UNO bittet Schweiz um Unterstützung in Libanon

Rafik Chlala, Sprecher des libanesischen Präsidenten, zeigte sich über die Antwort der Schweiz „schockiert“. "Wir hätten es sehr gerne gesehen, wenn die Schweiz als befreundeter Staat bei diesem Ereignis, das unser Land schwer erschüttert hat, an unserer Seite gestanden hätte", sagte er. Man wolle nun die genauen Gründe für die Absage Berns erfahren. Vielleicht könne man dennoch von den Schweizer Kenntnissen profitieren. "Wir wissen immer noch nicht, wie sich das Attentat abgespielt hatte und welche Art Sprengstoff verwendet wurde", fügte er an.
Nun hat die UNO die Schweizer Behörden um Unterstützung bei der Untersuchung des Mordanschlags auf den früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri ersucht. Um welche Art der Unterstützung die Schweiz gebeten wurde, wollte EDA-Sprecherin Carine Carey nicht sagen. Die Anfrage sei vom Leiter der UNO-Mission und Irlands stellvertretendem Polizeichef, Peter Fitzgerald, im Einverständnis mit den libanesischen Behörden unterbreitet worden, teilte das EDA heute Mittwoch mit. Sie werde gegenwärtig geprüft. Wie lange die Prüfung des Gesuchs dauern wird, war nicht zu erfahren.
03.03.2005, EDA: Die Schweiz antwortet positiv auf die Anfrage der "UN Fact Finding Mission im Libanon"
Der schweizerische Botschafter im Libanon erteilte Peter FitzGerald, dem Chef der "UNO Fact Finding Mission im Libanon", heute eine positive Antwort auf die UNO-Anfrage, der Mission Schweizer Experten – namentlich Sprengstoff- und Spurensicherungsspezialisten – zur Verfügung zu stellen.
Die libanesischen Behörden hatten die Schweiz ursprünglich ebenfalls um Hilfe gebeten. Angesichts der Entsendung der Mission von Herrn FitzGerald in den Libanon hatte das EDA jedoch beschlossen, Schweizer Experten nur aufgrund einer ausdrücklichen Anfrage der UNO und unter deren Leitung zur Verfügung zu stellen. Die UNO und die libanesischen Behörden haben diesen Standpunkt akzeptiert. Die Entsendung der Schweizer Experten, die in das Team von Herrn FitzGerald integriert werden, wird vom Bundesamt für Polizei koordiniert. Die Experten reisen in den nächsten Tagen nach Beirut.
sfux - 2. Mär, 18:46 Article 2753x read