Tratschundlaber
Sonja Wenger - Kleine weisse Schäfchen huschen mit Adolf- Schnauz auf «Spiegel-Online» herum. Die deutsche «taz» bringt ein Schweizerkreuz auf der Titelseite, an dem an allen vier Enden ein braunes Pflaster im rechten Winkel nach rechts angeklebt ist, und die halbe Medienwelt kommentiert wie die «Süddeutsche Zeitung» die «Abkehr von der Kuscheldemokratie» in der Schweiz. Nur uns Schweizer und Schweizerinnen scheint schleierhaft (ha!) zu sein, was sie uns damit sagen wollen.
Vermutlich ist es so, dass man im Ausland schon lange kapiert hat, in welche politische Richtung unser Land marschiert, nur wir zu Hause haben den rechten Überblick verloren. Ist aber auch kein Wunder, wenn alle schwarzen Schafe nach rechts rausgekickt werden. Unser Justizminister meinte zwar, dass es sich damit um ein rechtes, Verzeihung, echtes Wortspiel, und nicht etwa um eine rassistische Andeutung handle. Aber man sagt ja auch, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.
Doch der Volkssouverän hat nun einmal entschieden, dass er lieber eine recht laut blökende Herde sein will, als selbstdenkende, angstfreie Menschen. Das ist wahre Demokratie - die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit - das muss man respektieren, deshalb blöken wir von nun an fröhlich mit.

Duell der Vize-Missen: Xenia Tchoumitcheva
Aber was soll man denn auch anderes tun in einem Land, in dem «20 Minuten» ein Duell der Vize-Missen ankündigt, und das Fetzigste daran dann ein lauwarm konstruierter Vergleich der «Markenzeichen, des Zickentalents, der peinlichsten Momente und der Höhepunkte» von «sexy Xenia Tchoumitcheva» und der «ehrgeizigen Sabrina Knechtli» ist.
Da lob ich mir die durchaus interessante Antwort von Amanda Ammann, der neuen schönsten Frau der Schweiz, auf die Frage, wen sie denn nicht von der Bettkante stossen würde, nämlich «kleine, süsse Hundewelpen». Das ist wahre Tiefe! Gegen soviel Charisma kann die Vize-Miss Knechtli ja nur zweite machen, die höchstens «Mister-süsser-Hundewelpen-Blick» Orlando Bloom auf der Bettkante belassen würde.
Doch es naht Rettung: Eine Firma aus Amiland will nämlich eine Jacke auf den Markt bringen, die den Spielern von Kriegsvideogames das Gefühl vermitteln kann, am Oberkörper Schmerzen wie von Schlägen oder Schüssen zu fühlen. Wenn das Ganze ein Hit wird, gibt es dann vielleicht bald ein Äquivalent um das Gefühl von Blödheit spürbar zu machen. So zum Beispiel mit einem Helm, in dem der Klang blökender Schafe und das Gebimmel von Ziegenglöcklein zu hören sind – dann wird man sich wohlig abgeschottet sicher fühlen und ist endlich wieder frei.
Tratschundlaber erscheint im Berner und Zürcher Kulturmagazin ensuite
Vermutlich ist es so, dass man im Ausland schon lange kapiert hat, in welche politische Richtung unser Land marschiert, nur wir zu Hause haben den rechten Überblick verloren. Ist aber auch kein Wunder, wenn alle schwarzen Schafe nach rechts rausgekickt werden. Unser Justizminister meinte zwar, dass es sich damit um ein rechtes, Verzeihung, echtes Wortspiel, und nicht etwa um eine rassistische Andeutung handle. Aber man sagt ja auch, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.
Doch der Volkssouverän hat nun einmal entschieden, dass er lieber eine recht laut blökende Herde sein will, als selbstdenkende, angstfreie Menschen. Das ist wahre Demokratie - die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit - das muss man respektieren, deshalb blöken wir von nun an fröhlich mit.

Duell der Vize-Missen: Xenia Tchoumitcheva
Aber was soll man denn auch anderes tun in einem Land, in dem «20 Minuten» ein Duell der Vize-Missen ankündigt, und das Fetzigste daran dann ein lauwarm konstruierter Vergleich der «Markenzeichen, des Zickentalents, der peinlichsten Momente und der Höhepunkte» von «sexy Xenia Tchoumitcheva» und der «ehrgeizigen Sabrina Knechtli» ist.
Da lob ich mir die durchaus interessante Antwort von Amanda Ammann, der neuen schönsten Frau der Schweiz, auf die Frage, wen sie denn nicht von der Bettkante stossen würde, nämlich «kleine, süsse Hundewelpen». Das ist wahre Tiefe! Gegen soviel Charisma kann die Vize-Miss Knechtli ja nur zweite machen, die höchstens «Mister-süsser-Hundewelpen-Blick» Orlando Bloom auf der Bettkante belassen würde.
Doch es naht Rettung: Eine Firma aus Amiland will nämlich eine Jacke auf den Markt bringen, die den Spielern von Kriegsvideogames das Gefühl vermitteln kann, am Oberkörper Schmerzen wie von Schlägen oder Schüssen zu fühlen. Wenn das Ganze ein Hit wird, gibt es dann vielleicht bald ein Äquivalent um das Gefühl von Blödheit spürbar zu machen. So zum Beispiel mit einem Helm, in dem der Klang blökender Schafe und das Gebimmel von Ziegenglöcklein zu hören sind – dann wird man sich wohlig abgeschottet sicher fühlen und ist endlich wieder frei.

sfux - 22. Nov, 07:36 Article 1951x read