Drachen der Kulturrevolution
Ambassador Robert Hutchings, Vorsitzender des National Intelligence Council und Herb Briick von der Central Intelligence Agency, veröffentlichten in den letzten Tagen 71 ehemals als geheim klassifizierte Dokumente unter dem Titel: "Tracking the Dragon", die in der Zeit zwischen 1948-1976 von verschiedenen Quellen und Beobachtern aus China zusammengetragen wurden. Durch ihre Arbeit ermöglichen die beiden Agenten in leitender Position einen kleinen Einblick in das gesammelte Wissen das die westlichen Geheimdienste in das Reich des Drachen hatten. Eines der Dokumente das auch für das berner Kulturmagazin Ensuite spannend war, ist das National Intelligence Estimate, kurz NIE 13-7-67. Die Kurzreferenz für die grosse Kulturrevolution Chinas!

Drama um Macht
Auf der ersten Seite des Geheimberichts aus dem Jahre 1967 heisst es dazu: "The political crisis in China continues. No end is in sight". An anderer Stelle: "…the Great Proletarian Cultural Revolution has already done immense damage to the leadership and the party… has unleashed new forces of instability… and has contributed Chinas growing isolation in the world". Ein Drama um Macht erschütterte das Reich des Drachens bis ins tiefste Mark, dessen Anfang von ganz zuoberst, nämlich von Mao Tse-tung (1893-1976) kam.
Offensichtlich gelang es ihm nicht, seine Macht innerhalb des Parteiapparates zu erhalten. Seine Reden gegen den Pragmatismus der neuen Regierung wurden zwar angehört, aber weitestgehend ignoriert. Mao sann deswegen auf einen Weg, die revolutionären Kräfte im Volk neu zu entfachen und es für seine Vorstellungen zu gewinnen. Mit Unterstützung des Marschalls und Verteidigungsministers Lin Biao und seiner Frau Jiang Qing löste er Ende 1965 die Große Proletarische Kulturrevolution aus. Aus den sich immer mehr radikalisierenden Jugendlichen und vor allem aus den Studenten bildeten sich verschiedene Kampfgruppen, die Roten und Schwarzen Garden sowie diverse Rebellengruppen. Am 18. August 1966 folglich, fand unter der Führung Maos die erste große Massenversammlung der Roten Garden auf dem Tiananmen-Platz, dem Platz des himmlischen Friedens, in Peking statt.
Zuerst beschränkten sich ihre Aktionen auf öffentliche Denunziation, Demütigung und Folterung von als Klassenfeinden angesehenen Lehrern, Professoren, Offizieren, Ärzten und sonstigen Intellektuellen, von denen nicht wenige dabei den Tod fanden. Die Zerstörungen und Verfolgungen richteten sich gegen die "Vier Alten": alte Ideen, alte Kultur, alte Sitten und alte Gewohnheiten. Binnen weniger Wochen jedoch entwickelte sich aus der Revolution gegen die reaktionären Kräfte ein entsetzlicher Bürgerkrieg zwischen den Angehörigen der so genannten Roten Klasse, den Gewinnern der kommunistischen Revolution, die in der gesellschaftlichen Hierarchie eine elitäre Stellung besaßen und der Mittleren Klasse, den Millionen Hilfsarbeitern und ihren Angehörigen, die von dem kommunistischen Staat und den Kollektivunternehmen ausgebeutet wurden. Die Kulturrevolution führte so natürlich zu einer Radikalisierung des politischen Kampfes.
Als zu Beginn des Jahres 1967 von Mao unterstützte Vertreter der "Massen" in allen Teilen Chinas die lokalen Behörden weitgehend entmachteten und selbst die Macht ergriffen, bestand die Gefahr, dass Mao die Kontrolle über die Entwicklung entgleiten könnte. Um die Revolution wieder unter Kontrolle zu bringen, musste die oberste Führung schließlich die Volksbefreiungsarmee einsetzen und Mao forderte deshalb die Volksbefreiungsarmee auf, diese Machtergreifungen zu unterstützen. In blutigen Kämpfen, die das ganze Land erfassten, wurden die "Roten Garden" schließlich im April 1969 niedergeschlagen. Die meisten Rotgardisten wurden zur "Umerziehung" aufs Land, oft in weit abgelegene Teile Chinas geschickt. Auf dem 9. Parteitag 1969 wurde die Kulturrevolution für beendet erklärt und Marschall Lin Biao wurde offiziell zum Nachfolger Maos bestimmt. Der so genannten Viererbande unter der Führung von Maos Ehefrau Jiang Qing gelang es allerdings das Prinzip der von Mao geforderten ständigen Revolution weiterhin aufrecht zu erhalten. Während Lin Biao als Repräsentant der VBA die Rückkehr zur Normalität forderte, plädierten Mao und die Linken in der KPCh für eine Fortsetzung des Ausnahmezustands. Im September 1971 kam Lin Biao bei einem bis heute ungeklärten Flugzeugabsturz, laut CIA Bericht versuchte Lin Biao gegen Mao zu putschen und versuchte anschliessend in die Sowjetunion zu fliehen – ums Leben.
Erst nach Mao Tse-tung's Tod 1976, ließ die neue politische Führung die Witwe Maos und drei weitere Mitglieder der kulturrevolutionären Gruppe, die "Viererbande", wie die Revolutions-Katalysatoren genannt wurden verhaften und zu Haftstrafen verurteilen. Das Machtdrama hinterliess eine vollkommen traumatisierte Zivilisation und eine komplett zerstörte Bildungsschicht. Schätzungen sprechen von 500'000 bis zu mehreren Millionen Toten.
"Tracking the Dragon, SELECTED NATIONAL INTELLIGENCE ESTIMATES ON CHINA,
1948-1976" und das erwähnte Dokument "NIE 13-7-67" zur Kulturrevolution in China, sowie andere Dokumente der "Tracking the Dragon" Serie kann unter folgendem Link auf den Heimcomputer geladen werden: http://www.cia.gov/nic/NIC_foia_china.html

Drama um Macht
Auf der ersten Seite des Geheimberichts aus dem Jahre 1967 heisst es dazu: "The political crisis in China continues. No end is in sight". An anderer Stelle: "…the Great Proletarian Cultural Revolution has already done immense damage to the leadership and the party… has unleashed new forces of instability… and has contributed Chinas growing isolation in the world". Ein Drama um Macht erschütterte das Reich des Drachens bis ins tiefste Mark, dessen Anfang von ganz zuoberst, nämlich von Mao Tse-tung (1893-1976) kam.
Offensichtlich gelang es ihm nicht, seine Macht innerhalb des Parteiapparates zu erhalten. Seine Reden gegen den Pragmatismus der neuen Regierung wurden zwar angehört, aber weitestgehend ignoriert. Mao sann deswegen auf einen Weg, die revolutionären Kräfte im Volk neu zu entfachen und es für seine Vorstellungen zu gewinnen. Mit Unterstützung des Marschalls und Verteidigungsministers Lin Biao und seiner Frau Jiang Qing löste er Ende 1965 die Große Proletarische Kulturrevolution aus. Aus den sich immer mehr radikalisierenden Jugendlichen und vor allem aus den Studenten bildeten sich verschiedene Kampfgruppen, die Roten und Schwarzen Garden sowie diverse Rebellengruppen. Am 18. August 1966 folglich, fand unter der Führung Maos die erste große Massenversammlung der Roten Garden auf dem Tiananmen-Platz, dem Platz des himmlischen Friedens, in Peking statt.
Zuerst beschränkten sich ihre Aktionen auf öffentliche Denunziation, Demütigung und Folterung von als Klassenfeinden angesehenen Lehrern, Professoren, Offizieren, Ärzten und sonstigen Intellektuellen, von denen nicht wenige dabei den Tod fanden. Die Zerstörungen und Verfolgungen richteten sich gegen die "Vier Alten": alte Ideen, alte Kultur, alte Sitten und alte Gewohnheiten. Binnen weniger Wochen jedoch entwickelte sich aus der Revolution gegen die reaktionären Kräfte ein entsetzlicher Bürgerkrieg zwischen den Angehörigen der so genannten Roten Klasse, den Gewinnern der kommunistischen Revolution, die in der gesellschaftlichen Hierarchie eine elitäre Stellung besaßen und der Mittleren Klasse, den Millionen Hilfsarbeitern und ihren Angehörigen, die von dem kommunistischen Staat und den Kollektivunternehmen ausgebeutet wurden. Die Kulturrevolution führte so natürlich zu einer Radikalisierung des politischen Kampfes.
Als zu Beginn des Jahres 1967 von Mao unterstützte Vertreter der "Massen" in allen Teilen Chinas die lokalen Behörden weitgehend entmachteten und selbst die Macht ergriffen, bestand die Gefahr, dass Mao die Kontrolle über die Entwicklung entgleiten könnte. Um die Revolution wieder unter Kontrolle zu bringen, musste die oberste Führung schließlich die Volksbefreiungsarmee einsetzen und Mao forderte deshalb die Volksbefreiungsarmee auf, diese Machtergreifungen zu unterstützen. In blutigen Kämpfen, die das ganze Land erfassten, wurden die "Roten Garden" schließlich im April 1969 niedergeschlagen. Die meisten Rotgardisten wurden zur "Umerziehung" aufs Land, oft in weit abgelegene Teile Chinas geschickt. Auf dem 9. Parteitag 1969 wurde die Kulturrevolution für beendet erklärt und Marschall Lin Biao wurde offiziell zum Nachfolger Maos bestimmt. Der so genannten Viererbande unter der Führung von Maos Ehefrau Jiang Qing gelang es allerdings das Prinzip der von Mao geforderten ständigen Revolution weiterhin aufrecht zu erhalten. Während Lin Biao als Repräsentant der VBA die Rückkehr zur Normalität forderte, plädierten Mao und die Linken in der KPCh für eine Fortsetzung des Ausnahmezustands. Im September 1971 kam Lin Biao bei einem bis heute ungeklärten Flugzeugabsturz, laut CIA Bericht versuchte Lin Biao gegen Mao zu putschen und versuchte anschliessend in die Sowjetunion zu fliehen – ums Leben.
Erst nach Mao Tse-tung's Tod 1976, ließ die neue politische Führung die Witwe Maos und drei weitere Mitglieder der kulturrevolutionären Gruppe, die "Viererbande", wie die Revolutions-Katalysatoren genannt wurden verhaften und zu Haftstrafen verurteilen. Das Machtdrama hinterliess eine vollkommen traumatisierte Zivilisation und eine komplett zerstörte Bildungsschicht. Schätzungen sprechen von 500'000 bis zu mehreren Millionen Toten.
"Tracking the Dragon, SELECTED NATIONAL INTELLIGENCE ESTIMATES ON CHINA,
1948-1976" und das erwähnte Dokument "NIE 13-7-67" zur Kulturrevolution in China, sowie andere Dokumente der "Tracking the Dragon" Serie kann unter folgendem Link auf den Heimcomputer geladen werden: http://www.cia.gov/nic/NIC_foia_china.html
sfux - 18. Nov, 00:53 Article 1486x read