Südafrikas Gesundheitsministerin wegen Säuferleber und Kleptomanie unter Beschuss
Dr. Alexander von Paleske - Eine Woche nach der Entlassung der stellvertretenden Gesundheitsministerin Madlala-Routledge, die sich durch die überfällige Änderung des Kurses in der Behandlung der katastrophalen AIDS-Seuche in Südafrika ausgezeichnet hatte, „Nachrichten Heute“ berichtete darüber, hat sich die südafrikanische Presse, allen voran die größte Wochenzeitung „Sunday Times“ auf die Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang eingeschossen.
Säuferleber oder Autoimmunhepatitis
Angefangen hatte es vor einer Woche mit der Veröffentlichung von Krankenhausunterlagen, woraus sich ergab, dass die Lebertransplantation bei der Gesundheitsministerin nicht gerechtfertigt war, weil bei ihr eine alkoholische Leberzirrhose - im Volksmund auch Säuferleber genannt - vorlag.
Das Gesundheitsministerium und die Ministerin hatten verlautbaren lassen, die Lebertransplantation sei wegen einer sogenannten Autoimmunhepatitis erfolgt, eine Erkrankung, bei der im Immunsystem eine Fehlregulation vorliegt, mit der Folge der Leberzerstörung. Dieser Unterschied ist wichtig, weil bei alkoholisch bedingter Leberzirrhose, wenn überhaupt, bei der Knappheit der Transplantate, erst bei nachgewiesener Alkoholabstinenz transplantiert wird. Auch in Deutschland wird in Einzelfällen von dieser Regelung abgewichen. Insofern besteht keinerlei Veranlassung mit dem Finger nach Afrika zu zeigen. Allerdings ist es journalistisch unethisch sich Krankenunterlagen zuspielen zu lassen und diese dann zu veröffentlichen.
Kleptomanie oder bloß Diebstahl?
Diese Woche legte die Sunday Times noch einmal nach. Neuer Vorwurf: Verurteilung wegen Diebstahls in Botswana.
Die Ministerin arbeitete von 1973 bis 1976 als Ärztin in Botswana und während dieser Zeit stahl sie von Patienten Wertgegenstände und Einrichtungsgegenstände aus dem Krankenhaus in Lobatse, etwa 50 km südlich der Hauptstadt Gaborone, wo sie ärztliche Direktorin war. Sie wurde verhaftet und eine Hausdurchsuchung erbrachte jede Menge Diebesguts. Manto Tshabalala Msimang wurde rechtskräftig verurteilt und für 10 Jahre des Landes verwiesen.
Mir selbst waren die Vorwürfe natürlich bekannt, gleichwohl habe ich in dem Artikel „Gemüse statt Kondome“ mich darauf beschränkt, den negativen Eindruck mitzuteilen, den sie hier hinterlassen hat. Denn es ist offensichtlich: die Ministerin leidet an Kleptomanie. Nach Aussagen von Ärztekollegen aus Südafrika lässt sie regelmäßig Badetücher mitgehen, wenn sie in einem Hotel übernachtet.
Nun ist Kleptomanie eine Krankheit und sicher ebenso wenig wie die Leberzirrhose geeignet, die Ministerin politisch anzugreifen.
Machtkampf und Fußball- WM
Diese Angriffe sind Teil des Machtkampf, der sich in Südafrika zurzeit abspielt, nämlich wer wird 2009 der nächste Präsident: Thabo Mbeki, Tokyo Sexwale, Jacob Zuma oder Cyril Ramaphosa.
Und während der Präsident seine Intrigenmaschine laufen lässt, wozu auch gefälschte E-Mails gehören, ist er plötzlich selbst schwer unter Beschuss. Denn die Angriffe auf die völlig inkompetente Gesundheitsministerin, die längst hätte entlassen werden müssen, gelten natürlich letztlich ihm.
Man kann kaum glauben, dass auch noch die Fußballweltmeisterschaft in drei Jahren ansteht, wenn man sieht, welch Zeitverzug bereits besteht und worauf die Politiker ihre Energien verschwenden.
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Angefangen hatte es vor einer Woche mit der Veröffentlichung von Krankenhausunterlagen, woraus sich ergab, dass die Lebertransplantation bei der Gesundheitsministerin nicht gerechtfertigt war, weil bei ihr eine alkoholische Leberzirrhose - im Volksmund auch Säuferleber genannt - vorlag.
Das Gesundheitsministerium und die Ministerin hatten verlautbaren lassen, die Lebertransplantation sei wegen einer sogenannten Autoimmunhepatitis erfolgt, eine Erkrankung, bei der im Immunsystem eine Fehlregulation vorliegt, mit der Folge der Leberzerstörung. Dieser Unterschied ist wichtig, weil bei alkoholisch bedingter Leberzirrhose, wenn überhaupt, bei der Knappheit der Transplantate, erst bei nachgewiesener Alkoholabstinenz transplantiert wird. Auch in Deutschland wird in Einzelfällen von dieser Regelung abgewichen. Insofern besteht keinerlei Veranlassung mit dem Finger nach Afrika zu zeigen. Allerdings ist es journalistisch unethisch sich Krankenunterlagen zuspielen zu lassen und diese dann zu veröffentlichen.
Kleptomanie oder bloß Diebstahl?
Diese Woche legte die Sunday Times noch einmal nach. Neuer Vorwurf: Verurteilung wegen Diebstahls in Botswana.
Die Ministerin arbeitete von 1973 bis 1976 als Ärztin in Botswana und während dieser Zeit stahl sie von Patienten Wertgegenstände und Einrichtungsgegenstände aus dem Krankenhaus in Lobatse, etwa 50 km südlich der Hauptstadt Gaborone, wo sie ärztliche Direktorin war. Sie wurde verhaftet und eine Hausdurchsuchung erbrachte jede Menge Diebesguts. Manto Tshabalala Msimang wurde rechtskräftig verurteilt und für 10 Jahre des Landes verwiesen.
Mir selbst waren die Vorwürfe natürlich bekannt, gleichwohl habe ich in dem Artikel „Gemüse statt Kondome“ mich darauf beschränkt, den negativen Eindruck mitzuteilen, den sie hier hinterlassen hat. Denn es ist offensichtlich: die Ministerin leidet an Kleptomanie. Nach Aussagen von Ärztekollegen aus Südafrika lässt sie regelmäßig Badetücher mitgehen, wenn sie in einem Hotel übernachtet.
Nun ist Kleptomanie eine Krankheit und sicher ebenso wenig wie die Leberzirrhose geeignet, die Ministerin politisch anzugreifen.
Machtkampf und Fußball- WM
Diese Angriffe sind Teil des Machtkampf, der sich in Südafrika zurzeit abspielt, nämlich wer wird 2009 der nächste Präsident: Thabo Mbeki, Tokyo Sexwale, Jacob Zuma oder Cyril Ramaphosa.
Und während der Präsident seine Intrigenmaschine laufen lässt, wozu auch gefälschte E-Mails gehören, ist er plötzlich selbst schwer unter Beschuss. Denn die Angriffe auf die völlig inkompetente Gesundheitsministerin, die längst hätte entlassen werden müssen, gelten natürlich letztlich ihm.
Man kann kaum glauben, dass auch noch die Fußballweltmeisterschaft in drei Jahren ansteht, wenn man sieht, welch Zeitverzug bereits besteht und worauf die Politiker ihre Energien verschwenden.










onlineredaktion - 20. Aug, 00:01 Article 4171x read