Brunos Erbe: „Genussbär“ Herwig
Malte Olschewski - Die wärmende Sonne und der fehlender Schnee haben ihn vorzeitig aus dem Winterschlaf gelockt. Braunbär „Herwig“ macht derzeit seine Runden im Kärntner Lesachtal. Dortige Bauern sind in Verdacht geraten, Herwig heimlich zu füttern, damit er nicht in Versuchung kommt, nach Bayern abzuwandern, in das Land der schnellen Bärentöter. Das Schicksal des Problembären Bruno ist noch in guter Erinnerung, der im Sommer 2006 von einem beamteten „Killerkommando“ nahe der Ortschaft Bayrischzell abge-knallt worden war.
„Herwig“ indes hat die Herzen der Kärntner Bevölkerung schnell erobert, da er sich einen Ruf als „Genussbär“ erarbeitet hat. Ausserdem hat man sich nach den Ereignissen des Vorjahres durch Versicherungen gegen Bärenschäden gewappnet. Der etwa 200 Kilo schwere „Herwig“ ist schon seit gut zehn Jahren in dieser Region unterwegs. Schon vor längerer Zeit wurde bemerkt, dass „Herwig“ bei der Menüauswahl äusserst wählerisch zu sein pflegt. Als er eine Schafherde vor sich hatte, schlug er einzig und allein ein Kärntner Brillenschaf, das wegen seines zarten Fleisches von allen Gourmets hoch gelobt wird. “Herwig“ legten einen langen Weg zurück, um sich an Apfeltrestern zu laben, die von Wildhütern eigentlich für hungernde Rehe ausgelegt worden waren.
Als begleitendes Getränk pflegt „Herwig“ sehr oft Behälter mit Rapsöl aufzubrechen. Eine besondere Vorliebe zeigt der tafelfreudige Bär für Bienenstöcke und Honigwaben. Einmal wurde er sogar dabei ertappt, als er springfreudigen Gemsen auflauerte. Wie jeder Gourmet kann sich auch Genussbär „Herwig“ einmal irren. Er rüttelte an Apfelbäumen, an denen freilich zu dieser Zeit noch keine Äpfel hingen. Kärntens Bärenmanagner Bernhard Gutleb hatte keine Schwierigkeiten, ein Passbild des „Gourmetbären“ zu erhalten. Er musste bei Hermagor im Lesachtahl nur einige besondere Leckereien auslegen und schon war „Herwig“, der Genussbär, zur Stelle. (http://Kaernten.orf.at/stories/187995/)
Die Bevölkerung des Lesachtales richtet sich auf ein problemloses Zusam-menleben nicht nur mit Herwig, sondern auch mit acht anderen Bären ein, die dieses Gebiet seit Jahren durchstreifen. Das Spezialitätengeschäft Ertl in Kötschach-Mauthen wälzt Pläne, „Herwig“ in der kommenden Saison als Werbemaskottchen einzusetzen, weil auch sein Besitzer mit Vornamen Herwig heisst. Die zehnjährige Claudia erzählt oft von ihrer Begegnung mit einem Braunbären, obwohl sie nicht sicher ist, ob es sich dabei um Herwig gehandelt hat. Sie sei auf einem Waldweg mit ihrem Fahrrad fast mit einem solchen Bären kollidiert: Grosses Erstaunen auf Seiten beider Verkehrsteilnehmer und dann geordneter Rückzug sowohl des Bären als auch der Schülerin.
Das Land Kärnten überlegt sich Möglichkeiten, aus Südtirol oder aus Slowenien eine Bärin in das Lesachtal zu locken, um sie zur Begründerin einer ortsansässigen Popu-lation zu machen. Die Kärntner Bären sind allesamt Männchen, die nach Trennung von der Mutter auf lange Wanderschaften gehen. Bärinnen hingegen bleiben meist ortsansässig. Sie gehen nicht über den Nordrand der angestammten Bärenregionen am Balkan und in Norditalien hinaus. Erst wenn die neuen Gebiete von den Männchen irgendwie „bärig“ gemacht worden sind, rücken die Weibchen nach.
Der Braunbär ist ein kluger, aber auch sehr fauler Artgenosse. Hat er in der Nähe einer Siedlung genug Futter entdeckt oder erhalten, so legt er sich auf die sprichwörtliche Bärenhaut und sieht sich nicht weiter um. Er kann lästig und aufdringlich werden, wenn er nicht bekommt, was er als ihm zustehend interpretiert. Füttert man den Braunbären in Hausnähe, so wird er bald zu einem besseren Fussabtreter. Er geht nicht weg. Sein flehender Blick erbarmt die Menschen. Und sie werfen ihm schon wieder einen schönen Happen zu.
Das, rät Herwig Gutleb, soll man unterlassen, sonst wird man den Bettelbären den ganzen Sommer nicht mehr los. Hier rät der Fachmann zu „Vergrämungsmanövern“. Dazu gehören bärensichere Abfalleimer. Beschuss mit Gummikugeln oder Knallkörper sorgen dafür, dass sich der bequeme Bär von der Haustür trollt und zurückgeht in die unbequeme, arbeitsreiche Wildbahn.
„Herwig“ indes hat die Herzen der Kärntner Bevölkerung schnell erobert, da er sich einen Ruf als „Genussbär“ erarbeitet hat. Ausserdem hat man sich nach den Ereignissen des Vorjahres durch Versicherungen gegen Bärenschäden gewappnet. Der etwa 200 Kilo schwere „Herwig“ ist schon seit gut zehn Jahren in dieser Region unterwegs. Schon vor längerer Zeit wurde bemerkt, dass „Herwig“ bei der Menüauswahl äusserst wählerisch zu sein pflegt. Als er eine Schafherde vor sich hatte, schlug er einzig und allein ein Kärntner Brillenschaf, das wegen seines zarten Fleisches von allen Gourmets hoch gelobt wird. “Herwig“ legten einen langen Weg zurück, um sich an Apfeltrestern zu laben, die von Wildhütern eigentlich für hungernde Rehe ausgelegt worden waren.
Als begleitendes Getränk pflegt „Herwig“ sehr oft Behälter mit Rapsöl aufzubrechen. Eine besondere Vorliebe zeigt der tafelfreudige Bär für Bienenstöcke und Honigwaben. Einmal wurde er sogar dabei ertappt, als er springfreudigen Gemsen auflauerte. Wie jeder Gourmet kann sich auch Genussbär „Herwig“ einmal irren. Er rüttelte an Apfelbäumen, an denen freilich zu dieser Zeit noch keine Äpfel hingen. Kärntens Bärenmanagner Bernhard Gutleb hatte keine Schwierigkeiten, ein Passbild des „Gourmetbären“ zu erhalten. Er musste bei Hermagor im Lesachtahl nur einige besondere Leckereien auslegen und schon war „Herwig“, der Genussbär, zur Stelle. (http://Kaernten.orf.at/stories/187995/)
Die Bevölkerung des Lesachtales richtet sich auf ein problemloses Zusam-menleben nicht nur mit Herwig, sondern auch mit acht anderen Bären ein, die dieses Gebiet seit Jahren durchstreifen. Das Spezialitätengeschäft Ertl in Kötschach-Mauthen wälzt Pläne, „Herwig“ in der kommenden Saison als Werbemaskottchen einzusetzen, weil auch sein Besitzer mit Vornamen Herwig heisst. Die zehnjährige Claudia erzählt oft von ihrer Begegnung mit einem Braunbären, obwohl sie nicht sicher ist, ob es sich dabei um Herwig gehandelt hat. Sie sei auf einem Waldweg mit ihrem Fahrrad fast mit einem solchen Bären kollidiert: Grosses Erstaunen auf Seiten beider Verkehrsteilnehmer und dann geordneter Rückzug sowohl des Bären als auch der Schülerin.
Das Land Kärnten überlegt sich Möglichkeiten, aus Südtirol oder aus Slowenien eine Bärin in das Lesachtal zu locken, um sie zur Begründerin einer ortsansässigen Popu-lation zu machen. Die Kärntner Bären sind allesamt Männchen, die nach Trennung von der Mutter auf lange Wanderschaften gehen. Bärinnen hingegen bleiben meist ortsansässig. Sie gehen nicht über den Nordrand der angestammten Bärenregionen am Balkan und in Norditalien hinaus. Erst wenn die neuen Gebiete von den Männchen irgendwie „bärig“ gemacht worden sind, rücken die Weibchen nach.
Der Braunbär ist ein kluger, aber auch sehr fauler Artgenosse. Hat er in der Nähe einer Siedlung genug Futter entdeckt oder erhalten, so legt er sich auf die sprichwörtliche Bärenhaut und sieht sich nicht weiter um. Er kann lästig und aufdringlich werden, wenn er nicht bekommt, was er als ihm zustehend interpretiert. Füttert man den Braunbären in Hausnähe, so wird er bald zu einem besseren Fussabtreter. Er geht nicht weg. Sein flehender Blick erbarmt die Menschen. Und sie werfen ihm schon wieder einen schönen Happen zu.
Das, rät Herwig Gutleb, soll man unterlassen, sonst wird man den Bettelbären den ganzen Sommer nicht mehr los. Hier rät der Fachmann zu „Vergrämungsmanövern“. Dazu gehören bärensichere Abfalleimer. Beschuss mit Gummikugeln oder Knallkörper sorgen dafür, dass sich der bequeme Bär von der Haustür trollt und zurückgeht in die unbequeme, arbeitsreiche Wildbahn.
sfux - 25. Apr, 07:55 Article 3361x read