Der verlorene Krieg in Afghanistan und die Zukunft
Dr. Alexander von Paleske ------ 12.3. 2018 ------
Wir sind besiegt in Afghanistan.

ZEIT vom 5.3. 2018 Seite 8
Nun hat es sich offenbar auch bei der Wochenzeitung DIE ZEIT, einst liberale Meinungsführerschaft in Deutschland für sich reklamierend, herumgesprochen, dass der Krieg verloren ist.
In er ZEIT vom 8.3. 2018 heisst der Artikel
„Wir sind besiegt“
und als Untertitel:
"Deutschland ist in Afghanistan gescheitert, militärisch ebenso wie die Entwicklungshilfe. Dabei fehlt es weniger an Truppen als an Ernsthaftigkeit"
Ohne Recherche
Um das militärische Scheitern einzugestehen, dazu braucht es keiner intensiven Recherche, sondern nur an den Fakten sich zu orientieren:
Dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist - und war - und Berlin nicht in Afghanistan verteidigt wird, darauf haben wir kontinuierlich seit 2009 hingewiesen, in Artikeln und in Interviews mit dem Botschafter a.D. Dr. Werner Kilian.
Kontrolle über weite Gebiete
Die nationalislamistischen Taliban, und die internationalistisch operierende Religions-Faschistentruppe Islamischer Staat, der vergeblich versuchte, ein Terror-Kalifat im Nahen Osten zu errichten, beherrschen mittlerweile weite Gebiete ausserhalb der Städte. In den Städten machen sie ihre Präsenz durch Bombenattentate fühlbar.
Verzweifelte Sicherheitslage
Die Sicherheitslage war noch nie so verzweifelt, wie heute, 16 Jahre nach dem Beginn des Afghanistanfeldzugs im Jahre 2002.
Ein Krieg, in den sage und schreibe 1 Billion US-Dollar geflossen sind, und der dem Land nur Tod und Verwüstung gebracht hat.
Mehr als 60 Bundeswehrsoldaten haben in Afghanistan ihr Leben verloren, wurden gleichsam "verheizt". Hunderte sind traumatisiert zurückgekehrt.
Korrekte Analyse, falsche Schlüsse
Die Analyse es ZEIT Artikels spricht insoweit für sich, allerdings fordert der Autor als Weg aus dieser Sackgasse folgendes:
… es braucht klare Entscheidungen Es geht dabei nicht um mehr Geld, es geht um ein andere Risikobewusstsein. Solange die Bundeswehr nicht wirklich mit ihren beschränkten Fähigkeiten Afghanistan gebraucht wird, sollte man sie abziehen. In dieses Land sollten nur Truppen geschickt werden, die kämpfen dürfen und können.“
Man möchte sich die Auge reiben. Also trotz der Aussichtslosigkeit weitermachen.
Schleunigst beenden
Nein! Der Krieg muss schleunigst beendet werden.
So wie die USA sich aus Vietnam zurückgezogen, und bereits zuvor die Franzosen nach der Niederlage in DienBienPhu.
Es gibt im Afghanistankonflikt nur eine Lösung: den Totalrückzug. Die Taliban würden darüber mir sich verhandeln lassen. Sie haben bereits ein Gesprächsangebot gemacht, das von den USA aber zurückgewiesen wurde.
Der Vormarsch der Taliban und des IS liesse sich nur durch den Einsatz grosser ausländischer Truppenkontingente – wenn überhaupt – aufhalten. Die afghanische Armee ist dazu nicht in der Lage, wie sich in den letzte Monaten mit aller Deutlichkeit gezeigt hat..
Die nationalislamistischen Taliban sind an Abzugsverhandlungen interessiert, denn sie stehen selbst unter Druck seitens der internationalistisch sich verstehenden Islamfaschisten des IS, die ein Kalifat in der ganzen Region, weit über Afghanistan hinaus errichten möchten, einschliessslich aller an Afghanistan grenzenden Staaten mit mehrheitlich sunnitisch-islamischer Bevölkerung.
Während für die Taliban die letztlich nicht zu verhindernde Machtübernahme in Afghanistan die Endstation ist, wäre es für den Islamischen Staat (IS) nur der Beginn, das Sprungbrett für weitere Eroberungen.
,
Je länger der Krieg dauert, umso mehr erstarkt der IS auf Kosten der Taliban. Daher sollten die Verhandlungen unverzüglich beginnen.
Statt dies einzusehen und schliesslich vollständig abzuziehen, soll das deutsche Truppenkontingent jetzt auch noch aufgestockt werden.
Unvernunft der Regierung, Uneinsichtigkeit ehemaliger Minister
Einer, Joseph Martin (Joschka) Fischer, der als Aussenminister seinerzeit die Mitverantwortung für den Afghanistan-Feldzug trug, mittlerweile im lukrativen Geschäft als "Industrie-Klinkenputzer" unterwegs, sagte sieben Jahre nach Kriegsbeginn folgendes:
"Gewiss, man kann auf Dauer gegen die Mehrheit der Bevölkerung keinen Krieg führen. Aber kann man aus Afghanistan in absehbarer Zeit einfach abziehen, ohne die Lehren dieser Geschichte zu beherzigen? Denselben Fehler sehenden Auges also zweimal machen? Ohne eine einigermaßen belastbare regionale Ordnung und einen innerafghanischen Machtausgleich würde ein Abzug zu einem politischen und moralischen Vabanquespiel der Nato werden.
Was, wenn Afghanistan wieder zur Terrorbasis würde? Und wie viele verstümmelte Frauen und Mädchen nach der erneuten Machtübernahme durch die Taliban würde die westliche Öffentlichkeit wohl aushalten, bevor erneut der Schrei nach Intervention ertönen würde? Was wird mit der Nuklearmacht Pakistan? Was mit der Möchtegern-Nuklearmacht Iran? All diese Fragen und noch viele mehr würden durch eine solche, im Wesentlichen innenpolitisch motivierte Entscheidung aufgeworfen, auf die es bis heute keine Antworten gibt".
Fischer will die Lehren der Geschichte nicht beherzigen, auch nicht die Geschichte und die gewachsenen sozialen Strukturen Afghanistans zur Kenntnis nehmen, nicht besser die Grosse Koalition, ob alt oder neu .
Afghanistan - noch mehr (auch deutsche) Truppen? Eine Stellungnahme von Ex-Botschafter Dr. Werner Kilian
Schrecken ohne Ende? - Ein Interview mit Botschafter a.D. Dr. Werner Kilian
Nach der Afghanistankonferenz - Dr. Werner Kilian im Interview
Wir sind besiegt in Afghanistan.

ZEIT vom 5.3. 2018 Seite 8
Nun hat es sich offenbar auch bei der Wochenzeitung DIE ZEIT, einst liberale Meinungsführerschaft in Deutschland für sich reklamierend, herumgesprochen, dass der Krieg verloren ist.
In er ZEIT vom 8.3. 2018 heisst der Artikel
„Wir sind besiegt“
und als Untertitel:
"Deutschland ist in Afghanistan gescheitert, militärisch ebenso wie die Entwicklungshilfe. Dabei fehlt es weniger an Truppen als an Ernsthaftigkeit"
Ohne Recherche
Um das militärische Scheitern einzugestehen, dazu braucht es keiner intensiven Recherche, sondern nur an den Fakten sich zu orientieren:
Dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist - und war - und Berlin nicht in Afghanistan verteidigt wird, darauf haben wir kontinuierlich seit 2009 hingewiesen, in Artikeln und in Interviews mit dem Botschafter a.D. Dr. Werner Kilian.
Kontrolle über weite Gebiete
Die nationalislamistischen Taliban, und die internationalistisch operierende Religions-Faschistentruppe Islamischer Staat, der vergeblich versuchte, ein Terror-Kalifat im Nahen Osten zu errichten, beherrschen mittlerweile weite Gebiete ausserhalb der Städte. In den Städten machen sie ihre Präsenz durch Bombenattentate fühlbar.
Verzweifelte Sicherheitslage
Die Sicherheitslage war noch nie so verzweifelt, wie heute, 16 Jahre nach dem Beginn des Afghanistanfeldzugs im Jahre 2002.
Ein Krieg, in den sage und schreibe 1 Billion US-Dollar geflossen sind, und der dem Land nur Tod und Verwüstung gebracht hat.
Mehr als 60 Bundeswehrsoldaten haben in Afghanistan ihr Leben verloren, wurden gleichsam "verheizt". Hunderte sind traumatisiert zurückgekehrt.
Korrekte Analyse, falsche Schlüsse
Die Analyse es ZEIT Artikels spricht insoweit für sich, allerdings fordert der Autor als Weg aus dieser Sackgasse folgendes:
… es braucht klare Entscheidungen Es geht dabei nicht um mehr Geld, es geht um ein andere Risikobewusstsein. Solange die Bundeswehr nicht wirklich mit ihren beschränkten Fähigkeiten Afghanistan gebraucht wird, sollte man sie abziehen. In dieses Land sollten nur Truppen geschickt werden, die kämpfen dürfen und können.“
Man möchte sich die Auge reiben. Also trotz der Aussichtslosigkeit weitermachen.
Schleunigst beenden
Nein! Der Krieg muss schleunigst beendet werden.
So wie die USA sich aus Vietnam zurückgezogen, und bereits zuvor die Franzosen nach der Niederlage in DienBienPhu.
Es gibt im Afghanistankonflikt nur eine Lösung: den Totalrückzug. Die Taliban würden darüber mir sich verhandeln lassen. Sie haben bereits ein Gesprächsangebot gemacht, das von den USA aber zurückgewiesen wurde.
Der Vormarsch der Taliban und des IS liesse sich nur durch den Einsatz grosser ausländischer Truppenkontingente – wenn überhaupt – aufhalten. Die afghanische Armee ist dazu nicht in der Lage, wie sich in den letzte Monaten mit aller Deutlichkeit gezeigt hat..
Die nationalislamistischen Taliban sind an Abzugsverhandlungen interessiert, denn sie stehen selbst unter Druck seitens der internationalistisch sich verstehenden Islamfaschisten des IS, die ein Kalifat in der ganzen Region, weit über Afghanistan hinaus errichten möchten, einschliessslich aller an Afghanistan grenzenden Staaten mit mehrheitlich sunnitisch-islamischer Bevölkerung.
Während für die Taliban die letztlich nicht zu verhindernde Machtübernahme in Afghanistan die Endstation ist, wäre es für den Islamischen Staat (IS) nur der Beginn, das Sprungbrett für weitere Eroberungen.
,
Je länger der Krieg dauert, umso mehr erstarkt der IS auf Kosten der Taliban. Daher sollten die Verhandlungen unverzüglich beginnen.
Statt dies einzusehen und schliesslich vollständig abzuziehen, soll das deutsche Truppenkontingent jetzt auch noch aufgestockt werden.
Unvernunft der Regierung, Uneinsichtigkeit ehemaliger Minister
Einer, Joseph Martin (Joschka) Fischer, der als Aussenminister seinerzeit die Mitverantwortung für den Afghanistan-Feldzug trug, mittlerweile im lukrativen Geschäft als "Industrie-Klinkenputzer" unterwegs, sagte sieben Jahre nach Kriegsbeginn folgendes:
"Gewiss, man kann auf Dauer gegen die Mehrheit der Bevölkerung keinen Krieg führen. Aber kann man aus Afghanistan in absehbarer Zeit einfach abziehen, ohne die Lehren dieser Geschichte zu beherzigen? Denselben Fehler sehenden Auges also zweimal machen? Ohne eine einigermaßen belastbare regionale Ordnung und einen innerafghanischen Machtausgleich würde ein Abzug zu einem politischen und moralischen Vabanquespiel der Nato werden.
Was, wenn Afghanistan wieder zur Terrorbasis würde? Und wie viele verstümmelte Frauen und Mädchen nach der erneuten Machtübernahme durch die Taliban würde die westliche Öffentlichkeit wohl aushalten, bevor erneut der Schrei nach Intervention ertönen würde? Was wird mit der Nuklearmacht Pakistan? Was mit der Möchtegern-Nuklearmacht Iran? All diese Fragen und noch viele mehr würden durch eine solche, im Wesentlichen innenpolitisch motivierte Entscheidung aufgeworfen, auf die es bis heute keine Antworten gibt".
Fischer will die Lehren der Geschichte nicht beherzigen, auch nicht die Geschichte und die gewachsenen sozialen Strukturen Afghanistans zur Kenntnis nehmen, nicht besser die Grosse Koalition, ob alt oder neu .



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