Boostern – oder nicht, Impfpflicht – oder nicht?
Dr. Alexander von Paleske —- 7.1. 2022 —–
Bericht aus dem Bekanntenkreis: 10 junge Leute, um die 30 Jahre alt, treffen sich zur Silvesterparty. Alle sind geimpft, 6 von ihnen sind geboostert, einer hat sich mit der Omikron-Variante des SarsCoV-2 Virus infiziert, ohne es zu wissen, steckt alle anderen auf der Party an. 5 Tage später: alle testen positiv, alle haben Symptome – auch die Geboosterten – keiner muss jedoch ins Krankenhaus.
Einen Tag später lese ich, was angesichts dieser Erfahrungen wie Hohn klingt:
Christian Drosten: „Was richtig schützt gegen Omikron, ist die Dreifachimpfung„
Zwei Arten von Impfschutz
Wenn es um den Infektionsschutz geht sind zu trennen:
- Der Schutz eines Patienten vor einer einer symptomatischen Infektion, worunter auch Langzeitfolgen zu verstehen sind, wie das Long Covid Syndrom.
- Der Schutz der Allgemeinheit vor einer Weitergabe der Infektion.
Mittlerweile stellt sich in der Omikron-Welle der Covid-19 Infektion heraus: selbst eine Impfung plus Boosterung kann offenbar beides entweder gar nicht oder nur unvollständig leisten.
Der Hintergrund: Die höchstinfektiöse Omikron- Variante erweist sich in grossem Umfang deutlich teilresistent bzw. vollresistent gegen die durch eine Impfung induzierte Immunabwehr, mit der Folge des fehlenden Infektionsschutzes. So ist es keine Ueberraschung, dass die Infektionszahlen wieder in die Höhe schnellen: in den USA sind es mittlerweile 1 Million Neuinfektionen – pro Tag!, in Deutschland über 50.000
Was bringt es?
Energisch fordern Gesundheitsminister Lauterbach und die Regierung zum Boostern auf. Heute sollen neue Regelungen beschlossen werden, die “nur”zweifach Geimpften den Zugang zu bestimmten Einrichtungen erschweren, das Ganze nennt sich “2G plus”. Zweifach Geimpfte ohne Boosterung müssen dann einen aktuellen Test vorlegen.
Die Frage ist nur: ist das gerechtfertigt? was bringt die Boosterung wirklich?
Bei der Boosterung sind zwei Gruppen zu unterscheiden,
1. Die Immunkompetenten, also diejenigen unter 60 Jahre ohne jegliche Einschränkung der Immunabwehr, also Gesunde.
2. die Immungeschwächten das sind:
-- diejenigen mit einer altersbedingt eingeschränkten Immunabwehr. Das sind Patienten über 60 Jahre mit und ohne Begleitkrankheiten.
- diejenigen – ohne Altersbeschränkung – mit angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. Diabetes, HIV) oder duch immunsupprimierende Medikamente verursacht, wie z.B. Kortisonpräparate, Zytostatika.
Bei Patienten mit eingeschränkter Immunabwehr handelt es sich bei der 3. Impfung, auch “Boosterung” genannt, keineswegs um eine Boosterung im eigentlichen Sinne, sondern um um die Herstellung der Grund-Immunität gegen die Viruserkrankung,( die bei Gesunden unter 60 mit zwei Injektionen erreicht wird). Diese Personengruppe der Immungeschwächten braucht selbstverständlich eine 3. Impfung als notwendigen Teil der Grundimmunisierung.
Die Frage ist jedoch, ob die immunkompetenten Gesunden sie ebenfalls brauchen, wie die Regierung und einige Wissenschaftler behaupten.
Wie eine gross angelegte Studie aus Grossbritannien, veröffentlicht im Lancet im November 2021 zeigt, kann eine Boosterung tatächlich zu einem signifikanten Anstieg der gegen das Virus gerichteten neutralisierenden Antikörper führen. Gleiches gilt auch für die nicht weniger bedeutsame zelluläre Immunität, wobei nach wie vor unklar ist, welche Rolle die zelluläre Immunität auch bei abfallenden neutralisierenden Antikörpern spielt, wann also der Schutz nach einer Impfung so nachlässt, dass das Risiko einer schweren Infektion signifikant erhöht ist.
Die Protagonisten des Boosterns berufen sich auf die Stärkung der Immunität gegen Covid-19 , mit der Folge einer deutlich verbesserten Infektabwehr, frei nach dem Motto: Mehr ist immer besser als weniger. Ein reichlich krude Feststellung, die des wissenschaftlichen Beweises harrt, und bei der Omikron Variante – wenn überhaupt – bestenfalls teilweise zutreffend ist.
Ueber die Atemluft
Corona-Viren, von der Atemlusft übertragen, siedeln sich erst einmal in den Schleimhäuten des Rachens und des Bronchialbaumes an, und können nach einer kurzen Phase der Vermehrung von dort aus mit der Atemluft weiter verbreitet werden. Zeiverzögert setzt die Immunantwort ein und sorgt für die Begrenzung der Infektion und Eliminierung der Viren.
Auch die geboosterte Person ist keineswegs vor einer Infektion geschützt, deshalb kann sich das Virus auch so rasant ausbreiten.
Schon bei der Delta Variante waren immerhin rund 4/10 Personen trotz Impfung oder durchgemachter Infektion nicht vor einer Reinfektion bzw. Infektion geschützt. Bei der Omikron Variante sind des bedeutend mehr, etwa 7/10 trotz Boosterung. Genaue Zahlen aus einer grossen Gruppe Geboosteter gibt es allerdings (noch) nicht.
Schutz vor schwerer Infektion dank Boosterung?
Wie aber steht es mit dem Schutz vor schwerer Erkrankung mit oder ohne Boosterung?
Wie bereits aus Südafrika bekannt, hier wurde darüber berichtet, tendiert die Omikron Variante zu einem insgesamt milderen Verlauf.
- Der Schutz gegen eine Infektion mit der Omikron-Variante beträgt nach 2 Dosen Biontech-Pfizer nur 33% – eine deutliche Verringerung der Schutzwirkung, verglichen mit 80% gegen die Delta-Variante. Allerdings liegt keine Aufschlüsselung nach Altersgruppen vor, ebenso ist unklar, welche Rolle der zeitliche Abstand seit Verabreichung des Impfstoffes spielt. Signifikante Zahlen von Patienten mit Auffrischimpfungen gab es noch nicht
.
- Der Schutz vor einer schweren Erkrankung, die eine Krankenhauseinweisung nötig macht, liegt aber immerhin bei 70%, verglichen mit 93% bei der Delta Variante.
- Das Risiko einer Reinfektion, diesmal mit der Omikron-Variante nach durchgemachter Covid-19 Erkrankung – mit natürlich anderen Varianten – ist deutlich erhöht.
- Das Risiko bei Ungeimpften für eine Krankenhauseinweisung ist knapp 30 % niedriger, als mit der Delta Variante.
- Kinder haben nach den bisherigen Daten ein 20% erhöhtes Risiko für eine schwere Erkrankung, die eine Krankenhauseinweisung erforderlich macht.
Zu ähnlichen Einschätzungen kommt der Chefviriologe Christian Drosten. Mit Blick auf bisherige Beobachtungen, nach denen die Omikron Variante mutmaßlich mildere Krankheitsverläufe verursache, sagte Drosten:
„Ich denke, man kann das inzwischen sagen, dass das so ist. Erhobene Daten wiesen darauf hin, dass bei Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse.”
Eine Studie vom Imperial College in London bestätigt diese Daten mit Stand kurz vor Weihnachten:
- Infizieren sich Ungeimpfte mit der Omikron-Virusvariante, sinkt der Studie aus London zufolge das Risiko einer Hospitalisierung um 24 Prozent verglichen mit der Delta-Variante.
- Bei Menschen mit zwei Impfungen sinke das Risiko um 34 Prozent. Bei denen, die eine Auffrischung erhalten haben, gar um 63 Prozent.
Drosten: Es zeige sich ganz deutlich der positive Effekt der Boosterimpfung:
„Der Gewinn nicht geimpft zu zweifach geimpft ist nur zehn Prozent mehr, aber der Gewinn von zweifach geimpft zu dreifach geimpft ist dann fast eine Verdopplung.“
so Drosten.
Dem widersprechen Daten aus Südafrika, wonach der Schutz vor schwerer Erkrankung mit Notwendigkeit einer Krankenhauseinweisung nach einer Infektion mit der Omikron-Variante nach zweifacher Impfung bereits 70% beträgt, der Nichtgeimpften aber nur bei 30% liegt
Auch trennt die von Drosten herangezogene Studie nicht die Risikogruppen mit geschwächtem Immunsystem ab, bei denen es sich bei der 3. Impfung nicht um eine echte Boosterimpfung handelt, von denjenigen Immunkompetenten, bei denen es sich um eine echte Boosterung handelt. Der Unterschied zwischen zweifach und dreifach Geimpften könnte nach einer Stratifizierung so verschwinden. Hinzu kommt: der Schutz besteht – wenn überhaupt – nur relativ kurzfristig.
Boosterung ohne Ende?
Ein Blick nach Israel zeigt, dass offenbar eine Boosterung nicht die letzte Antwort ist.
Dort sind sehr viele neue Corona-Neuinfektionen nachgewiesen worden, wie noch nie zuvor. Binnen 24 Stunden 11.978 Ansteckungen – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. Trotz flächendeckender Impfung, und einer hohen Zahl von Boosterungen: von Israels 9,4 Millionen Einwohnern haben knapp 4,3 Millionen bereits drei Corona-Impfdosen erhalten. Vor einigen Tagen hat das Land angesichts der hohen Zahl von Infektionen mit der Verabreichung einer nochmaligen Booster-Impfung begonnen. Eine vierte Dosis erhalten nun zunächst Patienten mit einem geschwächten Immunsystem und Menschen ab 60 Jahren.
Nur eine geringe Zahl von Infizierten befindet sich allerdings in einem kritischen Zustand.
Fazit:
Offenbar verhindert selbst eine Boosterung nicht die Infektion und damit eine rapide Ausbreitung der Omikron-Variante.
Dies macht macht jedoch eine Impfpflicht – aber auch eine Benachteiligung nicht Geboosteter aber zweifach Geimpfter – mehr als problematisch, da weder die Impfung noch die Boosterung offenbar die Ausbreitung der Omikron-Variante deutlich verhindert, so rückt nun die Gesundheitsgefahr für den Einzelnen in den Fokus. Das reicht aber auf gar keinen Fall für einen derartigen Eingriff in Grundrechte. Nur der Schutz der Allgemeinheit, der nach Impfung und Boosterung aber gerade nicht gegeben ist, könnte eine derartige Impfpflicht rechtfertigen. Hinzu kommt: Corona kann durch die Impfungen nicht ausgerottet werden.
Unter diesen Umständen ist eine Impfpflicht strikt abzulehnen.
Der beste Schutz sind und bleiben: Abstand, FFP2-Maske, Hygiene und Vermeidung von Treffen mit mehreren Personen.
Bericht aus dem Bekanntenkreis: 10 junge Leute, um die 30 Jahre alt, treffen sich zur Silvesterparty. Alle sind geimpft, 6 von ihnen sind geboostert, einer hat sich mit der Omikron-Variante des SarsCoV-2 Virus infiziert, ohne es zu wissen, steckt alle anderen auf der Party an. 5 Tage später: alle testen positiv, alle haben Symptome – auch die Geboosterten – keiner muss jedoch ins Krankenhaus.
Einen Tag später lese ich, was angesichts dieser Erfahrungen wie Hohn klingt:
Christian Drosten: „Was richtig schützt gegen Omikron, ist die Dreifachimpfung„
Zwei Arten von Impfschutz
Wenn es um den Infektionsschutz geht sind zu trennen:
- Der Schutz eines Patienten vor einer einer symptomatischen Infektion, worunter auch Langzeitfolgen zu verstehen sind, wie das Long Covid Syndrom.
- Der Schutz der Allgemeinheit vor einer Weitergabe der Infektion.
Mittlerweile stellt sich in der Omikron-Welle der Covid-19 Infektion heraus: selbst eine Impfung plus Boosterung kann offenbar beides entweder gar nicht oder nur unvollständig leisten.
Der Hintergrund: Die höchstinfektiöse Omikron- Variante erweist sich in grossem Umfang deutlich teilresistent bzw. vollresistent gegen die durch eine Impfung induzierte Immunabwehr, mit der Folge des fehlenden Infektionsschutzes. So ist es keine Ueberraschung, dass die Infektionszahlen wieder in die Höhe schnellen: in den USA sind es mittlerweile 1 Million Neuinfektionen – pro Tag!, in Deutschland über 50.000
Was bringt es?
Energisch fordern Gesundheitsminister Lauterbach und die Regierung zum Boostern auf. Heute sollen neue Regelungen beschlossen werden, die “nur”zweifach Geimpften den Zugang zu bestimmten Einrichtungen erschweren, das Ganze nennt sich “2G plus”. Zweifach Geimpfte ohne Boosterung müssen dann einen aktuellen Test vorlegen.
Die Frage ist nur: ist das gerechtfertigt? was bringt die Boosterung wirklich?
Bei der Boosterung sind zwei Gruppen zu unterscheiden,
1. Die Immunkompetenten, also diejenigen unter 60 Jahre ohne jegliche Einschränkung der Immunabwehr, also Gesunde.
2. die Immungeschwächten das sind:
-- diejenigen mit einer altersbedingt eingeschränkten Immunabwehr. Das sind Patienten über 60 Jahre mit und ohne Begleitkrankheiten.
- diejenigen – ohne Altersbeschränkung – mit angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. Diabetes, HIV) oder duch immunsupprimierende Medikamente verursacht, wie z.B. Kortisonpräparate, Zytostatika.
Bei Patienten mit eingeschränkter Immunabwehr handelt es sich bei der 3. Impfung, auch “Boosterung” genannt, keineswegs um eine Boosterung im eigentlichen Sinne, sondern um um die Herstellung der Grund-Immunität gegen die Viruserkrankung,( die bei Gesunden unter 60 mit zwei Injektionen erreicht wird). Diese Personengruppe der Immungeschwächten braucht selbstverständlich eine 3. Impfung als notwendigen Teil der Grundimmunisierung.
Die Frage ist jedoch, ob die immunkompetenten Gesunden sie ebenfalls brauchen, wie die Regierung und einige Wissenschaftler behaupten.
Wie eine gross angelegte Studie aus Grossbritannien, veröffentlicht im Lancet im November 2021 zeigt, kann eine Boosterung tatächlich zu einem signifikanten Anstieg der gegen das Virus gerichteten neutralisierenden Antikörper führen. Gleiches gilt auch für die nicht weniger bedeutsame zelluläre Immunität, wobei nach wie vor unklar ist, welche Rolle die zelluläre Immunität auch bei abfallenden neutralisierenden Antikörpern spielt, wann also der Schutz nach einer Impfung so nachlässt, dass das Risiko einer schweren Infektion signifikant erhöht ist.
Die Protagonisten des Boosterns berufen sich auf die Stärkung der Immunität gegen Covid-19 , mit der Folge einer deutlich verbesserten Infektabwehr, frei nach dem Motto: Mehr ist immer besser als weniger. Ein reichlich krude Feststellung, die des wissenschaftlichen Beweises harrt, und bei der Omikron Variante – wenn überhaupt – bestenfalls teilweise zutreffend ist.
Ueber die Atemluft
Corona-Viren, von der Atemlusft übertragen, siedeln sich erst einmal in den Schleimhäuten des Rachens und des Bronchialbaumes an, und können nach einer kurzen Phase der Vermehrung von dort aus mit der Atemluft weiter verbreitet werden. Zeiverzögert setzt die Immunantwort ein und sorgt für die Begrenzung der Infektion und Eliminierung der Viren.
Auch die geboosterte Person ist keineswegs vor einer Infektion geschützt, deshalb kann sich das Virus auch so rasant ausbreiten.
Schon bei der Delta Variante waren immerhin rund 4/10 Personen trotz Impfung oder durchgemachter Infektion nicht vor einer Reinfektion bzw. Infektion geschützt. Bei der Omikron Variante sind des bedeutend mehr, etwa 7/10 trotz Boosterung. Genaue Zahlen aus einer grossen Gruppe Geboosteter gibt es allerdings (noch) nicht.
Schutz vor schwerer Infektion dank Boosterung?
Wie aber steht es mit dem Schutz vor schwerer Erkrankung mit oder ohne Boosterung?
Wie bereits aus Südafrika bekannt, hier wurde darüber berichtet, tendiert die Omikron Variante zu einem insgesamt milderen Verlauf.
- Der Schutz gegen eine Infektion mit der Omikron-Variante beträgt nach 2 Dosen Biontech-Pfizer nur 33% – eine deutliche Verringerung der Schutzwirkung, verglichen mit 80% gegen die Delta-Variante. Allerdings liegt keine Aufschlüsselung nach Altersgruppen vor, ebenso ist unklar, welche Rolle der zeitliche Abstand seit Verabreichung des Impfstoffes spielt. Signifikante Zahlen von Patienten mit Auffrischimpfungen gab es noch nicht
.
- Der Schutz vor einer schweren Erkrankung, die eine Krankenhauseinweisung nötig macht, liegt aber immerhin bei 70%, verglichen mit 93% bei der Delta Variante.
- Das Risiko einer Reinfektion, diesmal mit der Omikron-Variante nach durchgemachter Covid-19 Erkrankung – mit natürlich anderen Varianten – ist deutlich erhöht.
- Das Risiko bei Ungeimpften für eine Krankenhauseinweisung ist knapp 30 % niedriger, als mit der Delta Variante.
- Kinder haben nach den bisherigen Daten ein 20% erhöhtes Risiko für eine schwere Erkrankung, die eine Krankenhauseinweisung erforderlich macht.
Zu ähnlichen Einschätzungen kommt der Chefviriologe Christian Drosten. Mit Blick auf bisherige Beobachtungen, nach denen die Omikron Variante mutmaßlich mildere Krankheitsverläufe verursache, sagte Drosten:
„Ich denke, man kann das inzwischen sagen, dass das so ist. Erhobene Daten wiesen darauf hin, dass bei Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse.”
Eine Studie vom Imperial College in London bestätigt diese Daten mit Stand kurz vor Weihnachten:
- Infizieren sich Ungeimpfte mit der Omikron-Virusvariante, sinkt der Studie aus London zufolge das Risiko einer Hospitalisierung um 24 Prozent verglichen mit der Delta-Variante.
- Bei Menschen mit zwei Impfungen sinke das Risiko um 34 Prozent. Bei denen, die eine Auffrischung erhalten haben, gar um 63 Prozent.
Drosten: Es zeige sich ganz deutlich der positive Effekt der Boosterimpfung:
„Der Gewinn nicht geimpft zu zweifach geimpft ist nur zehn Prozent mehr, aber der Gewinn von zweifach geimpft zu dreifach geimpft ist dann fast eine Verdopplung.“
so Drosten.
Dem widersprechen Daten aus Südafrika, wonach der Schutz vor schwerer Erkrankung mit Notwendigkeit einer Krankenhauseinweisung nach einer Infektion mit der Omikron-Variante nach zweifacher Impfung bereits 70% beträgt, der Nichtgeimpften aber nur bei 30% liegt
Auch trennt die von Drosten herangezogene Studie nicht die Risikogruppen mit geschwächtem Immunsystem ab, bei denen es sich bei der 3. Impfung nicht um eine echte Boosterimpfung handelt, von denjenigen Immunkompetenten, bei denen es sich um eine echte Boosterung handelt. Der Unterschied zwischen zweifach und dreifach Geimpften könnte nach einer Stratifizierung so verschwinden. Hinzu kommt: der Schutz besteht – wenn überhaupt – nur relativ kurzfristig.
Boosterung ohne Ende?
Ein Blick nach Israel zeigt, dass offenbar eine Boosterung nicht die letzte Antwort ist.
Dort sind sehr viele neue Corona-Neuinfektionen nachgewiesen worden, wie noch nie zuvor. Binnen 24 Stunden 11.978 Ansteckungen – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. Trotz flächendeckender Impfung, und einer hohen Zahl von Boosterungen: von Israels 9,4 Millionen Einwohnern haben knapp 4,3 Millionen bereits drei Corona-Impfdosen erhalten. Vor einigen Tagen hat das Land angesichts der hohen Zahl von Infektionen mit der Verabreichung einer nochmaligen Booster-Impfung begonnen. Eine vierte Dosis erhalten nun zunächst Patienten mit einem geschwächten Immunsystem und Menschen ab 60 Jahren.
Nur eine geringe Zahl von Infizierten befindet sich allerdings in einem kritischen Zustand.
Fazit:
Offenbar verhindert selbst eine Boosterung nicht die Infektion und damit eine rapide Ausbreitung der Omikron-Variante.
Dies macht macht jedoch eine Impfpflicht – aber auch eine Benachteiligung nicht Geboosteter aber zweifach Geimpfter – mehr als problematisch, da weder die Impfung noch die Boosterung offenbar die Ausbreitung der Omikron-Variante deutlich verhindert, so rückt nun die Gesundheitsgefahr für den Einzelnen in den Fokus. Das reicht aber auf gar keinen Fall für einen derartigen Eingriff in Grundrechte. Nur der Schutz der Allgemeinheit, der nach Impfung und Boosterung aber gerade nicht gegeben ist, könnte eine derartige Impfpflicht rechtfertigen. Hinzu kommt: Corona kann durch die Impfungen nicht ausgerottet werden.
Unter diesen Umständen ist eine Impfpflicht strikt abzulehnen.
Der beste Schutz sind und bleiben: Abstand, FFP2-Maske, Hygiene und Vermeidung von Treffen mit mehreren Personen.
onlinedienst - 8. Jan, 22:05 Article 841x read