Covid-19: Keine ausreichende Schutzkleidung, nicht genügend Tests – Regierung und Opposition haben versagt
Dr. Alexander von Paleske —— 2.4.2020 ——
Heute kam die Meldung: Eine Reha-Klinik in Bad Mergentheim meldete 120 Covid-19-Infizierte: Patienten und Pflegepersonal. Eine weitere Reha-Clinik im Kreis Lippe meldet mehr als 100 Infizierte darunter 78 Patienten.
Hinzu kommen die täglichen Meldungen über Ausbrüche von Covid-19 in Alten- und Pflegeheimen. So gestern das Kölner Seniorenheim Maternus in Rodenkirchen. Dort sind 5 Bewohner an Covid-19 gestorben, weitere Bewohner und Mitarbeiter sind krank.
Laut Robert-Koch-Institut haben sich in Deutschland bereits 2300 Ärzte und Pfleger angesteckt. Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch.
Wie konnte es dazu kommen?
Mehrfach wurde hier darauf hingewiesen, wie die Bundesregierung nach dem Ausbruch der Covid-19 Epidemie in China wertvolle Zeit verstreichen liess. Gleiches gilt für die Opposition, die das Problem überhaupt nicht erkannte, auch nicht die Grünen Robert Habeck und Annalena Baerbock, für die es eine Art Testlauf für bessere Politik hätte werden können.
Habeck, der eine Zeit lang als möglicher Bundeskanzler nach den Wahlen gehandelt wurde, hat durch sein Versagen mehr als deutlich bewiesen, dass diese Schuhe ihm offenbar ein paar Nummern zu gross sind. Es hätte die Stunde der Opposition sein können. Hätte….Stattdessen kam gar nichts.
So konnte es geschehen, dass viel zu spät gehandelt wurde, und dann auch noch unzureichend.
Für die Schwachen kein ausreichender Schutz
Die vulnerabelsten Gruppen sind die über 60-jährigen, von denen sich viele in Alten-und Pflegeheimen befinden. Diese Einrichtungen, wie natürlich vor allem auch die Kliniken, hätten mit ausreichender Schutzkleidung versehen werden müssen. Und hätten natürlich sofort – und regelmässig – das Personal auf Covid-19 testen müssen .
Es ist zur Zeit viel von Grundrechten in Zusammenhang mit den Ausgangsbeschränkungen die Rede, so auch der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans Jürgen Papier. An oberster Stelle steht aber allemal das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Ärztetod in Italien muss mahnen
In Italien sind mittlerweile 66 Ärzte, die Covid-Patienten behandelten, gestorben. Dort fehlte es an ausreichender Schutzkleidung, sodass die Ärzte und Schwestern unzureichend geschützt dem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt waren.
Lage keineswegs befriedigend
Auch in Deutschland ist die Lage, soweit es die Schutzkleidung betrifft, keineswegs befriedigend.Und so kam es, wie es kommen musste: infiziertes Personal konnte mühelos, insbesondere in Pflegeheimen, Bewohner anstecken und selbst angesteckt werden. Die Todesziffern in Alten- und Pflegeheimen sind bisher schon erschreckend, und das ist noch lange nicht das Ende..
Gleiches gilt auch für die mobilen Pflegedienste, die entweder überhaupt nicht mit Schutzausrüstung versehen werden, oder völlig unzureichend. Oftmals wird sogar der Mundschutz nicht empfohlen – oder sogar verboten – um die Klienten nicht zu verschüchtern. Ein unglaublicher Vorgang.
Vor einer Woche
Bereits vor einer Woche hiess es hier:
Nicht nur in Italien und Spanien, sondern auch Deutschland herrscht Mangel an Schutzkleidung in Krankenhäusern, Arztpraxen, auch in Einrichtungen wie Altenheimen. Medizinisches Personal droht so, sich selbst, aber auch Patienten, zu infizieren, mit dramatischen Folgen für noch nicht infizierte Patienten, für die Behandlung der Erkrankten, aber auch für Bewohner von Heimen, wo Hochrisikogruppen leben.
Hinzu kommt, dass Aerzte und Pflegepersonal nicht einmal routinemässig und regelmässig auf die Infektion mit SarsCoVi-2 getestet werden, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen.
Beispiel Helios-Klinik München
Wozu es führt, wenn Tests nicht routinemässig durchgeführt werden, sondern erst nach dem Auftreten von Symptomen, zeigt die Helios Klinik München-West: Dort wurden 14 Patienten und zwei Mitarbeiter positiv getestet – nach Auftreten von Symptomen bzw. nach Kontakten mit Infizierten. Die Klinik musste für Aufnahmen geschlossen werden. In Abstimmung mit dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt werden darüber hinaus die Sicherheitsvorkehrungen, die bislang nur für Verdachtsfälle und positiv Getestete bestanden, auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet. Alle Patienten und Mitarbeiter werden nun auf das Virus getestet.
Unglaublich, dass dies erst jetzt durchgeführt wird.
Mundschutz ja oder nein
Prof. Drosten und Prof. Kekule, beides führende Virologen, haben Mundschutz empfohlen. Selbst einfache Schutzmasken mindern zwar nicht das Ansteckungsrisiko für den Träger, wohl aber vermindern sie das Risiko für die Ansteckung anderer.
Unter diesen Umständen ist nicht nur Mundschutz wichtig, sondern geradezu geboten. Gleichwohl sah sich der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow gestern veranlasst, emotional gegen das Tragen von Mundschutz zu wettern, mit der Begründung, sie würden eine Ansteckung des Trägers nicht verhindern – das war und ist längst nicht mehr das Thema. NRW-Ministerpräsident Laschet, der schon Schwierigkeiten hatte, eine einfache Schutzmaske korrekt aufzusetzen, und Gesundheitsminister Spahn lehnen zwar eine Schutzmaske nicht generell ab, wohl aber eine Pflicht zum Tragen in der Oeffentlichkeit.
Was ist jetzt zu tun?
– Sofortige und regelmässige Testung aller im Gesundheitsbereich Beschäftigten, sowohl im ambulanten, wie im stationären Bereich
– Testung aller im Krankenhaus befindlichen Patienten
– Verpflichtung zum Tragen von Schutzmasken in der Oeffentlichkeit
– Testen, testen und nochmal testen, also drastische Ausweitung der Testkapazitäten.
Deutschland stehen unnötig mehr als sehr schwierige Zeiten bevor.
Heute kam die Meldung: Eine Reha-Klinik in Bad Mergentheim meldete 120 Covid-19-Infizierte: Patienten und Pflegepersonal. Eine weitere Reha-Clinik im Kreis Lippe meldet mehr als 100 Infizierte darunter 78 Patienten.
Hinzu kommen die täglichen Meldungen über Ausbrüche von Covid-19 in Alten- und Pflegeheimen. So gestern das Kölner Seniorenheim Maternus in Rodenkirchen. Dort sind 5 Bewohner an Covid-19 gestorben, weitere Bewohner und Mitarbeiter sind krank.
Laut Robert-Koch-Institut haben sich in Deutschland bereits 2300 Ärzte und Pfleger angesteckt. Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch.
Wie konnte es dazu kommen?
Mehrfach wurde hier darauf hingewiesen, wie die Bundesregierung nach dem Ausbruch der Covid-19 Epidemie in China wertvolle Zeit verstreichen liess. Gleiches gilt für die Opposition, die das Problem überhaupt nicht erkannte, auch nicht die Grünen Robert Habeck und Annalena Baerbock, für die es eine Art Testlauf für bessere Politik hätte werden können.
Habeck, der eine Zeit lang als möglicher Bundeskanzler nach den Wahlen gehandelt wurde, hat durch sein Versagen mehr als deutlich bewiesen, dass diese Schuhe ihm offenbar ein paar Nummern zu gross sind. Es hätte die Stunde der Opposition sein können. Hätte….Stattdessen kam gar nichts.
So konnte es geschehen, dass viel zu spät gehandelt wurde, und dann auch noch unzureichend.
Für die Schwachen kein ausreichender Schutz
Die vulnerabelsten Gruppen sind die über 60-jährigen, von denen sich viele in Alten-und Pflegeheimen befinden. Diese Einrichtungen, wie natürlich vor allem auch die Kliniken, hätten mit ausreichender Schutzkleidung versehen werden müssen. Und hätten natürlich sofort – und regelmässig – das Personal auf Covid-19 testen müssen .
Es ist zur Zeit viel von Grundrechten in Zusammenhang mit den Ausgangsbeschränkungen die Rede, so auch der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans Jürgen Papier. An oberster Stelle steht aber allemal das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Ärztetod in Italien muss mahnen
In Italien sind mittlerweile 66 Ärzte, die Covid-Patienten behandelten, gestorben. Dort fehlte es an ausreichender Schutzkleidung, sodass die Ärzte und Schwestern unzureichend geschützt dem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt waren.
Lage keineswegs befriedigend
Auch in Deutschland ist die Lage, soweit es die Schutzkleidung betrifft, keineswegs befriedigend.Und so kam es, wie es kommen musste: infiziertes Personal konnte mühelos, insbesondere in Pflegeheimen, Bewohner anstecken und selbst angesteckt werden. Die Todesziffern in Alten- und Pflegeheimen sind bisher schon erschreckend, und das ist noch lange nicht das Ende..
Gleiches gilt auch für die mobilen Pflegedienste, die entweder überhaupt nicht mit Schutzausrüstung versehen werden, oder völlig unzureichend. Oftmals wird sogar der Mundschutz nicht empfohlen – oder sogar verboten – um die Klienten nicht zu verschüchtern. Ein unglaublicher Vorgang.
Vor einer Woche
Bereits vor einer Woche hiess es hier:
Nicht nur in Italien und Spanien, sondern auch Deutschland herrscht Mangel an Schutzkleidung in Krankenhäusern, Arztpraxen, auch in Einrichtungen wie Altenheimen. Medizinisches Personal droht so, sich selbst, aber auch Patienten, zu infizieren, mit dramatischen Folgen für noch nicht infizierte Patienten, für die Behandlung der Erkrankten, aber auch für Bewohner von Heimen, wo Hochrisikogruppen leben.
Hinzu kommt, dass Aerzte und Pflegepersonal nicht einmal routinemässig und regelmässig auf die Infektion mit SarsCoVi-2 getestet werden, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen.
Beispiel Helios-Klinik München
Wozu es führt, wenn Tests nicht routinemässig durchgeführt werden, sondern erst nach dem Auftreten von Symptomen, zeigt die Helios Klinik München-West: Dort wurden 14 Patienten und zwei Mitarbeiter positiv getestet – nach Auftreten von Symptomen bzw. nach Kontakten mit Infizierten. Die Klinik musste für Aufnahmen geschlossen werden. In Abstimmung mit dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt werden darüber hinaus die Sicherheitsvorkehrungen, die bislang nur für Verdachtsfälle und positiv Getestete bestanden, auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet. Alle Patienten und Mitarbeiter werden nun auf das Virus getestet.
Unglaublich, dass dies erst jetzt durchgeführt wird.
Mundschutz ja oder nein
Prof. Drosten und Prof. Kekule, beides führende Virologen, haben Mundschutz empfohlen. Selbst einfache Schutzmasken mindern zwar nicht das Ansteckungsrisiko für den Träger, wohl aber vermindern sie das Risiko für die Ansteckung anderer.
Unter diesen Umständen ist nicht nur Mundschutz wichtig, sondern geradezu geboten. Gleichwohl sah sich der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow gestern veranlasst, emotional gegen das Tragen von Mundschutz zu wettern, mit der Begründung, sie würden eine Ansteckung des Trägers nicht verhindern – das war und ist längst nicht mehr das Thema. NRW-Ministerpräsident Laschet, der schon Schwierigkeiten hatte, eine einfache Schutzmaske korrekt aufzusetzen, und Gesundheitsminister Spahn lehnen zwar eine Schutzmaske nicht generell ab, wohl aber eine Pflicht zum Tragen in der Oeffentlichkeit.
Was ist jetzt zu tun?
– Sofortige und regelmässige Testung aller im Gesundheitsbereich Beschäftigten, sowohl im ambulanten, wie im stationären Bereich
– Testung aller im Krankenhaus befindlichen Patienten
– Verpflichtung zum Tragen von Schutzmasken in der Oeffentlichkeit
– Testen, testen und nochmal testen, also drastische Ausweitung der Testkapazitäten.
Deutschland stehen unnötig mehr als sehr schwierige Zeiten bevor.
onlinedienst - 3. Apr, 09:47 Article 336x read