Der Colt und der Mythos von Wildwest
Malte Olschewski - Der an der Hüfte baumelnde Colt wird oft als Instrument des amerikanischen Mythos beschrieben. Die Schusswaffe soll Symbol der Freiheit und der Selbstbestimmung sein. Diese Einbildung ist derart tief in der nationalen Psyche verankert, sodass bisher alle Versuche zur Einführung eines strengeren Waffengesetzes („gun control“) gescheitert sind. Daher kommt es in den USA immer häufiger zu gezielten oder blinden Amokläufen, bei denen psychisch gestörte Personen wie zuletzt in Blacksburg mit der Waffe in der Hand ihre Machtfantasien in Blut tauchen.

Machtfantasien in Blut tauchen
Die Diskussion um freien Waffenbesitz begleitet die ganze Geschichte der USA. Dabei geht es meist um die Auslegung des „Second Amendment“ aus der ersten Verfassung der USA. Darin heisst es wörtlich: „A well regulated militia being necessacry to the security of a free state, the right of the people to keep and bear arms, shall not be infringed.“ Etwa: „Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“ In der Entstehung der USA unterhielten die Gründerstaaten eigene Milizen. Im Prinzip war jeder männliche Erwachsene Milizmitglied und damit legaler Waffenträger. Die Milizen leben heute in der „Nationalgarde“ fort, die aber nur Bruchteile der männlichen Bevölkerung umfasst. Das Amendment ist völlig veraltet. Die Zeiten haben sich seit dem ersten US-Kongress 1787 stark verändert. Dennoch wird gerade diese Bestimmung nun schon durch zwei Jahrhunderte verteidigt und aufrecht gehalten.
33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen
Viele Statistiken beweisen, dass es die schnelle Verfügbarkeit und die griffbereite Nähe der Waffe sind, die die USA im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bei Schusswaffeneinsatz in seinen verschiedenen Formen weltweit an die erste Stelle treten lassen: Bei Selbstmord, bei Familientragödien, bei Raub, Mord und bei Amokläufen. So etwa haben 2004 in den USA rund 33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen verübt, wobei die Überlebensrate im Vergleich mit Vergiftungen sehr gering war. Die von der Gun-Lobby der „National Rifles Association“ ins Treffen geführte Vergleiche zwischen Verfügbarkeit der Waffen und Verbrechensziffern in verschiedenen Staaten haben nur geringe Aussagekraft.
So etwa heißt es, daß Norwegen eine hohe Waffenbesitzrate und eine geringe Kriminalität habe, während in Luxemburg bei einem generellen Waffenverbot die Kriminalität sehr hoch sein. Ähnlich sei in Griechenland bei hohem Waffenbesitz geringe Kriminalität festzustellen. Hier wird absichtlich vergessen, dass die Waffenverfügbarkeit nur einer von mehreren Gründen des Verbrechens ist, das in fast jedem Land durchaus verschiedene Ursachen haben kann. In Luxemburg etwa blüht der Finanzbetrug, für den keine Waffen gebraucht werden. Auch die Argumentation, wonach sich ein potentieller Amokläufer auf jeden Fall eine Waffe besorgt, ist schwer zu beweisen, da die Täter in den meisten Fällen Selbstmord verüben oder von der Polizei erschossen werden.

„Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“
Auffällig ist die Zahl der Fälle in den USA, in denen Jugendliche mit der Waffe im Anschlag in die High School oder ins College gehen, um dort Lehrer wie Mitschüler niederzumähen. Diese spezifischen Schulmassaker haben neben der leichten Verfügbarkeit ihre Ursache in den psychischen Verwüstungen, die von der amerikanischen Gesellschaft und ihrem Raubtierkapitalismus unter Heranwachsenden angerichtet werden. Hinzu kommt in den letzten Jahren die Bereitstellung von Videospielen als einem elektronischen Manöverfeld, in dem die Tat konzipiert und geübt werden kann.
Im Namen der Wahrheit Gottes
„The Gun that Won the West!“ So geht die Kurzform des amerikanischen Gründungsmythos, der aber den Tatsachen nicht entspricht. Die 13 Neuenglandstaaten hatten sich nach der Unabhängigkeitserklärung vom 4.7.1776 in wenigen Jahren durch Käufe und Eroberungen von rund einer Million auf neun Millionen Quadratkilometer ausgedehnt. In den Kriegen mit England und Frankreich hatte man sich den Nordosten gesichert und Indianerstämme in den grenzenlosen Westen getrieben. Dann folgte die Ausrottung der südlichen Stämme in den Seminolenkriegen. Doch nun lockte der unbekannte weite Westen bis hin zum Pazifik.
Das „Manifest Destiny“ (Geoffenbartes Schicksal) von John O'Sullivan rief die Siedler zur Besitznahme des ganzen Kontinentes auf: „Unsere Arena ist die expandierende Zukunft, die wir als leeren Raum im Namen der Wahrheit Gottes betreten... Wir sind die Nation des menschlichen Fortschritts und die Vorsehung marschiert an unserer Seite......Dies weiter und grenzenlose Zukunft wird die Ära der amerikanischen Grösse sein. In ihrer wunderbaren Herrschaft über Zeit und Raum ist diese Nation aus vielen Nationen dazu bestimmt, der Menschehit die Herrlichkeit des göttlichen Prinzips zu offenbaren und auf der Erde den edelsten Tempel zu errichten, der je in Verehrung des Obersten Seines errichtet worden ist. Die Grundfesten dieses Tempels werden eine ganze Hemisphäre sein.....“
In tausenden Trecks zogen ab 1830 landhungrige Siedler nach Westen, um das Land der Indianer in Besitz zu nehmen. Und es waren nicht die „Guns“, sondern die Säbel der Kavallerie, die ihnen dabei die Bahn brachen. Der Westen ist nicht mit Colt und Gewehr, sondern mit dem Säbel regulärer Truppen erobert worden. Bereits im Unabhängigkeitskrieg litten amerikanische Truppen und Milizen an fehlenden Feuerwaffen. Sie mussten solche Musketen aus Europa importieren. Diese Waffen waren viel zu kostbar, um sie Siedlern für den eigenen Gebrauch zu überlassen. Voll Entsetzen schildert der deutsche Ausbilder Baron von Steuben die Ausstattung der Milizen, die zum Kriegsdienst kamen: Vielfach barfuss, mit Erntegeräten, Messern und Beilen wollten sie gegen englische Musketen antreten. (Daniel Boorstin: „The Americans: The Colonial Experience“ Random, 1958; sowie Richard Slotkin: „Regeneration through Violence: The Mythology of the American Frontier“ Weselyan Press, 1973)
Waffenindustrie: Privilegien bis heute
Samuel Colt erfand um 1835 die nach ihm benannte mehrschüssige Waffe mit Drehzylinder, die bereits im Krieg gegen Mexiko 1848 eine entscheidende Rolle spielte. Ab 1850 begann durch Einsatz von Austauschbauteilen die Massenproduktion. Erst jetzt konnte die Bevölkerung der USA aufrüsten. Erst jetzt konnten die frühen Siedler ihre Äxte und Beile gegen Schusswaffen tauschen. In dieser Zeit gingen auch der Henry-Stutzen, der Spencer-Karabiner und die Winchester-Büchse in Produktion. Der Sezessionskrieg (1861-1865) wurde vom Norden vor allem deswegen gewonnen, weil er Feuerwaffen industriell fertigen und der Süden nicht genug Nachschub aus Europa organisieren konnte. Symbolisiert wird dieses Verhältnis durch die wahnhafte Reiterattacke „Picketts Charge“, in der die Konföderierten in der Schlacht von Gettysburg mit Säbeln gegen Kanonen ritten.
Nach diesem Krieg hat die amerikanische Waffenproduktion einen ungeheuren Aufschwung genommen. Sie pochte auf ihren Beitrag zum Sieg. Sie erhielt grosse Privilegien eingeräumt, die sie bis heute verteidigt. Die Waffenindustrie bildete bald eine Lobby, die mit massenhafter Herstellung von Feuerwaffen begann. Da diese Waffen auch verkauft werden mussten, hat man eine Mythologisierung von Colt und Winchester eingeleitet. Hier tritt nun die mythische Figur des „Lone Ranger“ oder des „Lone Riders“, des einsamen Reiters, an. Der chronologisch korrekte Wilde Westen hat zwischen Ende des Bürgerkrieges bis zur Jahrhundertwende nicht allzu lange gedauert: In diesen Jahren ritten seine berühmten Helden Jesse James, Doc Holliday, Wyatt Earp oder Billy the Kidd durch den Mittleren Westen.
Allesamt waren sie Falschspieler, Revolverhelden und Verbrecher. In unzähligen Hollywoodfilmen sind sie zum „Lone Ranger“ umstilisiert worden, der im Wilden Westen zum Duell mit bösen Kräften antrat. Es ging darum, wer schneller ziehen, schiessen und treffen konnte, obwohl einer, der so schnell zog, nicht auch schnell schiessen und auch nicht gut treffen konnte. Nach vollendeten Heldentaten und nach dem finalen „Gun-Fight“ ritt der Ranger als immer wiederkehrendes Bild in den Sonnenuntergang. Er muss weiter. Er kann nirgends Glück und Frieden finden. Er ist ein Loner, so wie es der Schütze von Blacksburg einer war.
Wer ein echter amerikanischer Mann sei, müsse seine seine Waffe immer in Reichweite haben. Die Waffe wurde zum Fetisch. Milliarden Bilder in Print und Fernsehen zeigten den Amerikaner mit umgeschnallter Waffe, die von der Hüfte in die Achselhöhle gewandert ist. Und langsam kommt es zu einer mythischen Übertragung. Die ganze Nation wird zum „Lone Ranger“, der seine Heilsmission in Kriegen gegen andere, böse Staaten sucht. An die Stelle rauchender Colts sind Marschflugkörper, Bomben und Granaten getreten.

Machtfantasien in Blut tauchen
Die Diskussion um freien Waffenbesitz begleitet die ganze Geschichte der USA. Dabei geht es meist um die Auslegung des „Second Amendment“ aus der ersten Verfassung der USA. Darin heisst es wörtlich: „A well regulated militia being necessacry to the security of a free state, the right of the people to keep and bear arms, shall not be infringed.“ Etwa: „Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“ In der Entstehung der USA unterhielten die Gründerstaaten eigene Milizen. Im Prinzip war jeder männliche Erwachsene Milizmitglied und damit legaler Waffenträger. Die Milizen leben heute in der „Nationalgarde“ fort, die aber nur Bruchteile der männlichen Bevölkerung umfasst. Das Amendment ist völlig veraltet. Die Zeiten haben sich seit dem ersten US-Kongress 1787 stark verändert. Dennoch wird gerade diese Bestimmung nun schon durch zwei Jahrhunderte verteidigt und aufrecht gehalten.
33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen
Viele Statistiken beweisen, dass es die schnelle Verfügbarkeit und die griffbereite Nähe der Waffe sind, die die USA im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bei Schusswaffeneinsatz in seinen verschiedenen Formen weltweit an die erste Stelle treten lassen: Bei Selbstmord, bei Familientragödien, bei Raub, Mord und bei Amokläufen. So etwa haben 2004 in den USA rund 33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen verübt, wobei die Überlebensrate im Vergleich mit Vergiftungen sehr gering war. Die von der Gun-Lobby der „National Rifles Association“ ins Treffen geführte Vergleiche zwischen Verfügbarkeit der Waffen und Verbrechensziffern in verschiedenen Staaten haben nur geringe Aussagekraft.
So etwa heißt es, daß Norwegen eine hohe Waffenbesitzrate und eine geringe Kriminalität habe, während in Luxemburg bei einem generellen Waffenverbot die Kriminalität sehr hoch sein. Ähnlich sei in Griechenland bei hohem Waffenbesitz geringe Kriminalität festzustellen. Hier wird absichtlich vergessen, dass die Waffenverfügbarkeit nur einer von mehreren Gründen des Verbrechens ist, das in fast jedem Land durchaus verschiedene Ursachen haben kann. In Luxemburg etwa blüht der Finanzbetrug, für den keine Waffen gebraucht werden. Auch die Argumentation, wonach sich ein potentieller Amokläufer auf jeden Fall eine Waffe besorgt, ist schwer zu beweisen, da die Täter in den meisten Fällen Selbstmord verüben oder von der Polizei erschossen werden.

„Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“
Auffällig ist die Zahl der Fälle in den USA, in denen Jugendliche mit der Waffe im Anschlag in die High School oder ins College gehen, um dort Lehrer wie Mitschüler niederzumähen. Diese spezifischen Schulmassaker haben neben der leichten Verfügbarkeit ihre Ursache in den psychischen Verwüstungen, die von der amerikanischen Gesellschaft und ihrem Raubtierkapitalismus unter Heranwachsenden angerichtet werden. Hinzu kommt in den letzten Jahren die Bereitstellung von Videospielen als einem elektronischen Manöverfeld, in dem die Tat konzipiert und geübt werden kann.
Im Namen der Wahrheit Gottes
„The Gun that Won the West!“ So geht die Kurzform des amerikanischen Gründungsmythos, der aber den Tatsachen nicht entspricht. Die 13 Neuenglandstaaten hatten sich nach der Unabhängigkeitserklärung vom 4.7.1776 in wenigen Jahren durch Käufe und Eroberungen von rund einer Million auf neun Millionen Quadratkilometer ausgedehnt. In den Kriegen mit England und Frankreich hatte man sich den Nordosten gesichert und Indianerstämme in den grenzenlosen Westen getrieben. Dann folgte die Ausrottung der südlichen Stämme in den Seminolenkriegen. Doch nun lockte der unbekannte weite Westen bis hin zum Pazifik.
Das „Manifest Destiny“ (Geoffenbartes Schicksal) von John O'Sullivan rief die Siedler zur Besitznahme des ganzen Kontinentes auf: „Unsere Arena ist die expandierende Zukunft, die wir als leeren Raum im Namen der Wahrheit Gottes betreten... Wir sind die Nation des menschlichen Fortschritts und die Vorsehung marschiert an unserer Seite......Dies weiter und grenzenlose Zukunft wird die Ära der amerikanischen Grösse sein. In ihrer wunderbaren Herrschaft über Zeit und Raum ist diese Nation aus vielen Nationen dazu bestimmt, der Menschehit die Herrlichkeit des göttlichen Prinzips zu offenbaren und auf der Erde den edelsten Tempel zu errichten, der je in Verehrung des Obersten Seines errichtet worden ist. Die Grundfesten dieses Tempels werden eine ganze Hemisphäre sein.....“
In tausenden Trecks zogen ab 1830 landhungrige Siedler nach Westen, um das Land der Indianer in Besitz zu nehmen. Und es waren nicht die „Guns“, sondern die Säbel der Kavallerie, die ihnen dabei die Bahn brachen. Der Westen ist nicht mit Colt und Gewehr, sondern mit dem Säbel regulärer Truppen erobert worden. Bereits im Unabhängigkeitskrieg litten amerikanische Truppen und Milizen an fehlenden Feuerwaffen. Sie mussten solche Musketen aus Europa importieren. Diese Waffen waren viel zu kostbar, um sie Siedlern für den eigenen Gebrauch zu überlassen. Voll Entsetzen schildert der deutsche Ausbilder Baron von Steuben die Ausstattung der Milizen, die zum Kriegsdienst kamen: Vielfach barfuss, mit Erntegeräten, Messern und Beilen wollten sie gegen englische Musketen antreten. (Daniel Boorstin: „The Americans: The Colonial Experience“ Random, 1958; sowie Richard Slotkin: „Regeneration through Violence: The Mythology of the American Frontier“ Weselyan Press, 1973)
Waffenindustrie: Privilegien bis heute
Samuel Colt erfand um 1835 die nach ihm benannte mehrschüssige Waffe mit Drehzylinder, die bereits im Krieg gegen Mexiko 1848 eine entscheidende Rolle spielte. Ab 1850 begann durch Einsatz von Austauschbauteilen die Massenproduktion. Erst jetzt konnte die Bevölkerung der USA aufrüsten. Erst jetzt konnten die frühen Siedler ihre Äxte und Beile gegen Schusswaffen tauschen. In dieser Zeit gingen auch der Henry-Stutzen, der Spencer-Karabiner und die Winchester-Büchse in Produktion. Der Sezessionskrieg (1861-1865) wurde vom Norden vor allem deswegen gewonnen, weil er Feuerwaffen industriell fertigen und der Süden nicht genug Nachschub aus Europa organisieren konnte. Symbolisiert wird dieses Verhältnis durch die wahnhafte Reiterattacke „Picketts Charge“, in der die Konföderierten in der Schlacht von Gettysburg mit Säbeln gegen Kanonen ritten.
Nach diesem Krieg hat die amerikanische Waffenproduktion einen ungeheuren Aufschwung genommen. Sie pochte auf ihren Beitrag zum Sieg. Sie erhielt grosse Privilegien eingeräumt, die sie bis heute verteidigt. Die Waffenindustrie bildete bald eine Lobby, die mit massenhafter Herstellung von Feuerwaffen begann. Da diese Waffen auch verkauft werden mussten, hat man eine Mythologisierung von Colt und Winchester eingeleitet. Hier tritt nun die mythische Figur des „Lone Ranger“ oder des „Lone Riders“, des einsamen Reiters, an. Der chronologisch korrekte Wilde Westen hat zwischen Ende des Bürgerkrieges bis zur Jahrhundertwende nicht allzu lange gedauert: In diesen Jahren ritten seine berühmten Helden Jesse James, Doc Holliday, Wyatt Earp oder Billy the Kidd durch den Mittleren Westen.
Allesamt waren sie Falschspieler, Revolverhelden und Verbrecher. In unzähligen Hollywoodfilmen sind sie zum „Lone Ranger“ umstilisiert worden, der im Wilden Westen zum Duell mit bösen Kräften antrat. Es ging darum, wer schneller ziehen, schiessen und treffen konnte, obwohl einer, der so schnell zog, nicht auch schnell schiessen und auch nicht gut treffen konnte. Nach vollendeten Heldentaten und nach dem finalen „Gun-Fight“ ritt der Ranger als immer wiederkehrendes Bild in den Sonnenuntergang. Er muss weiter. Er kann nirgends Glück und Frieden finden. Er ist ein Loner, so wie es der Schütze von Blacksburg einer war.
Wer ein echter amerikanischer Mann sei, müsse seine seine Waffe immer in Reichweite haben. Die Waffe wurde zum Fetisch. Milliarden Bilder in Print und Fernsehen zeigten den Amerikaner mit umgeschnallter Waffe, die von der Hüfte in die Achselhöhle gewandert ist. Und langsam kommt es zu einer mythischen Übertragung. Die ganze Nation wird zum „Lone Ranger“, der seine Heilsmission in Kriegen gegen andere, böse Staaten sucht. An die Stelle rauchender Colts sind Marschflugkörper, Bomben und Granaten getreten.
sfux - 20. Apr, 15:39 Article 3115x read
Es ist zwar möglich ein Wunschdenken wie Demokratie zu suggerieren, nicht möglich ist es aber zu verhindern das Leute die eine Waffe benützen wollen diese nicht auch irgendwo/wie beschaffen werden. Andernfalls würde also eine schutzlose und eine einladende unbewaffnete Mehrheit einer bewaffneten immer dreister werdender Minderheit gegenüberstehen, die kaum mehr Abschreckung kennt bzw. in Kauf nehmen muss. Man sollte den Tatsachen ins Auge sehen, ein Paradies für Kriminelle zu schaffen ist genau so falsch.
Suizide sind nicht zu verhindern, ein lästiges Kapitel bzw. Spiegel der Wirtschaft, bzw. des Systems.
Trauriger Fazit: besser die Leute erschiessen sich selbst, verhindern kann man es sowieso nicht, als noch grösseren Schaden anzurichten. So makaber die Tatsache auch klingen mag, die Trefferquote jedenfalls ist offensichtlich nicht schlecht.
Dringend angesetzt werden sollte hingegen endlich bei den skrupellosen marktreisserischen und rein profitorientierten Medien, die ohne Rücksicht auf Verluste verantwortungslos ganz nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“ handeln und mit dem unsere Kinder aufwachsen müssen.
Sorry, aber das musste ich jetzt noch los werden.
Das ist nicht ganz so
Sie sagen, Menschen mit Depressionen sind generell selbstmordgefährdet, eine gewisse Zahl von ihnen überlegt sich ernsthaft, wie sie sich umbringen sollen.
Bieten sich ihnen in kritischen Momenten leicht zu erreichende Mittel, wie eine Schusswaffe im Haus, ist die Wahrscheinlichkeit des Selbstmordes weit höher, denn andernfalls werden sie gezwungen, sich nach Mitteln und Wegen umzusehen. Bis dahin kann die kritische Phase schon vorbei sein.