Adamow in Falle gelockt? Ermitlungen auch gegen Tochter
Bern. SDA Gegen die Tochter des früheren russischen Atomministers Jewgeni Adamow wird in der Schweiz wegen des Verdachts auf Geldwäscherei ermittelt. In diesem Zusammenhang wurden Konten von ihr und einer Beraterfirma gesperrt.
Wie ihr Anwalt, Christoph Dumartheray, am Samstag auf Anfrage Angaben des «Tages-Anzeigers» bestätigte, gehörte die Firma Irina Adamowa. Sie sei mit der Beratungsgesellschaft im Wohnungsbau in Moskau tätig gewesen. Inzwischen sei die Sperrung von zwei der Konten wieder aufgehoben worden, erklärte Dumartheray.
Priorität habe die Aufhebung der Sperrung aller Konton von Adamowa. Sie würden unter Umständen auch Rechtsmittel einlegen, um dies zu erreichen.
Bereits am Freitag hatte Igor Petrow, Sprecher der russischen Botschaft, bestätigt, dass Ende April Finanzmittel von Adamows in der Schweiz lebenden und seit zehn Jahren eingebürgerten Tochter in der Höhe von rund 250'000 Franken auf Schweizer Konten blockiert worden waren.
Kein Zusammenhang» mit Adamow
Nach Angaben von Dumartheray besteht kein Zusammenhang, weder «in zeitlicher noch sachlicher Hinsicht», zwischen den Vorwürfen gegen Irina Adamowa und denen gegen ihren Vater Adamow. Allein die Tatsache, dass Adamowa Gelder von ihrem Vater erhalten habe, reiche dafür nicht.
Adamow war am Montag in Bern verhaftet worden, als er wegen des Falls seiner Tochter aussagen wollte. Seine Tochter äusserte darauf den Vorwurf, die Schweizer Behörden hätten ihren Vater für ein Gespräch in die Schweiz gebeten und so in die Falle gelockt.
Vorgehen gegen Adamow kritisiert
Dass das Vorgehen «nicht richtig» war, glaubt auch Dumartheray, wie er am Freitagabend gegenüber «10 vor 10» von SF DRS erklärte. Der Berner Untersuchungsrichter habe den Haftbefehl aus den USA bereits auf dem Tisch gehabt, und habe Adamow trotzdem im Glauben gelassen, er werde als Auskunftsperson befragt.
Rudolf Wyss, Vizedirektor des Bundesamtes für Justiz (BJ), erklärte in der gleichen Sendung, ihm seien diese Details nicht bekannt. Im Nachhinein müsse man aber sagen, dass es «hart erscheinen mag», wenn jemand mehr als drei Stunden verhört werde und man ihm erst dann eröffne, er werde festgenommen.
Adamow sitzt in Bern in Auslieferungshaft. In den USA wurde gegen ihn offiziell Anklage erhoben. Ihm werden Betrug, Hehlerei, Geldwäscherei und Steuerbetrug vorgeworfen.
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Priorität habe die Aufhebung der Sperrung aller Konton von Adamowa. Sie würden unter Umständen auch Rechtsmittel einlegen, um dies zu erreichen.
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Kein Zusammenhang» mit Adamow
Nach Angaben von Dumartheray besteht kein Zusammenhang, weder «in zeitlicher noch sachlicher Hinsicht», zwischen den Vorwürfen gegen Irina Adamowa und denen gegen ihren Vater Adamow. Allein die Tatsache, dass Adamowa Gelder von ihrem Vater erhalten habe, reiche dafür nicht.
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Dass das Vorgehen «nicht richtig» war, glaubt auch Dumartheray, wie er am Freitagabend gegenüber «10 vor 10» von SF DRS erklärte. Der Berner Untersuchungsrichter habe den Haftbefehl aus den USA bereits auf dem Tisch gehabt, und habe Adamow trotzdem im Glauben gelassen, er werde als Auskunftsperson befragt.
Rudolf Wyss, Vizedirektor des Bundesamtes für Justiz (BJ), erklärte in der gleichen Sendung, ihm seien diese Details nicht bekannt. Im Nachhinein müsse man aber sagen, dass es «hart erscheinen mag», wenn jemand mehr als drei Stunden verhört werde und man ihm erst dann eröffne, er werde festgenommen.
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sfux - 10. Mai, 09:43 Article 1971x read