Nachrichtendienste von Estland und Hitler-Deutschland kooperierten gegen Sowjetunion
Novosti- Der estnische Historiker Magnus Ilmjärv behauptet mit Hinweis auf deutsche Archivmaterialien, dass die estnischen Nachrichtendienste mit der Abwehr von Hitler-Deutschland und den polnischen Nachrichtendiensten lange vor Beginn des Zweiten Weltkriegs kooperiert hatten.
„Es muss mit den Behauptungen Schluss gemacht werden, dass die estnische Aufklärung nicht mit der Abwehr zusammengearbeitet hat. Der Nachrichtendienst eines kleinen Staates kann nicht effektiv arbeiten, wenn er nicht mit dem eines größeren Staates in Kontakt steht. Schon vor 1935 bis 1936 arbeitete die estnische Auslandsaufklärung mit Polen zusammen. Über Estland schickte Polen seine Agenten nach Russland“, erklärte er der Zeitung „Eesti Paevaleht“.
Er will in den Archiven der deutschen Militäraufklärung ein Dokument vom 23. Januar 1939 gefunden haben, in dem beschrieben wird, wie die Beobachtung der sowjetischen Kriegsmarine in Estland organisiert war und wo die Beobachtungspunkte stationiert waren (Narva, Petschory, Tallinn und Haapsalu, Peipussee).
In dem Dokument werden auch die Namen von estnischen Agenten aufgeführt. „Das waren jedoch nur Randfiguren, den Grundstein der Zusammenarbeit haben der Chef der estnischen Militäraufklärung, Richard Masing, und der Chef der Abwehr, Wilhelm Canaris, in den Jahren von 1935 bis 1936 gelegt“, so der Historiker.
In einem Dokument der Abwehr vom 10. Januar 1940 wird behauptet, dass Estland den Deutschen wertvolle Informationen über die sowjetischen Streitkräfte übergeben hatte. Die Zusammenarbeit mit den Esten wurde dabei hoch eingeschätzt.
Ilmjärv stellt fest, dass die Entscheidung über die Zusammenarbeit mit dem ausländischen Nachrichtendienst im engen Kreis von Politikern und Militärs gefällt worden war, doch Deutschland in den 30er Jahren für die meisten Esten der Feind Nummer eins gewesen war. Die Haltung zu Deutschland und den Deutschen hat sich nach seiner Einschätzung erst nach den sowjetischen Deportationen im Juni 1941 geändert.
Er meint, dass die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste nicht nur deshalb nicht verleugnet werden sollte, weil die sowjetische Propaganda versuchte, die estnische Geschichte in den dunkelsten Farben darzustellen.
Er verschweigt aber auch nicht, dass „in historischen Werken aus sowjetischen Zeiten und des heutigen Russlands nicht nur Lügen, sondern auch zutreffende Standpunkte enthalten sind“.
Ilmjärv ist in Estland durch die Herausgabe historischer Monographie „Die stumme Unterwerfung“ bekannt geworden. Gestützt auf Unterlagen des NKWD berichtete er darin über die Rolle des ersten estnischen Präsidenten, Konstantin Päts, bei den tragischen Ereignissen in den Jahren 1939 bis 1940 und dessen prosowjetischer Haltung sowie guten Beziehungen mit Moskau.
„Es muss mit den Behauptungen Schluss gemacht werden, dass die estnische Aufklärung nicht mit der Abwehr zusammengearbeitet hat. Der Nachrichtendienst eines kleinen Staates kann nicht effektiv arbeiten, wenn er nicht mit dem eines größeren Staates in Kontakt steht. Schon vor 1935 bis 1936 arbeitete die estnische Auslandsaufklärung mit Polen zusammen. Über Estland schickte Polen seine Agenten nach Russland“, erklärte er der Zeitung „Eesti Paevaleht“.
Er will in den Archiven der deutschen Militäraufklärung ein Dokument vom 23. Januar 1939 gefunden haben, in dem beschrieben wird, wie die Beobachtung der sowjetischen Kriegsmarine in Estland organisiert war und wo die Beobachtungspunkte stationiert waren (Narva, Petschory, Tallinn und Haapsalu, Peipussee).
In dem Dokument werden auch die Namen von estnischen Agenten aufgeführt. „Das waren jedoch nur Randfiguren, den Grundstein der Zusammenarbeit haben der Chef der estnischen Militäraufklärung, Richard Masing, und der Chef der Abwehr, Wilhelm Canaris, in den Jahren von 1935 bis 1936 gelegt“, so der Historiker.
In einem Dokument der Abwehr vom 10. Januar 1940 wird behauptet, dass Estland den Deutschen wertvolle Informationen über die sowjetischen Streitkräfte übergeben hatte. Die Zusammenarbeit mit den Esten wurde dabei hoch eingeschätzt.
Ilmjärv stellt fest, dass die Entscheidung über die Zusammenarbeit mit dem ausländischen Nachrichtendienst im engen Kreis von Politikern und Militärs gefällt worden war, doch Deutschland in den 30er Jahren für die meisten Esten der Feind Nummer eins gewesen war. Die Haltung zu Deutschland und den Deutschen hat sich nach seiner Einschätzung erst nach den sowjetischen Deportationen im Juni 1941 geändert.
Er meint, dass die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste nicht nur deshalb nicht verleugnet werden sollte, weil die sowjetische Propaganda versuchte, die estnische Geschichte in den dunkelsten Farben darzustellen.
Er verschweigt aber auch nicht, dass „in historischen Werken aus sowjetischen Zeiten und des heutigen Russlands nicht nur Lügen, sondern auch zutreffende Standpunkte enthalten sind“.
Ilmjärv ist in Estland durch die Herausgabe historischer Monographie „Die stumme Unterwerfung“ bekannt geworden. Gestützt auf Unterlagen des NKWD berichtete er darin über die Rolle des ersten estnischen Präsidenten, Konstantin Päts, bei den tragischen Ereignissen in den Jahren 1939 bis 1940 und dessen prosowjetischer Haltung sowie guten Beziehungen mit Moskau.
sfux - 5. Nov, 08:59 Article 1617x read
Sehr schade, daß das nicht näher ausgeführt wird. Da von Rußland erst die eigene Unabhängigkeit gewonnen wurde, hätte man vermuten können, die junge Sowjetunion hätte sich den ersten Platz mit Deutschland zumindest geteilt...