Atom Minister in Bern verhaftet
Aus dem Berner Gerichtsaal heraus wurde der 65-jährige ehemalige russische Atomminister Jewgeni Adamow verhaftet. Ihm werden Geldwäscherei, Veruntreuung und Verschwörung vorgeworfen. Die Verhaftung erfolgte auf Ersuchen der USA, die nun auch seine Auslieferung verlangt.
Adamows Anwalt, Timofei Gridnew, nahm zu den Details nicht weiter Stellung. Laut Gridnew war Adamow in der Schweiz, um "finanzielle Probleme seiner Tochter zu regeln".
Es waren amerikanische und schweizerische Behörden an der Vorbereitung zur Verhaftung beteiligt. Nach einem Bericht der "New York Times" wirft die Staatsanwaltschaft in Pittsburgh Adamow vor, Hilfsgelder der US-Regierung zur Verbesserung der Sicherheit russischer Atomanlagen veruntreut zu haben. Neun Millionen Dollar (10,8 Mio. Franken) des US-Energieministeriums seien auf Konten in den Bundesstaaten Pennsylvania und Delaware umgelenkt worden.
Die USA sucht den ehemaligen Minister im Zusammenhang mit diesen angeblichen Veruntreuungen. "Das FBI und die nationalen Steuerbehörden haben Adamows Dossier während langer Zeit untersucht", sagt der Sprecher der US-Botschaft, Dan Wendell. "Angeklagt wurde er vom US-Distrikt-Gerichtshof Pennsylvania, unter anderem wegen dem Transport von gestohlenem Geld und Wertpapieren." Um welche Wertpapiere und um welches Geld es sich handelt, wurde nicht erwähnt.
Allerdings liefen gegen den früheren Minister bereits bei der Antikorruptions- Kommission der russischen Duma Untersuchungen. Dem ex- Minister wurde dabei vorgeworfen, sich in seiner Stellung bei MINATOM persönlich bereichert zu haben und für die eigenen Geschäftsinteressen gearbeitet zu haben. Für MINATOM Mitglieder ist es nach russischem Gesetz untersagt private Firmen zu führen. Die parlamentarische Kommission hatte ihn auf Grund dessen angeklagt.
Das Außenministerium in Moskau erklärte, dass russische Diplomaten in der Schweiz nun versuchen Kontakt zu dem festgenommenen Adamow aufzunehmen. Sie liessen verlauten, Adamow sei privat in die Schweiz eingereist. Nach Medienberichten wollte er dort mit den Behörden verhandeln, weil Konten seiner in Bern studierenden Tochter gesperrt worden seien. Russland versucht zugleich von den USA Informationen über die Anschuldigungen zu bekommen. "Soweit wir wissen, stehen die Vorwürfe in Verbindung mit geschäftlichen Tätigkeiten Adamows aus den neunziger Jahren vor seiner Ernennung zum Atomminister", sagte Ministeriumssprecher Alexander Jakowenko.
Dies würde dann freilich die Korruptionsvorwürfe der amerikanischen Behörden nicht erhärten. Adamow leitete 1986 nach der Tschernobyl-Katastrophe die Säuberungs-Aktion rund um das Atomkraftwerk. Er gehörte der Regierung Boris Jelzin an und wurde 1998 zum Minister für Nuklearenergie ernannt. Präsident Vladimir Putin setzte ihn in einer Regierungsrochade 2001 ab.
Seit 1990 gründete Adamow rund zehn Firmen. Darunter russische aber auch eine französische und drei amerikanische, wovon eine auch in der Schweiz registriert ist. Die Omeka Ltd. aus Pennsylvania, ist auch an der Aarbergergasse in Bern registriert. Adamow kontrollierte 1999 $3.15 Millionen aus dem Gesamtkapital von $5 Millionen und seine Frau weitere 1.5 Millionen Dollar. Jene Beratungs- und Management Firma hatte Verträge mit Tekhsnabexport, der Import Tochterfirma von MINATOM. Omekas Aktivitäten sind nicht nur beraterischer Natur im Atom Geschäft, sondern stellt NIKIET, dem geheimen energietechnologischen Institut, dessen Direktor Adamow in den Jahren 1986 – 1999 war, jährlich 50'000 US$ für Computer Equipment zur Verfügung. Das Institut stellte Reaktoren des Typs her, wie er in Tschernobyl verwendet wurde. Laut einem Bericht von Greenpeace Moskau kaufte Omeka für 200'000 US$ ein Haus für Adamow in Pennsylvania und eröffnete ein Bankkonto über 250'000 US$ in der Schweiz.
Laut dem Bericht haben die in Amerika domizilierte Energy Pool Inc. und die russische Immobilien Firma Logic Reality, beides auch Adamow Firmen grosszügige Überweisungen an andere MINATOM Offizielle getätigt. Neben den finanziellen Zuwendungen wurde Adamow unterstellt, dass er Personal ohne Fachwissen in Schlüsselpositionen des Atomministeriums hievte. Einige davon waren laut Bericht Aktien Teilhaber der Adamow Firmen, bevor er zum Minister ernannt wurde.

Update 06.05.
Moskau fürchtet die Aussagen des festgenommenen Ex-Atomministers
Moskau/Bern - Rußland fürchtet eine Preisgabe von Staatsgeheimnissen durch den auf Grund eines amerikanischen Haftbefehls festgenommenen Ex-Atomminister Jewgeni Adamow an die USA. Adamow wisse über die Produktion russischer Nuklearwaffen wie auch über die Lage wichtiger Atomanlagen Bescheid, sagte ein Kreml-Beamter nach Angaben der Moskauer Zeitung "Wedomosti".
Adamow, der von 1999 bis 2001 Atomminister Rußlands war, kennt sich auch in den Nukleargeschäften mit Indien, China und dem Iran aus, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Ministeriums. Dagegen erklärte der Kommandeur der Raketentruppen, Nikolai Solowzow, Adamow sei nicht mit Geheimnissen der russischen Atomstreitmacht vertraut. "Was Geheimnisse der Raketentruppen betrifft, stellt Adamow keinen Wert dar", so der Generaloberst.
Adamows Anwalt, Timofei Gridnew, nahm zu den Details nicht weiter Stellung. Laut Gridnew war Adamow in der Schweiz, um "finanzielle Probleme seiner Tochter zu regeln".
Es waren amerikanische und schweizerische Behörden an der Vorbereitung zur Verhaftung beteiligt. Nach einem Bericht der "New York Times" wirft die Staatsanwaltschaft in Pittsburgh Adamow vor, Hilfsgelder der US-Regierung zur Verbesserung der Sicherheit russischer Atomanlagen veruntreut zu haben. Neun Millionen Dollar (10,8 Mio. Franken) des US-Energieministeriums seien auf Konten in den Bundesstaaten Pennsylvania und Delaware umgelenkt worden.
Die USA sucht den ehemaligen Minister im Zusammenhang mit diesen angeblichen Veruntreuungen. "Das FBI und die nationalen Steuerbehörden haben Adamows Dossier während langer Zeit untersucht", sagt der Sprecher der US-Botschaft, Dan Wendell. "Angeklagt wurde er vom US-Distrikt-Gerichtshof Pennsylvania, unter anderem wegen dem Transport von gestohlenem Geld und Wertpapieren." Um welche Wertpapiere und um welches Geld es sich handelt, wurde nicht erwähnt.
Allerdings liefen gegen den früheren Minister bereits bei der Antikorruptions- Kommission der russischen Duma Untersuchungen. Dem ex- Minister wurde dabei vorgeworfen, sich in seiner Stellung bei MINATOM persönlich bereichert zu haben und für die eigenen Geschäftsinteressen gearbeitet zu haben. Für MINATOM Mitglieder ist es nach russischem Gesetz untersagt private Firmen zu führen. Die parlamentarische Kommission hatte ihn auf Grund dessen angeklagt.
Das Außenministerium in Moskau erklärte, dass russische Diplomaten in der Schweiz nun versuchen Kontakt zu dem festgenommenen Adamow aufzunehmen. Sie liessen verlauten, Adamow sei privat in die Schweiz eingereist. Nach Medienberichten wollte er dort mit den Behörden verhandeln, weil Konten seiner in Bern studierenden Tochter gesperrt worden seien. Russland versucht zugleich von den USA Informationen über die Anschuldigungen zu bekommen. "Soweit wir wissen, stehen die Vorwürfe in Verbindung mit geschäftlichen Tätigkeiten Adamows aus den neunziger Jahren vor seiner Ernennung zum Atomminister", sagte Ministeriumssprecher Alexander Jakowenko.
Dies würde dann freilich die Korruptionsvorwürfe der amerikanischen Behörden nicht erhärten. Adamow leitete 1986 nach der Tschernobyl-Katastrophe die Säuberungs-Aktion rund um das Atomkraftwerk. Er gehörte der Regierung Boris Jelzin an und wurde 1998 zum Minister für Nuklearenergie ernannt. Präsident Vladimir Putin setzte ihn in einer Regierungsrochade 2001 ab.
Seit 1990 gründete Adamow rund zehn Firmen. Darunter russische aber auch eine französische und drei amerikanische, wovon eine auch in der Schweiz registriert ist. Die Omeka Ltd. aus Pennsylvania, ist auch an der Aarbergergasse in Bern registriert. Adamow kontrollierte 1999 $3.15 Millionen aus dem Gesamtkapital von $5 Millionen und seine Frau weitere 1.5 Millionen Dollar. Jene Beratungs- und Management Firma hatte Verträge mit Tekhsnabexport, der Import Tochterfirma von MINATOM. Omekas Aktivitäten sind nicht nur beraterischer Natur im Atom Geschäft, sondern stellt NIKIET, dem geheimen energietechnologischen Institut, dessen Direktor Adamow in den Jahren 1986 – 1999 war, jährlich 50'000 US$ für Computer Equipment zur Verfügung. Das Institut stellte Reaktoren des Typs her, wie er in Tschernobyl verwendet wurde. Laut einem Bericht von Greenpeace Moskau kaufte Omeka für 200'000 US$ ein Haus für Adamow in Pennsylvania und eröffnete ein Bankkonto über 250'000 US$ in der Schweiz.
Laut dem Bericht haben die in Amerika domizilierte Energy Pool Inc. und die russische Immobilien Firma Logic Reality, beides auch Adamow Firmen grosszügige Überweisungen an andere MINATOM Offizielle getätigt. Neben den finanziellen Zuwendungen wurde Adamow unterstellt, dass er Personal ohne Fachwissen in Schlüsselpositionen des Atomministeriums hievte. Einige davon waren laut Bericht Aktien Teilhaber der Adamow Firmen, bevor er zum Minister ernannt wurde.

Update 06.05.
Moskau fürchtet die Aussagen des festgenommenen Ex-Atomministers
Moskau/Bern - Rußland fürchtet eine Preisgabe von Staatsgeheimnissen durch den auf Grund eines amerikanischen Haftbefehls festgenommenen Ex-Atomminister Jewgeni Adamow an die USA. Adamow wisse über die Produktion russischer Nuklearwaffen wie auch über die Lage wichtiger Atomanlagen Bescheid, sagte ein Kreml-Beamter nach Angaben der Moskauer Zeitung "Wedomosti".
Adamow, der von 1999 bis 2001 Atomminister Rußlands war, kennt sich auch in den Nukleargeschäften mit Indien, China und dem Iran aus, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Ministeriums. Dagegen erklärte der Kommandeur der Raketentruppen, Nikolai Solowzow, Adamow sei nicht mit Geheimnissen der russischen Atomstreitmacht vertraut. "Was Geheimnisse der Raketentruppen betrifft, stellt Adamow keinen Wert dar", so der Generaloberst.
sfux - 4. Mai, 22:45 Article 2309x read