Tratschundlaber
Sonja Wenger - Sandkastenspiele wohin der «Blick» auch fällt: «Zickenkrieg» im Bundesrat und «Warum sich Doris Leuthard und Micheline Calmy-Rey nicht ausstehen können.» Da erfährt die geschockte Leserschaft also, dass «die Außenministerin Wert auf Inneres und Äußeres legt» und Leuthard, die «Macherin und Wirtschaftsministerin schaut, alles im Griff zu haben».
Auf drei Seiten wird dann ausgebreitet, was den beiden aber auch einfalle, «zwei machtbewusste, erfolgreiche Frauen» zu sein, die «alle politischen Tricks kennen», statt sich nur für Schuhe, Sex und Mister Big zu interessieren.

Das ist wahre Tiefe! Gegen soviel Charisma kann die Welttragödie nicht mithalten. Danke Ringier
Und da auch das schönste Wortspiel nicht verdecken kann, dass es sich hier um ein an den Haaren herbeigezogenes Konstrukt handelt, versucht ein Ringier-Heini im Kommentar zu erklären, was denn nun gemeint sei: Im Bundesrat gehe es um «Kriege, nicht Schlachten», und die Geschichte des Zickenkrieges sagt, dass «es uns offenbar zu gut geht».
Im «Bundesrat wie im wirklichen Wirtschaftsleben geht es oft um Selbstdarstellung» – und davon, da schleckt die Ziege nichts weg - versteht Ringier nun einmal allerhand. Immerhin schrieb die Ringier-Publikation «Schweizer Illustrierte» über das Event 175 Jahre Ringier, dass «so sexy nur ein Ringier- Jubiläum sein» könne. Die Missen und Mister der vergangenen Jahre waren alle angetrabt, immerhin wissen sie genau, wem sie ihre Medienpräsenz zu verdanken haben: Ringier, Königsmacherdynastie und heimliche Kraft hinter den vielen Schweizer Krönchen und Thrönchen. Doch da ist nichts zu machen.
So wie Neapel im echten, versinken die Medien im geistigen Müll: «Die Woche der Promis in zehn Fragen» oder «Cannes im magischen Bann von Angelinas Babybauch» treibt uns um, statt steigende Agrarpreise, widerlich durchschaubare Abstimmungsvorlagen und abgeschmackte Fernsehauftritte von Blocher und Co. Und die wirklich wichtigen Dinge gehen dabei gänzlich unter: Immerhin entschied ein britischer Richter kürzlich, dass die weibliche Brust privat sei, die männliche aber nicht, da sie «rechtlich nicht zu den Geschlechtsteilen zählt».
Da sind wir aber froh, denn sonst hätte Harrison Ford sich nicht filmen lassen dürfen, wie ihm eine Kosmetikerin die Brust mit Wachsstreifen enthaarte. Um auf die Kampagne der Umweltgruppe «Conservation International» aufmerksam zu machen, wollte Ford durch das schmerzhafte «Lichten seines Haar-Dschungel auf der Brust» zum «Kampf gegen die Abholzung der tropischen Regenwälder» aufrufen. «Jedes Stück Regenwald, das anderswo ausgerissen wird, schmerzt uns hier.»
Auf drei Seiten wird dann ausgebreitet, was den beiden aber auch einfalle, «zwei machtbewusste, erfolgreiche Frauen» zu sein, die «alle politischen Tricks kennen», statt sich nur für Schuhe, Sex und Mister Big zu interessieren.

Das ist wahre Tiefe! Gegen soviel Charisma kann die Welttragödie nicht mithalten. Danke Ringier
Und da auch das schönste Wortspiel nicht verdecken kann, dass es sich hier um ein an den Haaren herbeigezogenes Konstrukt handelt, versucht ein Ringier-Heini im Kommentar zu erklären, was denn nun gemeint sei: Im Bundesrat gehe es um «Kriege, nicht Schlachten», und die Geschichte des Zickenkrieges sagt, dass «es uns offenbar zu gut geht».
Im «Bundesrat wie im wirklichen Wirtschaftsleben geht es oft um Selbstdarstellung» – und davon, da schleckt die Ziege nichts weg - versteht Ringier nun einmal allerhand. Immerhin schrieb die Ringier-Publikation «Schweizer Illustrierte» über das Event 175 Jahre Ringier, dass «so sexy nur ein Ringier- Jubiläum sein» könne. Die Missen und Mister der vergangenen Jahre waren alle angetrabt, immerhin wissen sie genau, wem sie ihre Medienpräsenz zu verdanken haben: Ringier, Königsmacherdynastie und heimliche Kraft hinter den vielen Schweizer Krönchen und Thrönchen. Doch da ist nichts zu machen.
So wie Neapel im echten, versinken die Medien im geistigen Müll: «Die Woche der Promis in zehn Fragen» oder «Cannes im magischen Bann von Angelinas Babybauch» treibt uns um, statt steigende Agrarpreise, widerlich durchschaubare Abstimmungsvorlagen und abgeschmackte Fernsehauftritte von Blocher und Co. Und die wirklich wichtigen Dinge gehen dabei gänzlich unter: Immerhin entschied ein britischer Richter kürzlich, dass die weibliche Brust privat sei, die männliche aber nicht, da sie «rechtlich nicht zu den Geschlechtsteilen zählt».
Da sind wir aber froh, denn sonst hätte Harrison Ford sich nicht filmen lassen dürfen, wie ihm eine Kosmetikerin die Brust mit Wachsstreifen enthaarte. Um auf die Kampagne der Umweltgruppe «Conservation International» aufmerksam zu machen, wollte Ford durch das schmerzhafte «Lichten seines Haar-Dschungel auf der Brust» zum «Kampf gegen die Abholzung der tropischen Regenwälder» aufrufen. «Jedes Stück Regenwald, das anderswo ausgerissen wird, schmerzt uns hier.»
sfux - 22. Jun, 10:35 Article 1836x read