Einsame Freunde…
Die Koalition der Willigen wird immer kleiner. Die Freunde der USA werden weniger. Dafür erhält der treue Verbündete Italien grosses Lob von Aussenministerin Condoleezza Rice. «Wir haben keinen besseren Freund als Italien», sagte Rice nach einem Gespräch mit ihrem Amtskollegen Gianfranco Fini in Washington.
Wir haben keinen besseren Freund als Italien
Dabei wurden die Beziehungen Anfang März etwas getrübt als amerikanische Soldaten den italienischen Geheimdienstmitarbeiter Nicola Calipari erschossen und die Journalistin Giuliana Sgrena schwer verletzten. Rice und Fini jedoch, lobten die Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Umstände. Fini warnte, dass voreilige Schlüsse und Erklärungen nur zur politischen Polemik beitrügen. Dass die USA keinen besseren Freund als Italien haben, heisst nicht, dass Premierminister Tony Blair zurückgestuft wurde. Grossbritannien könnte auch als gleich guter Freund gelten. Über die genaue Hierarchie der Freunde der US-Regierung ist nichts bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass die Ukraine und Polen nicht mehr dazu gehören, denn sie gehen nach Hause:
Ukraine & Polen holen eigene Soldaten aus dem Irak zurück
Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat am Mittwoch den Abzug aller Soldaten seines Landes aus dem Irak bis Ende dieses Jahres angeordnet. Der Präsidentenerlass setze den Beschluss des ukrainischen Sicherheitsrates vom 1. März um, teilte Juschtschenkos Pressedienst in Kiew mit. Die ersten 150 der insgesamt 1600 Ukrainer im Irak waren bereits Mitte März abgezogen worden. Die Ukraine war 2003 der von den USA geführten Irakkriegskoalition beigetreten. 17 ukrainische Soldaten sind im Irak getötet worden.
Inzwischen zeigte das US-Verteidigungsministerium Verständnis für den von Polen angekündigten Rückzug seiner Soldaten bis Ende Jahr. Es sei verständlich, dass Koalitionspartner, die wesentliche Beiträge geliefert hätten, unter Druck stünden, ihren Beitrag im Irak «anzupassen», sagte der stellvertretende US- Verteidigungsminister Douglas J. Feith in Brüssel nach Gesprächen im NATO-Hauptquartier. Der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski hat bekräftigt, dass sein Land noch in diesem Jahr alle im Irak stationierten Truppen abziehen wird. Mit dem Auslaufen des UNO-Mandats ende 2005 sei auch der Einsatz der polnischen Soldaten im Irak am Ende, sagte der Minister am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Warschau. Polen zählt zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Irak. Der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski hatte den Abzug bereits im Oktober angekündigt, dabei aber keinen Termin genannt. Polen führt derzeit südlich von Bagdad das Oberkommando über eine multinationale Division aus rund 4000 Soldaten. Bereits nach den ersten freien Wahlen Ende Januar hatte es die Zahl seiner eigenen Soldaten im Irak von 2400 auf 1700 Soldaten verringert.

Schwere Anschläge in Bagdad
Die amerikanischen Truppen werden einem heissen Sommer entgegengehen. Optimistische Mutmassungen seitens Bush mit dem Truppenabbau im Irak zu beginnen ist eine Illusion. Rumsfeld dementierte auch postum. Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist am Montag zu einem Blitzbesuch nach Bagdad gereist. Es ist sein zweiter Aufenthalt am Tigris binnen dreier Monate und sein neunter Besuch im Irak seit dem Golfkrieg. Kurz nach seiner Abreise nach Afghanistan flammt der Widerstand im Irak wieder auf:
Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen und Überfällen sind im Irak mehr als 20 Menschen getötet worden. Allein 15 Menschen starben bei zwei Selbstmordattentaten im Zentrum Bagdads. Mindestens 37 weitere wurden nach Angaben des Innenministeriums verletzt, als sich die Täter in mit Sprengstoff gefüllten Autos in die Luft jagten. Ziel der Anschläge in der Nähe des stark gesicherten Innenministeriums sei ein aus sieben Fahrzeugen bestehender Polizeikonvoi gewesen. Durch die Wucht der Detonationen wurden mehr als 15 Autos zerstört. Der Doppelanschlag war einer der folgenschwersten seit den Wahlen von Ende Januar.
Die Gruppe des jordanischen Extremisten Abu Moussa al-Zarqawi bekannte sich im Internet dazu. Ziel der Anschläge seien Polizisten gewesen, die in der Bekennerbotschaft als Abtrünnige bezeichnet wurden. Die Bombenanschläge seien eine Botschaft an den US-Vizeaussenminister Robert Zoellick, dass die Aufständischen sich nicht vernichten liessen. Zoellick war am Vortag zu einem Blitzbesuch in den Irak gekommen und hatte über die Fortschritte bei der Demokratisierung des Landes gesprochen. Die Polizei entdeckte am Tatort ein drittes mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug, das US-Soldaten kontrolliert zur Explosion brachten.
Wie das Innenministerium weiter bekannt gab, wurde bei einem weiteren Überfall im Westen Bagdads ein irakischer Geheimdienstoffizier niedergeschossen. Bei einem weiteren Selbstmordanschlag starben am Abend vier Polizisten. Sechs Zivilisten wurden verletzt. Nach Polizeiangaben sprengte sich der Attentäter auf dem Markt der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Mahawil in die Luft.
Weitere vier Polizisten wurden bei einem Anschlag auf ein Polizeirevier in der nordirakischen Erdölstadt Kirkuk getötet. Drei weitere Polizeibeamte und ein Zivilist wurden verletzt. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Weitere acht Menschen wurden bei einem Selbstmordattentat mit einem Tankfahrzeug in Tikrit, der Heimatstadt des früheren Staatschefs Saddam Hussein, verletzt. Ein Polizeioffizier sagte, Ziel des mit Sprengstoff gefüllten Fahrzeugs sei die von der US-Armee genutzte frühere Villa eines Onkels von Saddam Hussein gewesen.
In Baakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden vier Zivilisten und zwei US-Soldaten verletzt, als beim Vorbeifahren eines US-Konvois ein Sprengsatz detonierte. Bei einem ähnlichen Angriff in Tall Afar im Nordirak wurden nach Spitalangaben fünf Zivilisten verletzt.

Wir haben keinen besseren Freund als Italien
Dabei wurden die Beziehungen Anfang März etwas getrübt als amerikanische Soldaten den italienischen Geheimdienstmitarbeiter Nicola Calipari erschossen und die Journalistin Giuliana Sgrena schwer verletzten. Rice und Fini jedoch, lobten die Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Umstände. Fini warnte, dass voreilige Schlüsse und Erklärungen nur zur politischen Polemik beitrügen. Dass die USA keinen besseren Freund als Italien haben, heisst nicht, dass Premierminister Tony Blair zurückgestuft wurde. Grossbritannien könnte auch als gleich guter Freund gelten. Über die genaue Hierarchie der Freunde der US-Regierung ist nichts bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass die Ukraine und Polen nicht mehr dazu gehören, denn sie gehen nach Hause:
Ukraine & Polen holen eigene Soldaten aus dem Irak zurück
Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat am Mittwoch den Abzug aller Soldaten seines Landes aus dem Irak bis Ende dieses Jahres angeordnet. Der Präsidentenerlass setze den Beschluss des ukrainischen Sicherheitsrates vom 1. März um, teilte Juschtschenkos Pressedienst in Kiew mit. Die ersten 150 der insgesamt 1600 Ukrainer im Irak waren bereits Mitte März abgezogen worden. Die Ukraine war 2003 der von den USA geführten Irakkriegskoalition beigetreten. 17 ukrainische Soldaten sind im Irak getötet worden.
Inzwischen zeigte das US-Verteidigungsministerium Verständnis für den von Polen angekündigten Rückzug seiner Soldaten bis Ende Jahr. Es sei verständlich, dass Koalitionspartner, die wesentliche Beiträge geliefert hätten, unter Druck stünden, ihren Beitrag im Irak «anzupassen», sagte der stellvertretende US- Verteidigungsminister Douglas J. Feith in Brüssel nach Gesprächen im NATO-Hauptquartier. Der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski hat bekräftigt, dass sein Land noch in diesem Jahr alle im Irak stationierten Truppen abziehen wird. Mit dem Auslaufen des UNO-Mandats ende 2005 sei auch der Einsatz der polnischen Soldaten im Irak am Ende, sagte der Minister am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Warschau. Polen zählt zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Irak. Der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski hatte den Abzug bereits im Oktober angekündigt, dabei aber keinen Termin genannt. Polen führt derzeit südlich von Bagdad das Oberkommando über eine multinationale Division aus rund 4000 Soldaten. Bereits nach den ersten freien Wahlen Ende Januar hatte es die Zahl seiner eigenen Soldaten im Irak von 2400 auf 1700 Soldaten verringert.

Schwere Anschläge in Bagdad
Die amerikanischen Truppen werden einem heissen Sommer entgegengehen. Optimistische Mutmassungen seitens Bush mit dem Truppenabbau im Irak zu beginnen ist eine Illusion. Rumsfeld dementierte auch postum. Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist am Montag zu einem Blitzbesuch nach Bagdad gereist. Es ist sein zweiter Aufenthalt am Tigris binnen dreier Monate und sein neunter Besuch im Irak seit dem Golfkrieg. Kurz nach seiner Abreise nach Afghanistan flammt der Widerstand im Irak wieder auf:
Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen und Überfällen sind im Irak mehr als 20 Menschen getötet worden. Allein 15 Menschen starben bei zwei Selbstmordattentaten im Zentrum Bagdads. Mindestens 37 weitere wurden nach Angaben des Innenministeriums verletzt, als sich die Täter in mit Sprengstoff gefüllten Autos in die Luft jagten. Ziel der Anschläge in der Nähe des stark gesicherten Innenministeriums sei ein aus sieben Fahrzeugen bestehender Polizeikonvoi gewesen. Durch die Wucht der Detonationen wurden mehr als 15 Autos zerstört. Der Doppelanschlag war einer der folgenschwersten seit den Wahlen von Ende Januar.
Die Gruppe des jordanischen Extremisten Abu Moussa al-Zarqawi bekannte sich im Internet dazu. Ziel der Anschläge seien Polizisten gewesen, die in der Bekennerbotschaft als Abtrünnige bezeichnet wurden. Die Bombenanschläge seien eine Botschaft an den US-Vizeaussenminister Robert Zoellick, dass die Aufständischen sich nicht vernichten liessen. Zoellick war am Vortag zu einem Blitzbesuch in den Irak gekommen und hatte über die Fortschritte bei der Demokratisierung des Landes gesprochen. Die Polizei entdeckte am Tatort ein drittes mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug, das US-Soldaten kontrolliert zur Explosion brachten.
Wie das Innenministerium weiter bekannt gab, wurde bei einem weiteren Überfall im Westen Bagdads ein irakischer Geheimdienstoffizier niedergeschossen. Bei einem weiteren Selbstmordanschlag starben am Abend vier Polizisten. Sechs Zivilisten wurden verletzt. Nach Polizeiangaben sprengte sich der Attentäter auf dem Markt der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Mahawil in die Luft.
Weitere vier Polizisten wurden bei einem Anschlag auf ein Polizeirevier in der nordirakischen Erdölstadt Kirkuk getötet. Drei weitere Polizeibeamte und ein Zivilist wurden verletzt. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Weitere acht Menschen wurden bei einem Selbstmordattentat mit einem Tankfahrzeug in Tikrit, der Heimatstadt des früheren Staatschefs Saddam Hussein, verletzt. Ein Polizeioffizier sagte, Ziel des mit Sprengstoff gefüllten Fahrzeugs sei die von der US-Armee genutzte frühere Villa eines Onkels von Saddam Hussein gewesen.
In Baakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden vier Zivilisten und zwei US-Soldaten verletzt, als beim Vorbeifahren eines US-Konvois ein Sprengsatz detonierte. Bei einem ähnlichen Angriff in Tall Afar im Nordirak wurden nach Spitalangaben fünf Zivilisten verletzt.

sfux - 15. Apr, 09:44 Article 2973x read