Menetekel – Fotogramme zur Jahrtausendwende
Das Bild ist eine mächtige Waffe. Unablässig schlägt sie auf uns ein, so machtvoll, dass das Hirn nicht mal merkt, dass es längst verkümmert ist. Überdrüssig überfliegt der Zeitungsleser die Pressebilder, mag die geschundenen, verbrannten, ausgemergelten Menschen schon gar nicht mehr sehen. Verständlich, denn die mit rasender Schnelligkeit und Perversität kaum zu überbietende Bildabfolge von kokettierten Minuten-Stars und ihren Schosshündchen, den grinsenden Politikern, mafiösen Wirtschaftskapitänen, den Bombentrichtern und siechenden Menschen schafft es, das Denken über den Informationsgehalt eines Bildes zu zerstören. Dem Schutzmechanismus unseres Hirnes dank… der Platz in den psychiatrischen Kliniken würde wohl noch enger werden. Trotz diesem natürlichen Schutz bewirkt die beständige Bombardierung der Bilder die konsequente Ruhigstellung des Gedankens. Die Konsequenz daraus ist mit Sicherheit eine verheerende Lethargie den Dramen der Welt gegenüber. Die Macht der Bilder und vor allem der Gehalt ihrer Informationen werden erst bewusst beim Innehalten.

Peter Fahr’s „Menetekel“ ist, wie Konstantin Wecker meint, leider ein wichtiges Buch.
Peter Fahr holt aus dieser Lethargie zurück. Sein neues Buch „Menetekel“ ist der Beweis, dass unser Geist sehr wohl bereit sein kann, gerade solche Informationen zu verarbeiten und in einem grösseren Kontext zu verstehen. Peter Fahr ist gebürtiger Berner. Seine arbeiten, Gedichte, Collagen und Geschichten, seine zeitkritischen Essays und politische Lyrik wurde verschiedentlich ausgezeichnet. Mit „Menetekel“ schaffte Peter Fahr ein Werk, das durch seine Schlichtheit absolut besticht. Er vereint die Pressebilder von 170 Ereignissen chronologisch mit einer jeweiligen nüchternen, sachbezogenen Bildunterschrift, welche die Daten und Fakten des Bildes umschreiben. Dazu stellt Fahr wie ein Chor im antiken Drama Vierzeiler in reimender Form. Die quantitative Verringerung auf seine Vierzeiler, steigert in verblüffender Weise die Qualität des Bildes. Peter Fahr schafft es dadurch mit sanfter Ironie, aber auch mit analytischen, zum Teil selbstbissigen Gedankengängen das Geschehen in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Interessant, denn damit durchdringt Fahr den Schutzmechanismus zum denken Hirn und lässt die Bilder aus dem Jahre 2000, die meisten Fotos kennt der Leser aus der Presse, mit anderen Augen speisen. Das Buch will sich langsam gelesen wissen, verführt aber auch zum schmökern, zum einfach mal aufschlagen und überraschen lassen.
Durchaus kann das Buch auch anregen an Peter Fahr’s Gedanken weiter zu knüpfen. Vielleicht – und das wäre zu hoffen, gewinnt seine Form der Vierzeiler für manchen zu einer neuen Quelle der Bildbetrachtung und vor allem Verarbeitung. Bilder - und sind sie noch so grässlich, noch so verlogen und scheinheilig kitschig – sie gehören zu unserem Rüstzeug die Welt zu verstehen. Und darum geht es. Peter Fahr’s „Menetekel“ ist, wie Konstantin Wecker meint, leider ein wichtiges Buch.
Buchvernissage:
Menetekel Fotogramme zur Jahrtausendwende, von Peter Fahr
Lesung: Hans Saner & Sabine Ehrlich
Musik Tinu Heiniger und das Heimatland – Orchester.
Freitag, 25. Februar 2005, Aula Lerbermatt, Kirchstrasse 64, CH-3098 Köniz-Bern
„Menetekel“ Fotogramme zur Jahrtausendwende.
Von Peter Fahr
384 Seiten mit 170 farbigen Fotografien, gebunden , Leinen.
2005 Nemesis Verlag Bern / Bantigenstrasse 43, 3006 Bern
ISBN 3-9520343-3-9

Peter Fahr’s „Menetekel“ ist, wie Konstantin Wecker meint, leider ein wichtiges Buch.
Peter Fahr holt aus dieser Lethargie zurück. Sein neues Buch „Menetekel“ ist der Beweis, dass unser Geist sehr wohl bereit sein kann, gerade solche Informationen zu verarbeiten und in einem grösseren Kontext zu verstehen. Peter Fahr ist gebürtiger Berner. Seine arbeiten, Gedichte, Collagen und Geschichten, seine zeitkritischen Essays und politische Lyrik wurde verschiedentlich ausgezeichnet. Mit „Menetekel“ schaffte Peter Fahr ein Werk, das durch seine Schlichtheit absolut besticht. Er vereint die Pressebilder von 170 Ereignissen chronologisch mit einer jeweiligen nüchternen, sachbezogenen Bildunterschrift, welche die Daten und Fakten des Bildes umschreiben. Dazu stellt Fahr wie ein Chor im antiken Drama Vierzeiler in reimender Form. Die quantitative Verringerung auf seine Vierzeiler, steigert in verblüffender Weise die Qualität des Bildes. Peter Fahr schafft es dadurch mit sanfter Ironie, aber auch mit analytischen, zum Teil selbstbissigen Gedankengängen das Geschehen in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Interessant, denn damit durchdringt Fahr den Schutzmechanismus zum denken Hirn und lässt die Bilder aus dem Jahre 2000, die meisten Fotos kennt der Leser aus der Presse, mit anderen Augen speisen. Das Buch will sich langsam gelesen wissen, verführt aber auch zum schmökern, zum einfach mal aufschlagen und überraschen lassen.
Durchaus kann das Buch auch anregen an Peter Fahr’s Gedanken weiter zu knüpfen. Vielleicht – und das wäre zu hoffen, gewinnt seine Form der Vierzeiler für manchen zu einer neuen Quelle der Bildbetrachtung und vor allem Verarbeitung. Bilder - und sind sie noch so grässlich, noch so verlogen und scheinheilig kitschig – sie gehören zu unserem Rüstzeug die Welt zu verstehen. Und darum geht es. Peter Fahr’s „Menetekel“ ist, wie Konstantin Wecker meint, leider ein wichtiges Buch.
Buchvernissage:
Menetekel Fotogramme zur Jahrtausendwende, von Peter Fahr
Lesung: Hans Saner & Sabine Ehrlich
Musik Tinu Heiniger und das Heimatland – Orchester.
Freitag, 25. Februar 2005, Aula Lerbermatt, Kirchstrasse 64, CH-3098 Köniz-Bern
„Menetekel“ Fotogramme zur Jahrtausendwende.
Von Peter Fahr
384 Seiten mit 170 farbigen Fotografien, gebunden , Leinen.
2005 Nemesis Verlag Bern / Bantigenstrasse 43, 3006 Bern
ISBN 3-9520343-3-9
sfux - 25. Jan, 14:02 Article 2837x read