Sicherheitsrisiko Krankenhaus: Jährlich 17.000 Tote nach Behandlungsfehlern
World Content News - Hier sträubt sich der gesunde Menschenverstand: Wer in Deutschland ein Krankenhaus aufsuchen muss, geht ein deutlich höheres Risiko ein, an den Folgen eines vermeidbaren Behandlungsfehlers zu versterben als durch die tägliche Teilnahme am Straßenverkehr umzukommen. Ist das nun situationsbedingtes Schicksal, liegt es an einer unzureichenden Medizinerausbildung oder ist es schlicht eine konsequente Folge der sozialen Verwahrlosung unseres Gesundheitssystems ?
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat diese Woche Zahlen vorlegt, nach denen internationalen Studien zufolge jeder tausendste Krankenhauspatient allein wegen vermeidbarer Fehler bei Krankenhaus- Behandlungen sterben muss. Geht man von jährlich ca. 17 Millionen Patienten aus, trifft dieses Schicksal 17.000 Menschen.
Im Vergleich dazu: Die Zahl der Verkehrstoten lag im Jahr 2006 bei 5.094 Personen bei 2,23 Millionen Unfällen.
Natürlich sind solche Vergleiche im Prinzip haltlos. Viele der im Straßenverkehr Verletzten wird wiederum im Krankenhaus das Leben gerettet, auf je 438 Verkehrsunfälle kommt ein Toter. Auf der anderen Seite nehmen wiederum wesentlich mehr Menschen am Straßenverkehr teil und nicht jeder Verkehrsunfall ist auf indivuellen Leichtsinn zurückzuführen. Trotzdem: Vernachlässigt man Faktoren wie einen geschwächten Gesundheitszustand, resistente Keime, höheres Lebensalter etc, ist man Pi mal Daumen provokant formuliert auf der Strasse besser aufgehoben als in einer Gesundheitseinichtung. Erklärt dies die Beliebtheit an unserer motorisierten Gesellschaft ?
Der größte Teil der vermeidbaren Todesfälle im Krankenhaus resultiere aus Infektionen und unerwünschten Arzneimittel-Nebenwirkungen, hieß es von Seiten des im April 2005 gegründeten Bündnisses, indem sich mittlerweile rund 140 Akteure des Gesundheitswesens, darunter Einzelpersonen, Verbände und Körperschaften zusammengeschlossen haben. Weitere Details zu den untersuchten Ursachen gab es aber zunächst nicht, Zahlen über offentsichtlichen Ärztepfusch oder über Fehler, die aufgrund der desolaten Personalsituation zustande kamen, wurden nicht genannt.
Ist auch nicht weiter verwunderlich, Aufgabe und Ziel des Aktionsbündnisses ist primär die Erhöhung der medizinischen Sicherheitsaspekte durch Qualitätssicherungsinstrumente. Durch Einführung von Frühwarnsystemen wie dem Critical Incident Reporting System (CIRS) soll in erster Linieeine verbesserte Behandlungsqualität die Anzahl von Patientenbeschwerden senken. Immerhin 10.300 Patienten haben sich im vergangenen Jahr bei den Ärztekammern in Deutschland über mögliche Behandlungsfehler beschwert. In etwa jedem fünften Fall stellten die Gutachter tatsächlich Fehler fest.
Die immensen Fehler auf der politischen Bühne, die die Krankenhäuser vielfach erst in diese morbide Situation gebracht haben, werden vom Aktionsbündnis nicht angetastet, deshalb wird deren Wirken auch von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt als ein "vorbildliches Beispiel" umworben. Kampagnen wie "Aktion Saubere Hände" und "Aus Fehlern lernen" sind keineswegs als Handlungsaufforderungen an die gesundheitspolitischen Akteure mißzuverstehen.
Doch wer jetzt aufgrund dieser Horrorzahlen es mit der Angst zu tun bekommen hat, und meint notwendige Behandlungen aufschieben zu können, ist statistisch gesehen wiederum schlecht beraten: Die Zahl derer, die sterben, weil sie nicht rechtzeitig einen Arzt aufgesucht haben, liegt um ein Dutzendfaches höher.
Da erscheint es doch vielversprechender, zuerst mal den Patienten namens Gesundheitswesen auf den Operationstisch zu legen und ihn mit tiefen Schnitten von seinen Profiteuren und Lobbyisten zu befreien. Freilich - einen Operationsplan gibt es bisher nicht, und ein Chefarzt, der sich da erfolgversprechend ran traut ist noch nicht gefunden.
Siebzehntausend verhinderbare Tote, die zum Teil auf Personalmangel und dem Fehlen finanzieller Mittel zurückgehen, dies ist eine ernsthafte Bedrohung für die innere Sicherheit. Wäre das für Sie Herr Schäuble als ranghöchster Katastrophenschützer mit dem "obersten Prinzip der Vermeidbarkeit" nicht endlich mal eine sinnvolles Betätigungsfeld?
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat diese Woche Zahlen vorlegt, nach denen internationalen Studien zufolge jeder tausendste Krankenhauspatient allein wegen vermeidbarer Fehler bei Krankenhaus- Behandlungen sterben muss. Geht man von jährlich ca. 17 Millionen Patienten aus, trifft dieses Schicksal 17.000 Menschen.
Im Vergleich dazu: Die Zahl der Verkehrstoten lag im Jahr 2006 bei 5.094 Personen bei 2,23 Millionen Unfällen.
Natürlich sind solche Vergleiche im Prinzip haltlos. Viele der im Straßenverkehr Verletzten wird wiederum im Krankenhaus das Leben gerettet, auf je 438 Verkehrsunfälle kommt ein Toter. Auf der anderen Seite nehmen wiederum wesentlich mehr Menschen am Straßenverkehr teil und nicht jeder Verkehrsunfall ist auf indivuellen Leichtsinn zurückzuführen. Trotzdem: Vernachlässigt man Faktoren wie einen geschwächten Gesundheitszustand, resistente Keime, höheres Lebensalter etc, ist man Pi mal Daumen provokant formuliert auf der Strasse besser aufgehoben als in einer Gesundheitseinichtung. Erklärt dies die Beliebtheit an unserer motorisierten Gesellschaft ?
Der größte Teil der vermeidbaren Todesfälle im Krankenhaus resultiere aus Infektionen und unerwünschten Arzneimittel-Nebenwirkungen, hieß es von Seiten des im April 2005 gegründeten Bündnisses, indem sich mittlerweile rund 140 Akteure des Gesundheitswesens, darunter Einzelpersonen, Verbände und Körperschaften zusammengeschlossen haben. Weitere Details zu den untersuchten Ursachen gab es aber zunächst nicht, Zahlen über offentsichtlichen Ärztepfusch oder über Fehler, die aufgrund der desolaten Personalsituation zustande kamen, wurden nicht genannt.
Ist auch nicht weiter verwunderlich, Aufgabe und Ziel des Aktionsbündnisses ist primär die Erhöhung der medizinischen Sicherheitsaspekte durch Qualitätssicherungsinstrumente. Durch Einführung von Frühwarnsystemen wie dem Critical Incident Reporting System (CIRS) soll in erster Linieeine verbesserte Behandlungsqualität die Anzahl von Patientenbeschwerden senken. Immerhin 10.300 Patienten haben sich im vergangenen Jahr bei den Ärztekammern in Deutschland über mögliche Behandlungsfehler beschwert. In etwa jedem fünften Fall stellten die Gutachter tatsächlich Fehler fest.
Die immensen Fehler auf der politischen Bühne, die die Krankenhäuser vielfach erst in diese morbide Situation gebracht haben, werden vom Aktionsbündnis nicht angetastet, deshalb wird deren Wirken auch von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt als ein "vorbildliches Beispiel" umworben. Kampagnen wie "Aktion Saubere Hände" und "Aus Fehlern lernen" sind keineswegs als Handlungsaufforderungen an die gesundheitspolitischen Akteure mißzuverstehen.
Doch wer jetzt aufgrund dieser Horrorzahlen es mit der Angst zu tun bekommen hat, und meint notwendige Behandlungen aufschieben zu können, ist statistisch gesehen wiederum schlecht beraten: Die Zahl derer, die sterben, weil sie nicht rechtzeitig einen Arzt aufgesucht haben, liegt um ein Dutzendfaches höher.
Da erscheint es doch vielversprechender, zuerst mal den Patienten namens Gesundheitswesen auf den Operationstisch zu legen und ihn mit tiefen Schnitten von seinen Profiteuren und Lobbyisten zu befreien. Freilich - einen Operationsplan gibt es bisher nicht, und ein Chefarzt, der sich da erfolgversprechend ran traut ist noch nicht gefunden.
Siebzehntausend verhinderbare Tote, die zum Teil auf Personalmangel und dem Fehlen finanzieller Mittel zurückgehen, dies ist eine ernsthafte Bedrohung für die innere Sicherheit. Wäre das für Sie Herr Schäuble als ranghöchster Katastrophenschützer mit dem "obersten Prinzip der Vermeidbarkeit" nicht endlich mal eine sinnvolles Betätigungsfeld?
sfux - 25. Apr, 08:01 Article 1611x read