Polizei-Routine - "Räuber", Querulanten und Jugendliche erschießen
Harald Haack - Zwei junge Berliner Polizisten haben einen Räuber erschossen. Nichts außergewöhnliches, denn das kommt augenscheinlich öfter vor. Oft „lösen“ sich aus unerfindlichen Gründen Schüsse aus den Polizeiwaffen, wie Ende Juni 2007 in Hamburg geschehen als Zivilfahnder zwei Männer, die Geldautomaten manipulierten, „kontrollieren“ wollten. Im Februar 2007 schoss ein Brandenburger Polizist auf einen 53jährigen Mann und verletzte diesen schwer, nachdem dieser mutmaßlich nicht mehr mit Pfefferspray zu bändigen war. Ebenfalls in Brandenburg (Nauen, Kreis Havelland) wurde ein 28-Jähriger von einem 24-jährigen Polizisten erschossen, weil er Glasscheiben von Bushaltestellen zertrümmert hatte.
Weniger oft aber werden mutmaßlich Polizisten zu Todesopfern, obwohl deren Job unbestritten gefährlich ist. Doch wenn Polizisten einmal erschossen werden, dann kreischt die Boulevardpresse in den schrillsten Tönen – so als ginge es um Solidaritätsbekundungen. Die Scheinheiligkeit lässt grüßen!
Wenn es nur das wäre, dann müsste sich niemand ums Ansehen der Polizei sorgen, und Polizisten hätten das wohlige Gefühl, die Presse stünde hinter ihnen. Aber immer häufiger erleiden Polizisten – angeblich – einen Schock, weil sie einen Räuber erschossen haben. Muss das sein? Sind Ausbildung und Training der Polizisten unzureichend? Sollte das Erschießen von Räubern wie im Kino nicht zur Polizei-Routine zählen?
Nein, angeblich sei die Ausbildung gut und auch das Training ausreichend, erhielt ich vielfach auf meine Fragen als Antwort. Gegen die psychischen Probleme einzelner Polizisten gäbe es zwar Psychologen, aber wer ohne deren Hilfe nicht sein Trauma einen Menschen getötet zu haben verarbeitete, wird auch mit deren Hilfe schwerlich sich überwinden können, heißt es krass seitens Eingeweihter; man bat mich diesbezüglich keine Namen und keine Institution in meinem Artikel zu nennen. Die Angelegenheit ist wohl zu heikel.
In der Bundeswehr aber hat über die psychischen Konsequenzen wahrscheinlich noch niemand nachgedacht. Schließlich werden Soldaten zum Töten ausgebildet und nicht zum Sozialhelfer. Es gibt zwar etliche Pastoren und Pater, die Soldaten betreuen, und wer von den zum Töten Gedrillten psychische Auffälligkeiten zeigt, kommt ins Lazarett und darf damit rechnen bei Manifestierung seines seelischen Schadens ins zivile Dasein entlassen zu werden.
Nach Berichten der BZ und der BILD, die von anderen Medien teilweise übernommen und kolportiert wurden, soll es so im Fall eines kürzlich erschossenen Berliner Räubers gewesen sein. Aber die Angaben sind abenteuerlich unterschiedlich: Einmal sind es uniformierte Polizisten, dann Zivilfahnder; dann soll es ein Jugendlicher gewesen sein, den die Polizisten für einen Räuber hielten und der vor ihnen flüchtete, weil die Polizisten mit ihren Waffen auf ihn zielten; auch soll der Erschossene zuvor auf seiner Flucht eine Pistole gezogen haben, mit der er zuvor in einer Kneipe geprahlt hatte und dann soll es sich nach einer letzten Meldung um einen Schreckschußrevolver gehandelt haben. Jedenfalls bewies der eine Polizist, dass er kein schlechter Schütze ist: Er traf dem mutmaßlichen Räuber ziemlich genau ins Herz - als wäre es eine Standard-Zielscheibe.
Polizei-Vizepräsident Gerd Neubeck soll gesagt haben: "Die beiden Beamten haben gehandelt, wie ich es von ihnen in einer solchen Situation erwarten und verlangen muss." Und trotzdem ermittelt er gegen sie wegen fahrlässiger Tötung. Nun ja, es war kein Moorhuhnschießen...
Bei dem Getöteten soll es sich um einen ehemaligen Bundeswehr-Soldaten handeln, der in Afghanistan im Einsatz war, wegen seiner schrecklichen Erlebnisse „aus der Bundeswehr ausschied“ und mit seinem Leben als Zivilist angeblich nicht mehr klar kam.
Vielleicht aber ist auch dies nur ein Märchen der Boulevard-Presse, die Polizisten vermutlich gerne in den Hintern kriecht, um Solidarität zu bekunden, aber jede Gelegenheit nutzt, um ihre mächtigen „Wirte“ von innen heraus zu schlachten.
Michael Schulze von Glaßer: Jojo-Effekt beim Krieg gegen den Terror
Weniger oft aber werden mutmaßlich Polizisten zu Todesopfern, obwohl deren Job unbestritten gefährlich ist. Doch wenn Polizisten einmal erschossen werden, dann kreischt die Boulevardpresse in den schrillsten Tönen – so als ginge es um Solidaritätsbekundungen. Die Scheinheiligkeit lässt grüßen!
Wenn es nur das wäre, dann müsste sich niemand ums Ansehen der Polizei sorgen, und Polizisten hätten das wohlige Gefühl, die Presse stünde hinter ihnen. Aber immer häufiger erleiden Polizisten – angeblich – einen Schock, weil sie einen Räuber erschossen haben. Muss das sein? Sind Ausbildung und Training der Polizisten unzureichend? Sollte das Erschießen von Räubern wie im Kino nicht zur Polizei-Routine zählen?
Nein, angeblich sei die Ausbildung gut und auch das Training ausreichend, erhielt ich vielfach auf meine Fragen als Antwort. Gegen die psychischen Probleme einzelner Polizisten gäbe es zwar Psychologen, aber wer ohne deren Hilfe nicht sein Trauma einen Menschen getötet zu haben verarbeitete, wird auch mit deren Hilfe schwerlich sich überwinden können, heißt es krass seitens Eingeweihter; man bat mich diesbezüglich keine Namen und keine Institution in meinem Artikel zu nennen. Die Angelegenheit ist wohl zu heikel.
In der Bundeswehr aber hat über die psychischen Konsequenzen wahrscheinlich noch niemand nachgedacht. Schließlich werden Soldaten zum Töten ausgebildet und nicht zum Sozialhelfer. Es gibt zwar etliche Pastoren und Pater, die Soldaten betreuen, und wer von den zum Töten Gedrillten psychische Auffälligkeiten zeigt, kommt ins Lazarett und darf damit rechnen bei Manifestierung seines seelischen Schadens ins zivile Dasein entlassen zu werden.
Nach Berichten der BZ und der BILD, die von anderen Medien teilweise übernommen und kolportiert wurden, soll es so im Fall eines kürzlich erschossenen Berliner Räubers gewesen sein. Aber die Angaben sind abenteuerlich unterschiedlich: Einmal sind es uniformierte Polizisten, dann Zivilfahnder; dann soll es ein Jugendlicher gewesen sein, den die Polizisten für einen Räuber hielten und der vor ihnen flüchtete, weil die Polizisten mit ihren Waffen auf ihn zielten; auch soll der Erschossene zuvor auf seiner Flucht eine Pistole gezogen haben, mit der er zuvor in einer Kneipe geprahlt hatte und dann soll es sich nach einer letzten Meldung um einen Schreckschußrevolver gehandelt haben. Jedenfalls bewies der eine Polizist, dass er kein schlechter Schütze ist: Er traf dem mutmaßlichen Räuber ziemlich genau ins Herz - als wäre es eine Standard-Zielscheibe.
Polizei-Vizepräsident Gerd Neubeck soll gesagt haben: "Die beiden Beamten haben gehandelt, wie ich es von ihnen in einer solchen Situation erwarten und verlangen muss." Und trotzdem ermittelt er gegen sie wegen fahrlässiger Tötung. Nun ja, es war kein Moorhuhnschießen...
Bei dem Getöteten soll es sich um einen ehemaligen Bundeswehr-Soldaten handeln, der in Afghanistan im Einsatz war, wegen seiner schrecklichen Erlebnisse „aus der Bundeswehr ausschied“ und mit seinem Leben als Zivilist angeblich nicht mehr klar kam.
Vielleicht aber ist auch dies nur ein Märchen der Boulevard-Presse, die Polizisten vermutlich gerne in den Hintern kriecht, um Solidarität zu bekunden, aber jede Gelegenheit nutzt, um ihre mächtigen „Wirte“ von innen heraus zu schlachten.

hha - 10. Aug, 22:17 Article 2277x read