Simbabwe - Mugabes Machterhalt durch "Geisterwähler"?
Dr. Alexander von Paleske - In Simbabwe wurde gewählt. Was von Anfang an befürchtet wurde, scheint sich bereits jetzt zu bestätigen: Massiver Wahlbetrug.
Die Oppositionspartei MDC hatte sich erst durch ein Gerichtsurteil in letzter Minute Einblick in die Wählerlisten verschaffen können; auf einer Diskette, die in mühsamer Kleinarbeit dechiffriert wurde. Und mit den Reportern des Senders Al Jazeera, einer der ganz wenigen, die unabhängig aus Simbabwe berichten können, ging es am Freitag in ein Gebiet in Harare Nord, wo nach den amtlichen Wählerlisten angeblich 8.000 Wähler wohnen sollen. MDC und die Reporter von Al Jazeera fanden dort ganze acht Wähler. Außerdem ließ Mugabe 9 Millionen Stimmzettel drucken für knapp 6 Millionen Wähler. Damit ist klar, dass Mugabe, wie „Nachrichten Heute“ schon berichtete, über Geisterwähler seine Wiederwahl sichern will.
Putsch oder Ausnahmezustand?
Der Bombenanschlag in Bulawayo auf die Senatskandidatin der Regierungspartei, Judith Mkwanda, und die Erklärung von Präsident Robert Mugabe, dass er niemals zulassen werde der Opposition zu gestatten die Macht zu übernehmen, weil sie „Marionetten der britischen Regierung seien“, eröffnet Spekulationen über „was wenn“. Was passiert, wenn trotz aller Betrugsmanöver Mugabe verlieren sollte?
Robert Mugabe hat keinerlei Aussichten, die Wahlen, so es mit rechten Dingen zuginge, zu gewinnen, darüber sind sich die meisten Beobachter weitgehend einig.
Selbst der Professor für Politische Wissenschaften an der Universität in Harare, Joseph Kurebwa, ein Anhänger der Regierungspartei ZANU, hat dies ZDAMM PARSC Q in einem geheimen Bericht für seine Parteifreunde eingestanden. Sein Bericht geriet in die Hände der südafrikanischen Zeitung „Saturday Star“ und wurde am Wahltag veröffentlicht.
Die politische Analyse besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist für die Öffentlichkeit bestimmt, wird in der Regierungspresse zitiert und behauptet, Robert Mugabe erhielte 56 bis 57 Prozent der Stimmen.
Im zweiten und nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Bericht wird Mugabe keine Chance auf eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang eingeräumt, so dass ein zweiter Wahlgang notwendig werde. In diesem weiteren Wahlgang trete die Opposition dann nur noch mit einem Kandidaten statt jetzt mit zweien an und erhielte damit vermutlich die Mehrheit der Stimmen. Darüberhinaus prophezeit Kurebwa Massenunruhen, wenn Mugabe durch Wahlbetrug im ersten Wahlgang siegen würde.
Loyalitätseid auf die Republik
Der Befehlshaber der Armee, Constantine Chiwenga, der Chef der Polizei, Augustine Chihuri und der Leiter der Gefängnisse, Pradzayi Zimondi, haben erklärt, dass sie weder einen Präsidenten Tsvangirai, noch einen Präsidenten Makoni akzeptieren wollen. Da der Armeebefehlshaber Chiwenga seinen Loyalitätseid auf die Republik und die Verfassung, nicht aber auf die Person Mugabes geleistet hat, muss dies dann als Meuterei oder Putsch seitens Mugabes angesehen werden.
Der Bombenanschlag auf Mkwanda soll möglicherweise ein von der Regierung geplantes Chaos einläuten, um den Boden für einen derartigen Putsch oder Ausnahmezustand - oder beides - zu bereiten.
Robert Mugabe hat bei seiner letzten Wahlkampfrallaye in Bulawayo erklärt, jede Stimme für die Opposition sei eine verlorene Stimme, weil er niemals zuließe, dass die Opposition an die Macht kommt.
Die Frage bleibt: Wird die Bevölkerung Simbabwes den Wahlbetrug hinnehmen? Wir werden es bald wissen.
Wahlen in Simbabwe – Robert Mugabes letztes Gefecht, Makoni kandidiert unter Lebensgefahr
Simbabwe - Simba Makoni tritt gegen Mugabe an
Die Oppositionspartei MDC hatte sich erst durch ein Gerichtsurteil in letzter Minute Einblick in die Wählerlisten verschaffen können; auf einer Diskette, die in mühsamer Kleinarbeit dechiffriert wurde. Und mit den Reportern des Senders Al Jazeera, einer der ganz wenigen, die unabhängig aus Simbabwe berichten können, ging es am Freitag in ein Gebiet in Harare Nord, wo nach den amtlichen Wählerlisten angeblich 8.000 Wähler wohnen sollen. MDC und die Reporter von Al Jazeera fanden dort ganze acht Wähler. Außerdem ließ Mugabe 9 Millionen Stimmzettel drucken für knapp 6 Millionen Wähler. Damit ist klar, dass Mugabe, wie „Nachrichten Heute“ schon berichtete, über Geisterwähler seine Wiederwahl sichern will.
Putsch oder Ausnahmezustand?
Der Bombenanschlag in Bulawayo auf die Senatskandidatin der Regierungspartei, Judith Mkwanda, und die Erklärung von Präsident Robert Mugabe, dass er niemals zulassen werde der Opposition zu gestatten die Macht zu übernehmen, weil sie „Marionetten der britischen Regierung seien“, eröffnet Spekulationen über „was wenn“. Was passiert, wenn trotz aller Betrugsmanöver Mugabe verlieren sollte?
Robert Mugabe hat keinerlei Aussichten, die Wahlen, so es mit rechten Dingen zuginge, zu gewinnen, darüber sind sich die meisten Beobachter weitgehend einig.
Selbst der Professor für Politische Wissenschaften an der Universität in Harare, Joseph Kurebwa, ein Anhänger der Regierungspartei ZANU, hat dies ZDAMM PARSC Q in einem geheimen Bericht für seine Parteifreunde eingestanden. Sein Bericht geriet in die Hände der südafrikanischen Zeitung „Saturday Star“ und wurde am Wahltag veröffentlicht.
Die politische Analyse besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist für die Öffentlichkeit bestimmt, wird in der Regierungspresse zitiert und behauptet, Robert Mugabe erhielte 56 bis 57 Prozent der Stimmen.
Im zweiten und nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Bericht wird Mugabe keine Chance auf eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang eingeräumt, so dass ein zweiter Wahlgang notwendig werde. In diesem weiteren Wahlgang trete die Opposition dann nur noch mit einem Kandidaten statt jetzt mit zweien an und erhielte damit vermutlich die Mehrheit der Stimmen. Darüberhinaus prophezeit Kurebwa Massenunruhen, wenn Mugabe durch Wahlbetrug im ersten Wahlgang siegen würde.
Loyalitätseid auf die Republik
Der Befehlshaber der Armee, Constantine Chiwenga, der Chef der Polizei, Augustine Chihuri und der Leiter der Gefängnisse, Pradzayi Zimondi, haben erklärt, dass sie weder einen Präsidenten Tsvangirai, noch einen Präsidenten Makoni akzeptieren wollen. Da der Armeebefehlshaber Chiwenga seinen Loyalitätseid auf die Republik und die Verfassung, nicht aber auf die Person Mugabes geleistet hat, muss dies dann als Meuterei oder Putsch seitens Mugabes angesehen werden.
Der Bombenanschlag auf Mkwanda soll möglicherweise ein von der Regierung geplantes Chaos einläuten, um den Boden für einen derartigen Putsch oder Ausnahmezustand - oder beides - zu bereiten.
Robert Mugabe hat bei seiner letzten Wahlkampfrallaye in Bulawayo erklärt, jede Stimme für die Opposition sei eine verlorene Stimme, weil er niemals zuließe, dass die Opposition an die Macht kommt.
Die Frage bleibt: Wird die Bevölkerung Simbabwes den Wahlbetrug hinnehmen? Wir werden es bald wissen.


onlineredaktion - 30. Mär, 00:35 Article 2717x read