Ärztin Monica Glenshaw und ihr Einsatz in Simbabwe
Dr. Alexander von Paleske 12.1.2011 --- Angewidert von den jüngsten Skandalen im Zusammenhang mit der BayernLB und . der Hypo Alpe (Skandalpe) mögen manche auf der Suche nach einem Kontrastprogramm sein, nach Menschen, die nicht sich von ihrer Gier leiten lassen, sondern von ihrer Menschlichkeit, die Befriedigung darin finden, anderen zu helfen und nicht den Sinn des Lebens darin zu sehen, sich die Taschen vollzustopfen.
Ein derartiges Kontrastprogramm, noch dazu ein außergewöhnliches, bot Monica Glenshaw mit ihrem 30-- jährigen Einsatz in Simbabwe.

Monica Glenshaw
Ursprünglich hatte ich schon vor einiger Zeit mit einem Artikel sie hier vorstellen wollen. Durch die Zeitverzögerung ist leider ein Nachruf daraus geworden.
Geboren am 16 November 1941 wuchs Monica Glenshaw als drittes Kind einer weißen Angestelltenfamilie in dem Bergwerksstädtchen Van Dyk in Südafrika auf.
Abgeschirmt von den miserablen Lebensumständen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, absolvierte sie ihre Schulzeit und wollte den Beruf einer Tierärztin ergreifen. Dazu reichten aber ihre mäßigen Schulabschlüsse nicht, und so studierte sie Agrarwissenschaft und schloss das Studium mit einem Diplom ab.
Über eine katholische Frauenorganisation, die in Soweto, einem schwarzen Township von Johannesburg, Nähkurse organisierte, kam sie erstmals in Kontakt mit der bitteren Wirklichkeit, der Armut und der Unterdrückung der Schwarzen im Apartheid- Südafrika der 60er Jahre.
Sie nahm nach diesen Erfahrungen ein Medizinstudium an der Universität von Witwatersrand /Johanneburg auf. 10 Jahre älter als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen machte sie Ihre medizinischen Famulaturen nicht im Vorzeigekrankenhaus, dem Johannesburg General Hospital, sondern im Baragwanath-Hospital (jetzt: Baragwanath- Chris Hani) in Soweto, dem Krankenhaus für Schwarze, und in den Distriktkrankenhäusern Hlabis und Nqutu in Natal.
Nach Sambia und Simbabwe
Ihre erste Stelle als Assistenzärztin trat sie dann auch in Nqutu an, bevor sie nach Sambia ging, um dem Apartheidregime zu entkommen. 1979 kam sie kurzfristig nach Südafrika zurück, um dann, nach der Unabhängigkeit Simbabwes im Jahre 1980, die Arbeit am dortigen Provinzkrankenhaus von Mutare aufzunehmen.
5 Jahre später wurde sie District Medical Officer im Buhera- Distrikt, einem der Armenhäuaser Simbabwes. Es sollte ihre Lebensaufgabe werden.
Als ärztliche Direktorin des Provinzkrankenhauses Murambinda, baute sie dort eine Schwesternschule auf, erreichte die Erweiterung nicht nur des Murambinda Krankenhauses, sondern auch des Krankenhauses in Birchenough Bridge, das in ihrem Distrikt lag.
HIV und TB als Herausforderungen
Ende der 80er Jahre war die HIV Epidemie auch in ihrem Distrikt mit voller Wucht angekommen. Monica Glenshaw organisierte die Heimversorgung der damals noch unbehandelbaren Patienten.
Im Jahre 2001 begann sie mit einem Programm zu Verhinderung der Übertragung des HIV-Virus von Müttern auf ihre Neugeborenen mit Unterstützung der Universität von Bordeaux und der Elizabeth Glaser Stiftung in den USA.
Sie arbeite eng mit der Organisation MSF/Ärzte ohne Grenzen zusammen, um Diagnose und Behandlung der Tuberkulose zu verbessern . 50% der Tuberkulosepatienten sind ebenfalls HIV-positiv.
Es war nicht das Alter, das schließlich diese außergewöhnliche Ärztin im Alter von 68 Jahren zum Aufgeben zwang, sondern ihre Krebserkrankung.
Monica Glenshaw starb am 20 September 2010 in Harare, der Hauptstadt Simbabwes.
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Ein derartiges Kontrastprogramm, noch dazu ein außergewöhnliches, bot Monica Glenshaw mit ihrem 30-- jährigen Einsatz in Simbabwe.

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Ursprünglich hatte ich schon vor einiger Zeit mit einem Artikel sie hier vorstellen wollen. Durch die Zeitverzögerung ist leider ein Nachruf daraus geworden.
Geboren am 16 November 1941 wuchs Monica Glenshaw als drittes Kind einer weißen Angestelltenfamilie in dem Bergwerksstädtchen Van Dyk in Südafrika auf.
Abgeschirmt von den miserablen Lebensumständen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, absolvierte sie ihre Schulzeit und wollte den Beruf einer Tierärztin ergreifen. Dazu reichten aber ihre mäßigen Schulabschlüsse nicht, und so studierte sie Agrarwissenschaft und schloss das Studium mit einem Diplom ab.
Über eine katholische Frauenorganisation, die in Soweto, einem schwarzen Township von Johannesburg, Nähkurse organisierte, kam sie erstmals in Kontakt mit der bitteren Wirklichkeit, der Armut und der Unterdrückung der Schwarzen im Apartheid- Südafrika der 60er Jahre.
Sie nahm nach diesen Erfahrungen ein Medizinstudium an der Universität von Witwatersrand /Johanneburg auf. 10 Jahre älter als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen machte sie Ihre medizinischen Famulaturen nicht im Vorzeigekrankenhaus, dem Johannesburg General Hospital, sondern im Baragwanath-Hospital (jetzt: Baragwanath- Chris Hani) in Soweto, dem Krankenhaus für Schwarze, und in den Distriktkrankenhäusern Hlabis und Nqutu in Natal.
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Ihre erste Stelle als Assistenzärztin trat sie dann auch in Nqutu an, bevor sie nach Sambia ging, um dem Apartheidregime zu entkommen. 1979 kam sie kurzfristig nach Südafrika zurück, um dann, nach der Unabhängigkeit Simbabwes im Jahre 1980, die Arbeit am dortigen Provinzkrankenhaus von Mutare aufzunehmen.
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Als ärztliche Direktorin des Provinzkrankenhauses Murambinda, baute sie dort eine Schwesternschule auf, erreichte die Erweiterung nicht nur des Murambinda Krankenhauses, sondern auch des Krankenhauses in Birchenough Bridge, das in ihrem Distrikt lag.
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Sie arbeite eng mit der Organisation MSF/Ärzte ohne Grenzen zusammen, um Diagnose und Behandlung der Tuberkulose zu verbessern . 50% der Tuberkulosepatienten sind ebenfalls HIV-positiv.
Es war nicht das Alter, das schließlich diese außergewöhnliche Ärztin im Alter von 68 Jahren zum Aufgeben zwang, sondern ihre Krebserkrankung.
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