Tratschundlaber
Sonja Wenger - Nun hat sich der goldene Ball ausgedreht, Zidanes Kopfl astigkeit bereitet nicht mal mehr den Fussballfans Sorgen und auch die tränenerstickte Abgangsverehrung «Er bleibt Held» in der «Schweizer Illustrierten» ist verklungen. Nun sind mal wieder die Frauen dran. Während also der Nahe Osten sich selbst in Schutt und Asche legt, können wir uns neben den schockierenden Bilderblogs von flüchtenden Menschen und zerstörten Städten auf der Webseite von «20 Minuten» gleich daneben an Bilderreihen über die Miss Universe Wahlen erfreuen.

In der Masse der Klone
Im kleidsamen Bikini und enthüllender Schärpe demonstrieren hier die sogenannten Schönsten der Welt traute Gemeinsamkeit und den Wunsch nach «World Peace». Bestes Beispiel dafür sind die NAFTA-Missen: die «Schönheit im Dreierpack» bestehend aus der Miss Mexico, USA und Kanada. Natürlich fehlt auch Lauriane Gilliéron nicht, aber in der Masse der Klone fällt sie nicht weiter auf. Obwohl: ihr «Wilhelmina Tell Kostüm» zeugt durchaus von einer gewissen Selbstironie, doch genau das gefällt 68 Prozent der «SI» LeserInnen offenbar nicht.
Ein anderer «weltlich denkender» ist der Prinz «sans condome» Albert – da schreibt die Medienwelt, wie toll es doch ist, dass der Fürst von Monaco seine überall verstreuten unehelichen Kinderchen anerkennt. Doch niemand scheint es zu kümmern, dass die Existenz dieser Kinder so gar nicht zum Bild des verantwortungsvollen Landesfürsten passt, der seine Regentschaft den Grundprinzipien «Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Moral» verpflichtet hat. Da könnte er sich durchaus ein Beispiel an der deutschen Jugendzeitschrift «Bravo» nehmen, die kürzlich ein Präservativ als Beilage hatte.
Eine andere Heilige Kuh, die nicht angetastet werden darf, scheint Marco Rima zu sein. Nach einem im «Facts» kurz ausgebreiteten Skandälchen um eine gewisse - wie war das gleich – moralische Flexibilität in Bezug auf Treue in der Partnerschaft, wird seither alles totgeschwiegen. Also wirklich. Wenn die Schweiz schon mal einen Star hat, der sich auch wie einer benimmt. Aber vielleicht gehören Affären heute ja zum guten Ton. Apropos Ton. Paris Hilton sagte doch tatsächlich: «Ich weiss, dass mich viele Mädchen anhimmeln. Weil ich es geschafft habe. Und das alles ohne fremde Hilfe.» Goldig, nicht wahr, also der Löffel im Mund.
Dieser Artikel erschien erstmalig in der August Ausgabe des Berner ensuite kulturmagazin.

In der Masse der Klone
Im kleidsamen Bikini und enthüllender Schärpe demonstrieren hier die sogenannten Schönsten der Welt traute Gemeinsamkeit und den Wunsch nach «World Peace». Bestes Beispiel dafür sind die NAFTA-Missen: die «Schönheit im Dreierpack» bestehend aus der Miss Mexico, USA und Kanada. Natürlich fehlt auch Lauriane Gilliéron nicht, aber in der Masse der Klone fällt sie nicht weiter auf. Obwohl: ihr «Wilhelmina Tell Kostüm» zeugt durchaus von einer gewissen Selbstironie, doch genau das gefällt 68 Prozent der «SI» LeserInnen offenbar nicht.
Ein anderer «weltlich denkender» ist der Prinz «sans condome» Albert – da schreibt die Medienwelt, wie toll es doch ist, dass der Fürst von Monaco seine überall verstreuten unehelichen Kinderchen anerkennt. Doch niemand scheint es zu kümmern, dass die Existenz dieser Kinder so gar nicht zum Bild des verantwortungsvollen Landesfürsten passt, der seine Regentschaft den Grundprinzipien «Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Moral» verpflichtet hat. Da könnte er sich durchaus ein Beispiel an der deutschen Jugendzeitschrift «Bravo» nehmen, die kürzlich ein Präservativ als Beilage hatte.
Eine andere Heilige Kuh, die nicht angetastet werden darf, scheint Marco Rima zu sein. Nach einem im «Facts» kurz ausgebreiteten Skandälchen um eine gewisse - wie war das gleich – moralische Flexibilität in Bezug auf Treue in der Partnerschaft, wird seither alles totgeschwiegen. Also wirklich. Wenn die Schweiz schon mal einen Star hat, der sich auch wie einer benimmt. Aber vielleicht gehören Affären heute ja zum guten Ton. Apropos Ton. Paris Hilton sagte doch tatsächlich: «Ich weiss, dass mich viele Mädchen anhimmeln. Weil ich es geschafft habe. Und das alles ohne fremde Hilfe.» Goldig, nicht wahr, also der Löffel im Mund.

sfux - 16. Aug, 08:00 Article 1560x read