Befestigungsbolzen vergessen?
Harald Haack– Da fliegt dir doch der Bolzen weg, mag vielleicht der Eine oder Andere beim Anblick des Schadens am Berliner Hauptbahnhof gedacht haben, und tatsächlich könnte dies die Ursache für den Absturz zweier tonnenschwerer Stahlträger sein. Mutmaßlich wurden sie entweder nicht richtig gesichert oder schlichtweg vergessen. Dessen sicher sind sich etliche Stahlbauer, die ich heute befragte.

In der Nacht vom 18./19. Januar 2007: Beschädigte Stahlrahmenkonstruktion des neuen Berliner Hauptbahnhofs. Foto © Eduard Paul
Das hätte eigentlich nicht passieren dürfen, meint der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Was da schief gegangen sei, müssten Architekten und Statiker nun klären.
Nun erst? Hätte das nicht schon bei der Bauabnahme geschehen sollen? Am geschädigten Image Berlins und der Bahn AG ändert das nun wohl nichts mehr, denn das ist so kaputt wie die Treppenstufen des Portals auf dem einer der Träger krachte. Der andere Träger blieb verkeilt in der Fassade hängen.
Immer wieder wurde vor dem Orkan Kyrill gewarnt. Man sollte lose Teile sichern, Balkone leer räumen, Autos in Parkhäuser oder Garagen fahren. Nur was lose ist, kann von Orkanböen aus der Position gerissen werden – wie beispielweise in der Schweiz.
Am Freitagmorgen (19. Januar 2007) hob eine Sturmböe einen Zug der Appenzeller Bahnen (AB) aus den Schienen. Wären die Räder des Zuges mit den Schienen fest verbunden gewesen, dann hätte das nicht passieren können, aber dann wäre es auch kein Zug mehr, sondern ein Verkehrsdenkmal. Züge jedoch müssen rollen.
An der gleichen Stelle soll im Februar 1984 während eines Sturms ebenfalls ein Steuerwagen der Appenzeller Bahn aus den Schienen gehoben worden sein. Im Talkessel gibt es angeblich einen berüchtigten Wind, „Laseier“ genannt, der wie eine Walze von der Sigelalp ins Tal stößt. Auf der Ebenalp erreichten die Böen bis zu 140 km/h.
Der Orkan Kyrill erreichte zwar Windgeschwindigkeiten, die in Europa ungewöhnlich sind, doch die Kraft eines Huricans hatte er nicht. Und selbst für einen Wirbelsturm, wie er alljährlich die Westküste der USA heimsucht, wäre es kaum möglich gewesen fest miteinander verbundene tonnenschwere Stahlträger einer im Boden verankerten Konstruktion weg zu reißen. Allenfalls wäre die gläserne Fassade zu Bruch gegangen, und die Ursache dafür hätten umherfliegende Trümmerteile von benachbarten Bauwerken sein können.
Wir dürfen also gespannt sein auf das, was die Bahn AG der Öffentlichkeit als Ursache für diesen „Mast- und Schotbruch“ präsentieren wird.


In der Nacht vom 18./19. Januar 2007: Beschädigte Stahlrahmenkonstruktion des neuen Berliner Hauptbahnhofs. Foto © Eduard Paul
Das hätte eigentlich nicht passieren dürfen, meint der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Was da schief gegangen sei, müssten Architekten und Statiker nun klären.
Nun erst? Hätte das nicht schon bei der Bauabnahme geschehen sollen? Am geschädigten Image Berlins und der Bahn AG ändert das nun wohl nichts mehr, denn das ist so kaputt wie die Treppenstufen des Portals auf dem einer der Träger krachte. Der andere Träger blieb verkeilt in der Fassade hängen.
Immer wieder wurde vor dem Orkan Kyrill gewarnt. Man sollte lose Teile sichern, Balkone leer räumen, Autos in Parkhäuser oder Garagen fahren. Nur was lose ist, kann von Orkanböen aus der Position gerissen werden – wie beispielweise in der Schweiz.
Am Freitagmorgen (19. Januar 2007) hob eine Sturmböe einen Zug der Appenzeller Bahnen (AB) aus den Schienen. Wären die Räder des Zuges mit den Schienen fest verbunden gewesen, dann hätte das nicht passieren können, aber dann wäre es auch kein Zug mehr, sondern ein Verkehrsdenkmal. Züge jedoch müssen rollen.
An der gleichen Stelle soll im Februar 1984 während eines Sturms ebenfalls ein Steuerwagen der Appenzeller Bahn aus den Schienen gehoben worden sein. Im Talkessel gibt es angeblich einen berüchtigten Wind, „Laseier“ genannt, der wie eine Walze von der Sigelalp ins Tal stößt. Auf der Ebenalp erreichten die Böen bis zu 140 km/h.
Der Orkan Kyrill erreichte zwar Windgeschwindigkeiten, die in Europa ungewöhnlich sind, doch die Kraft eines Huricans hatte er nicht. Und selbst für einen Wirbelsturm, wie er alljährlich die Westküste der USA heimsucht, wäre es kaum möglich gewesen fest miteinander verbundene tonnenschwere Stahlträger einer im Boden verankerten Konstruktion weg zu reißen. Allenfalls wäre die gläserne Fassade zu Bruch gegangen, und die Ursache dafür hätten umherfliegende Trümmerteile von benachbarten Bauwerken sein können.
Wir dürfen also gespannt sein auf das, was die Bahn AG der Öffentlichkeit als Ursache für diesen „Mast- und Schotbruch“ präsentieren wird.
sfux - 19. Jan, 18:19 Article 1846x read