Boris Johnson und Donald Trump: Produzenten übler Nachrichten
Dr. Alexander von Paleske —- 19.2. 2020 ——
In vielem gleichen sich der britische Premier Boris Johnson, und der US-Präsident Donald Trump. Für beide sind bisher geltende rote Linien in der Politik dazu da, um überschritten zu werden.
In der vergangenen Woche haben beide das wieder einmal unter Beweis gestellt:.
Zunächst Trump: Nachdem der Versuch der Demokraten, ihn mittels eines Amtsenthebungs- (Impeachment-) Verfahrens aus dem Amt zu jagen, im Senat an den Republikanern gescheitert war, obwohl die gegen ihn erhobenen Vorwürfe allemal dazu getaugt hätten, langte er gleich wieder zu. Er dokumentierte wieder einmal, wie wenig er von der Gewaltenteilung, essentieller Bestandteil des demokratischen Rechtsstaates, hält, indem er in ein laufendes Gerichtsverfahren eingriff.
Ein Freund, ein guter Freund
Der US-Präsident forderte schlichtweg per Twitter, seinen Freund Roger Stone geringer zu bestrafen, als vorgesehen, worauf die drei Staatsanwälte in dem Verfahren, geschlossen zurücktraten.
Roger Stone drohte eine lange Haftstrafe wegen Meineids, Anstiftung zum Meineid, Behinderung der Justiz pp. Nach Trumps Tweet griff auch der US-Justizminister (Attorney General) Barr ein, und verlangte ebenfalls eine geringere Strafe, erklärte gleichzeitig, er tue dies nicht auf Anweisung von Trump – wer soll das glauben?
Ein alter Bekannter
Mit diesem Roger Stone hatten wir uns schon mehrfach beschäftigt. Er bezeichnet sich selbst als „Wahlkampf Consultant“, ist aber defacto eine jahrzehntelange Wahlkampf-Dreckschleuder für die Republikanische Partei. Kein schmutziges Mittel war im fremd, um den jeweiligen politischen Gegner übelst zu diskreditieren.
Miserabler Ruf
In den Medien erwarb er sich dank seiner Aktivitäten redlich die wenig schmeichelhaften Zusatzbezeichnungen:
– Dreckiger Taschentrickspieler
– Renowned infighter
– Praktiker des harten politischen Kampfes
– Erfinder von Lügengeschichten und Verschwörungstheorien.
Mit vulgär – primitiven aber auch rassistischen Aeusserungen sparte der Herr nicht. Kostproben von seinem Twitter Account:
„entitled diva bitch“, “ imagined killing herself“, „stupid negro“ „fat negro“.
Twitter sperrte schliesslich seinen Account..
Guter Gebrauchswert
So einen Mann konnte schon der Republikaner Ronald Reagan in seinem Wahlkampf gut gebrauchen, und auch seinem Nachfolger GHW Bush war er im Wahlkampf 1988 nützlich, als er zusammen mit dem republikanischen Strategisten Lee Atwater den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Michael Dukakis, mit der “Willie Horton Kampagne”, erfolgreich mit übelstem Anzeigen-Dreck bewarf . Später dann auch, kaum überraschend, G.W. Bush.
Schon früh war Donald Trump von dem ruchlosen Gebaren dieses Herrn begeistert, und setzte ihn ab 1996 in seinem Casino-Business ein.
Als Donald Trump die Lügen über die fehlende US-Staatsbürgerschaft Barack Obamas verbreitete, war Stone wieder mit dabei.
Aber auch prominente Demokraten wie Adam Schiff, Eric Swalwell und Dennis Heck wurden das Ziel von ungerechtfertigten persönlichen Angriffen Stones.
Puffmutti unterstützt
Auch war er sich nicht zu schade, die Kampagne einer Puffmutter namens Kristin M. Davis – bekannt aus einem Prostitutionsskandal – und ihre libertinäre Partei bei den Gouverneurswahlen in New York 2010 zu unterstützen, mit dem einzigen Ziel, dem Demokraten Andrew Cuomo damit Stimmen abzujagen, um so dem Republikaner Carl Paladino zu helfen – allerdings vergeblich.
Wikileaks-Russland-Connection
Natürlich war er im Präsidentschafts-Wahlkampf 2006 wieder zur Stelle, an der Seite Trumps, und kümmerte sich um eine Verbindung zu Wikileaks zwecks Erlangung von E-Mails Hillary Clintons und der Demokraten.
WikiLeaks, Assange und Guccifer2.0
Für derartige Drecksarbeit, die persönlichen E-Mails der Präsidentschaftskandidatin zu hacken und zu veröffentlichen, konnte es in der Tat keine bessere Person geben, ihn, als Roger Stone. Und so war er es dann auch, der den Kontakt zu Wikileaks hergestellte über einen Journalisten names Randy Credico. . Aber auch direkten Kontakt zu einem russichen Hacker namens Guccifer 2.0, ein Deckname für einen russischen Geheimdienst-Mitarbeiter, hatte Stone offenbar.
Ein Christ der radikalen Sorte
Dass er als vorgeblich radikaler Christ mit seiner Angetrauten auch noch regelmässiger Swinger-Club- Besucher war, rundet das unerquickliche Bild ab.
Trumps Buddy Boris
Sein Buddy im Vereinigten Königreich, Boris Johnson, schafft sich derweil einen engen Freundeskreis von Kabinettskollegen samt dem “Rasputin” Dominic Cummings der hier schon mehrfach Gegenstand von Artikeln war.
Cummings ist so unentbehrlich für Johnson wie es seinerzeit Stephen Bannon für Trump war, bis dann Schwiegersohn Jared Kushner diesen Job übernahm.
Dabei hat Cummings freie Hand, auch mal Mitarbeiter von Ministern ohne Rücksprache rauszuwerfen, wie Sonia Kahn, hochrangige Mitarbeiterin des Schatzkanzlers Sajid Javid, und ihr sofort auch noch Hausverbot zu erteilen. Minister Javid schluckte das, es war ja gerade Wahlkampf, aber nach der Wahl agierte Cummings in der gleichen unverschämten Weise, indem er Ministern detailliert vorschrieb, was sie zu tun hatten. Mehr noch: er suchte und heuerte Dreckschleudern vom Kaliber eines Roger Stone an über folgende Anzeige:
“Suche Projektmanager, Politik-Experten und supertalentierte Spinner” .
Angezogen von der Anzeige meldete sich ein Andrew Sabisky. Der hatte in der Vergangenheit Weisheiten von sich gegeben wie:
-Alleinerziehende Mütter sind ignorant und aggressiv
– Frauensport ist vergleichbar mit Paraolympischen Spielen, aber nicht mit Männersport
– Zwangsverhütung ist zu befürworten, um ungeplante Schwangerschaften und eine “permanente Unterschicht” zu verhindern (Unter Adolf Hitler gab es Zwangssterilisationen bereits)
– Die Menschen in Papua-Neuguinea sind Kannibalen
– Menschen mit afroamerikanischer Abstammung in den USA sind im Durchschnitt weniger intelligent als weiße Amerikaner.
In diesem Umfeld des Duos infernale Johnson /Cummings wurde es selbst Sajid Javid, Sohn pakistanischer Einwanderer, konservativer Hardliner, der auch als Innenminister die Auslieferung des Wikileak- Gründers Julian Assange an die USA absegnete, was aber noch durch ein Gericht bestätigt werden muss, zu viel. Vergangene Woche nahme er seinen Hut.
Andrew Sabisky ……supertalentierter Rassisit
Nachdem britische Zeitungen die Kommentare des Andrew Sabisky veröffentlicht hatten, musste der vorgestern zurücktreten.
Aus 10, Downing Street, und von ihrem “Hinterhof-Bewohner” Cummings, dürften noch einige Ueberraschungen zu erwarten sein, sicherlich keine erfreulichen. Ebenso aus dem Hause Trump.
In vielem gleichen sich der britische Premier Boris Johnson, und der US-Präsident Donald Trump. Für beide sind bisher geltende rote Linien in der Politik dazu da, um überschritten zu werden.
In der vergangenen Woche haben beide das wieder einmal unter Beweis gestellt:.
Zunächst Trump: Nachdem der Versuch der Demokraten, ihn mittels eines Amtsenthebungs- (Impeachment-) Verfahrens aus dem Amt zu jagen, im Senat an den Republikanern gescheitert war, obwohl die gegen ihn erhobenen Vorwürfe allemal dazu getaugt hätten, langte er gleich wieder zu. Er dokumentierte wieder einmal, wie wenig er von der Gewaltenteilung, essentieller Bestandteil des demokratischen Rechtsstaates, hält, indem er in ein laufendes Gerichtsverfahren eingriff.
Ein Freund, ein guter Freund
Der US-Präsident forderte schlichtweg per Twitter, seinen Freund Roger Stone geringer zu bestrafen, als vorgesehen, worauf die drei Staatsanwälte in dem Verfahren, geschlossen zurücktraten.
Roger Stone drohte eine lange Haftstrafe wegen Meineids, Anstiftung zum Meineid, Behinderung der Justiz pp. Nach Trumps Tweet griff auch der US-Justizminister (Attorney General) Barr ein, und verlangte ebenfalls eine geringere Strafe, erklärte gleichzeitig, er tue dies nicht auf Anweisung von Trump – wer soll das glauben?
Ein alter Bekannter
Mit diesem Roger Stone hatten wir uns schon mehrfach beschäftigt. Er bezeichnet sich selbst als „Wahlkampf Consultant“, ist aber defacto eine jahrzehntelange Wahlkampf-Dreckschleuder für die Republikanische Partei. Kein schmutziges Mittel war im fremd, um den jeweiligen politischen Gegner übelst zu diskreditieren.
Miserabler Ruf
In den Medien erwarb er sich dank seiner Aktivitäten redlich die wenig schmeichelhaften Zusatzbezeichnungen:
– Dreckiger Taschentrickspieler
– Renowned infighter
– Praktiker des harten politischen Kampfes
– Erfinder von Lügengeschichten und Verschwörungstheorien.
Mit vulgär – primitiven aber auch rassistischen Aeusserungen sparte der Herr nicht. Kostproben von seinem Twitter Account:
„entitled diva bitch“, “ imagined killing herself“, „stupid negro“ „fat negro“.
Twitter sperrte schliesslich seinen Account..
Guter Gebrauchswert
So einen Mann konnte schon der Republikaner Ronald Reagan in seinem Wahlkampf gut gebrauchen, und auch seinem Nachfolger GHW Bush war er im Wahlkampf 1988 nützlich, als er zusammen mit dem republikanischen Strategisten Lee Atwater den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Michael Dukakis, mit der “Willie Horton Kampagne”, erfolgreich mit übelstem Anzeigen-Dreck bewarf . Später dann auch, kaum überraschend, G.W. Bush.
Schon früh war Donald Trump von dem ruchlosen Gebaren dieses Herrn begeistert, und setzte ihn ab 1996 in seinem Casino-Business ein.
Als Donald Trump die Lügen über die fehlende US-Staatsbürgerschaft Barack Obamas verbreitete, war Stone wieder mit dabei.
Aber auch prominente Demokraten wie Adam Schiff, Eric Swalwell und Dennis Heck wurden das Ziel von ungerechtfertigten persönlichen Angriffen Stones.
Puffmutti unterstützt
Auch war er sich nicht zu schade, die Kampagne einer Puffmutter namens Kristin M. Davis – bekannt aus einem Prostitutionsskandal – und ihre libertinäre Partei bei den Gouverneurswahlen in New York 2010 zu unterstützen, mit dem einzigen Ziel, dem Demokraten Andrew Cuomo damit Stimmen abzujagen, um so dem Republikaner Carl Paladino zu helfen – allerdings vergeblich.
Wikileaks-Russland-Connection
Natürlich war er im Präsidentschafts-Wahlkampf 2006 wieder zur Stelle, an der Seite Trumps, und kümmerte sich um eine Verbindung zu Wikileaks zwecks Erlangung von E-Mails Hillary Clintons und der Demokraten.
WikiLeaks, Assange und Guccifer2.0
Für derartige Drecksarbeit, die persönlichen E-Mails der Präsidentschaftskandidatin zu hacken und zu veröffentlichen, konnte es in der Tat keine bessere Person geben, ihn, als Roger Stone. Und so war er es dann auch, der den Kontakt zu Wikileaks hergestellte über einen Journalisten names Randy Credico. . Aber auch direkten Kontakt zu einem russichen Hacker namens Guccifer 2.0, ein Deckname für einen russischen Geheimdienst-Mitarbeiter, hatte Stone offenbar.
Ein Christ der radikalen Sorte
Dass er als vorgeblich radikaler Christ mit seiner Angetrauten auch noch regelmässiger Swinger-Club- Besucher war, rundet das unerquickliche Bild ab.
Trumps Buddy Boris
Sein Buddy im Vereinigten Königreich, Boris Johnson, schafft sich derweil einen engen Freundeskreis von Kabinettskollegen samt dem “Rasputin” Dominic Cummings der hier schon mehrfach Gegenstand von Artikeln war.
Cummings ist so unentbehrlich für Johnson wie es seinerzeit Stephen Bannon für Trump war, bis dann Schwiegersohn Jared Kushner diesen Job übernahm.
Dabei hat Cummings freie Hand, auch mal Mitarbeiter von Ministern ohne Rücksprache rauszuwerfen, wie Sonia Kahn, hochrangige Mitarbeiterin des Schatzkanzlers Sajid Javid, und ihr sofort auch noch Hausverbot zu erteilen. Minister Javid schluckte das, es war ja gerade Wahlkampf, aber nach der Wahl agierte Cummings in der gleichen unverschämten Weise, indem er Ministern detailliert vorschrieb, was sie zu tun hatten. Mehr noch: er suchte und heuerte Dreckschleudern vom Kaliber eines Roger Stone an über folgende Anzeige:
“Suche Projektmanager, Politik-Experten und supertalentierte Spinner” .
Angezogen von der Anzeige meldete sich ein Andrew Sabisky. Der hatte in der Vergangenheit Weisheiten von sich gegeben wie:
-Alleinerziehende Mütter sind ignorant und aggressiv
– Frauensport ist vergleichbar mit Paraolympischen Spielen, aber nicht mit Männersport
– Zwangsverhütung ist zu befürworten, um ungeplante Schwangerschaften und eine “permanente Unterschicht” zu verhindern (Unter Adolf Hitler gab es Zwangssterilisationen bereits)
– Die Menschen in Papua-Neuguinea sind Kannibalen
– Menschen mit afroamerikanischer Abstammung in den USA sind im Durchschnitt weniger intelligent als weiße Amerikaner.
In diesem Umfeld des Duos infernale Johnson /Cummings wurde es selbst Sajid Javid, Sohn pakistanischer Einwanderer, konservativer Hardliner, der auch als Innenminister die Auslieferung des Wikileak- Gründers Julian Assange an die USA absegnete, was aber noch durch ein Gericht bestätigt werden muss, zu viel. Vergangene Woche nahme er seinen Hut.
Andrew Sabisky ……supertalentierter Rassisit
Nachdem britische Zeitungen die Kommentare des Andrew Sabisky veröffentlicht hatten, musste der vorgestern zurücktreten.
Aus 10, Downing Street, und von ihrem “Hinterhof-Bewohner” Cummings, dürften noch einige Ueberraschungen zu erwarten sein, sicherlich keine erfreulichen. Ebenso aus dem Hause Trump.
onlinedienst - 19. Feb, 19:38 Article 333x read