Der Papst liegt im Sterben

Die engen Vertrauten des Papstes haben sich am Freitagabend um den sterbenden Johannes Paul II. versammelt. Das berichtete das staatliche italienische Fernsehen. Inzwischen überschlugen sich die Nachrichten aus Rom.
Der italienische Kardinal Camillo Ruini dankte am Freitagabend dem Todkranken in einem bewegenden Gottesdienst in der römischen Laterankirche, an der auch die Spitzen des italienischen Staates teilnahmen. Johannes Paul «sieht und berührt bereits den Herrn», sagte er in seiner Predigt. Am Gottesdienst nahmen 100 Priester teil.
Ruini war einer der wenigen, die den Papst am Freitag noch persönlich gesehen haben. Er hat als Generalvikar von Rom die Pflicht, der Welt den Tod des polnischen Kirchenführers bekannt zu geben.
Kaum mehr Hoffnung in Rom
Zuvor hatten das Fernsehen und die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, die Ärzte hätten keine Hoffnung mehr. Und der Fernsehsender Sky Italia berichtete, der 84-Jährige habe das Bewusstsein verloren. Nach Fernsehberichten wurde das rechte Bronzetor des Petersdoms geschlossen. Das gilt in Rom als Hinweis auf einen Papsttod. Der Vatikan hat aber Berichte italienischer Medien dementiert, wonach der Papst gestorben sei.
Am Freitagabend hatte Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls von einer weiteren dramatischen Verschlechterung der Gesundheit des Kirchenoberhauptes gesprochen. Es gebe massive Herz-, Kreislauf- und Nierenprobleme; es drohe ein Nierenversagen.
Gläubige verharren auf dem Petersplatz
Auf dem Petersplatz in Rom haben sich am Abend über 60'000 Personen zum Gebet für den Papst versammelt. Sie beteten den Rosenkranz für den im Sterben liegenden Kirchenführer. «Diesen Abend oder diese Nacht wird Christus die Pforten öffnen für den Papst», sagte Monsignor Angelo Comastri beim Gebet für den Papst. In den Privatgemächern im dritten Stock des Apostolischen Palastes brannte Licht.
Eine erste dramatische Verschlechterung des Gesundheitszustandes hatte es am Donnerstagabend gegeben. Am Freitagmorgen hatte der Vatikan mitgeteilt, dass der Papst nach einer Harnwegsinfektion einen Herz- Kreislauf-Kollaps und eine Blutvergiftung erlitten habe.
sfux - 2. Apr, 08:09 Article 1710x read