im Blau des Himmels. Ich bin mir nicht sicher was das ist.
Entweder es war tatsächlich da und die Kamera hat es auch gesehen und eingefangen im Foto. Oder aber es ist als Seh- und Bildrauschen zu erklären, denn auch unser Sehen ist verrauscht, wenn das Licht sehr schwach ist. Dann entsteht ein wolkiges Flimmern, wie es auch in Filmaufnahmen vorkommt, die mit hochempfindlichem, grobkörnigem Aufnahmematerial gemacht wurden.

Ausschnittvergrößerung: Wolkige Strukturen in der Luft.
In dem Foto dürften diese Strukturen aber eigentlich nicht zu sehen sein, wenn es sich nur um Bildrauschen handelt. Die Kamera war auf 100 ASA und die Belichtung auf -1.7 eingestellt - was eine gehörige Unterbelichtung ergibt, aber Bildrauschen verhindert. Zudem war der DeNoise-Modus der Kamera aktiv. Zum Aufhellen des Fotos habe ich es in Adobe Photoshop in drei Ebenen übereinander gelegt und diese Ebenen umgekehrt miteinander multipliziert. Das verhindert das Entstehen einer groben Körnigkeit des Fotos – im Gegensatz zur einfachen Tonwertkorrektur mittels Einengung der Tonwerte, bei der dann nicht nur die Körnigkeit, das Rauschen, verstärkt wird. Es entsteht auch eine Erhöhung der Farbsättigung und teilweise ein Ausbrechen der Farben.
Zusätzlich habe ich das Foto mit Hilfe der Software „Neat Image“ entrauscht. Die wolkigen Strukturen sind geblieben.
Wilhelm Reich, der legendäre Psychiater und Autor vieler Bücher, war ganz vernarrt in dieses Flimmern, was er "Orgon" nannte. Die Amerikaner zwangen ihn seine Theorie, demnach es sich um eine bislang unbekannte Strahlung oder Energieform handeln sollte, zu widerrufen. Zu offensichtlich war den amerikanischen Behördenvertretern, dass unsere Augen in Dunkelheit „rauschen“, und deshalb steckten sie ihn, da er nicht widerrief, in eine psychiatrische Anstalt.


sfux - 5. Jul, 08:17 Article 1807x read