Spiel Plan
Das Jahrbuch für Kulturmanagement 2005 aus dem Hause Haupt klang auf den ersten Blick als trockene Materie. Huuh, die Kulturmanager kommen! Weit gefehlt. Die lange Zeit unbeachtete Gilde der Kulturmanager erhält hier erstmalig in der Schweiz eine Diskussionsplattform. Das hat mich dann doch gepackt. Tatsächlich entpuppt sich das Jahrbuch als eine Einladung für Kulturschaffende, Kulturinstitutionen, Kulturunternehmen, und Kulturförderer… und, ich bin überzeugt, auch für Kulturkonsumenten. Und hier ist es schon, das Reizwort: Konsument! Kultur ist offensichtlich Ware, die gewinnbringend verkauft, verscherbelt und vermarktet werden will. Kultur im Griff des Kapitals, oder noch schlimmer im Schwitzkasten des Planspieles? Faktum ist, dass Kultur auch in der Schweiz immer professioneller wird, dass Kultur einen Spielplan bekommen hat und das ist sicher nicht schlecht.
Den Satz „Wer zahlt befielt“ allerdings hört man in der Szene immer öfter und zeigt wohl auch die Marschrichtung der Kultur. Sie gehört nicht mehr dem Individuum, sondern dem Kapital und seinen Spielregeln. Längst ist auch in der Schweiz die Zeit vorbei, in der sich Kultur einfach aus einem Bedürfnis entwickelt und entfaltet. Militärische und wirtschaftliche Ausdrücke wie: Strategie, Taktik, Gewinnmargen, Optimierung oder Corporate Identity haben sich in den letzten Jahren etabliert. Kultur ist Markt und der will optimiert sein. Neu ist die Okkupation nicht, denn Kultur war schon immer Spielball. Kultur definiert sich geschichtlich parallel betrachtet über die Moral der Religion, dann über die Politik der Nationen und nun eben in moderner Auslegung als Aufteilung im Marktsegment. Cultural Inc.! Die kritische Auseinandersetzung, leider fehlt sie im Kursbuch, wird nicht gross angesprochen.
Das Sachbuch beschränkt sich dafür nicht auf einzelne Sparten oder eine politische Philosophie, es versucht einen weiten Fächer über alle Mischformen staatlicher und privater, wie auch wirtschaftlicher Kulturförderung zu spannen. Als Grundlagenbuch stellt „Spiel Plan“ eine unverzichtbare Diskussionsplattform zur Verfügung, wo die Schweizer Kultur Professionalisierung in etwa steht.
Spiel plan
Schweizer Jahrbuch für Kulturmanagement
242 Seiten, / einige Tabellen & Grafiken,
kartoniert
ISBN 3-258-06804-6
Dieser Artikel erschien in der Januar Print Ausgabe von ensuite - kulturmagazin
Den Satz „Wer zahlt befielt“ allerdings hört man in der Szene immer öfter und zeigt wohl auch die Marschrichtung der Kultur. Sie gehört nicht mehr dem Individuum, sondern dem Kapital und seinen Spielregeln. Längst ist auch in der Schweiz die Zeit vorbei, in der sich Kultur einfach aus einem Bedürfnis entwickelt und entfaltet. Militärische und wirtschaftliche Ausdrücke wie: Strategie, Taktik, Gewinnmargen, Optimierung oder Corporate Identity haben sich in den letzten Jahren etabliert. Kultur ist Markt und der will optimiert sein. Neu ist die Okkupation nicht, denn Kultur war schon immer Spielball. Kultur definiert sich geschichtlich parallel betrachtet über die Moral der Religion, dann über die Politik der Nationen und nun eben in moderner Auslegung als Aufteilung im Marktsegment. Cultural Inc.! Die kritische Auseinandersetzung, leider fehlt sie im Kursbuch, wird nicht gross angesprochen.
Das Sachbuch beschränkt sich dafür nicht auf einzelne Sparten oder eine politische Philosophie, es versucht einen weiten Fächer über alle Mischformen staatlicher und privater, wie auch wirtschaftlicher Kulturförderung zu spannen. Als Grundlagenbuch stellt „Spiel Plan“ eine unverzichtbare Diskussionsplattform zur Verfügung, wo die Schweizer Kultur Professionalisierung in etwa steht.
Spiel plan
Schweizer Jahrbuch für Kulturmanagement
242 Seiten, / einige Tabellen & Grafiken,
kartoniert
ISBN 3-258-06804-6
Dieser Artikel erschien in der Januar Print Ausgabe von ensuite - kulturmagazin
sfux - 2. Feb, 20:41 Article 1012x read