Vermisstes Kind nach acht Jahren wieder da?
Harald Haack – Immer wieder verschwinden Kinder spurlos. Polizei und Öffentlichkeit gehen dann von einem Verbrechen aus; irgendwann wird die Leiche des Kindes entdeckt und es stellt sich heraus, dass es zur Befriedigung sexueller Triebe entführt und zum Vertuschen der Tat ermordet wurde. Doch es gibt auch Fälle, da bleiben die vermissten Kinder verschwunden. Keine Leiche, keine Hinweise auf Täter.
So war das auch im Fall der am 2. März 1998 verschwundenen, damals zehnjährigen Natascha.
An jenem Tag sollte Natascha wie jeden Morgen mit ihrer Schultasche von der elterlichen Wohnung im Wiener Distrikt Donaustadt zur Schule gehen, doch der Tag beginnt nicht ganz wie gewohnt. Natascha verschläft, die Zeit drängt und die Mutter schimpft. Das Mädchen verabschiedet sich von seiner Mutter nicht, als es um 7.02 Uhr die Wohnung verlässt.
Zur Schule ist es nicht weit, und nach der Schule geht Natascha üblicherweise selbständig in einen nahe gelegenen Kinderhort. Um 16.15 Uhr ruft die besorgte Mutter in der Schule an und erfährt, das das Kind nicht in der Schule war. Sie fragt im Hort nach, doch auch dort war ihre Tochter nicht erschienen und bleibt verschwunden. Natascha wurde zum vermutlich meist gesuchten Kind Österreichs.
Doch nun, nach acht Jahren, wurde eine junge Frau im niederösterreichischen Deutsch-Wagram aufgefunden. Sie erklärte, die einst auf dem Weg zur Schule verschwundene Natascha zu sein. Sollte nun das wahr geworden sein, womit niemand mehr gerechnet hat?
Die zunächst angeblich verwirrt wirkende Frau wurde von der Polizei vernommen. Nach dem Verhör leitete die Polizei sofort eine Großfahndung nach den möglichen Entführern von Natascha im Osten Österreichs ein. Die Identität der jungen Frau soll mittels eines DNA-Tests geklärt werden. Ein Sprecher der Kriminalpolizei teilte der Nachrichtenagentur APA am Nachmittag des 23. Augsut 2006 mit, man wisse noch nicht, ob es sich tatsächlich um Natascha oder um eine verwirrte Frau handelt. Die Frau sei zwar in schlechtem Gesundheitszustand, aber unverletzt.
Einer der spektakulärsten Fälle der jüngsten Kriminalgeschichte. Nataschas rätselhaftes Verschwinden aus Wien-Donaustadt hatte vor acht Jahren für Hysterie gesorgt. Zeugen wollten das Mädchen einmal in einem Supermarkt in Liesing, dann in einer Straßenbahn in Döbling gesehen haben. Auch sah sich die Polizei veranlasst, einen Jungen zu verhören, der behauptet hatte, die damals Zehnjährige einen Tag nach ihrem Verschwinden in der U-Bahn gesehen zu haben. Er hatte behauptet, er wisse, Natascha sei ausgerissen und würde in einem Keller der Wohnhausanlage am Rennbahnweg schlafen. Doch später gab der Junge zu, Natascha nicht zu kennen. Er habe sich alles nur ausgedacht.
Aber wahrscheinlich wirklich zuletzt gesehen wurde Natascha von ihrer Mitschülerin Bettina, die damals versicherte, sie habe sie am Tag des Verschwindens gegen 7.30 Uhr wenige hundert Meter von der Schule entfernt am Broschiweg gesehen. Natascha sei in Richtung Schule gegangen.
Erfolglos überprüfte die Polizei damals mehr als 700 Kleinbusse in ganz Österreich. Teiche wurden von Tauchern durchsucht. Mit Wärmebildkameras wurde von Helikoptern aus nach dem vermutlich meist gesuchten Kind Österreichs gesucht. Tausenden von Hinweisen verfolgte die Polizei. Noch unter dem Eindruck des Dutroux-Skandals in Belgien standen die österreichische Öffentlichkeit und die Polizei und es wurde spekuliert, die Zehnjährige sei von einem Kinderschänder entführt worden.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie weggelaufen ist“, meinte damals Nataschas Lehrerin, Susanne B. und schränkte ein: „Zumindest wäre sie, wenn sie aus irgendeinem Ärger nicht in die Schule gegangen wäre, spätestens am Nachmittag wieder heimgegangen.“ Und der Schuldirektor Günter W. teilte mit, Natascha habe in dem Schuljahr noch kein einziges Mal gefehlt.
Wegen des Streits um Nataschas Verschlafens sei ihre Tochter nicht ausgerissen, war Brigitta S. überzeugt. Doch sie und auch ihr Mann, Ludwig K., der Vater des Mädchens, gaben die Hoffnung nicht auf, dass es dennoch ausgerissen war. Sie vermuteten, sie sei vielleicht nach Ungarn, wo der Vater in Nöygr ein Haus besaß. In diesem Haus hatte er das Wochenende mit seiner Tochter vor ihrem Verschwinden verbracht. Deshalb besaß sie auch einen EU-Reisepass und den soll sie auch noch am Montag danach, dem Tag ihres Verschwindens, bei sich gehabt haben. „Sie kann sich doch nicht in Luft auflösen“, hatte Ludwig K., der Verzweiflung nahe, geschimpft und fuhr in der Nacht auf Mittwoch, am 4. März 1998 nach Nöygr, um die Suche nach Natascha dort anzukurbeln. Doch gefunden wurde sie auch dort nicht. Sie blieb verschwunden. Vielleicht aber ist sie jetzt wieder aufgetaucht. Ist sie es wirklich? Ist sie einem Irren in die Hände gefallen, wie ihre Mutter damals vermutete?
So war das auch im Fall der am 2. März 1998 verschwundenen, damals zehnjährigen Natascha.
An jenem Tag sollte Natascha wie jeden Morgen mit ihrer Schultasche von der elterlichen Wohnung im Wiener Distrikt Donaustadt zur Schule gehen, doch der Tag beginnt nicht ganz wie gewohnt. Natascha verschläft, die Zeit drängt und die Mutter schimpft. Das Mädchen verabschiedet sich von seiner Mutter nicht, als es um 7.02 Uhr die Wohnung verlässt.
Zur Schule ist es nicht weit, und nach der Schule geht Natascha üblicherweise selbständig in einen nahe gelegenen Kinderhort. Um 16.15 Uhr ruft die besorgte Mutter in der Schule an und erfährt, das das Kind nicht in der Schule war. Sie fragt im Hort nach, doch auch dort war ihre Tochter nicht erschienen und bleibt verschwunden. Natascha wurde zum vermutlich meist gesuchten Kind Österreichs.
Doch nun, nach acht Jahren, wurde eine junge Frau im niederösterreichischen Deutsch-Wagram aufgefunden. Sie erklärte, die einst auf dem Weg zur Schule verschwundene Natascha zu sein. Sollte nun das wahr geworden sein, womit niemand mehr gerechnet hat?
Die zunächst angeblich verwirrt wirkende Frau wurde von der Polizei vernommen. Nach dem Verhör leitete die Polizei sofort eine Großfahndung nach den möglichen Entführern von Natascha im Osten Österreichs ein. Die Identität der jungen Frau soll mittels eines DNA-Tests geklärt werden. Ein Sprecher der Kriminalpolizei teilte der Nachrichtenagentur APA am Nachmittag des 23. Augsut 2006 mit, man wisse noch nicht, ob es sich tatsächlich um Natascha oder um eine verwirrte Frau handelt. Die Frau sei zwar in schlechtem Gesundheitszustand, aber unverletzt.
Einer der spektakulärsten Fälle der jüngsten Kriminalgeschichte. Nataschas rätselhaftes Verschwinden aus Wien-Donaustadt hatte vor acht Jahren für Hysterie gesorgt. Zeugen wollten das Mädchen einmal in einem Supermarkt in Liesing, dann in einer Straßenbahn in Döbling gesehen haben. Auch sah sich die Polizei veranlasst, einen Jungen zu verhören, der behauptet hatte, die damals Zehnjährige einen Tag nach ihrem Verschwinden in der U-Bahn gesehen zu haben. Er hatte behauptet, er wisse, Natascha sei ausgerissen und würde in einem Keller der Wohnhausanlage am Rennbahnweg schlafen. Doch später gab der Junge zu, Natascha nicht zu kennen. Er habe sich alles nur ausgedacht.
Aber wahrscheinlich wirklich zuletzt gesehen wurde Natascha von ihrer Mitschülerin Bettina, die damals versicherte, sie habe sie am Tag des Verschwindens gegen 7.30 Uhr wenige hundert Meter von der Schule entfernt am Broschiweg gesehen. Natascha sei in Richtung Schule gegangen.
Erfolglos überprüfte die Polizei damals mehr als 700 Kleinbusse in ganz Österreich. Teiche wurden von Tauchern durchsucht. Mit Wärmebildkameras wurde von Helikoptern aus nach dem vermutlich meist gesuchten Kind Österreichs gesucht. Tausenden von Hinweisen verfolgte die Polizei. Noch unter dem Eindruck des Dutroux-Skandals in Belgien standen die österreichische Öffentlichkeit und die Polizei und es wurde spekuliert, die Zehnjährige sei von einem Kinderschänder entführt worden.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie weggelaufen ist“, meinte damals Nataschas Lehrerin, Susanne B. und schränkte ein: „Zumindest wäre sie, wenn sie aus irgendeinem Ärger nicht in die Schule gegangen wäre, spätestens am Nachmittag wieder heimgegangen.“ Und der Schuldirektor Günter W. teilte mit, Natascha habe in dem Schuljahr noch kein einziges Mal gefehlt.
Wegen des Streits um Nataschas Verschlafens sei ihre Tochter nicht ausgerissen, war Brigitta S. überzeugt. Doch sie und auch ihr Mann, Ludwig K., der Vater des Mädchens, gaben die Hoffnung nicht auf, dass es dennoch ausgerissen war. Sie vermuteten, sie sei vielleicht nach Ungarn, wo der Vater in Nöygr ein Haus besaß. In diesem Haus hatte er das Wochenende mit seiner Tochter vor ihrem Verschwinden verbracht. Deshalb besaß sie auch einen EU-Reisepass und den soll sie auch noch am Montag danach, dem Tag ihres Verschwindens, bei sich gehabt haben. „Sie kann sich doch nicht in Luft auflösen“, hatte Ludwig K., der Verzweiflung nahe, geschimpft und fuhr in der Nacht auf Mittwoch, am 4. März 1998 nach Nöygr, um die Suche nach Natascha dort anzukurbeln. Doch gefunden wurde sie auch dort nicht. Sie blieb verschwunden. Vielleicht aber ist sie jetzt wieder aufgetaucht. Ist sie es wirklich? Ist sie einem Irren in die Hände gefallen, wie ihre Mutter damals vermutete?
sfux - 24. Aug, 08:01 Article 1706x read