Erzherzog Hugo Köhler - Neue Geheimnisse umgeben das Haus Habsburg
Malte Olschewski - Die Geschichte des Hauses Habsburg muss ein wenig umgeschrieben werden, denn Erzherzog Johann Salvator ist 1890 ziemlich sicher nicht bei einem Sturm vor Kap Hoorn umgekommen. Er hat als Hugo Köhler in Norwegen ein neues Leben begonnen und ist 1945 in Kristiansand gestorben. Seine Nachkommen erheben nun Anspruch auf den früheren Besitz des Erzherzogs, darunter auch auf das bekannte Schloss Ort im Traunsee. DNA-Tests sollen in Kürze Klarheit bringen, doch hat das Tagebuch Köhlers für neue Verwirrung in der Tragödie von Mayerling gesorgt.
Johann Salvator ist als Mitglied der habsburgischen Toskana-Linie 1852 geboren. Die Habsburger mussten nach Gründung der italienischen Republik flüchten und fanden Aufnahme bei Kaiser Franz Joseph. Johann Salvator schlug die militärische Karriere ein und wurde mehrmals in die hintersten Winkel der Monarchie strafversetzt. Trotzdem wurde er, weil er eben ein Habsburger war, Feldmarschall-Leutnant. Zu seinem Cousin, Kronprinz Rudolf, unterhielt er eine enge Freundschaft. Man tauschte Ideen zu einer Reform der Monarchie aus. Beide Erzherzöge wurden deshalb vom k. und k. Geheimdienst überwacht, der sich fragen musste, wer von beiden der grössere Sonderling war. Während Rudolf jeden Monat seine Haartracht änderte und an Syphilis laborierte, unterstützte Johann Salvator den Pfarrer Saunier bei der Suche nach dem Heiligen Gral.
Während Rudolf schon nach einer Gefährtin für den Freitod suchte, lehnte Johann Salvator die bulgarische Krone ab. Wie sein Cousin Rudolf publizierte er unter Pseudonymen in verschiedenen Zeitschriften. Rudolf hat am 30.1.1889 im Jagdschloss Mayerling seine Geliebte Mary Vetsera und dann sich selbst erschossen, wobei einige Umstände dieser Tat bis heute noch nicht aufgeklärt sind. Die Gräfin Larisch, erzählt die habsburgische Legende, verwahrte in der Folgezeit eine Kassette, deren Inhalt die Wahrheit über Mayerling bergen würde. Sie sollte sie nur jenem aushändigen, der ihr das Kürzel „RIOU“ (Rudolf Imperator Österreichs und Ungarns) mitteilen würde. Wer dann kam, das Kürzel wusste und die Kassette erhielt, war Johann Salvator.
Tatsache ist, dass Johann Salvator acht Monate nach der Tragödie von Mayerling den Militärdienst quittierte. Er verliess auch das Haus Habsburg und verzichtete damit auf alle Ansprüche. Er nannte sich nach seinem Besitz im Traunsee Johann Ort. Mit seiner langjährigen Geliebten Milli Stubel, ging er nach Hamburg, wo er ein Schiff kaufte. Nach einer Landung in La Plata wollte er nach Chile segeln. Bei der gefährlichen Passage um Cap Hoorn ging die „Santa Margarita“ unter. Der Erzherzog und seine Geliebte sollen nicht überlebt haben. 1911 wurde Johann Ort für tot erklärt.
Aus den Schriften und Briefen des Erzherzogs geht hervor, dass er ein zweites Leben schon seit langem geplant hatte. Es ist sicher, dass er bereits 1881 in Hamburg für viel Geld die Papiere des Kartografen Hugo Köhler gekauft hat. Köhler brauchte damals Geld, um in Ägypten seine Tuberkulose auszuheilen. Nach den Eintragungen seiner Heimatgemeinde Eilenberg in Sachsen ist Köhler in Ägypten gestorben. In den Jahren nach 1890 ist ein Mann mit seinen Papieren mehrfach durch Norddeutschland und Skandinavien gereist, um sich dann in Kristiansand niederzulassen. Am Totenbett hat Hugo Köhler seinen Nachkommen mitgeteilt, dass er der verschollene ehemalige Erzherzog Johann Salvator sei. Sein Enkel Franz Johan Köhler Nielsen (*1927) und sein Urenkel Henrik Danielson (*1970) haben dem Schloss Ort und der Gemeinde Gmunden einen Besuch angestattet.
Familienexperten konnten bei den Besuchern keine der berühmten Spezifikationen des Hauses Habsburg -schmale Kopf- Karotte, näselnde Sprechweise und tief hängende Unterlippe- feststellen. Dass die Nachkommen des Erzherzogs Hugo Köhler das Schloss Ort rückerstattet bekommen, ist nur schwer möglich. Das Schloss war 1918 wie alle anderen Besitztümer der Habsburger verstaatlicht worden und gehört heute als Touristenattraktion und Standesamt der Gemeinde Gmunden. So wie sich die Stadt über Belebung aus dem hohen Norden freut, so kann auch die habsburgische Memorabilien- Industrie Österreichs eine weitere Variante der Tragödie von Mayerling abarbeiten. Es hat Hugo Köhler in seinem Nachlass viele Briefe, Tagebucheintragungen und Skizzen hinterlassen. „Wunderliches Schicksal. Bereue meinen Schritt doch nicht: Tot für die Welt, lebend für edle Taten.“
So schreibt er. Es ist auch eine farbige Skizze zu sehen, in der er Kaiser Franz Joseph bei einem Diner mit seinen toskanischen Verwandten zeigt. Als er auf Mayerling zu sprechen kommt, geht dem habsburgischen Sonderling die Fantasie durch. Er will mit vielen anderen am 30.1.1889 an einem rauschenden Champagnerfest in Mayerling dabei gewesen sein. Mary Vetsera habe völlig betrunken den Kronprinzen zur Annahme der ungarischen Krone gedrängt.
Er, Johann Ort, habe in diesen Aufgenblick die Szene verlassen. Dann habe er einen Schuss gehört. Er sei zurückgekehrt, worauf noch ein Schuss gefallen sei. Es sei ihm dann Kammerdiener Loschek mit rauchender Pistole entgegengekommen. Mary Vetsera habe aus Enttäuschung über Rudolf eine Champagnerflasche auf seinem Schädel zertrümmert und ihn so getötet. Kammerdiener Loschek haben den Mord an seinem Herren gerächt und Mary Vetsera erschossen. Diese Version ist völlig ausgeschlossen, doch führt sie zu der Frage, warum Johann Ort alias Hugo Köhler die Schuld an der Tragödie auf die unbedarfte 16jährige Mary schiebt.
Johann Salvator ist als Mitglied der habsburgischen Toskana-Linie 1852 geboren. Die Habsburger mussten nach Gründung der italienischen Republik flüchten und fanden Aufnahme bei Kaiser Franz Joseph. Johann Salvator schlug die militärische Karriere ein und wurde mehrmals in die hintersten Winkel der Monarchie strafversetzt. Trotzdem wurde er, weil er eben ein Habsburger war, Feldmarschall-Leutnant. Zu seinem Cousin, Kronprinz Rudolf, unterhielt er eine enge Freundschaft. Man tauschte Ideen zu einer Reform der Monarchie aus. Beide Erzherzöge wurden deshalb vom k. und k. Geheimdienst überwacht, der sich fragen musste, wer von beiden der grössere Sonderling war. Während Rudolf jeden Monat seine Haartracht änderte und an Syphilis laborierte, unterstützte Johann Salvator den Pfarrer Saunier bei der Suche nach dem Heiligen Gral.
Während Rudolf schon nach einer Gefährtin für den Freitod suchte, lehnte Johann Salvator die bulgarische Krone ab. Wie sein Cousin Rudolf publizierte er unter Pseudonymen in verschiedenen Zeitschriften. Rudolf hat am 30.1.1889 im Jagdschloss Mayerling seine Geliebte Mary Vetsera und dann sich selbst erschossen, wobei einige Umstände dieser Tat bis heute noch nicht aufgeklärt sind. Die Gräfin Larisch, erzählt die habsburgische Legende, verwahrte in der Folgezeit eine Kassette, deren Inhalt die Wahrheit über Mayerling bergen würde. Sie sollte sie nur jenem aushändigen, der ihr das Kürzel „RIOU“ (Rudolf Imperator Österreichs und Ungarns) mitteilen würde. Wer dann kam, das Kürzel wusste und die Kassette erhielt, war Johann Salvator.
Tatsache ist, dass Johann Salvator acht Monate nach der Tragödie von Mayerling den Militärdienst quittierte. Er verliess auch das Haus Habsburg und verzichtete damit auf alle Ansprüche. Er nannte sich nach seinem Besitz im Traunsee Johann Ort. Mit seiner langjährigen Geliebten Milli Stubel, ging er nach Hamburg, wo er ein Schiff kaufte. Nach einer Landung in La Plata wollte er nach Chile segeln. Bei der gefährlichen Passage um Cap Hoorn ging die „Santa Margarita“ unter. Der Erzherzog und seine Geliebte sollen nicht überlebt haben. 1911 wurde Johann Ort für tot erklärt.
Aus den Schriften und Briefen des Erzherzogs geht hervor, dass er ein zweites Leben schon seit langem geplant hatte. Es ist sicher, dass er bereits 1881 in Hamburg für viel Geld die Papiere des Kartografen Hugo Köhler gekauft hat. Köhler brauchte damals Geld, um in Ägypten seine Tuberkulose auszuheilen. Nach den Eintragungen seiner Heimatgemeinde Eilenberg in Sachsen ist Köhler in Ägypten gestorben. In den Jahren nach 1890 ist ein Mann mit seinen Papieren mehrfach durch Norddeutschland und Skandinavien gereist, um sich dann in Kristiansand niederzulassen. Am Totenbett hat Hugo Köhler seinen Nachkommen mitgeteilt, dass er der verschollene ehemalige Erzherzog Johann Salvator sei. Sein Enkel Franz Johan Köhler Nielsen (*1927) und sein Urenkel Henrik Danielson (*1970) haben dem Schloss Ort und der Gemeinde Gmunden einen Besuch angestattet.
Familienexperten konnten bei den Besuchern keine der berühmten Spezifikationen des Hauses Habsburg -schmale Kopf- Karotte, näselnde Sprechweise und tief hängende Unterlippe- feststellen. Dass die Nachkommen des Erzherzogs Hugo Köhler das Schloss Ort rückerstattet bekommen, ist nur schwer möglich. Das Schloss war 1918 wie alle anderen Besitztümer der Habsburger verstaatlicht worden und gehört heute als Touristenattraktion und Standesamt der Gemeinde Gmunden. So wie sich die Stadt über Belebung aus dem hohen Norden freut, so kann auch die habsburgische Memorabilien- Industrie Österreichs eine weitere Variante der Tragödie von Mayerling abarbeiten. Es hat Hugo Köhler in seinem Nachlass viele Briefe, Tagebucheintragungen und Skizzen hinterlassen. „Wunderliches Schicksal. Bereue meinen Schritt doch nicht: Tot für die Welt, lebend für edle Taten.“
So schreibt er. Es ist auch eine farbige Skizze zu sehen, in der er Kaiser Franz Joseph bei einem Diner mit seinen toskanischen Verwandten zeigt. Als er auf Mayerling zu sprechen kommt, geht dem habsburgischen Sonderling die Fantasie durch. Er will mit vielen anderen am 30.1.1889 an einem rauschenden Champagnerfest in Mayerling dabei gewesen sein. Mary Vetsera habe völlig betrunken den Kronprinzen zur Annahme der ungarischen Krone gedrängt.
Er, Johann Ort, habe in diesen Aufgenblick die Szene verlassen. Dann habe er einen Schuss gehört. Er sei zurückgekehrt, worauf noch ein Schuss gefallen sei. Es sei ihm dann Kammerdiener Loschek mit rauchender Pistole entgegengekommen. Mary Vetsera habe aus Enttäuschung über Rudolf eine Champagnerflasche auf seinem Schädel zertrümmert und ihn so getötet. Kammerdiener Loschek haben den Mord an seinem Herren gerächt und Mary Vetsera erschossen. Diese Version ist völlig ausgeschlossen, doch führt sie zu der Frage, warum Johann Ort alias Hugo Köhler die Schuld an der Tragödie auf die unbedarfte 16jährige Mary schiebt.
sfux - 27. Jun, 08:03 Article 5131x read
Hugo Köhler oder?