Tratschundlaber
Sonja Wenger - Prinzessin Caroline von Monaco wird fünfzig und die «Schweizer Illustrierte» nennt sie in Ermangelung einer wohlwollenderen Formulierung die «meistbeachteste Frau Europas». Tja, so ist es nun mal, wenn man sich mit dem Medien anlegt und ihnen mit einem «Caroline-Urteil» alles verbieten will. Da verscherzt man sich schon mal für immer die Sympathien der Klatschpresse.

«Blick»- Klapper- Meitili Keira Knightly: Keine Essstörung aber...
Um das mediale Befinden wieder einzurenken, hat sich stattdessen die britische und indische Presse in den letzten Wochen mächtig ins Zeug gelegt und die Briten als «ignorante und stupide Rassisten» gebrandmarkt. So zumindest die Medienhysterie um die Bollywood-Schauspielerin Shilpa Shetty und ihren Auftritt beim britischen Big-Brother, der durch - eieieiaberauch - «rassistische» Bemerkungen einer Konkurrentin unter der Käseglocke vergällt wurde. Und plötzlich ging es um Indiens Selbstwertgefühl und nicht mehr um idiotische Kleingeister, die sich gegen Entgelt verpflichten, in einer WG allerlei Sinnloses von sich zu geben.
Nun denn. Immerhin ist noch Verlass auf meinen Lieblinskratzbaum. So wurde Paris Hilton in Kalifornien wegen Trunkenheit am Steuer zu einer Geldbusse und einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Eine Reduktion der Bewährungsstrafe um ein Jahr lehnte sie ab, denn dafür hätte sie vierzig Sozialstunden leisten müssen - igitt! Vielleicht sogar noch auf einem nicht-pinkfarbenen Bauernhof! Kluges Mädchen. Gerade in Paris’ Welt sollte man nie vergessen, wo die Geschmacksgrenzen liegen.
Andere vergessen das leider immer wieder. Jüngstes Beispiel ist das «Schlank & Krank»- Dossier der «annabelle». In ernstem Ton weist es nicht nur auf die gesundheitlichen Gefahren des Dürrheitswahns hin, sondern erzählt gleichzeitig mit detaillierten Bildern, dass in Hollywood nun das Motto gilt: Je dürrer, desto mehr Gage.
Und zwar nicht, weil man so viel vom Nicht-Essen spart. Doch leider, leider geht’s auch hier nicht ohne die seit Jahrzehnten gepflegte Schizophrenie der Frauenzeitschriften, die gleichzeitig forcieren, was sie dann kurieren wollen. Gleich nach dem Dossiers gibt es Seite um Seite Modestrecken und Werbebilder von – richtig - dürren Models.
Aber hui! Jetzt wird’s richtig gefährlich! In dem Dossier wird auch das O-Ton-«Blick»- Klapper- Meitili Keira Knightly gezeigt, und sie will nun all jene Medien vor Gericht zerren, die behaupten, sie leide unter Essstörungen. Allerdings darf man ruhig fragen, mit welchen Kräften sie zerren will?
Tratschundlaber erscheint auch im Berner Kult & Kulturmagazin ensuite

«Blick»- Klapper- Meitili Keira Knightly: Keine Essstörung aber...
Um das mediale Befinden wieder einzurenken, hat sich stattdessen die britische und indische Presse in den letzten Wochen mächtig ins Zeug gelegt und die Briten als «ignorante und stupide Rassisten» gebrandmarkt. So zumindest die Medienhysterie um die Bollywood-Schauspielerin Shilpa Shetty und ihren Auftritt beim britischen Big-Brother, der durch - eieieiaberauch - «rassistische» Bemerkungen einer Konkurrentin unter der Käseglocke vergällt wurde. Und plötzlich ging es um Indiens Selbstwertgefühl und nicht mehr um idiotische Kleingeister, die sich gegen Entgelt verpflichten, in einer WG allerlei Sinnloses von sich zu geben.
Nun denn. Immerhin ist noch Verlass auf meinen Lieblinskratzbaum. So wurde Paris Hilton in Kalifornien wegen Trunkenheit am Steuer zu einer Geldbusse und einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Eine Reduktion der Bewährungsstrafe um ein Jahr lehnte sie ab, denn dafür hätte sie vierzig Sozialstunden leisten müssen - igitt! Vielleicht sogar noch auf einem nicht-pinkfarbenen Bauernhof! Kluges Mädchen. Gerade in Paris’ Welt sollte man nie vergessen, wo die Geschmacksgrenzen liegen.
Andere vergessen das leider immer wieder. Jüngstes Beispiel ist das «Schlank & Krank»- Dossier der «annabelle». In ernstem Ton weist es nicht nur auf die gesundheitlichen Gefahren des Dürrheitswahns hin, sondern erzählt gleichzeitig mit detaillierten Bildern, dass in Hollywood nun das Motto gilt: Je dürrer, desto mehr Gage.
Und zwar nicht, weil man so viel vom Nicht-Essen spart. Doch leider, leider geht’s auch hier nicht ohne die seit Jahrzehnten gepflegte Schizophrenie der Frauenzeitschriften, die gleichzeitig forcieren, was sie dann kurieren wollen. Gleich nach dem Dossiers gibt es Seite um Seite Modestrecken und Werbebilder von – richtig - dürren Models.
Aber hui! Jetzt wird’s richtig gefährlich! In dem Dossier wird auch das O-Ton-«Blick»- Klapper- Meitili Keira Knightly gezeigt, und sie will nun all jene Medien vor Gericht zerren, die behaupten, sie leide unter Essstörungen. Allerdings darf man ruhig fragen, mit welchen Kräften sie zerren will?

sfux - 19. Feb, 09:20 Article 5557x read