Tratschundlaber
Sonja Wenger - Zum Glück gibt’s die «Schweizer Illustrierte»: Immer dann, wenn der Überdruss an Jahresrückblicken einsetzt, schaut Elisabeth Tessier wohlgemut in die Zukunft und verkündet überraschend: «2008 wird ein gutes Jahr».
Die Planetenzyklen seien positiv. Das wird aber auch nötig sein, schliesslich weiss man bald nicht mehr, was denn nun zu tun ist: «Licht aus!», propagierte der «Blick» auf der Titelseite am 8. Dezember, als die grosse «Umwelt-Aktion des Jahres» als ein «leuchtendes Zeichen» für die Klimakonferenz auf Bali. Gleichzeitig lancierte die deutsche Tageszeitung «taz» auf ihrer Titelseite für das gleiche Datum «Licht an!».

So macht regieren Spass!
Während sich der «Blick» allerdings nach der Aktion wie immer selbst auf die Schulter klopfte, lieferte die «taz» immerhin eine «Klimaaktion für Fortgeschrittene»: Schliesslich gehe es doch darum, seine eigene Klimabilanz zu verbessern und «auf keinen Fall das eigene Hirn auszuschalten». Ein Appell, den man nicht oft genug wiederholen kann. Denn mehr als je zuvor wollen uns Medien und Werbung vom Gegenteil überzeugen und vertreten – frei nach Sartre – die Philosophie: «Ich kaufe, also bin ich.»
Aus diesem Grund werden beispielsweise die Fotos der Restkörper von Models nochmals künstlich in die Länge gezogen, wie kürzlich ein deutscher Modefotograf bestätigte. Mit ein paar Mouseklicks könne er leicht «zwei Konfektionsgrössen wegzaubern». Weshalb sich die Models dann trotzdem zu Tode hungern, hat er allerdings nicht erklärt.
Gleichzeitig kann sich die Weltpresse kaum davon erholen, dass Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy mit einem Model anbandelt, als ob das etwas Neues sei. So viel Fressen auf einmal, oder wie «Welt Online» schrieb: «Früher waren Männer Jäger und Frauen Sammlerinnen. Heute gibt es Carla Bruni», ihr Beuteschema heisst «Grosswild».
Doch noch ist die Vernunft nicht ganz tot: So hat der britische Sänger Damon Albarn vorgeschlagen, alle sogenannten Talent-Shows abzuschaffen, da die «Celebrity-Kultur eine falsche Botschaft vermittelt». Weiter hat Michael Jacksons Sohn Prince Michael seinen Papa «versehentlich» ins Gesicht geschlagen, frei nach dem Motto «Ich bin auch eine Halloween-Maske».
Und obwohl vor dem 10. Dezember kaum jemand geglaubt hätte, einmal froh über die Wahl einer SVP-Bundesrätin zu sein, bleibt vor allem eine Frage: Wieso gibt es noch keine CHVersion in blauweiss jener Plastikpuppe, die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton als Nussknacker mit «Schenkeln aus Edelstahl» zeigt? www.hillarynutcracker.com.
Die Planetenzyklen seien positiv. Das wird aber auch nötig sein, schliesslich weiss man bald nicht mehr, was denn nun zu tun ist: «Licht aus!», propagierte der «Blick» auf der Titelseite am 8. Dezember, als die grosse «Umwelt-Aktion des Jahres» als ein «leuchtendes Zeichen» für die Klimakonferenz auf Bali. Gleichzeitig lancierte die deutsche Tageszeitung «taz» auf ihrer Titelseite für das gleiche Datum «Licht an!».

So macht regieren Spass!
Während sich der «Blick» allerdings nach der Aktion wie immer selbst auf die Schulter klopfte, lieferte die «taz» immerhin eine «Klimaaktion für Fortgeschrittene»: Schliesslich gehe es doch darum, seine eigene Klimabilanz zu verbessern und «auf keinen Fall das eigene Hirn auszuschalten». Ein Appell, den man nicht oft genug wiederholen kann. Denn mehr als je zuvor wollen uns Medien und Werbung vom Gegenteil überzeugen und vertreten – frei nach Sartre – die Philosophie: «Ich kaufe, also bin ich.»
Aus diesem Grund werden beispielsweise die Fotos der Restkörper von Models nochmals künstlich in die Länge gezogen, wie kürzlich ein deutscher Modefotograf bestätigte. Mit ein paar Mouseklicks könne er leicht «zwei Konfektionsgrössen wegzaubern». Weshalb sich die Models dann trotzdem zu Tode hungern, hat er allerdings nicht erklärt.
Gleichzeitig kann sich die Weltpresse kaum davon erholen, dass Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy mit einem Model anbandelt, als ob das etwas Neues sei. So viel Fressen auf einmal, oder wie «Welt Online» schrieb: «Früher waren Männer Jäger und Frauen Sammlerinnen. Heute gibt es Carla Bruni», ihr Beuteschema heisst «Grosswild».
Doch noch ist die Vernunft nicht ganz tot: So hat der britische Sänger Damon Albarn vorgeschlagen, alle sogenannten Talent-Shows abzuschaffen, da die «Celebrity-Kultur eine falsche Botschaft vermittelt». Weiter hat Michael Jacksons Sohn Prince Michael seinen Papa «versehentlich» ins Gesicht geschlagen, frei nach dem Motto «Ich bin auch eine Halloween-Maske».
Und obwohl vor dem 10. Dezember kaum jemand geglaubt hätte, einmal froh über die Wahl einer SVP-Bundesrätin zu sein, bleibt vor allem eine Frage: Wieso gibt es noch keine CHVersion in blauweiss jener Plastikpuppe, die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton als Nussknacker mit «Schenkeln aus Edelstahl» zeigt? www.hillarynutcracker.com.
sfux - 23. Jan, 21:59 Article 5799x read