Goodbye Bafana
Sonja Wenger - Des einen Freiheitskämpfer ist des anderen Terrorist. Dieser Spruch gilt heute genauso wie 1964, als das südafrikanische Apartheid-Regime Nelson Mandela als einen der Anführer des African National Congress zu lebenslanger Haft verurteilte und im Gefängnis von Robben Island wegsperrte. Nur die Angst der Regierung, Mandela durch ein Todesurteil zum Märtyrer zu machen, bewahrte ihn damals vor dem Strick und am liebsten hätte das Regime den Schlüssel weggeworfen. Erst 1990 wurde Mandela medienwirksam freigelassen und wurde 1994 zum ersten schwarzen, demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas.

Hätten am liebsten den Schlüssel weggeworfen
Während über zwanzig Jahre seiner Haft wurde Mandela von dem Gefängniswärter James Gregory bewacht. Als dieser 1968 nach Robben Island versetzt wird, überträgt man ihm den Gefangenen und die Zensur dessen Korrespondenz, da Gregory fließend Xhosa, Mandelas Muttersprache, spricht und ihn so ausspionieren soll. Doch der Kontakt mit dem charismatischen Mandela verändert das Weltbild des bis anhin Regime treuen Gregory, der aus einfachen Verhältnissen stammt und nur seine Familie vor den Schwarzen schützen will, die er allesamt für
gefährliche Terroristen hält.
Basierend auf den Memoiren von Gregory hat Regisseur Bille August mit «Goodbye Bafana» ein eindringliches Zeitbild der Apartheid geschaffen. Während der Rassentrennung in Südafrika von 1948 bis 1990 hatte die schwarze Mehrheit des Landes kein Recht zu wählen, sich zu bilden, weder Haus- oder Landbesitz zu haben noch sich frei zu bewegen. Obwohl die Geschichte vornehmlich aus der Perspektive der Weißen erzählt wird, ist der Respekt für die Errungenschaften und den Einfluss von Mandela in jeder Szene spürbar. Mit beklemmender Realität wird gezeigt, wie die weiße Minderheit des Landes die Schwarzen unterdrückte und mit wie viel Rassismus die Gefangenen konfrontiert waren.

Beklemmende Realität: Rassismus & Haft
Durch die beeindruckende Leistung der drei Hauptdarsteller Joseph Fiennes als Gregory, Dennis Haysbert als Mandela und Diane Kruger als Gregorys Frau Gloria ist «Goodbye Bafana» aber auch ein intimes Porträt der Beziehung zwischen den beiden Männern und jener des Ehepaares Gregory. «Bafana» bedeutet Freund auf Xhosa und mit Ausnahme einer Rückblende in Gregorys Kindheit erzählt Regisseur August die Geschichte chronologisch und dicht gepackt mit historischen Begebenheiten.
Elegant werden sie in das Heute des Films eingeflochten und bewahren dadurch jene Beiläufigkeit, die sich erst im Rückblick in etwas Spezielles verwandelt.
Durch seine wachsende Sympathie mit Mandela und dessen Kampf für Gleichberechtigung wird Gregory zunehmend von seiner Umgebung angefeindet. Hin- und her gerissen zwischen seinen erschütterten Wertvorstellungen und dem Bedürfnis, für seine Familie zu sorgen, willigt er trotz wachsender Zweifel an der moralischen Überlegenheit seiner Arbeit immer wieder ein, seine Rolle weiterzuspielen.
Dass er dadurch Teil der politischen Geschichte seines Landes wird, ist ihm schon früh bewusst und wesentlich für seine Motivation. Immer mehr wandelt sich Gregory von einem hasserfüllten Rassisten in einen Anhänger Mandelas.
So fasst ein Zitat aus Nelson Mandelas Buch «Der lange Weg zur Freiheit» eindrücklich die Botschaft von «Goodbye Bafana» zusammen: «Niemand wird geboren und hasst andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion. Hass muss man lernen, und wenn man Menschen das Hassen beibringen kann, dann kann man sie auch lehren zu lieben, denn Liebe kommt einfacher in die Herzen der Menschen als sein Gegenteil».
Dieser Artikel erschien erstmalig im einzigen Berner Kulturmagazin... natürlich ensuite

Hätten am liebsten den Schlüssel weggeworfen
Während über zwanzig Jahre seiner Haft wurde Mandela von dem Gefängniswärter James Gregory bewacht. Als dieser 1968 nach Robben Island versetzt wird, überträgt man ihm den Gefangenen und die Zensur dessen Korrespondenz, da Gregory fließend Xhosa, Mandelas Muttersprache, spricht und ihn so ausspionieren soll. Doch der Kontakt mit dem charismatischen Mandela verändert das Weltbild des bis anhin Regime treuen Gregory, der aus einfachen Verhältnissen stammt und nur seine Familie vor den Schwarzen schützen will, die er allesamt für
gefährliche Terroristen hält.
Basierend auf den Memoiren von Gregory hat Regisseur Bille August mit «Goodbye Bafana» ein eindringliches Zeitbild der Apartheid geschaffen. Während der Rassentrennung in Südafrika von 1948 bis 1990 hatte die schwarze Mehrheit des Landes kein Recht zu wählen, sich zu bilden, weder Haus- oder Landbesitz zu haben noch sich frei zu bewegen. Obwohl die Geschichte vornehmlich aus der Perspektive der Weißen erzählt wird, ist der Respekt für die Errungenschaften und den Einfluss von Mandela in jeder Szene spürbar. Mit beklemmender Realität wird gezeigt, wie die weiße Minderheit des Landes die Schwarzen unterdrückte und mit wie viel Rassismus die Gefangenen konfrontiert waren.

Beklemmende Realität: Rassismus & Haft
Durch die beeindruckende Leistung der drei Hauptdarsteller Joseph Fiennes als Gregory, Dennis Haysbert als Mandela und Diane Kruger als Gregorys Frau Gloria ist «Goodbye Bafana» aber auch ein intimes Porträt der Beziehung zwischen den beiden Männern und jener des Ehepaares Gregory. «Bafana» bedeutet Freund auf Xhosa und mit Ausnahme einer Rückblende in Gregorys Kindheit erzählt Regisseur August die Geschichte chronologisch und dicht gepackt mit historischen Begebenheiten.
Elegant werden sie in das Heute des Films eingeflochten und bewahren dadurch jene Beiläufigkeit, die sich erst im Rückblick in etwas Spezielles verwandelt.
Durch seine wachsende Sympathie mit Mandela und dessen Kampf für Gleichberechtigung wird Gregory zunehmend von seiner Umgebung angefeindet. Hin- und her gerissen zwischen seinen erschütterten Wertvorstellungen und dem Bedürfnis, für seine Familie zu sorgen, willigt er trotz wachsender Zweifel an der moralischen Überlegenheit seiner Arbeit immer wieder ein, seine Rolle weiterzuspielen.
Dass er dadurch Teil der politischen Geschichte seines Landes wird, ist ihm schon früh bewusst und wesentlich für seine Motivation. Immer mehr wandelt sich Gregory von einem hasserfüllten Rassisten in einen Anhänger Mandelas.
So fasst ein Zitat aus Nelson Mandelas Buch «Der lange Weg zur Freiheit» eindrücklich die Botschaft von «Goodbye Bafana» zusammen: «Niemand wird geboren und hasst andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion. Hass muss man lernen, und wenn man Menschen das Hassen beibringen kann, dann kann man sie auch lehren zu lieben, denn Liebe kommt einfacher in die Herzen der Menschen als sein Gegenteil».

sfux - 30. Mai, 08:03 Article 2154x read