"Fortschritt": Vatikan reißt die Vorhölle ein
World Content News - Pünktlich zum Geburtstag des Papstes und zur Eröffnung der Grillsaison hat sich die katholische Kirche dazu durchgerungen, ihr architektonisches Weltbild vom Jenseits zu sanieren und die sogenannte Vorhölle (lat: Limbus, nicht zu verwechseln mit Nimbus) dem Orkus preiszugeben. Heisst: Ungetaufte Kinder, die - aus welchen (?) Gründen auch immer - meist zu früh das Zeitliche segnen, brauchen sich künftig keine Sorgen mehr machen, dass sie für die wässrigen Versäumnisse der Erwachsenen in einem unwirtlichen Nebenraum der Hölle büßen müssen.
Bisher war die Vorhölle ein Konstrukt, das besagt, die betreffenden Kinder befänden sich nach ihrem Tod in einer Art Zwischenstatus zwischen Himmel und Hölle. Es gibt aber keine entsprechenden Stellen in der Bibel dazu. Auch im Weltkatechismus wird sie seit 1993 nicht mehr erwähnt. Dort ist statt dessen die Rede von der „berechtigten Hoffnung, dass es für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt“. Wie dieser aussehen soll, ist nicht bekannt. Ein schnelles Tauf-In bei McPetrus vor der Himmelspforte? Einen Notausgang hält man sich aber offen: "Die Kirche hat keine sichere Kenntnis über das Schicksal ungetauft verstorbener Kinder."
Man kann aber nicht abstreiten: Der Modernisierungsdruck macht auch bei der Kirche nicht halt. Schon Thomas von Aquin hatte den Kuttenträgern im 13. Jahrhundert erfolgreich verpostuliert: Sorry Leute, die Erde ist nun mal keine Scheibe! ("Astrologus demonstrat terram esse rotundam per eclipsim solis et lunae ") Es hat bekanntlich gedauert, bis es gefunkt hat. Und sancto subito, jetzt ist es schon wieder so weit ...
Doch Vorsicht, freut Euch nicht zu früh, dahinten auf den billigen Plätzen! Weder wird damit in irgendeiner Weise das Fegefeuer touchiert, dieser nette Reinigungs-Event bleibt uns auch künftig erhalten (miserabel recherchiert,
Spiegel ONLINE ...), noch wird die Hauptattraktion mit dem neunschwänzigen Türsteher infrage gestellt. Denn: Welcher DJ Gottes verzichtet bei einer After-Life-Party schon freiwillig auf seinen sündhaft guten Publikumsmagneten?
wir werden weiterbruzzeln
So werden wir nun auch weiterhin noch mindestens tausend Jahre bruzzeln müssen, bis die Kirche sich wundert: Teufel nochmal, wieso nehmt ihr immer alles so wörtlich? Nun, wir sind halt so: Hölle hölle, das Wort Blasphemie mit "f" geschrieben, das würde uns der Duden niemals verzeihen.
Übrigens: Für die evangelische Kirche hat Thema Vorhölle eher einen irdischen Aspekt. Am gleichen Tag, als das Theonanieren über den Limbus infantium in den teuflischen Medien losging, stellte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Huber eine unerhörte und auch eine bisher weitestgehend untergegangene Forderung auf:
Abzug aller 150 US-Atomwaffen aus Deutschland !
Leider ist das Thema angesichts der neuen US-Raketenpläne zur Zeit überhaupt nicht salonfähig. Limbus, Nimbus und die kläglich vertonten Angriffsträume rechtsschaffender Christen wie US-Senator John McCain (Bomb-bomb-bomb, bomb Iran..., die stimmliche und logische Antwort von Codepink hier !) haben eben einen höhreren Unterhaltungswert als "den Teufelskreis der Gewalt" zu durchbrechen, wie es in dem EKD-Aufruf heißt.
Verlassen wir also das Kuddelmuddel des Bösen, nehmen wir Kurs auf die wichtigeren Dinge des Lebens und setzen für unsere Theos, Johns und George einen letzten Funkspruch ab: Hölle, bitte kommen - wir haben da ein ernsthaftes Problem...
Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News
Papst erklärt "Vorhölle" für überholt
Die Lehre des Limbus
McCain singt ein Lied vom Bomben
Huber fordert Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland
Wikipedia: Atomwaffenstandort Büchel
Google-Earth: Atomwaffenstandort Büchel
Bisher war die Vorhölle ein Konstrukt, das besagt, die betreffenden Kinder befänden sich nach ihrem Tod in einer Art Zwischenstatus zwischen Himmel und Hölle. Es gibt aber keine entsprechenden Stellen in der Bibel dazu. Auch im Weltkatechismus wird sie seit 1993 nicht mehr erwähnt. Dort ist statt dessen die Rede von der „berechtigten Hoffnung, dass es für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt“. Wie dieser aussehen soll, ist nicht bekannt. Ein schnelles Tauf-In bei McPetrus vor der Himmelspforte? Einen Notausgang hält man sich aber offen: "Die Kirche hat keine sichere Kenntnis über das Schicksal ungetauft verstorbener Kinder."
Man kann aber nicht abstreiten: Der Modernisierungsdruck macht auch bei der Kirche nicht halt. Schon Thomas von Aquin hatte den Kuttenträgern im 13. Jahrhundert erfolgreich verpostuliert: Sorry Leute, die Erde ist nun mal keine Scheibe! ("Astrologus demonstrat terram esse rotundam per eclipsim solis et lunae ") Es hat bekanntlich gedauert, bis es gefunkt hat. Und sancto subito, jetzt ist es schon wieder so weit ...
Doch Vorsicht, freut Euch nicht zu früh, dahinten auf den billigen Plätzen! Weder wird damit in irgendeiner Weise das Fegefeuer touchiert, dieser nette Reinigungs-Event bleibt uns auch künftig erhalten (miserabel recherchiert,

wir werden weiterbruzzeln
So werden wir nun auch weiterhin noch mindestens tausend Jahre bruzzeln müssen, bis die Kirche sich wundert: Teufel nochmal, wieso nehmt ihr immer alles so wörtlich? Nun, wir sind halt so: Hölle hölle, das Wort Blasphemie mit "f" geschrieben, das würde uns der Duden niemals verzeihen.
Übrigens: Für die evangelische Kirche hat Thema Vorhölle eher einen irdischen Aspekt. Am gleichen Tag, als das Theonanieren über den Limbus infantium in den teuflischen Medien losging, stellte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Huber eine unerhörte und auch eine bisher weitestgehend untergegangene Forderung auf:
Abzug aller 150 US-Atomwaffen aus Deutschland !
Leider ist das Thema angesichts der neuen US-Raketenpläne zur Zeit überhaupt nicht salonfähig. Limbus, Nimbus und die kläglich vertonten Angriffsträume rechtsschaffender Christen wie US-Senator John McCain (Bomb-bomb-bomb, bomb Iran..., die stimmliche und logische Antwort von Codepink hier !) haben eben einen höhreren Unterhaltungswert als "den Teufelskreis der Gewalt" zu durchbrechen, wie es in dem EKD-Aufruf heißt.
Verlassen wir also das Kuddelmuddel des Bösen, nehmen wir Kurs auf die wichtigeren Dinge des Lebens und setzen für unsere Theos, Johns und George einen letzten Funkspruch ab: Hölle, bitte kommen - wir haben da ein ernsthaftes Problem...







sfux - 23. Apr, 09:23 Article 1589x read