Coronavirus-Epidemie: Der Nebel lichtet sich – der Ausblick ist düster
Dr. Alexander von Paleske —– 31.1. 2020 ——
Es ist noch nicht einmal 4 Wochen her, dass die ersten Fälle einer schweren atypischen Lungenentzündung aus China, genauer aus der 11 Millionenstadt Wuhan, berichtet wurden. China handelte sofort, mit maximaler Transparenz. Zunächst einmal schafften es die chinesischen Virologen binnen kürzester Zeit den Erreger, ein Virus, zu analysieren, und festzustellen, dass es sich um ein neues Corona-Virus handelt, ähnlich dem SARS-Virus. Schnell wurde ein Test entwickelt in Zusammenarbeit mit dem deutschen Virologen Prof. Drosten von der Charite in Berlin, der auch schon das SARS-Virus entschlüsselt und einen Diagnose-Test entwickelt hatte.
Explosionsartige Zunahme
Binnen kurzer Zeit stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen explosionsartig an. Was das SARS- Virus erst in mehreren Monaten schaffte, rund 8000 Menschen weltweit zu infizieren, mit einer Todesrate von rund 10%, das schaffte das Neue Corona Virus NCoV2019 binnen weniger Wochen: Mittelerweile sind mehr als 10.000 Menschen weltweit infiziert, die grosse Mehrheit in China.
Damit sind Fragen, welche zu Beginn der Epidemie sich stellten, inzwischen beantwortet:
1. Handelt es sich um eine Epidmie, oder nur um einen begrenzten Personenkreis, der mit infizierten Tieren auf dem Markt in Wuhan in Berührung kam, ist also eine Uebertragung von Mensch zu Mensch möglich?
Die Antwort ist ein klares Ja, fast alle Infizierten sind von anderen Infizierten angesteckt worden.
2. Wie ansteckend ist das Virus auch im Vergleich zu den anderen Coronavirus-Epidemien, also SARS und MERS?
Die Antwort ist: hochansteckend. Enger körperlicher Kontakt wie bei MERS – und in deutlich geringerem Masse auch bei SARS – ist offenbar nicht erforderlich.
3. Wie tödlich ist das Virus?
Nach den bisherigen Zahlen wesentlich weniger als das MERS-Virus, wo die Todesrate bei rund 33% liegt, aber auch niedriger als bei SARS mit 10% tödlichem Ausgang. Zur Zeit wird von 2-3% ausgegangen. Allerdings ist ein erheblicher Teil der betroffenen Patienten, rund 20%, krankenhauspflichtig, ein Teil davon bedarf der Behandlung auf der Intensivstation.
4. Wird sich das NCoV2019 wie ein Grippevirus ausbreiten, wo Isolierungsmassnahmen hoffnungslos sind?
Die Frage lässt sich him Augenblick nicht beantworten. Und darum ging es in Wirklichkeit auch gestern bei Maybritt Illner. Der Mediziner Johannes Wimmer, der das chinesische Gesundheitswesen aus eigener Anschauung kennt, ist ueberzeugt davon, dass China es schaffen wird, die Epidemie zunächst einzudämmen, und dann zu beenden.
Das ist jedoch angesichts der hohen Ansteckrate keineswegs sicher. Tatsache ist jedoch, dass China in einem unglaublichen Kraftakt alles tut, was erforderlich ist, um diese Epidemie zu kontrollieren.
5. Kann Deutschland eine Epidemie umfassend verhindern?
Das muss bezweifelt werden, auch wenn Gesundheitsminister Spahn Optimismus – wohl Zweckoptimismus – versprüht. Auf den ersten Blick scheint er recht zu haben. Die bisher bekannten Fälle sind isoliert, die Kontaktpersonen lokalisiert und werden getestet. Wie wenig umfassend das jedoch ist, zeigt schon der Indexfall in Deutschland: Eine infizierte Chinesin aus Wuhan kam für einen Vortrag nach Bayern und steckte dort – ohne engen körperlichen Kontakt – mindestens 5 Personen an. Sie reiste dann nach China zurück. Völlig unklar ist, mit wem sie auf dem Weg zum/vom Flughafen, im Flughafen selbst, und im Flugzeug auf dem Hin- und Rückflug in Kontakt kam.Es ist also denkbar, dass weitere, bisher unbekannte Personen infiziert wurden, und diese die Infektion auch weitergeben können bzw. schon weitergegeben haben. Offenbar kurz nach der Ansteckung, wenn Patienten noch keinerlei Symptome zeigen, können sie den Erreger bereits weiterreichen.
Nicht vorbereitet
Tatsache ist aber auch, dass Deutschland auf eine derartige Epidemie, sollte sie auch hierher in grösserem Umfang überschwappen, überhaupt nicht vorbereitet ist. In den Krankenhäusern fehlt es an entsprechenden ISO-Betten. Die seinerzeit vorhandenen wurden im Laufe der Zeit reduziert, weil sie nichts einbrachten, da sie nur vorgehalten, aber nicht benutzt wurden.
Erst in Monaten
Mit einem Impfstoff ist erst in einigen Monaten zu rechnen, und was dessen Nebenwirkungen sind – nach der Impfung gegen die Schweinegrippe litten eine Reihe von geimpften Personen danach an Narkolepsie – lässt sich erst im Laufe der Zeit sagen.
Ob Medikamente, die bereits für andere Indikationen, z.B. HIV/AIDS, verfügbar und im Einsatz sind, auch gegen NCoV 2019 wirken, wird sich zeigen.
Fazit
Tatsache ist, dass wir mit einer ausserordentlich schweren Epidemie, und mittlerweile Pandemie, es zu tun haben. Die Verharmlosung, und der Vergleich mit dem “tödlicheren jährlichen Grippevirus” seitens des Gesundheitsministers Spahn ist daher völlig fehl am Platze.
Verschwörungstheoretiker und Virusleugner krabbeln aus ihren Ecken
Im Internet finden sich jede Menge absurder Theorien, sowohl was den Ursprung des Virus betrifft, als auch infrage stellen, dass es überhaupt ein Virus ist ( sog. Virusleugner), die versuchen, ihren unwissenschaftlichen Quark unter das Volk zu bringen. Sie verdienen allerdings noch nicht einmal, von uns ignoriert zu werden.
Es ist noch nicht einmal 4 Wochen her, dass die ersten Fälle einer schweren atypischen Lungenentzündung aus China, genauer aus der 11 Millionenstadt Wuhan, berichtet wurden. China handelte sofort, mit maximaler Transparenz. Zunächst einmal schafften es die chinesischen Virologen binnen kürzester Zeit den Erreger, ein Virus, zu analysieren, und festzustellen, dass es sich um ein neues Corona-Virus handelt, ähnlich dem SARS-Virus. Schnell wurde ein Test entwickelt in Zusammenarbeit mit dem deutschen Virologen Prof. Drosten von der Charite in Berlin, der auch schon das SARS-Virus entschlüsselt und einen Diagnose-Test entwickelt hatte.
Explosionsartige Zunahme
Binnen kurzer Zeit stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen explosionsartig an. Was das SARS- Virus erst in mehreren Monaten schaffte, rund 8000 Menschen weltweit zu infizieren, mit einer Todesrate von rund 10%, das schaffte das Neue Corona Virus NCoV2019 binnen weniger Wochen: Mittelerweile sind mehr als 10.000 Menschen weltweit infiziert, die grosse Mehrheit in China.
Damit sind Fragen, welche zu Beginn der Epidemie sich stellten, inzwischen beantwortet:
1. Handelt es sich um eine Epidmie, oder nur um einen begrenzten Personenkreis, der mit infizierten Tieren auf dem Markt in Wuhan in Berührung kam, ist also eine Uebertragung von Mensch zu Mensch möglich?
Die Antwort ist ein klares Ja, fast alle Infizierten sind von anderen Infizierten angesteckt worden.
2. Wie ansteckend ist das Virus auch im Vergleich zu den anderen Coronavirus-Epidemien, also SARS und MERS?
Die Antwort ist: hochansteckend. Enger körperlicher Kontakt wie bei MERS – und in deutlich geringerem Masse auch bei SARS – ist offenbar nicht erforderlich.
3. Wie tödlich ist das Virus?
Nach den bisherigen Zahlen wesentlich weniger als das MERS-Virus, wo die Todesrate bei rund 33% liegt, aber auch niedriger als bei SARS mit 10% tödlichem Ausgang. Zur Zeit wird von 2-3% ausgegangen. Allerdings ist ein erheblicher Teil der betroffenen Patienten, rund 20%, krankenhauspflichtig, ein Teil davon bedarf der Behandlung auf der Intensivstation.
4. Wird sich das NCoV2019 wie ein Grippevirus ausbreiten, wo Isolierungsmassnahmen hoffnungslos sind?
Die Frage lässt sich him Augenblick nicht beantworten. Und darum ging es in Wirklichkeit auch gestern bei Maybritt Illner. Der Mediziner Johannes Wimmer, der das chinesische Gesundheitswesen aus eigener Anschauung kennt, ist ueberzeugt davon, dass China es schaffen wird, die Epidemie zunächst einzudämmen, und dann zu beenden.
Das ist jedoch angesichts der hohen Ansteckrate keineswegs sicher. Tatsache ist jedoch, dass China in einem unglaublichen Kraftakt alles tut, was erforderlich ist, um diese Epidemie zu kontrollieren.
5. Kann Deutschland eine Epidemie umfassend verhindern?
Das muss bezweifelt werden, auch wenn Gesundheitsminister Spahn Optimismus – wohl Zweckoptimismus – versprüht. Auf den ersten Blick scheint er recht zu haben. Die bisher bekannten Fälle sind isoliert, die Kontaktpersonen lokalisiert und werden getestet. Wie wenig umfassend das jedoch ist, zeigt schon der Indexfall in Deutschland: Eine infizierte Chinesin aus Wuhan kam für einen Vortrag nach Bayern und steckte dort – ohne engen körperlichen Kontakt – mindestens 5 Personen an. Sie reiste dann nach China zurück. Völlig unklar ist, mit wem sie auf dem Weg zum/vom Flughafen, im Flughafen selbst, und im Flugzeug auf dem Hin- und Rückflug in Kontakt kam.Es ist also denkbar, dass weitere, bisher unbekannte Personen infiziert wurden, und diese die Infektion auch weitergeben können bzw. schon weitergegeben haben. Offenbar kurz nach der Ansteckung, wenn Patienten noch keinerlei Symptome zeigen, können sie den Erreger bereits weiterreichen.
Nicht vorbereitet
Tatsache ist aber auch, dass Deutschland auf eine derartige Epidemie, sollte sie auch hierher in grösserem Umfang überschwappen, überhaupt nicht vorbereitet ist. In den Krankenhäusern fehlt es an entsprechenden ISO-Betten. Die seinerzeit vorhandenen wurden im Laufe der Zeit reduziert, weil sie nichts einbrachten, da sie nur vorgehalten, aber nicht benutzt wurden.
Erst in Monaten
Mit einem Impfstoff ist erst in einigen Monaten zu rechnen, und was dessen Nebenwirkungen sind – nach der Impfung gegen die Schweinegrippe litten eine Reihe von geimpften Personen danach an Narkolepsie – lässt sich erst im Laufe der Zeit sagen.
Ob Medikamente, die bereits für andere Indikationen, z.B. HIV/AIDS, verfügbar und im Einsatz sind, auch gegen NCoV 2019 wirken, wird sich zeigen.
Fazit
Tatsache ist, dass wir mit einer ausserordentlich schweren Epidemie, und mittlerweile Pandemie, es zu tun haben. Die Verharmlosung, und der Vergleich mit dem “tödlicheren jährlichen Grippevirus” seitens des Gesundheitsministers Spahn ist daher völlig fehl am Platze.
Verschwörungstheoretiker und Virusleugner krabbeln aus ihren Ecken
Im Internet finden sich jede Menge absurder Theorien, sowohl was den Ursprung des Virus betrifft, als auch infrage stellen, dass es überhaupt ein Virus ist ( sog. Virusleugner), die versuchen, ihren unwissenschaftlichen Quark unter das Volk zu bringen. Sie verdienen allerdings noch nicht einmal, von uns ignoriert zu werden.
onlinedienst - 31. Jan, 17:02 Article 472x read