Schweiz: Tod beim Ausruhen von Euro-08-Einsätzen
Ferdinand - «Zum zweiten Mal innert eines Jahres ist die Armee von einem schweren Unglück betroffen worden», sagt Ex-SVPler und Noch-Bundesrat Schmid, das Unglück neutral urteilslos vorauseilend als „passiven Vorgang“ wertend. Zuerst riss, am 12. Juli 2007, eine (vermutlich selbst ausgelöste) Schneelawine 6 Soldaten beim Aufstieg zur Jungfrau in den Tod. Nun war gestern die Unglücksstelle ein ganz und gar nicht befahrbarer Bach, in welchen 10 Offiziere (Zweck: „Kaderanlass zur Teambildung“) auf 2 Gummischlauchbooten militärisch zum River-Rafting hinein disponiert und verordnet wurden.

5 Tote und 5 Verletzten: Der Fussball fordert eben doch seinen Tribut.
Der Wasserplausch hätte der „Teambildung“ eines 10köpfigen Offiziers-Stabs der Lufttransportabteilung 3 (LT Abt 3)dienen sollen, welcher für gewöhnlich den Militärflughafen Alpnach in Obwalden absichert. Nun sind sie zu einem Team im Tode, und knapp-am-Tod-vorbei geworden.
Ausser den Militärs würde jedoch niemand, auch nicht Profi-River-Rafters, je ausgerechnet in der Kander raften. Experten sagen voraus, Kenternde seien rettungslos verloren, sie würden mit ca. 80 km/h gegen die Schwellen der Kander geschleudert.
Der Horrorunfall endete mit 5 Toten und 5 Verletzten, 2 davon schwer. Zyniker reden von einer militärischen Interna, der Unfall habe rein militärische Aktivitäten ausgelöst und würde auch ausschliesslich militärisch gelöst.
So trafen innert Kürze Militärhelikopter an der Unfallstelle ein, für die Flieger habe sich zudem ein interessantes Uebungsfeld ergeben. Auch bei den Suchaktionen sei auf Militärs zurückgegriffen worden. Polizei, Feuerwehr und Sanität hätten sich geschont, usw.
Um die Militärs, die sich meist im Waagrecht-Gang, im Dösen, wenn nicht im Tiefschlaf befänden (Fragestellung: „Wie verbringe ich den WK am ringsten?“), nicht zu überfordern, hätte man das Suchen entlang der Kander letzte Nacht vorübergehend eingestellt, um den Schlafrythmus der Mannschaften nicht zu brechen. Erst heute morgen sei ein weiterer Aufwach- und Suchbefehl an die heroischen Soldaten ergangen zwecks Fortsetzung der Begehung der Kanderuferzonen. Im Gespräch war auch ein Einsatz weiterer Pontonier- und sonstiger Genie-Truppen.
Auch das Infotainment wurde durch die Dienste des Militärs durchgeführt. Der nach militärischer Lesart ganz und gar überraschende Unfall wird jetzt durch die Militärjustiz ermittelt. NZZ: „In einer vorläufigen Beweisaufnahme werden Sachverhalt, Beteiligte und Hintergründe des Unfalls ermittelt. Liege das Ergebnis vor, werde entschieden, ob eine Voruntersuchung eröffnet werde oder nicht. Sei dies der Fall, würden die Akten am Ende der Voruntersuchung an einen Auditor weitergegeben. Dieser entscheide dann, ob Anklage erhoben, das Verfahren eingestellt oder ein Strafmandat gefällt werde.“
Danke für die Aufklärung. Der Duktus dieser Info sagt ja doch ziemlich klar, dass kein Interesse oder Bedarf besteht, das so schlimm über uns hereingebrochene Ereignis zu untersuchen.
Armeechef Roland Nef betont überdies, der „Horrorunfall von Wimmis“ sei auch im Zusammenhang mit der EM-08 zu verstehen. Von Nef’s Kalauern hier nur dies: «Das Schicksal hat es gestern nicht gut mit uns gemeint. Ich bin zutiefst erschüttert, dass Kameraden bei einer Tätigkeit für die Armee ums Leben oder zu körperlichem Schaden gekommen sind».
«Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um den Angehörigen und Kameraden mit kompetenter Betreuung und menschlicher Wärme beizustehen». «Trotz der grossen Betroffenheit haben wir die Erfüllung unserer Aufträge weiterzuführen. Als Soldaten – und auch als Gastgeber der Euro 08. In ehrendem Andenken an unsere verunglückten Kameraden wollen wir unsere militärische Arbeit erst recht engagiert ausführen. Ich zähle auf Sie» schliesst Nef’s Tagesbefehl. (Zitate aus der Pressekonferenz von 10.30 h)
Und Nef bringt es auch bezüglich Untersuchung nochmals klar auf den Punkt: „Die Armee setze alles daran, die Hintergründe dieser Katastrophe lückenlos durch die zuständigen militärischen Stellen untersuchen zu lassen. Dies werde aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Aha. In einem Leserbrief an die NZZ heisst es: „und wieder einmal hat die Armee Soldaten umgebracht, es ist ja noch gar nicht so lange her, als Rekruten am Berg geopfert wurden, vermutlich wie hier aus Dummheit und Unüberlegtheit.“
Bei dem eidgenössisch-militärisch-diplomierten Tollkühn-Unternehmen „River-Rafting auf der Kander“ soll es sich, laut Luftwaffen-Kommandant Walter Knutti „um eine als Abwechslung zum Dienstalltag im Rahmen des Euro-08-Einsatzes verstandene Einlage» gehandelt haben. Okay. Der Fussball fordert eben doch seinen Tribut.
Ein Einheimischer zerzaust folgendermassen die Argumentation des Militärs: „Die Kander führt im Schnitt einen Abfluss von ca. 21qm/s, und nur während ca. 30 Tagen im Jahr führt sie eine solche Wassermenge wie zur Unfallszeit (40 qm/s)“.
Euro 08: Armee zimmerte Hooligan Gefängnis
Euro 08: Bern zeigte Euroknast in Ittigen
Euro 08: Holzknast für Hooligans
Fussball: Berns wankendes Wunderdorf...
Euro 08: Anpfiff für die elektronische Kriegsführungsabteilung

5 Tote und 5 Verletzten: Der Fussball fordert eben doch seinen Tribut.
Der Wasserplausch hätte der „Teambildung“ eines 10köpfigen Offiziers-Stabs der Lufttransportabteilung 3 (LT Abt 3)dienen sollen, welcher für gewöhnlich den Militärflughafen Alpnach in Obwalden absichert. Nun sind sie zu einem Team im Tode, und knapp-am-Tod-vorbei geworden.
Ausser den Militärs würde jedoch niemand, auch nicht Profi-River-Rafters, je ausgerechnet in der Kander raften. Experten sagen voraus, Kenternde seien rettungslos verloren, sie würden mit ca. 80 km/h gegen die Schwellen der Kander geschleudert.
Der Horrorunfall endete mit 5 Toten und 5 Verletzten, 2 davon schwer. Zyniker reden von einer militärischen Interna, der Unfall habe rein militärische Aktivitäten ausgelöst und würde auch ausschliesslich militärisch gelöst.
So trafen innert Kürze Militärhelikopter an der Unfallstelle ein, für die Flieger habe sich zudem ein interessantes Uebungsfeld ergeben. Auch bei den Suchaktionen sei auf Militärs zurückgegriffen worden. Polizei, Feuerwehr und Sanität hätten sich geschont, usw.
Um die Militärs, die sich meist im Waagrecht-Gang, im Dösen, wenn nicht im Tiefschlaf befänden (Fragestellung: „Wie verbringe ich den WK am ringsten?“), nicht zu überfordern, hätte man das Suchen entlang der Kander letzte Nacht vorübergehend eingestellt, um den Schlafrythmus der Mannschaften nicht zu brechen. Erst heute morgen sei ein weiterer Aufwach- und Suchbefehl an die heroischen Soldaten ergangen zwecks Fortsetzung der Begehung der Kanderuferzonen. Im Gespräch war auch ein Einsatz weiterer Pontonier- und sonstiger Genie-Truppen.
Auch das Infotainment wurde durch die Dienste des Militärs durchgeführt. Der nach militärischer Lesart ganz und gar überraschende Unfall wird jetzt durch die Militärjustiz ermittelt. NZZ: „In einer vorläufigen Beweisaufnahme werden Sachverhalt, Beteiligte und Hintergründe des Unfalls ermittelt. Liege das Ergebnis vor, werde entschieden, ob eine Voruntersuchung eröffnet werde oder nicht. Sei dies der Fall, würden die Akten am Ende der Voruntersuchung an einen Auditor weitergegeben. Dieser entscheide dann, ob Anklage erhoben, das Verfahren eingestellt oder ein Strafmandat gefällt werde.“
Danke für die Aufklärung. Der Duktus dieser Info sagt ja doch ziemlich klar, dass kein Interesse oder Bedarf besteht, das so schlimm über uns hereingebrochene Ereignis zu untersuchen.
Armeechef Roland Nef betont überdies, der „Horrorunfall von Wimmis“ sei auch im Zusammenhang mit der EM-08 zu verstehen. Von Nef’s Kalauern hier nur dies: «Das Schicksal hat es gestern nicht gut mit uns gemeint. Ich bin zutiefst erschüttert, dass Kameraden bei einer Tätigkeit für die Armee ums Leben oder zu körperlichem Schaden gekommen sind».
«Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um den Angehörigen und Kameraden mit kompetenter Betreuung und menschlicher Wärme beizustehen». «Trotz der grossen Betroffenheit haben wir die Erfüllung unserer Aufträge weiterzuführen. Als Soldaten – und auch als Gastgeber der Euro 08. In ehrendem Andenken an unsere verunglückten Kameraden wollen wir unsere militärische Arbeit erst recht engagiert ausführen. Ich zähle auf Sie» schliesst Nef’s Tagesbefehl. (Zitate aus der Pressekonferenz von 10.30 h)
Und Nef bringt es auch bezüglich Untersuchung nochmals klar auf den Punkt: „Die Armee setze alles daran, die Hintergründe dieser Katastrophe lückenlos durch die zuständigen militärischen Stellen untersuchen zu lassen. Dies werde aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Aha. In einem Leserbrief an die NZZ heisst es: „und wieder einmal hat die Armee Soldaten umgebracht, es ist ja noch gar nicht so lange her, als Rekruten am Berg geopfert wurden, vermutlich wie hier aus Dummheit und Unüberlegtheit.“
Bei dem eidgenössisch-militärisch-diplomierten Tollkühn-Unternehmen „River-Rafting auf der Kander“ soll es sich, laut Luftwaffen-Kommandant Walter Knutti „um eine als Abwechslung zum Dienstalltag im Rahmen des Euro-08-Einsatzes verstandene Einlage» gehandelt haben. Okay. Der Fussball fordert eben doch seinen Tribut.
Ein Einheimischer zerzaust folgendermassen die Argumentation des Militärs: „Die Kander führt im Schnitt einen Abfluss von ca. 21qm/s, und nur während ca. 30 Tagen im Jahr führt sie eine solche Wassermenge wie zur Unfallszeit (40 qm/s)“.





sfux - 13. Jun, 23:14 Article 2984x read
knutti ist übrigens korpskommandant und nicht brigadier.
Dank für die Kritik,