Begrüssung mit „Heil Hitler“ - ein persönlicher Reisebericht
Dr. Alexander von Paleske ---- 15..3. 2014 --- Gestern kam ich mit meiner Lebensgefährtin aus Simbabwe in Deutschland an, Ziel: Lippstadt (Westf.) eine Stadt mit rund 66.000 Einwohnern, mein Geburtsort, und wo vor zwei Monaten meine Mutter begraben wurde.
Un-Heilvolle Begegnung
Dort angekommen machten wir uns sogleich auf den Weg zum Friedhof, am Stadtrand gelegen. Auf dem Weg begegneten wir einer Gruppe Jugendlicher, die uns gleich mit „Heil Hitler“ begrüssten. Wissend um die potentielle Gewalttätigkeit dieser Jungfaschisten ignorierten wir sie, statt sie zur Rede zu stellen, und setzten unseren Weg zum Friedhof fort.
Grabsteine erinnern an dunkle Vergangenheit
Im vorderen Teil des Friedhofs befindet sich eine Reihe von Grabsteinen aus dem Jahre 1946 mit teils polnischen Namen. Dort sind ehemalige Zwangsarbeiter beerdigt, die zuvor in Lippstadts Rüstungsbetrieben arbeiten mussten, darunter auch die „Union“ und die Westfälische Metallindustrie (WMI), heute HELLA.
Die Zwangsarbeiter kamen auch aus zwei örtlichen Außenlagern des Konzentrationslagers Buchenwald.
Tod vor Rückkehr in die Heimat
Die hier beerdigten Zwangsarbeiter starben nach Kriegsende kurz vor ihrer Repatriierung. Die britische Militärverwaltung hatte in Lippstadt ein Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP) eingerichtet. Die meisten stammten aus der Sowjetunion, Polen und Ungarn.

Gräber der "displaced persons" (darunter viele Zwangsarbeiter)



Grabsteine und Inschriften
Fotos: Dr. v.Paleske
Die bereits vor Kriegsende verstorbenen Zwangsarbeiter hatten die Nazis in Massengräbern verscharrt.
An die russischen Zwangsarbeiter, die sich in Lippstadt zu Tode schuften mussten, erinnert ein Mahnmal.


Mahnmal und Inschrift - Fotos: Dr. v. Paleske
Mehr zu bieten
Lippstadt und Umgebung hatten in der Nazizeit aber noch Schlimmeres zu bieten: Bedingt durch die Nähe zum psychiatrischen Krankenhaus in Eickelborn und zum Provinzialarbeitshaus Benninghausen, das bereits 1933 für kurze Zeit als Konzentrationslager diente und in dem später zeitweise lungenkranke Jugendliche aus dem KZ Moringen untergebracht waren, wurde Lippstadt in den folgenden Jahren zum Ort medizinischer Verbrechen.
Im evangelischen Krankenhaus der Stadt fanden in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche Zwangssterilisationen statt; die Zustände in den Anstalten gipfelten in körperlichen Misshandlungen sowie in umfangreichen Euthanasieprogrammen.
Für einige Unbelehrbare heisst die Antwort auf diese Grausamkeiten nun wieder „Heil Hitler“ - nicht nur in Lippstadt
Un-Heilvolle Begegnung
Dort angekommen machten wir uns sogleich auf den Weg zum Friedhof, am Stadtrand gelegen. Auf dem Weg begegneten wir einer Gruppe Jugendlicher, die uns gleich mit „Heil Hitler“ begrüssten. Wissend um die potentielle Gewalttätigkeit dieser Jungfaschisten ignorierten wir sie, statt sie zur Rede zu stellen, und setzten unseren Weg zum Friedhof fort.
Grabsteine erinnern an dunkle Vergangenheit
Im vorderen Teil des Friedhofs befindet sich eine Reihe von Grabsteinen aus dem Jahre 1946 mit teils polnischen Namen. Dort sind ehemalige Zwangsarbeiter beerdigt, die zuvor in Lippstadts Rüstungsbetrieben arbeiten mussten, darunter auch die „Union“ und die Westfälische Metallindustrie (WMI), heute HELLA.
Die Zwangsarbeiter kamen auch aus zwei örtlichen Außenlagern des Konzentrationslagers Buchenwald.
Tod vor Rückkehr in die Heimat
Die hier beerdigten Zwangsarbeiter starben nach Kriegsende kurz vor ihrer Repatriierung. Die britische Militärverwaltung hatte in Lippstadt ein Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP) eingerichtet. Die meisten stammten aus der Sowjetunion, Polen und Ungarn.

Gräber der "displaced persons" (darunter viele Zwangsarbeiter)



Grabsteine und Inschriften
Fotos: Dr. v.Paleske
Die bereits vor Kriegsende verstorbenen Zwangsarbeiter hatten die Nazis in Massengräbern verscharrt.
An die russischen Zwangsarbeiter, die sich in Lippstadt zu Tode schuften mussten, erinnert ein Mahnmal.


Mahnmal und Inschrift - Fotos: Dr. v. Paleske
Mehr zu bieten
Lippstadt und Umgebung hatten in der Nazizeit aber noch Schlimmeres zu bieten: Bedingt durch die Nähe zum psychiatrischen Krankenhaus in Eickelborn und zum Provinzialarbeitshaus Benninghausen, das bereits 1933 für kurze Zeit als Konzentrationslager diente und in dem später zeitweise lungenkranke Jugendliche aus dem KZ Moringen untergebracht waren, wurde Lippstadt in den folgenden Jahren zum Ort medizinischer Verbrechen.
Im evangelischen Krankenhaus der Stadt fanden in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche Zwangssterilisationen statt; die Zustände in den Anstalten gipfelten in körperlichen Misshandlungen sowie in umfangreichen Euthanasieprogrammen.
Für einige Unbelehrbare heisst die Antwort auf diese Grausamkeiten nun wieder „Heil Hitler“ - nicht nur in Lippstadt
onlinedienst - 15. Mär, 15:15 Article 4549x read