Präsident Mugabe „beendet“ Choleraepidemie in Simbabwe
Dr. Alexander von Paleske - Gestern, auf der Beerdigung seines Ministers Elliot Manyika, der bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte, verkündete Simbabwes Präsident Robert Mugabe, „die Cholera sei unter Kontrolle, es gebe so gut wie keine Cholera mehr“.
Nachdem Mugabe jetzt immer öfter mit Adolf Hitler verglichen wird – ein zweifellos hinkender Vergleich - kommt die Erinnerung an dessen Worte vom „Endsieg“ hoch, als die Rote Armee vor den Toren Berlins stand.
Dabei breitet sich die Cholera mit grosser Geschwindigkeit weiter aus und hat auf die Nachbarländer übergegriffen, am schwersten betroffen ist Südafrika, wo bereits Hunderte an Cholera erkrankt und 5 Menschen gestorben sind – eingeschleppt von verzweifelten Simbabwern.
Die Regierung Südafrikas hat in den Nordprovinzen nun den Notstand ausgerufen
Auch im Grenzfluss Limpopo, der zur Trinkwasserversorgung in Südafrika und Mozambique genutzt wird, wurden mittlerweile Cholerakeime nachgewiesen
Besuch in Bulawayo
Bulawayo war einst das industrielle Herz Simbabwes. Diese Industrie existiert nicht mehr. Im zweitgrößten Krankenhaus der Stadt, dem United Bulawayo Hospital (UBH), erwartet den Besucher bereits bei Betreten des Krankenhausgeländes Verwesungsgeruch. Die Leichenhalle ist überfüllt. Die Angehörigen haben kein Geld oder keine Transportmittel, um die toten Verwandten abzuholen. Da sowohl die Elektrizitätsversorgung, als auch die Notstromversorgung zusammengebrochen sind, funktioniert die Kühlung in der Leichenhalle nicht, in der die Toten übereinander geschichtet werden.
Zusammenbruch der Krankenversorgung
Eine Krankenversorgung ist auch nicht mehr möglich. Seitdem die Löhne der angestellten Ärzte und Schwestern nicht einmal mehr die Kosten für die Fahrt zur Arbeitsstelle decken, ist die Patientenversorgung vollends zusammengebrochen. Gesundheitsminister David Parirenyatwa, Sohn des ersten schwarzen Arztes im damaligen Rhodesien und treuer Gefolgsmann Mugabes, hat nunmehr eingestanden, dass eine Krankenversorgung die diesen Namen verdient, praktisch nicht mehr existiert. Doch das weiß er bereits seit längerer Zeit und nicht erst, seitdem die Cholera in Simbabwe wütet und bisher mehr als tausend Todesopfer gefordert hat. Genaue Zahlen kennt niemand. Mittlerweile sind alle Provinzen Simbabwes von der Choleraepidemie betroffen, am schlimmsten die Hauptstadt Harare, wo auch die Trinkwasserversorgung eingestellt wurde – wegen Seuchengefahr. Die Krankenhäuser können nicht einmal eine normale Krankenversorgung gewährleisten, ganz zu schweigen von Behandlungen der an Cholera erkrankten Patienten.
Fluchtpunkt: Südafrika
In ihrer Verzweiflung versuchen die Menschen nach Südafrika zu flüchten. In der Grenzstadt Musina hat die Regierung Südafrikas eine Notversorgung eingerichtet. Viele Patienten werden unter freiem Himmel behandelt, die Infusionen hängen an Baumästen.
Choleraepidemien waren in Simbabwe nahezu unbekannt – bis die öffentliche Wasserversorgung und die Kanalisation und damit alle öffentlichen Dienstleistungen zusammenbrachen. Folgen der Misswirtschaft Mugabes. Gesundheitsorganisationen rechnen durch das Einsetzen der Regenzeit mit einer weiteren Ausbreitung der Seuche. Die Rede ist inzwischen von 100.000 Kranken am Ende der Regenzeit im April 2009.
Mugabes Terror geht weiter
Der Terror Mugabes gegen Mitglieder der Opposition geht unterdessen unvermindert weiter.
19 Aktivisten wurden in den letzten zwei Wochen verschleppt, Gerichtsbeschlüsse, die Verhafteten vor Gericht zu bringen, werden seitens der Polizei ignoriert. Niemand weiss, wo sie sind und ob sie überhaupt noch leben.
Gewaltsamer Sturz Mugabes?
Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu hat zum gewaltsamen Sturz Mugabes aufgerufen. Ein solcher Sturz könnte derzeit jedoch nur von außen kommen, etwa durch ein kombiniertes Eingreifen Südafrikas und seiner Nachbarländer, beispielsweise Botswanas. So, wie es seinerzeit im Jahre 1998 geschah, als botswanische und südafrikanische Truppen in Lesotho einrückten, um dem Chaos dort ein Ende zu bereiten. Bisher ist wohl nur Botswana mit seinem neuen Präsidenten Ian Khama möglicherweise zu einer solchen Aktion bereit. Khama hat sofort nach seiner Amtsübernahme Anfang April des Jahres nicht mit massiver Kritik an der Mugabe Regierung gespart. Doch das könnte sich ändern, wenn die Anarchie in Simbabwe weiter um sich greift und auch Südafrika zu einem militärischen Eingreifen bereit sein wird. Die Statuten der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas, SADC, würden ein solches Eingreifen erlauben. Vorläufig aber geht das unvorstellbare Leiden der Bevölkerung weiter.
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Dabei breitet sich die Cholera mit grosser Geschwindigkeit weiter aus und hat auf die Nachbarländer übergegriffen, am schwersten betroffen ist Südafrika, wo bereits Hunderte an Cholera erkrankt und 5 Menschen gestorben sind – eingeschleppt von verzweifelten Simbabwern.
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Auch im Grenzfluss Limpopo, der zur Trinkwasserversorgung in Südafrika und Mozambique genutzt wird, wurden mittlerweile Cholerakeime nachgewiesen
Besuch in Bulawayo
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Zusammenbruch der Krankenversorgung
Eine Krankenversorgung ist auch nicht mehr möglich. Seitdem die Löhne der angestellten Ärzte und Schwestern nicht einmal mehr die Kosten für die Fahrt zur Arbeitsstelle decken, ist die Patientenversorgung vollends zusammengebrochen. Gesundheitsminister David Parirenyatwa, Sohn des ersten schwarzen Arztes im damaligen Rhodesien und treuer Gefolgsmann Mugabes, hat nunmehr eingestanden, dass eine Krankenversorgung die diesen Namen verdient, praktisch nicht mehr existiert. Doch das weiß er bereits seit längerer Zeit und nicht erst, seitdem die Cholera in Simbabwe wütet und bisher mehr als tausend Todesopfer gefordert hat. Genaue Zahlen kennt niemand. Mittlerweile sind alle Provinzen Simbabwes von der Choleraepidemie betroffen, am schlimmsten die Hauptstadt Harare, wo auch die Trinkwasserversorgung eingestellt wurde – wegen Seuchengefahr. Die Krankenhäuser können nicht einmal eine normale Krankenversorgung gewährleisten, ganz zu schweigen von Behandlungen der an Cholera erkrankten Patienten.
Fluchtpunkt: Südafrika
In ihrer Verzweiflung versuchen die Menschen nach Südafrika zu flüchten. In der Grenzstadt Musina hat die Regierung Südafrikas eine Notversorgung eingerichtet. Viele Patienten werden unter freiem Himmel behandelt, die Infusionen hängen an Baumästen.
Choleraepidemien waren in Simbabwe nahezu unbekannt – bis die öffentliche Wasserversorgung und die Kanalisation und damit alle öffentlichen Dienstleistungen zusammenbrachen. Folgen der Misswirtschaft Mugabes. Gesundheitsorganisationen rechnen durch das Einsetzen der Regenzeit mit einer weiteren Ausbreitung der Seuche. Die Rede ist inzwischen von 100.000 Kranken am Ende der Regenzeit im April 2009.
Mugabes Terror geht weiter
Der Terror Mugabes gegen Mitglieder der Opposition geht unterdessen unvermindert weiter.
19 Aktivisten wurden in den letzten zwei Wochen verschleppt, Gerichtsbeschlüsse, die Verhafteten vor Gericht zu bringen, werden seitens der Polizei ignoriert. Niemand weiss, wo sie sind und ob sie überhaupt noch leben.
Gewaltsamer Sturz Mugabes?
Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu hat zum gewaltsamen Sturz Mugabes aufgerufen. Ein solcher Sturz könnte derzeit jedoch nur von außen kommen, etwa durch ein kombiniertes Eingreifen Südafrikas und seiner Nachbarländer, beispielsweise Botswanas. So, wie es seinerzeit im Jahre 1998 geschah, als botswanische und südafrikanische Truppen in Lesotho einrückten, um dem Chaos dort ein Ende zu bereiten. Bisher ist wohl nur Botswana mit seinem neuen Präsidenten Ian Khama möglicherweise zu einer solchen Aktion bereit. Khama hat sofort nach seiner Amtsübernahme Anfang April des Jahres nicht mit massiver Kritik an der Mugabe Regierung gespart. Doch das könnte sich ändern, wenn die Anarchie in Simbabwe weiter um sich greift und auch Südafrika zu einem militärischen Eingreifen bereit sein wird. Die Statuten der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas, SADC, würden ein solches Eingreifen erlauben. Vorläufig aber geht das unvorstellbare Leiden der Bevölkerung weiter.















onlinedienst - 12. Dez, 06:15 Article 2417x read