An Hitlers Geburtstagsabend - Mutmaßlich neues Ziel islamistischer Terroristen in Hamburg getauft
onlineredaktion - Einst zogen mittelalterliche Ritter mit dem Segen des Papstes in den Nahen Osten, angeblich – wenn wir Sir Thomas Mallory glauben wollen, der die Arthus-Sage erfand – um den „Gral“ zu suchen. Sie brandschatzten und plünderten und nannten das fromme Morden stolz „Kreuzzüge“ und sich selbst „Kreuzfahrer“.
Moderne Kreuzfahrer suchen wohl auch den Gral, aber den finden sie oft an Bord eines Kreuzfahrschiffes in Form von Belustigung, Decksdösen und Flirts. Und sie sind gewiss nicht so fromm wie jene mittelalterlichen Ritter.
Nun wurde gestern Abend in Hamburg ein neues Schiff der Kreuzfahrer getauft. Es soll die größte Taufe der Welt gewesen sein. Viele Schaulustige kamen mehr wegen der angekündigten supergroßen Lightshow und einem Höhenfeuerwerk des Berliner Multimedia-Künstlers Gert Hof, der als einer der international bekanntesten Lichtkünstler gilt. In Hamburg zeigte er gigantische Lichtdome. Ältere Hafenbesucher, jene die mit Grausen noch die Lichtdome der Nazis im Hitler-Deutschland erlebt hatten, beschlich denn auch ein mulmiges Gefühl beim Anblick von Hofs Scheinwerferstrahlen am nächtlichen Himmel und einige fragten sich, ob denn der damalige Faschismus u.a. von solchem Spektakel gefördert wurde.

Die als Geisterschiff illuminierte "AIDAdiva" im Hamburger Hafen: Ein böses Omen?

Das gesamte Spektakel an Hitlers Geburtstag war nicht billig. Mehr als eine Millionen Euro soll die Erinnerung an Speersche Lichtdome gekostet haben.
Nicht weit entfernt davon liegt denn auch Hofs Ursprung: Er inszenierte zunächst an verschiedenen Theatern der DDR, deren Führungs-Clique oft und gerne Massenaufmärsche mit Panzern und Soldaten zeigten. Und wenn wundert’s? Zu Hofs Kunden zählen nicht nur die Volksrepublik China, sondern auch die Europäische Kommission, die Expo 2000, der Musikkonzern Universal und das Washington Holocaust Museum. Die Liste seiner Dienstleistungen für Musik-Bands wie „RAM stein“ und Banditen der Weltgeschichte rückte seine Kunst in die Nähe neoliberaler Politik.
Als hätte der Himmel einen Riss. Blick vom Hamburgs Stadtteil Barmbek-Süd.
Scheinwerferstrahlenbündel über Hamburg.
Andreas Wankum, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, sagte dem Hamburger Abendblatt: "In der Tat löst die Behandlung dieser Scheinwerfer-Choreografie in einem Erinnerung an speersche Gigantomanie und damit Verbundenes aus. Dies fiel mir bereits bei einer ersten Konfrontation mit diesen Bildern auf. Gespräche im Umfeld des Künstlers aber haben mich zu der Überzeugung gebracht, dass es sich hierbei um eine künstlerische Ausdrucksform handelt, die nicht von der Gedankenwelt Albert Speers getragen ist. Soweit mir bekannt, ist die Wahl des Taufdatums durch technische Faktoren vorbestimmt gewesen."
Für alles gibt es Ausreden. Mit Rücksicht auf die Opfer des so genannten "Dritten Reiches", dem Hitler-Deutschland, hätte sich sicherlich auch ein anderes Datum für die Taufe finden lassen - wenn die dafür Verantworlichen das denn gewollt hätten.
Aber sie wollten es offenbar nicht, denn in Hamburg gab es gestern am Abend des Geburtstages von Adolf Hitler - eines Feiertages der Nazis - die Taufe des neuen Kreuzfahrschiffes "AIDAdiva", und es kam erwartungsgemäß zu zahlreichen Verkehrsstaus rund um den Hafen. Trotz verlängerter grüner Ampelphasen auf den großen Ein- und Ausfallstraßen im Stadtteil St. Pauli kamen die Autofahrer meist nur im Schritttempo voran. Spektakulärer Höhepunkt der Taufe war die Feuerwerks- und Lichtschau im Hafen mit 200 Scheinwerfern, 30 Lasern, 2000 Neonröhren und einem Höhenfeuerwerk.
Der Himmel über Hamburg glich zeitweise einer Invasion außerirdischer Raumschiffe, wie man sich das aufgrund der Spielfilme von Steven Spielberg und Roland Emmerich vorstellen könnte. Der Passagierflugverkehr wurde für den Zeitraum der Lichtshow aus Sicherheitsgründen gestoppt, denn das hätte Hamburg gerade noch gefehlt: Flugzeugabstürze, weil die Piloten von den leistungsstarken Scheinwerfern geblendet gewesen wären und die Landebahn des Hamburger Flughafens nicht mehr gefunden hätten.
Das erste Ziel der „AIDAdiva“ soll für Passagiere Ägypten sein – fast wie bei den alten Rittern. Doch es könnte anders kommen...
Nachtrag: Nach Informationen der "Hamburger Morgenpost" (MOPO) waren es mehr als 5 Millionen Euro, die das Spektakel zur Taufe des Schiffes gekostet hat.
Moderne Kreuzfahrer suchen wohl auch den Gral, aber den finden sie oft an Bord eines Kreuzfahrschiffes in Form von Belustigung, Decksdösen und Flirts. Und sie sind gewiss nicht so fromm wie jene mittelalterlichen Ritter.
Nun wurde gestern Abend in Hamburg ein neues Schiff der Kreuzfahrer getauft. Es soll die größte Taufe der Welt gewesen sein. Viele Schaulustige kamen mehr wegen der angekündigten supergroßen Lightshow und einem Höhenfeuerwerk des Berliner Multimedia-Künstlers Gert Hof, der als einer der international bekanntesten Lichtkünstler gilt. In Hamburg zeigte er gigantische Lichtdome. Ältere Hafenbesucher, jene die mit Grausen noch die Lichtdome der Nazis im Hitler-Deutschland erlebt hatten, beschlich denn auch ein mulmiges Gefühl beim Anblick von Hofs Scheinwerferstrahlen am nächtlichen Himmel und einige fragten sich, ob denn der damalige Faschismus u.a. von solchem Spektakel gefördert wurde.

Die als Geisterschiff illuminierte "AIDAdiva" im Hamburger Hafen: Ein böses Omen?

Das gesamte Spektakel an Hitlers Geburtstag war nicht billig. Mehr als eine Millionen Euro soll die Erinnerung an Speersche Lichtdome gekostet haben.
Nicht weit entfernt davon liegt denn auch Hofs Ursprung: Er inszenierte zunächst an verschiedenen Theatern der DDR, deren Führungs-Clique oft und gerne Massenaufmärsche mit Panzern und Soldaten zeigten. Und wenn wundert’s? Zu Hofs Kunden zählen nicht nur die Volksrepublik China, sondern auch die Europäische Kommission, die Expo 2000, der Musikkonzern Universal und das Washington Holocaust Museum. Die Liste seiner Dienstleistungen für Musik-Bands wie „RAM stein“ und Banditen der Weltgeschichte rückte seine Kunst in die Nähe neoliberaler Politik.
Als hätte der Himmel einen Riss. Blick vom Hamburgs Stadtteil Barmbek-Süd.
Scheinwerferstrahlenbündel über Hamburg.
Andreas Wankum, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, sagte dem Hamburger Abendblatt: "In der Tat löst die Behandlung dieser Scheinwerfer-Choreografie in einem Erinnerung an speersche Gigantomanie und damit Verbundenes aus. Dies fiel mir bereits bei einer ersten Konfrontation mit diesen Bildern auf. Gespräche im Umfeld des Künstlers aber haben mich zu der Überzeugung gebracht, dass es sich hierbei um eine künstlerische Ausdrucksform handelt, die nicht von der Gedankenwelt Albert Speers getragen ist. Soweit mir bekannt, ist die Wahl des Taufdatums durch technische Faktoren vorbestimmt gewesen."
Für alles gibt es Ausreden. Mit Rücksicht auf die Opfer des so genannten "Dritten Reiches", dem Hitler-Deutschland, hätte sich sicherlich auch ein anderes Datum für die Taufe finden lassen - wenn die dafür Verantworlichen das denn gewollt hätten.
Aber sie wollten es offenbar nicht, denn in Hamburg gab es gestern am Abend des Geburtstages von Adolf Hitler - eines Feiertages der Nazis - die Taufe des neuen Kreuzfahrschiffes "AIDAdiva", und es kam erwartungsgemäß zu zahlreichen Verkehrsstaus rund um den Hafen. Trotz verlängerter grüner Ampelphasen auf den großen Ein- und Ausfallstraßen im Stadtteil St. Pauli kamen die Autofahrer meist nur im Schritttempo voran. Spektakulärer Höhepunkt der Taufe war die Feuerwerks- und Lichtschau im Hafen mit 200 Scheinwerfern, 30 Lasern, 2000 Neonröhren und einem Höhenfeuerwerk.
Der Himmel über Hamburg glich zeitweise einer Invasion außerirdischer Raumschiffe, wie man sich das aufgrund der Spielfilme von Steven Spielberg und Roland Emmerich vorstellen könnte. Der Passagierflugverkehr wurde für den Zeitraum der Lichtshow aus Sicherheitsgründen gestoppt, denn das hätte Hamburg gerade noch gefehlt: Flugzeugabstürze, weil die Piloten von den leistungsstarken Scheinwerfern geblendet gewesen wären und die Landebahn des Hamburger Flughafens nicht mehr gefunden hätten.
Das erste Ziel der „AIDAdiva“ soll für Passagiere Ägypten sein – fast wie bei den alten Rittern. Doch es könnte anders kommen...
Nachtrag: Nach Informationen der "Hamburger Morgenpost" (MOPO) waren es mehr als 5 Millionen Euro, die das Spektakel zur Taufe des Schiffes gekostet hat.
onlineredaktion - 21. Apr, 00:31 Article 2044x read