Tratschundlaber
Sonja Wenger - Jesses, da fragte die deutsche «Gala» vor kurzem allen Ernstes, ob die «verlorenen Kinder von Hollywood» noch zu retten sind, deren Leben von Drogen, Alkohol und Magersucht bestimmt wird. Ja aber was soll man denn sonst tun außer saufen in einer Welt, in welcher der Papst wie der Chancellor aus «Star Wars» aussieht? In einer Welt, in der auf web.de Jude Law wegen seiner «hinterhältigen Affäre mit dem Kindermädchen» als die «grösste Liebesratte» bezeichnet wird, und der britische Sender BBC die Geschichte eines Kameramannes im Irak nicht ausstrahlt, weil es für den Titel «Weddings and beheadings» jetzt gerade ein etwas unpassender Zeitpunkt sei.

Juhuii! Es gibt einen Hoffnungsschimmer am Ende des Bunten-Blätter-Dschungels: Kate Middleton ist wieder Single!
Wir leben auch in einer Welt, in der man Christina Ricci nicht mehr wieder erkennt, weil sie ihr süßes Mondgesicht genauso der Dürrezeit geopfert hat wie Courtney Love, die, nein, nein, «keine Magenoperation hatte», jetzt wie der Klon von Dolly Parton aussieht und ihre 23 Kilo weniger einer «gesunden, kalorienarmen Ernährung und Diätshakes» verdanke. Klar. Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer am Ende des Bunten-Blätter-Dschungels: Kate Middleton ist wieder Single. Offenbar sind noch nicht alle klugen Frauen verhungert, denn niemand mit auch nur einem Funken Verstand bleibt in dieser Familie – und sei es nur um dem Horrorszenario zu entfliehen, jedes Jahr einen doofen Hut nach Ascot tragen zu müssen.
Noch mehr Hoffnung macht, dass nun endlich auch in der «Schweizer Illustrierten» Platz für ernsthafte politische Analysen geschaffen wurde. Nur so ist zu erklären, dass Andreas Thiel über SVP-Präsident Ueli Maurer schreiben durfte: Er «glaubt an Gott, stammt aber intellektuell vom Urknall ab». Auch die deutsche «taz» schrieb kürzlich Kuddiknuddelknut und «duzziduzziduzzi», und hat damit eigentlich alles auf den Bär gebracht - sogar die Norweger wollen ihn jetzt offenbar adoptieren, denn bei ihnen sei es viel kälter.
Der wahre Grund aber ist wie immer Geld. Wenn das nächste Mal irgendwo ein Tierbaby ansteht, dann kaufen Sie Aktien - diejenigen des Berliner Zoos zumindest haben seit der Ära Knut ihren Wert verdoppelt. Und noch jemand wird seinen Wert vervielfachen:
Das neue Exemplar des Mister Schweiz ist da und heisst Tim Wielandt. Aber lassen wir ihn erst mal in Ruhe – denn die Schlagzeilen der letzten Tage sprechen für sich: «Mr. Schweiz – Die Beichte: Ich habe gekifft. Ich war untreu. Ich habe randaliert». Er sei nicht glatt rasiert – aber bestimmt eine ehrliche Haut, oder im «Blick»-Jargon: «Mister Arglos».
Tratschundlaber erscheint im Berner Kult & Kulturmagazin ensuite
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Juhuii! Es gibt einen Hoffnungsschimmer am Ende des Bunten-Blätter-Dschungels: Kate Middleton ist wieder Single!
Wir leben auch in einer Welt, in der man Christina Ricci nicht mehr wieder erkennt, weil sie ihr süßes Mondgesicht genauso der Dürrezeit geopfert hat wie Courtney Love, die, nein, nein, «keine Magenoperation hatte», jetzt wie der Klon von Dolly Parton aussieht und ihre 23 Kilo weniger einer «gesunden, kalorienarmen Ernährung und Diätshakes» verdanke. Klar. Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer am Ende des Bunten-Blätter-Dschungels: Kate Middleton ist wieder Single. Offenbar sind noch nicht alle klugen Frauen verhungert, denn niemand mit auch nur einem Funken Verstand bleibt in dieser Familie – und sei es nur um dem Horrorszenario zu entfliehen, jedes Jahr einen doofen Hut nach Ascot tragen zu müssen.
Noch mehr Hoffnung macht, dass nun endlich auch in der «Schweizer Illustrierten» Platz für ernsthafte politische Analysen geschaffen wurde. Nur so ist zu erklären, dass Andreas Thiel über SVP-Präsident Ueli Maurer schreiben durfte: Er «glaubt an Gott, stammt aber intellektuell vom Urknall ab». Auch die deutsche «taz» schrieb kürzlich Kuddiknuddelknut und «duzziduzziduzzi», und hat damit eigentlich alles auf den Bär gebracht - sogar die Norweger wollen ihn jetzt offenbar adoptieren, denn bei ihnen sei es viel kälter.
Der wahre Grund aber ist wie immer Geld. Wenn das nächste Mal irgendwo ein Tierbaby ansteht, dann kaufen Sie Aktien - diejenigen des Berliner Zoos zumindest haben seit der Ära Knut ihren Wert verdoppelt. Und noch jemand wird seinen Wert vervielfachen:
Das neue Exemplar des Mister Schweiz ist da und heisst Tim Wielandt. Aber lassen wir ihn erst mal in Ruhe – denn die Schlagzeilen der letzten Tage sprechen für sich: «Mr. Schweiz – Die Beichte: Ich habe gekifft. Ich war untreu. Ich habe randaliert». Er sei nicht glatt rasiert – aber bestimmt eine ehrliche Haut, oder im «Blick»-Jargon: «Mister Arglos».


sfux - 24. Mai, 09:29 Article 7089x read